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WLAN Verbindungsprobleme unter Android 7.x bzw. LineAgeOS 14.x umgehen

Darauf muss man auch erst mal kommen: Seit einiger Zeit gibt es das Problem, daß im Unternehmensnetzwerk Android Handys, die mit LineageOS 14.x bzw. unter Android 7.1.2 "Nougat" laufen, Verbindungsprobleme auftreten. Betroffen sind Access Points, die das vor allem in Unternehmen verwendete WiFi Protokoll WPA2-Enterprise (PEAP/MSCHAPv2) bzw. 802.1x EAP anbieten. Die "Verbinden" Felder der Handys im Wifi Menü bleiben dabei grau, es ist kein Connect möglich. Reproduziert wurde das Problem von uns mit einem OnePlus 3T, auf dem die aktuellen LineAgeOS Nightlies installiert sind.

Eine Suche bei Google brachte dann in einem der Treffer die Lösung einen brauchbaren Workaround. Der User Hao Lu schreibt in einer Diskussion um den bei einem von Google entwickelten Handy - dem Pixel XL-  dazu:

"I found a workaround for my Pixel XL as I experienced the same issue. Go to the play store and search for WiFi manager (I just used the first one). Install and open. Enter the ID and password as usual, the connect button shouldn't be grayed out. It'll remember the settings so you can delete the app if you want. Hope this helps."

Kurz: Der Tipp funktioniert. Auf dem Testgerät den WiFi Manager von Kostya Vasilyev installiert - Gerät verbindet sich sofort:

 

Bleibt die Frage: Warum hat Google diesen Bug nicht schon längst gefixt? Natürlich muss man erst mal darauf kommen, mit einer Drittanbieter App einen Systemfehler zu umgehen. Auf der anderen Seite zeigt sich hier mal wieder die Android Problematik, daß es eben mindestens 1000 Wege zur Lösung eines Problems gibt. Leider sind nicht selten 995 davon nicht begehbar, z.B. im Unternehmenseinsatz oder unter besonderen Sicherheitsaspekten. Offensichtlich kann bei diesem Bug auch ein Systembestandteil locker umgangen werden.

Und das können im Zweifelsfall eben auch bösartige Programme.

Handys zuhause lassen

Alle, die noch davon ausgehen, dass es für eine ungestörte Unterhaltung völlig ausreichend ist das Handy auszuschalten, sollten dies schnell vergessen. Wie mittlerweile auch der Spiegel (Ausgabe 29/2007) berichtet, ist die Benutzung von Mobiltelefonen als Raummikrofon nicht nur technisch möglich, sondern wird von den deutschen Behörden auch tatsächlich eingesetzt: „In Wahrheit laufen in Deutschland derzeit mehrere Ermittlungsverfahren, in denen das Handy als Wanze eingesetzt wird.“ Dies ist auch im (scheinbar) ausgeschalteten Zustand möglich. Die Handy-Software lässt sich per Funk so umprogrammieren, dass bestimmte Funktionen, wie etwa die Freisprecheinrichtung, aktiviert werden, ohne dass der Besitzer davon etwas merkt. Diesbezüglich ist auch der ansonsten jedem sehr zu empfehlende Text des Internetportals Redside zum Umgang mit Mobiltelefonen zu korrigieren bzw. zu ergänzen. Wer bei sensiblen Unterredungen keine ungewünschten Mithörer möchte, der sollte das Handy am besten gleich zu Hause lassen, oder zumindest Akku und SIM-Karte entfernen. So schreibt auch das „Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ in einer Broschüre: „Das Abhören von Raumgesprächen (..) kann nur dann sicher ausgeschlossen werden, wenn das Einbringen von Mobiltelefonen in den zu schützenden Raum verhindert wird.“


Quelle