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"Ich glaube, wie ich es immer getan habe, an die Freiheit. Die Freiheit, die sich auf das Empfinden von Verantwortung stützt. Ich erachte Disziplin als unersetzlich, aber es muß eine innere Disziplin sein, erwachsen aus einem gemeinnützigen Ziel und dem Gefühl der Kameradschaft." Buenaventura Durruti

#Liebig34: Kundgebung morgen um 17.30 Uhr vor der Bezirksverordnetenversammlung

Wir das Bündnis Interkiezionale, sind ein Zusammenschluss bedrohter Projekte in Berlin.

Wir veranstalten am 29.1.2020 um 17.30 Uhr eine Kundgebung vor der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Berlin Friedrichshain/ Kreuzberg in der Yockstr. 4.

Wir organisieren uns zusammen, um den drohenden Räumungen unsere Wohnorte, Kneipen und Zentren etwas entgegen zusetzten.

Das anarcha-feministische Hausprojekt Liebig34, samt Veranstaltungsraum und Infoladen hat am Donnerstag den 30.01.219 um 8 Uhr im Landgericht Turmstr. 91, ihren 2. Räumungsprozess und droht nach fast 30 Jahren zu verschwinden.

Doch in allen Ecken Berlins stehen emanzipatorische Hausprojekte, Jugendzentren, alternative Lebensformen und Kollektivkneipen vor dem Aus. Täglich werden Mieter:innen aus ihren Wohnungen zwangsgeräumt oder andersweitig gezwungen um- oder gleich wegzuziehen.

Die Politik stellt das Recht auf Eigentum vor das Recht auf Wohnraum. Wir wollen kein Berlin in dem Wohnraum zu einer Ware wird, die sich nur noch Gutverdienende leisten können.

Ohne seine alternativen Haus- und Kulturprojekte wäre Berlin sozial, politisch und kulturell um Vieles ärmer.

Maria Klein dazu: „Viele Menschen finden in Hausprojekten bezahlbaren Wohnraum ohne Angst vor Verdrängung haben zu müssen; Menschen, die anderswo diskriminiert werden, finden hier ein sicheres Zuhause. Die Häuser und Projekte sind eine wichtige Infrastruktur für die Nachbarschaften. Hier finden sich Räume für Mietberatungen, politische Vernetzung, kulturelle Veranstaltungen und Orte zum Verweilen ohne Konsumzwang. Wir lassen uns diese Orte nicht einfach wegnehmen.“

In Zeiten grassierender Mieten und niedriger Löhne untätig zubleiben und zu glauben sich angesichts eines zeitlich befristeten Mietendeckels zurücklehnen zu können, wenn soziale Institutionen oder Einzelpersonen ihr Zuhause verlieren, ist ein Trugschluss.

Deswegen demonstrieren wir als Bündnis für den Erhalt von lange gewachsenen Strukturen und für ein buntes und vielfältiges Berlin.

Das Bündnis Interkiezionale besteht aus den Projekten: B5355, DieselA/ Wagenplatz, Friedel54, Großbeerenstr.17A, Köpi137, Liebig34, Meuterei, Potse & Drugstore, Rigaer94, Sabot Garen / Rummelsburger Bucht, Syndikat und vielen solidarischen Gruppen und Einzelpersonen.

Mehr Informationen:

https://interkiezionale.noblogs.org

Kontakt:

interkiezionale@riseup.net

Quelle: PM 27. Januar 2020

Solidaritätserklärung der OMASGEGENRECHTS.Berlin für das feministische Hausprojekt Liebigstraße 34

Wir sind die OMASGEGENRECHTS.Berlin, eine zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative bestehend aus überwiegend älteren Menschen, die sich bundesweit gegen die bedrohlichen Entwicklungen wie Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Faschismus organisiert und positioniert. Hierbei sehen wir es auch als unsere Verantwortung, uns für Menschen und Initiativen einzusetzen, die diese Ziele mit uns teilen. Das Kollektiv der Liebigstraße 34 gehört dazu.

Wir, die OMASGEGENRECHTS.Berlin, sehen es in unserer Verantwortung, uns zu der Räumungsbedrohung des feministischen Hausprojektes Liebigstraße 34 in Berlin zu verhalten. Wir sind entrüstet darüber, dass eines der wenigen noch existierenden selbst verwalteten feministischen Wohnprojekte Spekulationsinteressen zum Opfer fallen soll. Wir finden es skandalös, dass bei dem aktuellen Wohnungsmarkt in Berlin ein ganzes Haus geräumt und die Bewohner*innen auf die Straße gesetzt werden sollen. Wir sind schockiert darüber, dass politische Parteien keine Position für das Fortbestehen dieses Projektes beziehen, sondern es vorziehen zu schweigen.

In den aktuellen Zeiten, in denen wir einen gesellschaftlichen Rechtsruck erleben, benötigen wir mehr denn je Menschen, die sich diesen Entwicklungen aktiv entgegenstellen. Genauso wie wir brauchen auch junge Menschen Orte, an denen sie leben, sich treffen und organisieren können. Gerade weil wir derzeit wieder eine Zunahme an rassistischen und sexistischen Übergriffen und insbesondere vermehrte Gewalt und Morde an Frauen* erleben, brauchen wir Schutzräume wie die

Liebigstraße 34. Außerdem benötigen Menschen Wohnraum, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und finanziellen Mitteln.

Wir fordern den Eigentümer Herrn Gijora Padovicz auf, von der Räumung abzusehen und den Bewohner*innen der Liebigstraße 34 das Bleiben in ihrem zu Hause zu ermöglichen. Wir fordern den Berliner Senat auf seiner politischen Verantwortung gerecht zu werden, sich für das Hausprojekt einzusetzen und Herrn Padovicz nicht in seinem Räumungsvorhaben zu unterstützen. Sollten die adressierten Parteien den Forderungen nicht nachkommen, machen sie sich mitschuldig an weiteren wohnungslosen Menschen und dem Verlust eines gesellschaftlich so wichtigen Projektes.

Quelle: Solierklärung, 20. Januar 2020