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"Wir sind es, die wir die Städte und Paläste - hier in Spanien und in Amerika und überall - gebaut haben. Wir Arbeiter können andere Städte und Paläste an ihrer Stelle aufrichten und sogar bessere. Wir haben nicht die geringste Angst vor Trümmern. Wir werden die Erben dieser Erde sein... Hier, in unserem Herzen, tragen wir eine neue Welt. Jetzt, in diesem Augenblick, wächst diese Welt." Buenaventura Durruti

Tina Modotti: Fotografien einer Revolutionärin

„Die Biografie einer Fotografin zu verlegen, ohne eines ihrer Bilder abzudrucken, geht das?“ Dies fragte der Autor dieser Zeilen in einer Rezension zu Christiane Barckhausens biographischer Skizze »Tina Modotti. Den Mond in drei Teile teilen«.

Nun legte der Wiljo-Heinen-Verlag nach, veröffentliche einen Bildband mit Fotografien von Tina Modotti und gibt einen Einblick in ihre Arbeit.

Modotti war nicht nur Fotografin, sie war auch Kommunistin, Antifaschistin und Revolutionärin. Geboren 1896 in Italien, wanderte sie im Alter von 17 Jahren in die USA aus. Erst lebte sie in San Fransisco und siedelte später nach Los Angeles, wo sie als Schauspielerin arbeitete. Dort lernte sie den Fotografen Edward Weston kennen und lieben, der sie in die Welt der Fotografie einführt.

Anfang der zwanziger Jahre zieht sie in das nachrevolutionäre Mexiko, wo sie selber mit dem Fotografieren anfing. Hier erhält sie Kontakt zu politisch engagierten Künstlerinnen und Künstlern und beginnt politisch aktiv zu werden. Ihre Fotografien werden auch politischer, Modotti veröffentlicht erste Arbeiten in politischen Zeitschriften. Veröffentlicht wurden sie zum Beispiel auch in der Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ), der von Willi Münzenberg in Berlin verlegten Arbeiterzeitung.
Zunehmend verlegte Modotti den Schwerpunkt ihres Schaffens auf die Arbeit für die Internationalen Roten Hilfe. Anfang 1930 wird sie in Folge eines Mordanschlag auf den mexikanischen Präsidenten Pasqual Ortiz Rubio gemeinsam mit ihren Lebensgefährten Vittorio Vidali aus Mexiko ausgewiesen, obwohl weder sie noch er etwas mit dem Anschlag zu tun hatten. Über Rotterdam und Berlin gelangt Modotti nach Moskau, wo sie sich voll auf ihre antifaschistische Arbeit konzentriert und mit dem Fotografieren aufhört.
Ihre Arbeit für die Rote Hilfe führt sie nach Wien, Warschau, Paris und mit dem beginnenden Spanischen Bürgerkrieg nach Spanien, um dort am internationalistischen Kampf gegen den Faschismus teilzunehmen.

Nach dem Sieg Francos kehrt sie nach Mexiko zurück, wo sie in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1942 einem Herzanfall erliegt.

Dem Bildband vorangestellt ist ihr „Manifest über Fotografie“, das sie für ihre erste und einzige Einzelausstellung 1929 veröffentliche. Modotti versteht die Fotografie nicht als bloße Produktion von Kunst, sondern misst ihr gesellschaftliche Bedeutung zu. Die Bilder sind thematisch geordnet und reichen unter anderem von Blumen und Pflanzen, über Frauenportäts, Campesinos, Arbeit, Elend, revolutionärer Bewegung bis hin zu Symbolen der Revolution.


»Tina Modotti. Fotografien einer Revolutionärin«
Bildband, mit Texten von Christiane Barckhausen-Canale und Reinhard Schultz
ISBN 978-3-939828-86-0, Wiljo-Heinen-Verlag, Berlin, 2012, Hardcover mit Schutzumschlag, 21cm x 25cm, 96 Seiten, 19,90 €
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Tina Modotti: Fotografie und Kampf

Die Biografie einer Fotografin zu verlegen, ohne eines ihrer Bilder abzudrucken, geht das? Ja. Das zeigt die gerade im Wiljo-Heinen-Verlag erschienene Biografie der Fotografin Tina Modotti.

Modotti war jedoch mehr als nur Fotografin. Die Kommunistin und Antifaschistin gab das Fotografieren auf, um ihr Leben dem politischen Kampf zu widmen. Die Autorin Christiane Barckhausen empfand Modottis Leben anfangs als Widerstreit zwischen Kampf und Kunst. Mit der nähren Beschäftigung mit der Persönlichkeit wurde ihr jedoch klar, dass es bei Modotti keinen Widerstreit zwischen den beiden Polen gab, sondern sie beides lebte.

Geboren am 16. August 1896 in Udine (Italien) wächst Assunta Adelaide Luigia Modotti Mondini, genannt Tina, in einer Arbeiterfamilie auf, deren Leben von Armut geprägt ist. Im Alter von 17 Jahren folgt sie ihrem Vater nach San Francisco und arbeitet dort als Näherin. Es zieht sie nach Los Angeles, wo sie als Schauspielerin in drei Filmen mitspielte. Hier lernt sie den Fotografen Edward Weston kennen, der sie in die Welt der Fotografie einführt.

Anfang der zwanziger Jahre zieht sie nach Mexiko, wo sie selber mit dem Fotografieren beginnt und in Kontakt mit mexikanischen Künstlern, darunter dem weltbekannten Diego Rivera, kommt. Die nachrevolutionäre Situation in dem Land politisieren die Fotografin, deren Arbeiten ebenfalls politischer werden. Ihre Arbeiten erscheinen in verschiedenen linken Zeitungen und Zeitschriften.

