trueten.de

"Wir sind es, die wir die Städte und Paläste - hier in Spanien und in Amerika und überall - gebaut haben. Wir Arbeiter können andere Städte und Paläste an ihrer Stelle aufrichten und sogar bessere. Wir haben nicht die geringste Angst vor Trümmern. Wir werden die Erben dieser Erde sein... Hier, in unserem Herzen, tragen wir eine neue Welt. Jetzt, in diesem Augenblick, wächst diese Welt." Buenaventura Durruti

Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration im Rahmen der Liebknecht-Luxemburg-Ehrung am 14. Januar 2007 um 10.00 Uhr vom U-Bhf. Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten

"Das Geschäft gedeiht auf Trümmern. Städte werden zu Schutthaufen, Dörfer zu Friedhöfen, Länder zu Wüsteneien, Bevölkerungen zu Bettlerhaufen, Kirchen zu Pferdeställen; Völkerrecht, Staatsverträge, Bündnisse, heiligste Worte, höchste Autorität in Fetzen zerrissen; ... Elend und Verzweiflung überall." Dies schrieb Rosa Luxemburg vor 90 Jahren. Sie und Karl Liebknecht geißelten nicht nur die Schrecken des Krieges. Ebenso benannten sie dessen gesellschaftliche Ursachen, organisierten sie den Widerstand gegen das Morden und jene, die davon profitieren. Nicht zuletzt ihrer revolutionären Antikriegshaltung wegen wurden sie umgebracht.


Bilderserie:LLL Demo 2004

Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ehrend wenden wir uns gegen imperialistische Kriege und gegen US-amerikanische Weltherrschaftspläne. Unsere besondere Solidarität gehört den Völkern Iraks, Palästinas, des Libanons sowie den geschundenen Menschen Afghanistans. Und dem kubanischen, venezolanischen und bolivianischen Volk nicht minder. Unsere Solidarität gehört ebenso der israelischen Friedensbewegung. Wir demonstrieren gegen jegliche direkte und indirekte Kriegsbeteiligung Deutschlands, gegen alle aggressiven Bestrebungen der EU und der NATO. Wir demonstrieren gegen den untrennbar mit Krieg und horrenden Rüstungsausgaben verbundenen rapiden Sozialabbau. Wir stellen uns gegen die zunehmenden Beschränkungen von Freiheitsrechten unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung. Die außerparlamentarische Opposition, der Protest auf der Straße sind nötiger denn je. Und die auf der Straße brauchen die parlamentarische Unterstützung der Linken wie das tägliche Brot.

Wir wehren uns gegen faschistoide Tendenzen. Wir demonstrieren gegen Nazis, Rassismus Antisemitismus und Nationalismus. Wir werden zeigen, dass wir dem Antifaschismus, der internationalen Solidarität und dem Humanismus auf besondere Weise verpflichtet sind.

Wir - Linke unterschiedlicher Strömungen - werden am 14. Januar 2007 friedlich unsere Standpunkte und Forderungen bekunden. Wir rufen zu einem breiten Bündnis auf.

Berlin, 10.09.2006



Quelle, weitere Informationen (Busse usw.): LLL Demo

Informationen zu den Gedenkstätten

Ohne »wirkliche Verteidigung«

Das Jahr 2007 wird die Entscheidung darüber bringen, ob es gelingt, Mumia Abu-Jamal vor seinen Henkern zu schützen oder nicht: Das 3. Bundesbezirksgericht in Philadelphia wird darüber entscheiden, ob es einen neuen Prozeß oder die Festsetzung eines neuen Hinrichtungstermins durch Gouverneur Ed Rendell geben wird.

In der heutigen Ausgabe der Tageszeitung “junge welt” erschien ein ausführlicher Artikel von Dave Lindorff zum bevorstehenden neuen Verfahren von Mumia Abu-Jamal.
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IVK Berlin will 25.000 Euro für Verteidigung von Mumia Abu-Jamal sammeln

Das Jahr 2007 wird die Entscheidung darüber bringen, ob es gelingt, Mumia Abu-Jamal vor seinen Henkern zu schützen oder nicht: Das 3. Bundesbezirksgericht in Philadelphia wird darüber entscheiden, ob es einen neuen Prozeß oder die Festsetzung eines neuen Hinrichtungstermins durch Gouverneur Ed Rendell geben wird.

