Skip to content

Polizeirepression und Faschisten in Esslingen

Auf der Seite der "Alternativen Jugend Esslingen" ist ein Bericht über faschistische Umtriebe und ein Aufruf zu einer Demonstration gegen "Polizei und Naziumtriebe" zu finden. Darin heißt es:

Am Abend des 29.4. versammelten sich ca. 15 Neonazis im Stadtpark Esslingen – einem traditionellen Treffpunkt für alternative Jugendliche und Punks. Dort anwesende Jugendliche fühlten sich bedroht und riefen ihre Freunde zur Hilfe. Schnell waren 20 Leute da um den Faschisten klarzumachen, dass sie in Esslingen keinen Platz haben und ihr „Präsenz zeigen“ nicht den gewünschten Effekt hat. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich die Faschisten in 3 Gruppen zu je 5 verteilt in der Stadt auf. Gefunden wurden von den Antifaschisten nur die 5 im Park gebliebenen. Zügig war die von den Faschisten mehrfach gerufene Polizei vor Ort. Obwohl ein Faschist – offensichtlich der Anführer und total betrunken - schon ein Messer gezückt hatte, war es für die Polizei ersteinmal wichtiger die Personalien aller vermeintlichen Antifaschisten aufzunehmen und Stadtverweise auszusprechen, die dann für die Nazis nicht galten – sie konnten am Bahnhof weitersaufen. Auffallend war die Sprachwahl der Bullen. „Wenn ich rede halt die Fresse“ auf die Frage wer der Einsatzleiter sei, gezücktes Pfefferspray mit den Worten „Wer mir zu nahe kommt kriegt Pfeffer“ (obwohl er auf die Menschen zuging) und die ganze Zeit über etwas von „Wir dürfen hier alles wer sich beschwert kommt in die Zelle“ zeugen nicht gerade von einem gesunden Demokratie- und Rechtsstaatsverständnis. Gegen diese Repression wollten die Jugendlichen gleich vor Ort eine Spontandemonstration anmelden – die ohne Begründung und ohne Nennung eines Namens untersagt wurde – für jeden der sich weiterhin in der Stadt aufhalten würde, wurde Haft und 50 Euro Strafe angedroht.
Ein Dankeschön an alle die so spontan nach Esslingen kommen konnten um zu helfen.
Als Reaktion auf diesen Abend, das anmaßende Verhalten der Polizei, das Beschützen von bewaffneten aggressiven Neonazis rufen wir für den Abend des 17.5. zu einer Demonstration gegen Polizei und Naziumtriebe auf.

Alternative Jugend Esslingen
Villa Nürtingen

Die genaue Uhrzeit, Auflagen usw. werden noch bekanntgegeben (jetzt erstmal erster Mai). Menschen mit konstruktiven Beiträgen zur Demo (Reden, Show- und Musikeinlagen usw.) bitte melden unter villa@mymail.ch

Roter Punkt in Esslingen 1971

Cover der Folien-Single "Mensch Meier"
TSS 1971 Quelle: RioLyrics
Ich hatte mich ja schon über Fahrplanstreichungen, den Komfort im lokalen öffentlichen Nahverkehr, das Thema Stuttgart 21 oder Flughafenerweiterung usw. ausgelassen. Heute vormittag erreichte mich eine nette Mail von meinen Bloggerkollegen bei Entdinglichung. Es ging darin um einen dort veröffentlichten Hinweis auf die "Rote Punkt Aktionen", die in Esslingen im Sommer 1971 stattfanden. Es gab damals nicht nur hier breite, teils militante Proteste gegen Fahrpreiserhöhungen. Straßenbahnen wurden blockiert, und mittels in die Windschutzscheiben von Autos geklebten roten Punkten wurde signalisiert, daß der Fahrer gerne auch Leute mitnimmt. Mit diesem alternativen "öffentlichen Nahverkehr" wurden breitere Teile der Bevölkerung für eine praktische Unterstützung im Kampf um die Rücknahme der Fahrpreiserhöhungen gewonnen. Trotz Einsatzes mehrerer hundert Polizisten gegen die Proteste gelang es nicht, die Proteste in den drei Wochen zu knacken, im Gegenteil führte das zur weiteren Politisierung vieler Jugendlicher.
Erkämpft wurden in Esslingen unter anderem die Übernahme der Preiserhöhung der Schülerkarten durch die Stadt.

