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"An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern." Erich Kästner

McGurk's Bar Bombing: Loss of Innocence

Am frühen Samstagabend, den 4. Dezember 1971 deponierten die von der der britischen Militärregierung kontrollierten Loyalisten der Ulster Volunteer Force (UVF), eine Bombe vor der Haustür einer familiär geführten Bar im Norden von Belfast. Sie entkamen unbehelligt in die Nacht und verursachten durch die ohne Warnung gezündete Bombe ein Massaker, das die bis dahin meisten zivilen Todesopfer forderte und nur noch durch die Omagh Morde im Jahr 1998 übertroffen wurde. Dennoch wurden die in dieser Nacht in der McGurk Bar umgekommenenen Menschen die vergessenen Opfer in einem sehr schmutzigen Krieges.

Der Zeuge
Ein 8-jähriger Junge namens Joseph McClory sah drei Männer in einem geparkten Auto in der Nähe der McGurk Bar warten. Der Junge war so aufmerksam, dass er eine kleine Union Jack-Flagge auf dem Rückfenster des Wagens  bemerkte. Einer dieser Männer stieg aus dem Fahrzeug aus und Joseph sah seine schattenhafte Gestalt in der Tür der Bar. Der Fremde, in einem langen, dunklen Mantel bekleidet und getarnt mit einer Maske, setz ein Paket ab und flüchtete zurück zu seinen Kumpanen. Er zeigte dabei bemerkenswert wenig Interesse für das jungen Kind, an dem er vorbei ging, so wie für irgendeinen Hund auf der Straße.

Die Verwüstung
50 Pfund Sprengstoff explodierten in der kleinen Kneipe und brachte seine Wände und das Dach zum Einsturz, wodurch die Menschen innerhalb des Gebäudes begraben wurden. Diejenigen, die nicht durch die Bombe in Stücke gerissen wurden oder unter den Trümmer erstickten, verbrannten, als die Gasleitungen in dem zerstörten Gebäude barsten.

Nachwirkungen
Unmittelbar nach der Explosion strömten die Menschen aus der Nachbarschaft an den Ort, wo sich zuvor die Bar befand. Ungeachtet der eigenen Sicherheit versuchten sie mit bloßen Händen in den Trümmern mit bloßen Händen nach Überlebenden zu suchen. Dank dieser Anstrenungen gelang es, ein knappes Dutzend Menschen aus den Trümmern zu befreien.

Dennoch wurden die leblosen Körper von fünfzehn unschuldigen Männern, Frauenn und Kindern aus den Trümmern gezogen.

Britische Regierung, Armee und die nordirische Polizei RUC begannen sofort nach dem Attentat eine Kampagne, mit der sie das Attentat als "IRA-Eigentor" darstellten und die Opfer zu Terroristen erklärten. Zeugen wurden ignoriert, die Selbstbezichtigung eines der Täter stieß auf taube Ohren, Unterlagen verschwanden. Der Film "McGurk's Bar Bombing: Loss of Innocence" wurde unter Mitwirkung der seit zwei Generationen für die Aufklärung des Attentats kämpfenden Angehörigen gedreht. Die Freunde Nordirlands planen, den Film mit deutschen Untertiteln zu versehen und freuen sich über Unterstützung.




Siehe auch:

Webseite der Angehörigen der Opfer
McGurk's Bar bombing WikiPedia, (engl.)
Bobby Sands Trust

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