Mumia Abu-Jamal wurde am 24. April 1954 unter dem Namen Wesley Cook in Philadelphia geboren. Er wuchs in den „Projects“, städtischen Wohnbausiedlungen für Schwarze, Arme und sozial Benachteiligte auf und wurde bereits früh mit dem Rassismus der US-amerikanischen Gesellschaft konfrontiert. Anfang 1969 gehörte er zu den Mitgründern der Black Panther Party in Philadelphia. Nach seiner Schul- und Collegezeit arbeitete Mumia Abu-Jamal bis zu seiner Verhaftung und Mordanklage im Dezember 1981 als progressiver Radiojournalist und berichtete über Themen wie Wohnungsnot, Polizeibrutalität und den fortgesetzten Krieg der Stadt Philadelphia gegen die radikalökologische Organisation MOVE. Er ist seit Mai 1983 in den Todestrakten des Bundesstaates Pennsylvania inhaftiert und kämpft bis heute für die Aufhebung seines Urteils, einen neuen Prozess und seine Freilassung. Er hat seine journalistische Tätigkeit auch im Gefängnis fortgesetzt und ist Verfasser mehrerer Bücher und vieler Hunderter Kolumnen zu historischen und aktuellen Fragen. Er ist verheiratet mit Wadiya Jamal und hat zwei Söhne, eine Tochter und mehrere Enkel.

Am 30. Dezember 2006 wird dazu in der Tageszeitung »junge Welt« in der Rubrik »Thema« (S. 9-10) ein ausführlicher Artikel des Journalisten Dave Lindorff aus Philadelphia zu finden sein, der die komplizierten juristischen Vorgänge leicht verständlich erklärt und der vor allem die Chancen herausarbeitet, die Mumia Abu-Jamal vor dem Bundesbezirksgericht hat.

Die finanzielle Unterstützung der Arbeit des Verteiungsteams, das unentgeltlich arbeitet ist allerdings, bedingt durch die soziale Not vieler Menschen, schwieriger geworden.

Dazu hat das Internationale Verteidigungskomitee (IVK) Bremen unter dem Titel: “9. Dezember 2006: Mumia Abu-Jamal 25 Jahre in Gefängnis und Todestrakt - Verpflichtung 2007: Wir sammeln 25.000 Euro Spenden für seine Verteidigung!” folgende Erklärung mit der Bitte um Verbreitung veröffentlicht:

Wir veröffentlichen diese Verpflichtungserklärung am heutigen »Internationalen Tag der Menschenrechte«, weil es nicht nur um den Schutz eines Menschen vor ungerechter und barbarischer Strafe geht, sondern um die Intervention einer breiten Öffentlichkeit in einem exemplarischen Fall der Todesstrafenpraxis. Mit der geplanten Hinrichtung von Mumia Abu-Jamal wegen eines Polizistenmordes, den er nachweislich nicht begangen hat, geht es den zuständigen US-Justizbehörden und den Todestrafenbefürwortern in Politik und Medien darum, all diejenigen zu treffen und zu demoralisieren, die für die Abschaffung der Todesstrafe eintreten.
Wir dürfen weder das eine noch das andere zulassen!

Verpflichtung 2007: 25.000 Euro für die Verteidigung!
Am 13. Januar 2007 wird Mumia Abu-Jamals Hauptverteidiger, Robert R. Bryan aus San Francisco, in der Berliner TU auf der XII. Rosa-Luxemburg-Konferenz über den Stand des Verfahrens und die Notwendigkeit breiter Solidarität sprechen.
Wir wollen ihm bei dieser Gelegenheit eine Verpflichtungserklärung überreichen, daß wir im Jahr 2007 eine Spendensumme von 25.000 Euro für die Verteidigung sammeln wollen – für jedes Jahr, das Mumia Abu-Jamal unter dem Damoklesschwert der Todesstrafe zu unrecht in Haft verbringen mußte, 1.000 Euro. Zusammen mit dieser Verpflichtungserklärung wollen wir Rechtsanwalt Bryan in Berlin den ersten Scheck über die bis dahin gespendeten Gelder überreichen.