Die bei Entdinglichung als Originalscan dokumentierte Broschüre der "Gruppe Internationaler Marxisten (GIM)" spiegelt zugleich einen Teil der Auseinandersetzungen in der damaligen politischen Szene wieder. Die Broschüre enthält zahlreiche Fotos und Flugblätter. Passende Musik gibt's hier. ;-)

Freiräume schaffen

Im April gibt es europaweit an "zwei Tagen Demonstrationen, Direkte Aktionen, Info-Arbeit, Straßenfeste, Hausbesetzungen uvm., um Freiräume und antikapitalistische Kultur zu verteidigen. Diese zwei Tage sollen dazu genutzt werden, die europäische/globale politische Bewegung um autonome Räume und besetzte Häuser ins Blickfeld zu rücken. Wir wollen Verknüpfungen und Solidarität zwischen verschiedenen Freiräumen schaffen.Wir wollen unsere Räume mit neuen Menschen und neuen Bewegungen enger verbinden und den Aufbau autonomer Räume an Orten, an denen es solche Aktionsformen noch nicht gibt, unterstützen. Schritt für Schritt wollen wir uns somit befähigen, die Repressionswelle, mit der wir konfrontiert sind, zu überwinden." Quelle via racethebreeze

Die Stuttgarter Stadtratsmehrheit und die Stadtverwaltung haben in den letzten Jahren alles getan, um selbstverwaltete und selbstorganisierte Projekte, die nicht in ihr Weltbild passen, zu verhindern oder zu zerstören. Zwei Beispiele:

• Das Erwerbslosenzentrum SALZ in Stuttgart mußte Anfang 2006 schließen, da die Stadt Stuttgart die Zuschüsse gestrichen hat. Als Begründung wurde unter anderem angegeben, das SALZ arbeite nicht genug kooperativ mit dem Arbeitsamt zusammen. In Wahrheit hat es dem konservativen Gemeinderat wohl nicht gepaßt, dass das SALZ eine kritische Haltung gegenüber Hartz IV hatte!" Quelle: LabourNet

• Das selbstverwaltete Jugendzentrum OBW9 wurde am 27.7.2005 trotz einer Vielzahl an Protesten aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen geräumt.

In Stuttgart gibt es einen hier dokumentierten - Aufruf zu einer Kundgebung am 12. April um 13 Uhr am Erwin-Schöttle Platz. Darin heißt es unter anderem:
(...) Stuttgart feiert - zumindest der Teil, der sich die Preise in den Diskotheken und
Eventlokalitäten leisten kann und nicht wegen seinem Aussehen an der Türe ausgesiebt
wird.

Stuttgart flaniert - zumindest der Teil, der sich die Preise in den ShoppingMiles, Einkaufszentren und Gastronomiebetrieben leisten kann und sich das Recht erkauft auf einem einstmals öffentlichen Platz verweilen zu dürfen.

Stuttgarts Jugend hat Häuser in denen sie ihre Freizeit verbringt - zumindest der Teil der die Anordnungen der Sozialarbeiter befolgt und auch nur Montag bis Freitag 14.00 – 22.00 Uhr.

Stuttgart ist sicher vor Menschen die nicht ins Bild einer sauberen Innenstadt passen, sei es wegen ihrer Nationalität, weil sie keine Wohnung haben, Punker sind, Skateboard fahren, kein Geld haben ... Für sie gibt es Personenkontrollen, Platzverweise, Unterbringungsgewahrsam, Hahnemann... (...)

Weitere Veranstaltungen finden beispielsweise statt in:
• Freitag, 11. April: Ab 16 Uhr Kultur, Konzert uvw. in der KTS
• Fr 11. April: Demonstration in Heidelberg , ab 17 Uhr Marktplatz HD-Neuenheim
• Sa 12. April: Aktionstag in Karlsruhe "Alles ist erlaubt...", ab 12 Uhr
• Sa 12. April: Straßenfest in Mannheim , ab 15 Uhr MA-Jungbusch, Hafenpromenade

Vor einem Jahr: Ungdomshuset geräumt - Was bleibt?

