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"Gehe Deinen Weg, und lass die Leute reden!" Dante

Was mir heute wichtig erscheint #242

Heißluft: Zum Jahreswechsel bringen die Parkschützer ihr großes Entsetzen über die fadenscheinige Inszenierung der Schlichtungsgespräche und die entblößenden Ausreden von Ministerpräsident Stefan Mappus vor dem Untersuchungsausschuss zum 30. September 2010 zum Ausdruck. Mit bunten Himmelslaternen erinnerten sie in der Silvesternacht an die Opfer der Polizeigewalt, mahnen mehr Demokratie an und bekunden ihren Protestwillen für das neue Widerstandsjahr 2011.

Botox: Frau Merkel hat freundlich lächelnd anlässlich des Jahreswechsels eine Ansprache an die Nation gehalten. Dummerweise hat die ARD die falsche Tonspur verwendet, wir kommen daher gerne der Bitte nach, auf die Originalrede zu verweisen.

Utopie: Bernd Drücke (Koordinationsredakteur der „graswurzelrevolution“) stellt im Gespräch mit Sören Weber seine Sicht des Anarchismus dar. Dabei erläutert er grundlegende Konzepte des Anarchismus, geht auf Auswirkungen von Herrschaft ein und zeigt historische Parallelen auf.

Reproduziert: Nachdem die Gedenkstätte Ziegenhals - letzter Tagungsort des ZK der illegalen KPD im Faschismus unter Leitung von Ernst Thälmann - vergangenes Jahr trotz internationalen Protestes abgerissen wurde ist die Originalausstellung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte vollständig reproduziert und als Wanderausstellung - originalgetreu - wieder hergestellt worden. Sie gibt es nun in Form einer Wanderausstellung zu sehen, erste Station ist nun Berlin. Dort wird auf der unter anderem von der Tageszeitung "junge Welt" organisierten Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011 am Samstag, den 8. Januar 2011, die vollständig reproduzierte Ausstellung gezeigt werden. Mitglieder des Freundeskreises der Gedenkstätten werden präsent sein und Erläuterung, bzw. Führungen anbieten.

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick über die Entwicklung in Lateinamerika.

Guerilla: Zusammen mit dem Filmemacher Stefano Savona begleitet Akif, der Protagonist der Dokumentation: "Guerilleros in den kurdischen Bergen - Carnets d'un combattant kurde - Kürt Daglarinda Gerillalar" , vier kurdische Kämpfer – zwei Frauen und zwei Männer – aus dem irakischen Quandil unweit der Grenze zum Iran auf ihrem Weg zum Lager Kani Cenge, das nur wenige Kilometer von der türkischen Grenze entfernt ist, wo sich die “Sonderkräfte” der Guerillabewegung auf ihren Einsatz im nördlichen Kurdistan in der Türkei vorbereiten.

Risiko: Der beliebte VLC-Mediaplayer weist momentan offenbar eine ernste Sicherheitslücke auf. Betroffen sind alle älteren Versionen von 1.1.5 abwärts, weswegen VLC-Nutzer angewiesen werden, die neueste Version (1.1.6) oder einen Patch zu installieren.

Höchststand: "(...) Lag das Vermögen der reichsten 1-Prozent-Schicht 1962 um 125 Prozent und 2004 um 190 Prozent höher als das Vermögen des Durchschnittshaushalts, so sind es jetzt schon 224 Prozent - obgleich die Reichen in der Finanz- und Wirtschaftskrise durchaus Federn lassen mussten. Ihr Einkommen sank zwischen 2007 und 2009 um 27 Prozent auf durchschnittlich etwa 14 Millionen US-Dollar. Womit sie aber nach dem EPI sehr viel besser davon gekommen sind, als dies bei den Durchschnittshaushalten der Fall war. Diese büßten in der Krise 41 Prozent ihre Vermögens ein, das 2009 auf 62.200 US-Dollar gefallen ist. (...)"  Florian Rötzer bei telepolis über die Einkommensentwicklung in den USA

Konzert: Die Leitung der Freiburger Stadtbau GmbH hat in Abweichung von früheren Gepflogenheiten ohne ausdrückliche „letzte Mahnung“ 220 MieterInnen und Mieter aus Weingarten verklagt, die ihrer Mieterhöhung nicht „fristgemäß“ zustimmten. Bei den meisten davon handelt es sich um Menschen, die ihr Leben mit wenig Geld bestreiten müssen und deshalb ihre Zustimmung zur Mieterhöhung verweigert haben. Die Klagekosten zsichen 100 und 200 Euro treffen sie besonders hart. Der SUSI-Chor aus Freiburg wird dazu am Freitag 4.  Februar um 20 Uhr im Haus 37 (Alfred-Döblin-Platz, Vauban) für die verklagten MieterInnen ein „Soli-Konzert“ veranstalten.

Genetisch: "Immer wieder sehen sich Paläoanthropologen neuen überraschenden Fundstücken gegenüber, die den vermeintlich festverwurzelten Hominiden-Stammbaum zum Wanken bringen. Ein Beispiel hierfür ist die Entdeckung der neuen Hominidenart Australopithecus sediba, die Mai 2010 bekannt gemacht wurde. Dabei sind Schätzungen zufolge noch nicht einmal 0,02 Prozent aller potenziellen fossilen Fundstücke ausgegraben worden. Deshalb verwundert es umso mehr, dass das Gros der Forscher zu wissen glaubt, wann und wieso die Hominiden erstmals ein Ich-Bewusstsein und eine Sprache zum Informationsaustausch entwickelten." "Geistiger Urknall" von Harald Zaun bei telepolis

Verurteilt: "Es geht spanisch zu in Spanien. Da werden baskische Anwälte angezeigt, weil sie auf einer Pressekonferenz die Aussagen ihrer Mandanten wiedergeben, dass sie von den Sicherheitskräften schwer gefoltert wurden. Das passierte Haizea Ziluaga und Alfonso Zenon, die neun Personen vertreten, die im Fischerort Ondarroa am 8. Februar verhaftet wurden. Das Ziel ist klar, sie sollen mundtot gemacht werden. Über Folter soll öffentlich nicht mehr gesprochen werden. Deshalb werden auch Bücher in Spanien zensiert, die sich mit Folter in einem Land mitten in der Europäischen Union auseinandersetzen. (...)" Ralf Streck bei linksunten über die Verurteilung von vier Mitgliedern der Guardia Civil wegen Folter.

Aufbauprozess: Anlässlich der Mobilisierung gegen die Sicherheitskonferenz (SiKo) und die Mandatsverlängerung der NATO hat ein Anfang 2010 zusammengefundenes Bündnis nun eine Broschüre zum Thema „Antimilitarismus“ herausgegeben. In drei Kapiteln wird ausführlich auf die kapitalistische Krise, den imperialistischen Krieg und staatliche Repression eingegangen. In einem Selbstverständnis am Ende des Heftes wird dargelegt, warum eine revolutionäre Organisierung zur Überwindung des Kapitalismus notwendig ist.