Mumia Abu-Jamal hat dem Kampf gegen die Todesstrafe ein Gesicht gegeben

Das »Internationale Komitee zur Abschaffung der Todesstrafe« hat am 2. Juli 2006 erklärt:
»Der Journalist und Autor Mumia Abu-Jamal aus Philadelphia, dem ein faires Verfahren verweigert wurde, ist einer der Gefangenen, die in den USA unschuldig in der Todeszelle sitzen. Wenn ihm endlich ein neues und faires Verfahren mit einer hochkarätigen Verteidigung garantiert würde, wie es eine internationale Kampagne seit mehr als zwei Jahrzehnten fordert, dann wäre das Ergebnis sicher ein völlig anderes.
In den 25 Jahren seiner Haft hat er nicht nur einen mutigen Kampf für ein neues Verfahren, sondern generell gegen die Todesstrafe geführt. Mit seinen Schriften und Hörfunkbeiträgen gegen die Todesstrafe, gegen Unrecht, Rassismus und Krieg ist Mumia Abu-Jamal zu einem anerkannten Autor und Sprecher all jener geworden, die sich diesen Überbleibseln der Barbarei widersetzen. Wie kein zweiter hat Mumia Abu-Jamal dem Kampf gegen die Todesstrafe ein Gesicht gegeben. Er ist zu einem wichtigen Symbol dieses Kampfes geworden und darf deshalb nicht jenen Kräften ausgeliefert bleiben, die seine Hinrichtung in einen Sieg über alle Gegner der Todesstrafe verwandeln wollen. Wir stehen deshalb fest an seiner Seite und fordern mit ihm ein neues und faires Verfahren und seine sofortige Freilassung aus dem Todestrakt.«
(Zitiert aus www.freedom-now.de/news/artikel322.html)

Verteidigungsarbeit von Geldmangel bedroht

Rechtsanwalt Bryan hat zusammen mit Angela Davis an die Öffentlichkeit appelliert, die Verteidigung gerade jetzt nicht im Stich zu lassen, wo eine folgenreiche Entscheidung des Bundesbezirksgerichts in Philadelphia ansteht. Die Arbeit des Verteidigungsteams wird ausschließlich mittels Spenden aus den USA und Europa finanziert. Diese Spenden fließen seit einiger Zeit wegen der sozialen Not vieler Menschen leider nur noch spärlich, wodurch die Verteidigungsarbeit erheblich erschwert und letztlich gefährdet wird. Die AnwältInnen arbeiten ohne Honorar, können aber die anfallenden Kosten für Reisen zu den Haftbesuchen, für Zeugenbefragungen, private Ermittler, Sachverständige und Gerichtsgebühren nicht auch noch tragen.
Robert R. Bryan: »Mehr denn je kommt es jetzt auf die Unterstützung und das Handeln der Solidaritätsbewegung an: Wenn wir verlieren, wird Mumia hingerichtet! Die Zeit läuft uns davon, 2007 wird es eine Entscheidung geben – neuer Prozeß oder Hinrichtung. Ich werde alles dafür tun, diesen Kampf auf Leben und Tod für meinen Mandanten zu gewinnen. Wir wollen einen neuen, fairen Prozeß durchsetzen, weil ich erreichen will, daß mein Mandant den Todestrakt als freier Mann verlassen kann. Dennoch muß ich immer wieder betonen, daß Mr. Abu-Jamal sich immer noch in großer Gefahr befindet. Er soll zum Schweigen gebracht werden.«
In der Vergangenheit war die Phantasie der SpenderInnen groß: Einnahmen aus Soli-Konzerten, Soli-Discos oder Lesungen mit Mumia Abu-Jamals Büchern, »Spenden statt Geschenke« bei Familienfeiern, Flohmarktverkäufe, Bücherbörsen, GewerkschafterInnen haben geschlossen ihr Delegiertengeld von Versamlungen und Zimmerleute ihren Lohn aus einem Bauprojekt gespendet etc. Jede Spende ist willkommen und wird garantiert ohne Abzüge an das Verteidigungsteam weitergeleitet. Darüber besteht zwischen Rechtsanwalt Bryan und dem IVK Bremen eine rechtsverbindliche Vereinbarung. Das Ergebnis der Spendensammlung wird kontinuierlich auf www.freedom-now.de und in der Tageszeitung junge Welt bekanntgegeben.

