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"Die Deutschen sind ein Volk, das im hohem Maße von der staatlichen Idee durchdrungen ist, dieser Geist war schließlich stärker als alle anderen Leidenschaften und hat in ihnen buchstäblich den Freiheitsdrang erstickt." Michail Bakunin

Über 600 Teilnehmer bei Panasonic Aktionstag - Spontane Demonstration blockiert Bundesstraßenausfahrt - Panasonic Verhandlungsführer bewegen sich keinen Millimeter

Am heutigen 107. Tag der Mahnwache, der von den Panasonic Kollegen gleichzeitig als Aktionstag anläßlich der heutigen Verhandlungen in der Einigungsstelle begangen wurde, nahmen über 600 Menschen teil. Kollegen von Panasonic mit ihren Familien, Vertreter der verschiedensten Betriebe aus der Region wie Daimler Chrysler, Bosch Feuerbach, BBT Junkers Wernau, Festo und andere sprachen den Kollegen ihre Solidarität aus und berichteten von ihren eigenen Erfahrungen in ihren Betrieben.

Es kam zu einer spontanen Demonstration auf die Dieter Roser Brücke, der Zu- bzw. Abfahrt zur Bundesstraße B10, die 2004 bekannt wurde durch die Besetzung durch die Daimler - Chrysler Kollegen.

Das letzte Hindernis?
Bilder vom Aktionstag der Kollegen bei Panasonic in Esslingen


Zu einem Marsch auf die Bundesstraße B10 konnte sich der Demonstrationszug trotz einer großen Mehrheit, die dafür stimmte, noch nicht entschließen. In der Diskussion im Anschluss an die Demonstration wurde von den Kollegen unterstrichen, daß sie sich eine solche weitere Verschärfung ihres Kampfes jedoch vorbehalten.

Dabei ist das Sprachproblem nicht zu unterschätzen. Es gab eine ganze Reihe Abstimmungsprobleme, die damit zusammenhingen, daß auch am "offenen Mikrofon" vieles nur auf türkisch gesprochen wurde. Die Belegschaft und die Teilnehmer des Aktionstages jedoch besteht aus Kollegen aus unterschiedlichster Herkunft und es gab auch eine ganze Reihe deutscher Kolleginnen und Kollegen.

Ein Trauerspiel ist das Verhalten aus Politik und Gewerkschafts"offiziellen": Aus dem eingeladenen Gemeinderat war lediglich Dilek Hüsniye Toy von FÜR Esslingen anwesend, vom Oberbürgermeister oder anderen Gemeinderäten war nichts zu sehen. Dilek Hüsniye Toy warf die interessante Frage auf, warum die Stadt Esslingen bereits Teile des Werksgeländes aufgekauft hätten.

Von Seiten der IG Metall oder des DGB konnte sich trotz Einladung kein Vertreter zur Teilnahme, einem Grußwort oder ähnlichem entschließen.

Als organisierende Kräfte waren der Solidaritätskreis für die Panasonic Kollegen und die Esslinger Montagsdemo, die MLPD und die WASG Kreisverband Esslingen anwesend und unterstützten die Panasonic Kollegen nach Kräften, ebenso wie Solidarität International, der Frauenverband Courage und der Freundschafts- und Solidaritätsverein Stuttgart: Stuttgart Dostluk ve Dayanışma Dernegi. Die türkische Arbeiterpartei (IP) hielt ebenfalls einen Redebeitrag.

Daneben waren Dr. Susanne Edel, Pfarrerin der evangelischen Kirche und Adalbert Kuhn vom katholischen Bildungswerks anwesend und Kollegen von Betriebsräten, Vertrauensleute, der Stuttgarter Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken anwesend.

Neben kultureller Umrahmung durch tamilische und türkische Volkstänze, aufgeführt von Tanzgruppen von Kindern der Panasonic gab es Verpflegung mit Spezialitäten, Getränken, Musik.

Bis 14 Uhr waren noch keine konkreten Ergebnisse bekannt, außer daß die die Panasonic Verhandlungsführer keinen Millimeter bewegt hätten.

Morgen findet ab 10:00 bei der Mahnwache, eine Betriebsversammlung statt, wo mehr über die Ergebnisse der Sitzung der Einigungsstelle zu erfahren sein wird. Nächster Einigungsstellentermin ist der 22.6.

Presseerklärung von FÜR Esslingen (Kommunalpolitisches Bündnis fortschrittlich – Überparteilich – Rege)

Gleis 1 kann teuer werden!

Für eine hohe Summe will der Gemeinderat, laut Beschluss vom 16. 1. 06, von der Bahn Gelände kaufen, das noch nicht einmal saniert ist. Da es sich um ein Gleis des Güterverkehrs handelt, warnen die Gutachter ausdrücklich vor den hohen Sanierungskosten des mit Sicherheit mit Schadstoffen belasteten Geländes – zusätzlich zu den jetzt schon veranschlagten Kosten. Selbst wenn die Stadt die freiwerdende Baufläche für einen Höchstpreis von 300 Euro/m² verkauft, kommt ein Verlust für die Stadt heraus. Aber noch ist kein einziger Käufer in Aussicht.

Der Aufkauf eines nicht sanierten, kontaminierten Geländes ist generell abzulehnen. Die Verursacher müssen dafür aufkommen. Aber ein solcher Handel bei „beunruhigenden“ Finanzaussichten, wie selbst die EZ schreibt – das widerspricht einer soliden Finanzpolitik.

Aber nur Hüsnye Toy / Kommunalpolitisches Wählerbündnis FÜR (Fortschrittlich – Überparteilich –Rege) sprach und stimmte dagegen.

Für die Verschönerung der Stadt einzutreten, ist FÜR ein wichtiges Anliegen. Doch so aufwändige Projekte wie Gleis 1 und der Bahnhofsvorplatz, die sich über die Jahre verteilt auf 40 Mio. Euro belaufen, stehen in keinem Verhältnis zu Verschönerungen, die dringend benötigt werden: Sanierung der Schulen, Erhalt der Musikschule, Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze der Stadt, auch für die Erhaltung der Grünanlagen, die Halle auf dem Berg, um nur einige zu nennen.


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