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"Warum mir aber in neuester Welt Anarchie gar so gut gefällt? Ein jeder lebt nach seinem Sinn, das ist nun also auch mein Gewinn! Ich laß´ einem jeden sein Bestreben, um auch nach meinem Sinn zu leben." Johann Wolfgang v. Goethe

Solidarität statt Rassismus

Die dritte Stellungnahme des Netzwerks thematisiert aktuelle Ereignisse und Diskurse, die in den letzten Monaten die öffentliche Diskussion in Deutschland zu Migration und Flucht dominieren. Das Netzwerk argumentiert, dass die Aufarbeitung der NSU-Morde, populistische Mobilisierungen gegen AsylbewerberInnenheim, Hetze gegenüber Roma und Sinti, die neuen Debatten um südeuropäische 'Armutsflüchtlinge' und der Topos der steigende AsylbewerberInnenzahlen eines verbindet: ein in der Gesellschaft latenter Rassismus, der sich jederzeit ansprechen und aktivieren lässt.

Angesichts der neuen Virulenz rassistischer Diskurse ruft das Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung dazu auf, sich auf der Seite der Migration in die neuen Auseinandersetzungen um Bleiberecht und soziale wie politische Teilhabe einzubringen. „Letztendlich geht es doch darum, dass eine Einwanderungsgesellschaft den Rassismus überwinden und hinter sich lassen muss. In dieser wichtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzung sind wir alle aufgefordert, Stellung zu beziehen“, so Bernd Kasparek für das Netzwerk.

Prominente UnterzeichnerInnen der Stellungnahme sind die Professoren Klaus Bade, Siegfried Jäger und Werner Schiffauer. Das Netzwerk freut sich besonders über die Unterstützung durch Dr. Wolfgang Richter, Ausländerbeauftragter der Stadt Rostock während der Pogrome in Rostock-Lichtenhagen 1992 und Dr. Jürgen Miksch, Gründer von Pro Asyl.

„Migration bedeutet immer umkämpftes Terrain. Doch wenn aktuelle Diskussionen um eine angebliche 'Armutsmigration' die Freizügigkeitsrechte von EU-BürgerInnen in Frage stellen, so steht die Zukunft des europäischen Projekts in Frage“, so Prof. Dr. Sabine Hess.

Der Aufruf kann online unter http://solidaritaet-statt-rassismus.kritnet.org unterzeichnet werden.

Das Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung ist eine transdisziplinäre europaweite Vernetzung von ForscherInnen, AktivistInnen und KünstlerInnen, die sich in kritischer Weise mit der gegenwärtigen Wissenproduktion um Migration und Grenze auseinandersetzen. Gegründet 2008, hat das Netzwerk mittlerweile rund 300 Mitglieder.

Quelle: kritnet.org

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