»Im Namen der Gerechtigkeit bitten wir Sie um Ihre Unterstützung und eine großzügige Spende im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.«
Angela Davis, Sprecherin der US-Kampagne gegen die Todesstrafe


Spendenkonto für BR Deutschland und umliegendes europäisches Ausland:
Unter dem Stichwort »Verteidigung« Spenden bitte an:
Archiv 92/Sonderkonto Jamal
S.E.B. Bank Bremen
Konto-Nr. 100 8738 701 (BLZ 290 101 11)

(Überweisungen aus EU-Ländern: IBAN DE78 2901 0111 1008 7387 01 – BIC: ESSEDDE5F290)

Bremen, den 10. Dezember 2006
Internationales Verteidigungskomitee (IVK)
Jürgen Heiser, Jann Kolata

IVK (Internationales Verteidigungskomitee)
P.O.Box 150530 / D-28095 Bremen
Fon/Fax: (421) 354029 / Mobil: 0174-972 99 29
eMail: ivk@freedom-now.de oder:
info@atlantik-verlag.de
Website: www.freedom-now.de


Diesen und weitere Berichte

Siehe auch das Dossier der Tageszeitung »junge Welt«

Solidarität gefragt! Free Mumia Abu-Jamal!

„Sofortige Freiheit für Mumia Abu-Jamal!“

Erklärung zur Befreiung von Mumia Abu-Jamal des Partisan Defense Commitee (PDC) aus den Vereinigten Staaten für deutschsprachige UnterzeichnerInnen

Mumia Abu-Jamals Berufung geht nun im „Eiltempo“ vor das Bundesberufungsgericht und der Staat ist entschlossen, seine Hinrichtung durchzuführen.

Mumia Abu-Jamal ist unschuldig. Als ehemaliger Sprecher der Black Panther Party und Unterstützer der Organisation MOVE und als ein mit Preisen ausgezeichneter Journalist, der als die „Stimme der Entrechteten“ bekannt ist, fiel Mumia 1982 einem Komplott zum Opfer, das auf der falschen Anschuldigung beruhte, er hätte einen Polizeioffizier aus Philadelphia getötet. Aufgrund seiner politischen Geschichte und Überzeugungen wurde er zum Tode verurteilt und hat die letzten 24 Jahre in der Todeszelle verbracht – für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Das Komplott gegen Mumia Abu-Jamal zeigt, worum es bei der Todesstrafe geht. Sie ist ein Erbe der Sklaverei und eine barbarische Gewalttat, sie ist die legalisierte Form der Lynchjustiz.

Der Fall von Mumia Abu-Jamal verdeutlicht die Rassen- und Klassenvoreingenommenheit des US-amerikanischen Justizsystems gegen Arbeiter, gegen schwarze Menschen, gegen die Armen und Unterdrückten. Der berüchtigte und für das damalige Urteil verantwortliche Richter Albert Sabo wurde zufälligerweise gehört, als er seinerzeit versprach: „Ich werde ihnen helfen, den N----r zu braten.“ Rassistische Manipulation der Geschworenen, durch Polizeidrohungen erzwungene falsche Zeugenaussagen und Vertuschungen der Staatsanwaltschaft bildeten die Grundlage für Mumias Verurteilung. Sowohl die Gerichte des Bundesstaates Pennsylvania als auch die Bundesgerichte haben sich geweigert, die Bände mit dokumentiertem Beweismaterial zu prüfen, das Mumias Unschuld belegt. In erster Linie ist hier das beeidigte Geständnis von Arnold Beverly zu nennen, dass er und nicht Mumia den Polizeioffizier niedergeschossen und getötet hat und dass Mumia mit der Erschießung nichts zu tun hatte.

Wir stehen zusammen mit den Millionen überall auf der Welt, die den Kampf für Mumia Abu-Jamals sofortige Freiheit aufgenommen haben – Arbeiter, Studenten, Gegner der Todesstrafe, Kämpfer für die Rechte von Schwarzen und Immigranten, Sozialisten.

• Wir fordern die sofortige Freiheit von Mumia Abu-Jamal – Mumia ist unschuldig!
• Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle! Sofortige Freiheit für
• Mumia Abu-Jamal! Weg mit der rassistischen Todesstrafe!