1927 tritt sie der KP Mexiko bei, arbeitet unter anderem für die Rote Hilfe und organisiert die Solidaritätsarbeit für Nicaragua. Modotti beginnt eine Liebesbeziehung mit dem emigrierten kubanischen Revolutionär Julio Antonio Mella, der wenig später ermordet wird.
Die politische Situation verschärft sich, 1929 wird die KP verboten. Nach einem erfolglosen Mordanschlag auf den mexikanischen Präsidenten Pasqual Ortiz Rubio am 5. Februar 1930 wird Modotti und ihr Lebensgefährte Vittorio Vidali werden ausgewiesen. Über Rotterdam und Berlin kommen sie nach Moskau, wo die Kommunistin bei der Internationalen Roten Hilfe als Übersetzerin arbeitet. In Moskau hört sie auf dem Fotografieren. Ihre Arbeit für die Rote Hilfe führt sie nach Wien, Warschau, Madrid und Paris. Mit dem beginnenden Spanischen Bürgerkrieg reist sie 1936 nach Spanien, um dort am internationalistischen Kampf gegen den Faschismus teilzunehmen.

Nach dem Sieg Francos kehrt sie mit Vittorio Vidali nach Mexiko zurück, wo sie in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1942 einem Herzanfall erliegt.

Barckhausen legt mit »Tina Modotti. Den Mond in drei Teile teilen« eine gut lesbares Biografie vor. Und es gelingt ihr dazustellen, warum Kampf und Kunst eben kein Widerspruch im Leben Modottis waren, wie es viele Biografen gern unterstellen, wenn sie von den „hellen und dunklen Jahren“ (Fotografie und Politik) im Leben der Antifaschistin sprechen. Und wer mehr über die fotografische Arbeit Modottis erfahren möchte, dem sei die Modotti-Ausstellung in der jW-Ladengalerie empfohlen. Noch bis zum 16. März 2012 sind dort 40 Fotografien ausgestellt. Es ist die sechste Modotti-Ausstellung in Berlin überhaupt.

Christiane Barckhausen: »Tina Modotti. Den Mond in drei Teile teilen«. Eine biographische Skizze. Wiljo-Heinen-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-939828-88-4, 152 Seiten, 12,00 €

Links:
- Tina Modotti: Fotografin, Revolutionärin und Internationalistin, mit Artikeln von Modotti
- Sammlung des San Francisco Museum of Modern Art
- Sammlung des Museum of Modern Art

EOS 5D MKII: Jubel, Trubel und einige lange Gesichter

Nun ist es raus, Canon hat kurz vor dem Mittagessen die Eckdaten der neuen 21 Megapixel DSLR EOS 5D MK II herausgelassen. Keine 10 Minuten später ist die entsprechende Abteilung im dforum kaum noch lesbar 8-)

Siehe auch:
Bericht bei dpreview mit Beispielfotos und Videos, die mit der HD Videofähigen Kamera gemacht wurden.

Force Attack 2007 - Eine Orgie der Gewalt

(Rostock / Behnkenhagen) Punkerterror an der Ostsee. Mehr als 15.000 Terrorpunker fielen nun schon zum wiederholten Male in einem kleinen Dorf in Mecklenburg - Vorpommern ein. Die Schreckensbilanz: Tausende Betrunkende, Hunderte Verletzte. Doch die Politik tut nichts gegen diesen Wahnsinn!

Weiterlesen bei IndyMedia (mit vielen Fotos)

http://www.forceattack.de/

Berlin vor 25 Jahren...

Das Foto erscheint mit freundlicher Genehmigung von Manfred Kraft
In diesen Tagen ist beim Umbruch Bildarchiv eine Fotoreihe von Manfred Kraft erschienen. Er begann nach dem 22. 09. 1981 zu fotografieren. An diesem Tag wurde der Hausbesetzer Klaus-Jürgen Rattay nach der Räumung von 8 Häusern ("alle in einem Aufwasch" Zitat Heinrich Lummer) von einem BVG Bus überrollt und getötet.

Manfred Kraft zu seiner Serie: Da gab es die Hausbesetzerbewegung, viele Punks in SO 36 (Kreuzberg), da kam der US-Präsident Ronald Reagan nach Berlin, was starkes Unbehagen bei vielen Menschen auslöste (ähnlich wie beim Schahbesuch 15 jahre vorher), da kam Innensenator Lummer (CDU) zu einer Veranstaltung im Rathaus des Bezirks Schöneberg und wurde ziemlich laut und heftig begrüsst, da gab es noch Ton Steine Scherben-Konzerte mit Rio Reiser und viele Strassenfeste und ich war als fotografierender Zeitgenosse des öfteren mittendrin.

Die sehenswerte Serie ist mit Kommentaren und Erläuterungen versehen. Ich hoffe, Manfred Kraft veröffentlicht noch mehr Bilder aus seinem umfangreichen Archiv.

Update Copyrighthinweise

Ich habe heute die Copyrighthinweise bei der Mehrzahl meiner Fotos auf dieser Seite geändert. Die Zahl derer, die unsere Bildreportagen als Selbstbedienungsladen verstanden und nicht einmal einen korrekten Verweis plazierten, wurde mir einfach zu groß.

Bei Interesse an einem oder mehreren Fotos ohne Copyrighthinweis bitte ich um eine Anfrage. Eine Reihe Fotoserien ist auch bei arbeiterfotografie.de erschienen, zuletzt zum Ostermarsch.