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Blogkino: Wenn der Wind weht - When the Wind blows (1986)

Aus aktuellem Anlass zeigen wir heute in unserer Reihe "Blogkino" den Zeichentrickfilm "Wenn der Wind weht". Die Handlung: "Die Geschichte spielt während eines unbenannten Zeitraumes im Kalten Krieg in England. Dort führen das Rentnerehepaar Hilda und Jim ein ruhiges und glückliches Leben am Rande eines Dorfes in der Nähe von London. Ihre Kinder sind längst aus dem Haus und beide sind mit sich selbst und ihren Schrulligkeiten beschäftigt. Jim liest gerne Zeitung und informiert sich über die internationalen Entwicklungen, Hilda kümmert sich um ihr gemeinsames kleines Haus und lässt sich nicht von der mitteilsamen Art ihres Mannes stören.

So lässt es sie auch zunächst kalt, dass sich die Welt auf einen Atomkrieg zubewegt, während Jim streng den Empfehlungen einer „Protect and Survive“-Broschüre Folge leistet. Jim befolgt die Anweisungen der Broschüre, in der erklärt wird, was man im Falle eines Atomschlages an Vorbereitungen zu treffen hat und wie man sich nach Abwurf der Bombe verhalten soll, z. B. auch, wie man sich gegen den radioaktiven Niederschlag schützen kann. Während Hilda in romantischen Erinnerungen an den letzten Krieg schwelgt, baut Jim aus den Türen des Hauses einen "Schutzraum" und glaubt, durch die gewissenhafte Befolgung aller Ratschläge alles Nötige für ihr Überleben getan zu haben. Beide gehen sehr unbekümmert miteinander um und sehen auch dem Krieg und seinen Folgen gelassen entgegen, insbesondere weil sich beide aufgrund ihrer Erfahrung mit dem letzten Krieg sicher sind, auch den kommenden schon überstehen zu werden.

Als der Atomschlag erfolgt, verstecken sich beide in Jims Schutzraum und verbringen die Nacht darin. Am nächsten Tag sind sie noch wohlauf und sehen sich im stark zerstörten Haus um. Während Hilda ans Aufräumen denkt, will Jim auf die in seinem Glauben unweigerlich bald eintreffenden Rettungskräfte warten und auch selbst helfen. Es vergehen ein paar Tage, während der sie versuchen, das Haus zu säubern, ihren verwüsteten und verbrannten Garten besichtigen und ihre Lebensmittelvorräte knapp werden. Das Ehepaar hat schließlich keine Chance, den Folgen der Atombombenexplosion zu entgehen. Wenngleich sie die Explosion überleben, stellen sich rasch deutliche Anzeichen der Strahlenkrankheit auf Grund der Strahlung und des Fallouts ein. Beide verkriechen sich wieder in den Schutzraum, immer noch darauf hoffend, gerettet zu werden (...)" (WikiPedia)
















Von Japan lernen? Wir haben hier doch keine Tsunamis! Nein, aber die gleichen Geschäftemacher und Lügner!

Mappus soll nachdenklich geworden sein! Er plant Unerhörtes! Eine Sonderkommission  soll alles noch einmal untersuchen, was doch schon lange so tiefschürfend, so gründlich untersucht worden ist. Vor der Verlängerung der Laufzeit auch der bröckeligsten KKWs. Sollte am Ende doch etwas übersehen worden sein? Unglaublich! Oder will der Landeschef nur den Heiserhals vergessen lassen, den er sich beim Werben für die Verlängerung zugezogen hat?

Merkel ist ganz der gleichen Meinung. Alles untersuchen, nichts verändern. Brückenbau bleibt Pflicht. Auch wenn die Gegenufer des zu überbrückenden Flusses sich immer bescheidener im gepusteten Nebel verbergen.

Insgesamt verständnisinniges Zwinkern: Was geht uns Japan an! Wann war bei uns der letzte Tsunami?

Damit wird auch Mappus wieder herausrücken, wenn die nächsten Demos vorbei sind. Und wo er recht hat, hat er recht. Vor den Tsunamis hat auch niemand wirklich Angst.