Zur vollstständigen Unterzeichnerliste

Die aktualisierte Unterzeichnerliste in deutscher Sprache zum Download

Mumia Abu-Jamal wurde am 24. April 1954 unter dem Namen Wesley Cook in Philadelphia geboren. Er wuchs in den „Projects“, städtischen Wohnbausiedlungen für Schwarze, Arme und sozial Benachteiligte auf und wurde bereits früh mit dem Rassismus der US-amerikanischen Gesellschaft konfrontiert. Anfang 1969 gehörte er zu den Mitgründern der Black Panther Party in Philadelphia. Nach seiner Schul- und Collegezeit arbeitete Mumia Abu-Jamal bis zu seiner Verhaftung und Mordanklage im Dezember 1981 als progressiver Radiojournalist und berichtete über Themen wie Wohnungsnot, Polizeibrutalität und den fortgesetzten Krieg der Stadt Philadelphia gegen die radikalökologische Organisation MOVE. Er ist seit Mai 1983 in den Todestrakten des Bundesstaates Pennsylvania inhaftiert und kämpft bis heute für die Aufhebung seines Urteils, einen neuen Prozess und seine Freilassung. Er hat seine journalistische Tätigkeit auch im Gefängnis fortgesetzt und ist Verfasser mehrerer Bücher und vieler Hunderter Kolumnen zu historischen und aktuellen Fragen. Er ist verheiratet mit Wadiya Jamal und hat zwei Söhne, eine Tochter und mehrere Enkel.

"Der Kampf für die Freiheit von Mumia Abu-Jamal. Mumia ist unschuldig! Entlarvung eines Komplotts"

Dies ist der Titel einer 60seitigen Broschüre, die gerade erschienen ist. Sie kann zum Preis von 1 Euro je Exemplar (zuzüglich der Versandkosten) bestellt werden beim:

Komitee für soziale Verteidigung (KfsV)
c/o Werner Brand
Postfach 21 07 50
D - 10507 Berlin
Tel. ++49 (0)30 4 43 94 01
Fax ++49 (0)30 4 43 94 02
E-Mail: kfsv@online.de

Indymedia Mexiko für unabhängige Berichterstattung ausgezeichnet

Preis für die Wahrheit

Am 6. Dezember erhielt die alternative Medienplattform Indymedia vom »Club der Journalisten von Mexiko« den Ersten Preis für ihre unabhängige Informationsarbeit im Jahr 2006. Die Auszeichnung wurde sowohl an den mexikanischen als auch an den internationalen Sektor der Internetinitiative verliehen, die über 160 Portale auf allen fünf Kontinenten verbindet.

Die Indymedia-Projekte, die eine umfassende alternative Berichterstattung im Text-, Bild-, Audio- und Videobereich leisten, entstanden Ende der 1990er Jahre im Zuge der Entwicklung globalisierungskritischer Bewegungen. In Ländern wie Mexiko gelten die Indymedia-Portale mittlerweile als seriöser als die großen TV-Sender wie Televisa und TV Azteca. Zahlreiche soziale Organisationen nutzen das Medium, um ihre Deklarationen zu verbreiten und sich mit anderen Gruppen auszutauschen.

Die Preisverleihung in Mexiko steht im direkten Zusammenhang mit der explosiven Lage im Land. Verschiedenste soziale Bewegungen kämpfen zivil für eine Verbesserung ihrer Situation. Im südlichen Bundesstaat Oaxaca rebelliert die Bevölkerung seit Juni 2006 gegen Gouverneur Ulises Ruiz. Er kam 2004 durch einen Wahlbetrug an die Macht und antwortete seitdem auf jedwede demokratische Mobilisierung, z. B. von Gewerkschaften oder indigenen Organisationen, mit Gewalt und sogar Mord. Die Menschen kämpfen für eine bessere Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Bildung und reale Partizipationsmöglichkeiten.

Monatelang konnte die Bewegung, die sich mit ca. 350 Organisationen in der Volksversammlung von Oaxaca (APPO) zusammenschloß, strategisch wichtige Institutionen besetzen und das Leben in Oaxaca-Stadt und in vielen ländlichen Gemeinden kontrollieren. Der Begriff der »Commune von Oaxaca« ging um. Gouverneur Ulises verharrte in einem Luxushotel außerhalb der Hauptstadt. Im Gegensatz zur Mainstream-Presse dokumentierten zahlreiche Indymedia-Portale die Ereignisse kontinuierlich.

Ende Oktober wurde eine massive Repression in Gang gesetzt. Verschiedene Polizeieinheiten, darunter die für ihre Brutalität berüchtigte Bundespolizei PFP, okkupierten Oaxaca-Stadt und attackierten die Barrikaden der APPO. Am 27. Oktober wurde der New Yorker Indymedia-Journalist Brad Will an einer Barrikade von zivil gekleideten Polizisten erschossen. Seine Mörder sind »mangels Beweisen« inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Seit Beginn der Proteste in Oaxaca sind nach Angaben der mexikanischen Menschenrechtsliga LIMEDDH mindestens 15 Todesopfer, Dutzende Verschwundene und über 200 politische Gefangene zu beklagen. Der Bundesstaat leidet bis heute unter einem polizeilich-militärischen Belagerungszustand. Die zivilen Aktivisten werden so in den Untergrund gezwungen.

