Heute demonstrierten sechshundert Menschen in Mannheim gegen das Berufsverbot gegen
Michael Csaszkóczy . Aus Anlass der Berufungsverhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim über das mittlerweile seit drei Jahren andauernde Verfahren rief die Antifaschistische Initiative Heidelberg im Bündnis mit Antifagruppen aus BaWü und der Rhein-Neckar Region sowie der VVN und GEW für den heutigen Samstag, dem Paradeplatz Mannheim zu einer Demonstration unter dem Motto „Weg mit den Berufsverboten!“ auf.

Bilderserie:
Michael Csaszkóczy bei seiner Rede
Michael Csaszkóczy, ist der gegenwärtig einzige deutsche Berufsverbotsfall. Er hat sowohl in Hessen wie auch in Baden-Württemberg Berufsverbot erhalten.
Die Ablehnung von Michael Csaszkózys Einstellungsantrag in Baden-Württemberg wurde unter anderem damit begründet, es gäbe
keine Kontinuität zwischen Nationalsozialismus und der BRD und dementsprechend dürfe ein Lehrer solches nicht behaupten. Näheres kann
hier nachgelesen werden.
Anne Rieger, VVN Landessprecherin
verwies unter anderem auf das Ausführungsgesetz des Artikels 131 GG. Dort wurde 1951 von der Adenauer-Regierung gesetzlich verankert, dass bei der
Neubesetzung von Behörden-Stellen mindestens 20 % NS-Belastete berücksichtigen werden mussten.
Es hat nach dem Willen des Gerichtes der Verfassungsschutz darüber zu befinden, was angemessene Kritik mit Augenmaß sei und ein Lehrer habe sich von einer antifaschistischen Initiative zu distanzieren, die schreibt, dass „im Deutschland der 90er Jahre gewalttätige rassistische Angriffe zur Normalität geworden“ sind – andernfalls sei er ungeeignet für den Schuldienst.
Ausgerechnet jener „Verfassungsschutz“ ist hier gemeint, dessen Aktivitäten dazu führten, dass das vom Innenminister angestrebte Verbot der NPD zu einem Fiasko wurde, weil das Bundesverfassungsgericht nicht mehr unterscheiden konnte, welche Äußerungen und Handlungen dieser Partei in Wirklichkeit von sogenannten Verfassungsschützern stammten.
(
Mairede von Lothar Letsche - ebenfalls vom Berufsverbot betroffen.)

Bilderserie:
Michael Csaszkóczy mit weiteren vom Berufsverbot Betroffenen
Neben Michael Csaszkózy demonstrierten heute auch mehrere andere von Berufverboten Betroffene, wie
Sylvia Gingold,
Wolfgang Serway,
Klaus Lipps, Lothar Letsche und weiteren, vom Berufsverbot Betroffenen.

Bilderserie:
Anne Rieger, Landessprecherin der VVN-BdA Baden Württemberg
Unterstützung und Solidarität kamen von zahlreichen Aktivisten aus antifaschistischen Initiativen unter anderem aus Baden Württemberg und Hessen, von der
GEW, der
VVN der
Roten Hilfe sowie verschiedenen Parteien wie der
DKP und der
MLPD sowie zahlreichen anderen demokratischen und antifaschistischen Organisationen.

Bilderserie:
"Linke Politik verteidigen - Solidarität aufbauen"
Wir rufen ausdrücklich dazu auf, sich an der Solidaritätskampagne
"10000 Stimmen" zu beteiligen. Wer das möchte, kann dies unter folgender e-mail-Adresse tun:
stimmen@gegen-berufsverbote.de oder auf der
Homepage / 10000 Stimmen unter dem
Kontaktformular hier.
Die gehaltenen Redebeiträge von Silvia Gingols, dem AAB, von Carmen Ludwig und Anne Rieger sowie Michael Csaszkóczy sind
hier dokumentiert.
Die Tageszeitung "junge Welt" vom 26.01.2007 mit dem Schwerpunktthema
Berufsverbote
Bericht von Toryn Farr auf IndyMedia
Siehe auch unsere weiteren Berichte zum
Thema und die
Bildergalerie von Roland Hägele
Kommentare