Wohl aber vor dem, was in Japan so höllisch ähnlich wie in Deutschland ist. Solange die Monopole der Energiegewinnung in privatem Besitz sind, wird ungefähr immer gleichviel gelogen werden müssen - wie jetzt eben in dem unglücklichen Land, das die Heraufkunft des Atomzeitalters in Hiroshima erlebte - und sein Ende wohl noch lange nicht im Anblick verödeter Landstriche. Wie wir wie immer nur nachträglich erfahren, konnte die japanische Atom-Firma nur durch dauerhaften Betrug bis jetzt die Lüge verbreiten, Atomenergie sei "alternativlos". Sollte das bei der inzwischen in Mappus Hand ruhenden EnBW irgendwo und irgendwie anders sein?

Der Primärlüge des Betriebs beugen sich die Beschwichtiger und Einluller des Staates. Zwangsläufig. Haben sie einmal die Hand zum verbrecherischen Anfang gereicht, wie könnten sie im Augenblick der Gefahr auf einmal "Feuer" schreien? Haben sie sich auf das Spiel eingelassen, muss im Augenblick der Katastrophe  Zwangsruhe gepredigt und verbreitet werden.

Schließlich - was auch gar nichts mit unserer Tsunamifreiheit zu tun hat - hat die entsprechende Firma alle Bauwerke nur für ein Erdbeben von der Stärke 8,2 abgesichert. Eines von 9,0 kam für die Architekten und Sicherheitsingenieure nicht in Frage. Natürlich nicht, weil die Messungen nicht weiter reichten. Wir hören doch jeden Tag, dass alle KKWs - auch die in Baden-Württemberg -  auf den "worst case" ausgerichtet sind. Sondern weil das,was wir als naturwissenschaftliche Sicherheit verkauft bekommen, auf der ganzen Welt nichts anderes sein kann als das ökonomisch Einforderbare, im Vergleich mit den Aufwendungen der Mitganoven in der ganzen Welt. Vom einzelnen Menschen in seiner Haut her gesehen, heißt es freilich: Ausgeliefert sein. (Winziges Beispiel: Die allenthalben empfohlenen Jod-Tabletten schützen allenfalls vor Schilddrüsen-Erkrankungen. Der Rest unseres Leibes wird bei dieser Schnell-Therapie so preisgegeben wie in den Zeiten der Frühe, als eine Aktenmappe, über den Kopf gehalten, einen jeden Atom-Angriff heil überstehen lassen sollte.)


Merkel und Mappus zwinkern einander zu und hoffen auf die Zeit nach den Demos. Vom Geldstandpunkt aus ist eine Katastrophe nicht viel anders als ein Aufschwung zu betrachten. Was werden die Japaner für Nachholbedürfnisse entwickeln! Die die BRD dann prompt befriedigen. Tsunami haben wir zwischen Lörrach und Mannheim doch wirklich nicht zu befürchten!!

Den nicht, aber etwas Schlimmeres, was uns demnächst genau so wie in Japan um Haus und Hof, um Leib und Leben bringen wird: der Selbstlauf des Kapitals und seiner Mägde und Knechte. In ihm sind alle Gewissenlosigkeit, Betrug und Va-Banque-Spielerei beschlossen, die Deutschland verheeren wie Japan.

Darum fühlen wir uns zu jeder Schlussfolgerung berechtigt, die das japanische Beispiel uns aufdrängt. Die nächstliegende lautet: MAPPUS WEG! Aber ohne Freibrief für die Gierhälse von SPD und GRÜNEN, die ihm folgen wollen. Und ohne das geringste Vertrauen in jene Aktiengesellschaft, die nach wie vor die Geschäfte in Baden-Württemberg führen will. Das alles liegt auf der Hand. Und ist mindestens  so logisch begründet wie die Schwindelentwürfe der Brückenbauerin und ihrer Schleppenträger und Unterarchitekten.

Mappus Raustreten! Zwölf Eier zum Abschuss

Aktion heute in Stuttgart
Foto: Jasmin Bartholomäus
Visionär Vorwegerlauschtes bei seiner Ansprache vor Demonstranten
Unserer Redaktion ist es gelungen, die Zeit zu überholen und die Ansprache unseres Ministerpräsidenten vorab in Teilen zu erlauschen. Unerschrocken wäre demnach Mappus auf den Balkon getreten und hätte zur Heerschar der Demonstranten sprechen wollen, die ihm allesamt nicht wohlgesonnen waren. Nach anderen Informationen hat er sich am Ende doch nicht getraut und einen Sprecher des Umweltministeriums Gönner vors feindliche Volk gejagt.