Für die mexikanischen Eliten geht es offenbar um alles: Eine reale Demokratisierung Oaxacas wäre ein unerwünschter Präzedenzfall für soziale Bewegungen in anderen Bundesstaaten, da die soziale Lage überall im Land höchst angespannt ist. Der seit dem 1. Dezember amtierende Präsident Felipe Calderón – der von drei Vierteln der als arm geltenden Bevölkerung oft nur noch »Fecal« genannt wird – regiert mit autoritären Hardlinern der rechtsextremen Untergrundorganisation »El Yunque« (dt. Der Amboß) und scheint erstmals seit 80 Jahren ein – offen – rechtsgerichtetes Mexiko anzustreben.


http://mexico.indymedia.org
http://de.indymedia.org

Quelle: Luz Kerkeling/jw - 18.12.2006

Die @ndere Kampagne sucht ihr Gesicht

„Im Schatten des Aufstandes im Bundesstaat Oaxaca, endete vor zwei Wochen die erste Etappe der “anderen Kampagne”. Fast ein Jahr lang und durch jedes Bundesland zogen der Delegierte Null, alias Subcommandante Marcos und eine Reihe von BegleiterInnen um denen zuzuhören, die im korrupten Wahlchaos und im mexikanischen Alltag keine Berücksichtigung bekommen. An diesem Wochenende nun findet eine Consulta, d.h. eine Befragung all derer statt, die sich mit ihrem Namen, ihrer Gruppe oder ihrem Kollektiv dieser Bewegung angeschlossen haben…“

Das Feature bei Indymedia, zusammengestellt von indyvidu@ (s.c.d.l.c).

Großes Interesse an dem Buch: "In den Fängen unserer legalen Mafia"

Das wachsende Interesse an der Frage „Was tun gegen Profithaie?“ demonstriert das Echo auf eine Buchbesprechung in der Berliner Tageszeitung „Neues Deutschland“. Allein in den ersten 10 Tagen nach ihrer Veröffentlichung am 25.11.2006 gingen bei Buchhandlungen und dem Autor vom 27.11. bis 6.12. weit über 100 Bestellungen für das von Friedrich Pospiech veröffentlichte Buch: „In den Fängen unserer legalen Mafia. Was tun gegen Marktterroristen, Profithaie und deren Politschergen?“ ein.

Friedrich Pospiech: In den Fängen unserer legalen Mafia

Sind Marktextremismus und Profitterror, Massenentlassungen und Sozialabbau wirklich unvermeidbar, alternativlos? Oder nur alltägliche Gehirnwäsche und Volksverdummung im Namen von Freiheit, Menschenrecht und Sachzwängen? TINA oder TIO - There Is No Alternative? or There Is One!

Das ist hier die Frage! Millionen Menschen sind Opfer unseres Wirtschaftssystems. Ein Heer von Politikern, Journalisten und so genannten Wissenschaftlern bemüht sich Tag für Tag uns einzureden, so wie es ist, müsse es halt sein. Unter dem Vorwand von Freiheit und Menschenrechten wird alles Menschliche der Profitgier der großen Wirtschaftsbosse untergeordnet. Selbst Joseph Ratzinger kommt als Benedikt XVI. in seiner Enzyklika "Deus caritas est" zum Ergebnis: dieser "ungezügelte Kapitalismus" ist nicht gottgewollt. "Jeder muss seinen Anteil an den Gütern der Gemeinschaft erhalten." Kümmere sich "der Staat nicht um eine gerechte Ordnung der Gesellschaft, sei er nur "eine große Räuberbande". Doch nicht nur der Papst kommt in dem Buch zu Wort. Erst recht Marx und Engels, Lenin und Rosa Luxemburg, Bert Brecht und Thomas Mann, aber auch heutige Akteure wie Jean Ziegler oder Heiner Geißler.

Es geht um die herrschenden Profithaie und deren Büttel aller Art; um jene, die, den Neoliberalismus preisend, Massenentlassungen, Sozialabbau und die sonstigen sozialen Ungerechtigkeiten exekutieren, kurz: um die legale Mafia. Und es geht darum, was gegen sie getan werden kann. Es geht um Wege aus der akuten Krise von Staat und Gesellschaft.


