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Lesebefehl: Der Maunz, ich und das Grundgesetz

Otto Köhler: Der Maunz, ich und das Grundgesetz. Wie der Autor des »herrschenden Kommentars« zur Verfassung bis heute die bundesdeutsche Rechtsprechung prägt, liest man in der "junge Welt":

... Die Bekenntnisse des Professors Maunz, auf die ich stieß, waren erschreckend: »Gesetz ist geformter Plan des Führers«, hatte er verkündet. Und: »Der Auftrag des Führers ist schlechthin das Kernstück des geltenden Rechtssystems und seinem innersten Wesen verbunden.« In einem Sammelband des in Nürnberg gehängten Kriegsverbrechers Reichsjustizminister Hans Frank entdeckte ich, wie nachdrücklich Maunz 1937 ein Urteil über den »inhaltlichen Wandel des Begriffes eines "unbescholtenen Lebenswandels" einer deutschen Frau, die einen Juden geheiratet hat«, als »begrüßenswertes Ergebnis« bejubelte. 1933 war Maunz sofort in die SA und in die NSDAP gelaufen und machte sich bald an die »Überwindung des bürgerlich-rechtsstaatlichen Denkens«. Er wollte aus den »Wirklichkeiten des völkischen Lebens: Rasse, Boden, Führer, Gefolgschaft, Treue, Ehre« den »Neubau« der Rechtswissenschaft vollziehen. ...

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