"...Rumpel... Rabäh... Stehen auch wir tieferschüttert vor dem Leid, das Japan, das Land unserer treuesten Bundesgenossen - nach den USA - betroffen hat. Glauben Sie mir, niemand lassen die Bilder kalt, die aus dem TV-Gerät heraus nach uns greifen. Ich möchte eine ausgiebige Schweigeminute vorschlagen...

Nun aber zu uns selber hier am Oberrhein. Zunächst die freudige Botschaft: Das Umweltbundesamt bestätigt, dass so etwas wie in Japan bei uns nie vorkommen kann. Mag jene Nation auch so hochtechnisiert sein wie keine, an Vorsicht hat es zumindest die jetzt betroffene Firma doch fehlen lassen. Erfahre ich doch erschüttert, dass diese jahrelang sämtliche Statistiken gefälscht und Unfälle verschwiegen hat. DAS WÄRE IN BADEN-WÜRTTEMBERG UNTER MEINER REGIERUNG UNDENKBAR. Was ein Herr Mayer vom BUND da vorbringt über Erdbeben, die auch die Oberrheingegend betreffen könnten darf uns nicht beunruhigen. Erdbeben größeren Ausmaßes gab es vielleicht in der Zeit, als Hohentwiel und Hohenkrähen noch Lava auswarfen. Irgendwie jüngere Kreidezeit, in welcher Herr Mayer wahrscheinlich zu Hause ist."


(HO! HO! Gelächter aus dem Lautsprecher).

"Für unsere braven Mitbürger steht eines fest: Wir machen weiter. Wir müssen weitermachen. Gerade jetzt, nachdem das Land Mehrheitsbesitzer der EnBW-Aktien - wieder - geworden ist, können wir es uns einfach nicht leisten, auf diese Energiequellen zu verzichten, die - wie ich nicht müde werde zu beteuern - ja kein einziges Gramm Kohlenwasserstoff absondern.

Und sollte trotz aller Beteuerungen - unterstützt von Aussagen und Gebeten meiner wahrheitsliebenden Vorgänger - ich darf nur an Filbinger selig erinnern - doch einmal etwas Menschliches passieren, dann sicher lang nach unserem Ableben. Vergessen wir nie: Alles Menschenwerk steht in Gottes Hand. Er hat gegeben, er kann auch nehmen! Möge dann immer noch sein Auge über der verschlackten Gegend ruhen zwischen Karlsruhe und Basel. Auch Wüsten strahlen. Auch Urwälder, liebe Umweltfreunde, können blühen. So denn - in Zuversicht für Zeit und Ewigkeit. Auf zu gesinnungsfesten Landtagswahlen!"


Heiß ersehnte Stimme von oben:

"Landgraf, es reicht!"

(Mappus, das erste Mal bei einem Auftritt, verstummt. Allerdings auch, weil ihm ein Ei in der Kehle steckt. Die Bombardierung mit weiteren setzt ein. Alles auf Gottes Geheiß.)

Vorwegerlauscht in Traum und Tränen von Fritz Güde.

Fukushima: Erinnerung an die inzwischen fast prophetischen Bücher Gudrun Pausewangs

"Die letzten Kinder von Schevenborn" und "Die grüne Wolke".

Vorbemerkung: Aus traurigstem Anlass übernehmen wir aus dem Archiv von stattweb einen Artikel vom März 2008 - zum achtzigsten Geburtstag der Autorin:

Sie lebt nach wie vor in der kleinen Stadt Schlitz, in Oberhessen, nahe der ehemaligen Zonengrenze. Mit ihren zwei Büchern “Die letzten Kinder von Schevenborn” und “Die Wolke” rief sie in den achtziger Jahren die sonst unfassbare Gefährdung durch Atombomben und zugleich durch KKWs den dort Wohnenden unerbittlich in die persönlichste Vorstellung.

Vom naheliegenden “Hattenbacher Dreieck” an der Zonengrenze hieß es damals, dass es sowohl atomvermint vom Westen her als bedroht vom Osten her wäre. Es muss daran erinnert werden, dass die Schmidt-Regierung trotz erbitterter Proteste sich damals der Reagan-Politik unterwarf und den Nachrüstungsbeschluss brutalstmöglich durchboxte.