Das Buch kann beim Buchhandel und zum gleichen Preis von 7,80 € auch direkt beim Autor, Eugen-Bolz-Straße 15, 73732 Esslingen, Tel. 0711/373466, Fax: 0711/3702993 oder per E-Mail FriedPospiech@aol.com bezogen werden. ISBN: 3000180478, 128 Seiten.

Zur Person des Autors:
Jahrgang 1927. Studium der Volkswirtschaftslehre und Öffentlichen Rechts an den Universitäten Stuttgart und Tübingen. Tätig in Wirtschaftsministerium, Industrie und Medien. 1953 als Linkssozialist Gefängnis wegen angeblicher "Vorbereitung zum Hochverrat und Staatsgefährdung". 1973 bis 1984 Kreistagsabgeordneter der DKP. Zeitweilig, bis zu "Berufsverbot", Lehrbeauftragter an der Universität Heidelberg. Veröffentlichung mehrerer Arbeiten zur Geschichte der Arbeiterbewegung, über den antifaschistischen Widerstand und den heutigen Rechtsextremismus.

Pospiech hat inzwischen der Redaktion des „Neuen Deutschland“ seinen Dank für das Veröffentlichen einer ausführlichen Buchbesprechung übermittelt. Er würdigte dies als weiteren Beitrag zum Beleben der Diskussion über konkrete alternative Vorschläge zur „menschheitsfeindlichen Neoliberalen Globalisierung“. Im Unterschied zu „Neues Deutschland“ und zu anderen linken Publikationen wie der Tageszeitung „junge Welt“ oder der Zeitschrift "Marxistische Blätter“, die schon erfolgreiche Buchbesprechungen gebracht hatten, hat die Redaktion der Wochenzeitung „Unsere Zeit“ nicht den geringsten Hinweis auf dieses Buch für nötig gehalten.

Quelle: Infomail des Autors, Buchtipp

Heidelberg: Buchvorstellung "Wettlauf gegen den Tod. Mumia Abu-Jamal: ein schwarzer Revolutionär im weißen Amerika"

Zur Vorstellung des im Oktober 2006 erschienenen lesenswerten Buchs über den Fall des US-Todeshäftlings Mumia Abu-Jamal, über dessen Schicksal (Tod, Lebenslänglich, neuer Prozess und damit die Möglichkeit, freizukommen) in den nächsten Monaten die wahrscheinlich endgültige Entscheidung fällt, findet am Sonntag, 10. Dezember, 20 Uhr in Heidelberg im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) eine Lesung statt.

Mumia Abu-Jamal wurde am 24. April 1954 unter dem Namen Wesley Cook in Philadelphia geboren. Er wuchs in den „Projects“, städtischen Wohnbausiedlungen für Schwarze, Arme und sozial Benachteiligte auf und wurde bereits früh mit dem Rassismus der US-amerikanischen Gesellschaft konfrontiert. Anfang 1969 gehörte er zu den Mitgründern der Black Panther Party in Philadelphia. Nach seiner Schul- und Collegezeit arbeitete Mumia Abu-Jamal bis zu seiner Verhaftung und Mordanklage im Dezember 1981 als progressiver Radiojournalist und berichtete über Themen wie Wohnungsnot, Polizeibrutalität und den fortgesetzten Krieg der Stadt Philadelphia gegen die radikalökologische Organisation MOVE. Er ist seit Mai 1983 in den Todestrakten des Bundesstaates Pennsylvania inhaftiert und kämpft bis heute für die Aufhebung seines Urteils, einen neuen Prozess und seine Freilassung. Er hat seine journalistische Tätigkeit auch im Gefängnis fortgesetzt und ist Verfasser mehrerer Bücher und vieler Hunderter Kolumnen zu historischen und aktuellen Fragen. Er ist verheiratet mit Wadiya Jamal und hat zwei Söhne, eine Tochter und mehrere Enkel.



Weitere Informationen:
Freiheit für Mumia Abu-Jamal Heidelberg e.V.