Das Jugendhaus in Kopenhagen Bildquelle: IndyMedia
Vor einem Jahr, am 01. März um 7 Uhr begannen Einsatzkräfte der Polizei das Ungdomshuset in Kopenhagen zu räumen. Es gab viele Verletzte, einige unter ihnen auch schwer. Die Polizei sprach von 160 Festnahmen. Europaweit gab es Solidaritätskundgebungen. Das alternative Jugendzentrum war seit 1982 besetzt. Die Verhandlungen mit dem Besitzer, einer konservativ-christlichen Sekte, über eine Fortführung der Nutzung waren vor kurzem endgültig gescheitert. Von 1897 bis 1963 gehörte es der Gewerkschaft, 1918 ging von ihm der legendäre Sturm auf die Börse aus. Der Audiobeitrag auf IndyMedia befasst sich mit der - nicht nur hierzulande - kaum bekannten Geschichte des am 1. März geräumten "Ungdomshuset". Am 27. August 1910 führte die 2. Internationale hier die internationale Frauenkonferenz durch, die dort den internationalen Frauentag beschloss.

Siehe auch: Unsere Beiträge zum Thema und hier zum IndyMedia Feature

Webseite
des Jugendhauses

Geschichte des Ungdomshuset 1897 bis 2007

Das Jugendhaus in Kopenhagen
Bildquelle: IndyMedia
Brennende Barrikaden, Polizeieinsätze Besetzung der Parteizentrale der sozialdemokratischen Partei Dänemarks und vieles mehr. Diese Bilder geistern seit Tagen durch die Medien, wenn es um die Proteste gegen die Räumung des "Ungdomshuset" (Jugendhaus) geht. Doch das "Ungsomshuset" ist weit mehr, als vielen bekannt ist. Mit dem Abriß soll wohl auch ein Schlußstrich unter einen nicht unbedeutenden Ort der internationalen Arbeiterbewegung gezogen werden.

Am 27. August 1910 führte die 2. Internationale hier die internationale Frauenkonferenz durch, die dort den internationalen Frauentag beschloss.

Bekannte Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung wie Lenin, Clara Zetkin, Rosa Luxemburg traten dort auf.

Ein weiterer Beitrag von Radio - Z zur Räumung und den Hintergründen.

Zum IndyMedia Feature

Webseite
des Jugendhauses

Epplehaus in Tübingen

Gibt es eigentlich einen Preis für Gebaudeverschönerung durch Graffities? Wenn, dann hätte das Epplehaus in Tübingen einen der vordersten Plätze verdient.

Nachdem wir gestern bei der Demonstration gegen die Rente mit 67 in Tübingen teilnahmen, sind wir vor der Rückfahrt nochmal kurz um das Haus herumgegangen und haben ein paar Fotos der beeindruckenden Graffities gemacht.


Bilderserie: Das Epplehaus in Tübingen

Ungdomshuset in Kopenhagen geräumt

Das Jugendhaus in Kopenhagen Bildquelle: Wikipedia
Am 01. März um 7 Uhr begannen Einsatzkräfte der Polizei das Ungdomshuset in Kopenhagen zu räumen. Es gab viele Verletzte, einige unter ihnen auch schwer. Die Polizei spricht von 160 Festnahmen. Europaweit gab es Solidaritätskundgebungen. Das alternative Jugendzentrum war seit 1982 besetzt. Die Verhandlungen mit dem Besitzer, einer konservativ-christlichen Sekte, über eine Fortführung der Nutzung waren vor kurzem endgültig gescheitert. Von 1897 bis 1963 gehörte es der Gewerkschaft, 1918 ging von ihm der legendäre Sturm auf die Börse aus. Die Räumung war seit langem erwartet worden. Schon im letzten Jahr lieferten sich international unterstützte Besetzer und Polizei Straßenschlachten. Vor knapp zwei Wochen besetzten Franzosen aus Solidarität das dänische Konsulat in Lyon.

Für den Tag nach der Räumung wurden europaweit zahlreiche Demonstrationen unter dem Motto: Ungdomshuset blir! (Das Jugendhaus bleibt!) angekündigt.

Zum IndyMedia Feature

Webseite
des Jugendhauses
cronjob