Es war Zeitungen zu entnehmen, dass in den USA die ganze Gegend in größtem Maßstab im Modell nachgebildet existierte, um die Kriegsplanung zu perfekt wie möglich auszugestalten.
Ich damals in einem Internat zwölf Kilometer entfernt tätig, hatte mit den Schülerinnen und Schülern mehrfach Gelegenheit, Frau Pausewang sowohl in der Schule selbst zu hören wie auch in einer “Kulturscheune” im nahegelegenen Dorf Wehrda.

In die “Letzten Kinder von Schevenborn” wird eine Katastrophe vorausgesetzt - durch welche Partei auch ausgelöst - die topographisch genau auf die alte Burgenstadt Schlitz übertragen werden konnte. Auch wenn der Name verändert worden war, konnte jeder sich Straße und Platz der zerstörten Stadt vorstellen.

Grauenhaft der Weg der Familie der Hauptpersonen durch ein vollkommen menschenleeres Land. Sie wollen zurück nach Frankfurt: doch als sie sich auf der Autobahn der Stelle nähern, wo die Abfahrt nach Frankfurt hätte sein sollen, ist nichts mehr zu sehen. Auf dem Boden liegend, lässt sich eine Schwelle ertasten. Dorthin hätte der Weg führen sollen. Die Familie schleppt sich zurück. Die Mutter bekommt ein Kind ohne Augen, das der Vater schweigend “entsorgt”.

Das Ende: es sind nur noch wenig Kinder übrig, alle versehrt und beschädigt. Sie wenden sich insgesamt gegen die Erwachsenen, die es noch gibt. Hätten sie nicht rechtzeitig eingreifen können und müssen?

Der Roman “Die Wolke” spielt nach einem Atomunglück in der Gegend Hanau/Aschaffenburg. Unvergesslich die Heuchelei und Lüge der offiziellen Beruhigungspolitik. Schluss: Eine Fernseh-Nachricht über Frankreich: Dort sei ein ganz neues KKW errichtet worden, ganz anders als die bisherigen. Völlig ungefährlich.....

Gudrun Pausewang hat lange Jahre in Südamerika verlebt. Auch von dort hat sie einen eindrucksvollen kleinen Roman mitgebracht: “Kindergeburtstag”. In diesem Buch wird der dortige Festungskapitalismus minutiös geschildert: Streng bewachte, von Gräben und Hundestreifen umgebene Villen und Villenviertel dienen den Reichen als Rückzugsgebiet. Ein Kind gibt arglos den Verzweifelten und Armen Einlass:Die Gierigen überschwemmen die Satten. Alles so eindrucksvoll, dass von den Internatsinsassen, die selbst zum Teil aus fernen Ländern stammten oder deren Eltern auf Montage dort arbeiteten, sich an die Situation erinnerten, in der sie selbst in abgeschirmten Gebieten fern von den gewöhnlichen Leuten die Ferien verbracht hatten.

Gudrun Pausewangs Bücher- Beispiele eindringlichster Wirklichkeit. Ein BeispieL. Als die großen Friedensdemonstrationen in Bonn anstanden, meldeten sich ganze Klassen zur Hinfahrt. Mit ausdrücklicher Erlaubnis der Eltern. Vielleicht eins der wenigen Beispiele,wo praktisch eine ganze -private- Schule mit Lehrern, Schulproviant, über die Schule bestellten Bus sich geschlossen zur Friedensdemo aufmachte. Ohne die vorherige Vertiefung in Pausewangs Bücher kaum vorstellbar! Der großen Schriftstellerin gilt an diesem Tag unsere Erinnerung und unser Dank. Quelle: taz, 1.3.08

Bibliographische Angaben:
"Die Wolke" von Gudrun Pausewang von Ravensburger Buchverlag (Taschenbuch - 1. April 2010)
224 Seiten
ISBN-10: 3473580147
ISBN-13: 978-3473580149

Die Verfilmung des Buches: "Die Wolke". Darsteller: Paula Kalenberg, Franz Dinda, Hans-Laurin Beyerling, Regie: Gregor Schnitzler

"Die letzten Kinder von Schewenborn: oder ... sieht so unsere Zukunft aus?" von Gudrun Pausewang von Ravensburger Buchverlag (Taschenbuch - Juli 2003)
189 Seiten
ISBN-10: 9783473580071
ISBN-13: 978-3473580071
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