Annette Schiffmann · Michael Schiffmann
Neckarhelle 72 · 69118 Heidelberg
mobil: 0172-77 409 333
Spendenkonto: Sparkasse Heidelberg - Kto 908 17 98 - BLZ 672 500 20

www.AgainstTheCrimeOfSilence.de sowie www.StimmenfuerMumia.de

Unsere bisherigen Berichte und weitere Informationen zum Fall Mumia Abu - Jamal

Oaxaca: Massive Repression gegen streikende LehrerInnen

4. Dezember 2006 - Verhaftung von Falvio Sosa und 3 weiteren APPO Aktivisten

„Die demokratische Militärdiktatur des mexikanischen Präsidenten Calderon zeigt ihre ersten Konturen. Heute um ungefähr 20 Uhr wurde Marcelino Coache, Flavio Sosa und zwei seiner Brüder im Süden von Mexiko City von der PFP und der PGR verhaftet. Eine Woche zuvor wurde schon ein anderer Bruder von Flavio Sosa in Oaxaca verhaftet. Die Verhafteten wurden in Hochsicherheitsgefängnisse gebracht. Damit ist klar geworden, dass der neue Innenminister Rafael Ramiréz Acuña seine allbekannte Politik der kompromisslosen Repression gegen die sozialen Bewegungen in Mexiko durchsetzen will…“
Der Newsticker Dezember von chiapas.ch

b) Oaxaca, 03.Dez.06

Informationsfluss unterbrochen - APPO-Führer verhaftet; Kommunique der APPO: Mobilisierungen bis zur grossen Demonstration am 10. Dezember; Das Kriegskabinett Calderons… Bericht auf Indymedia vom 04.12.2006

c) The Dirty War of Oaxaca

Amongst flames of resistance comes death, torture, and a movement forced into hiding. (Englischer) Artikel von Barucha Calamity Pelle bei Indymedia New York vom 03.12.2006

Zusammenstellung: LabourNet Info 5.12.2006

2. Dezember 1956: Die »Granma« erreicht Kuba

Heute vor 50 Jahren begann die kubanische Revolution:
Che Guevara und Fidel Castro
In der Nacht zum 2. Dezember 1956 nähert sich eine knapp 20 Meter lange, blauweißlackierte Motoryacht der Südostküste Kubas. An Bord: 82 kubanische Revolutionäre, zumeist Moncada-Veteranen– also Teilnehmer des Sturms auf die zweitgrößte Garnison des 35 000-Mann-Heeres von Diktator Fulgencio Batista fast zweieinhalb Jahre zuvor. Am 26. Juli 1953 hatten rund 160 junge Batista-Gegner um den damals 26jährigen Rechtsanwalt Fidel Castro ein Signal zum Aufstand gegen das verhaßte, von den USA ausgehaltene Regime geben wollen – und der danach entstandenen Widerstandsbewegung den Namen gegeben: Movimiento de 26 de Julio, kurz M-26-7. Sie selbst hatte die letztlich gescheiterte Attacke auf die in Santiago de Cuba gelegene Kasernenfestung Moncada ins mexikanische Exil getrieben. Dort hatten sich Fidel Castro, sein Bruder Raul, Ernesto »Che« Guevara, Camilo Cienfuegos und ihre Gefährten auch militärisch auf ihre Rückkehr in die Heimat vorbereitet. Nun war es soweit; die inzwischen erstarkte Bewegung des 26. Juli hatte für den 30. November eine großangelegte Operation gegen die Truppen Batistas geplant. Doch die schon etwas betagte »Granma« (engl. Großmama) verpaßt den geplanten Landetermin bei Niquero in der Provinz Oriente um zwei Tage, läuft zudem noch auf Grund und kentert. Ein Großteil der Waffen und der kostbaren Ausrüstungsfracht geht über Bord.

Durchnäßt und völlig erschöpft, erreichen Castro und seine Gefährten erst nach vierstündigem Marsch durch den sumpfigen Küstenstreifen festen Boden, während Marineflieger bereits die gekenterte Yacht geortet und Batistas Truppen auf ihre Spur gehetzt haben. Von den 82 Gelandeten können sich nur zwölf in die Berge der Sierra Maestra retten. Obwohl von den Truppen des Diktators weiträumig eingekreist, erhalten die Rebellen in den nächsten Monaten mehr und mehr Zulauf. Das »Ejercito Rebelde« kann schließlich zu Jahresbeginn 1959 umjubelten Einzug in der Hauptstadt Havanna halten. Dort erinnert heute nicht nur das Original der Yacht »Granma« – die zudem einer kubanischen Provinz und einem Nationalpark am Ort des Geschehens sowie der Zeitung der KP Kubas den Namen gab – im Garten des Revolutionsmuseums an die Ereignisse vor fünf Jahrzehnten.


Quelle: Junge Welt