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"Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag: sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigene Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf einem Acker." Georg Büchner

"Um zu sein, muß der Mensch revoltieren, doch muß seine Revolte die Grenzen wahren, die sie in sich selbst findet und wo die Menschen, wenn sie sich zusammenschließen, zu sein beginnen." A. Camus

Heute vor 58 Jahren starb Albert Camus mit nur 46 Jahren bei einem Autounfall. 1957 erhielt das ehemalige Mitglied der Rèsistance Gruppe Combat und maßgebliche Mitarbeiter der gleichnamigen Zeitschrift den Literaturnobelpreis. "Camus wandte sich in seinen Reden und Schriften gegen alle autoritären Staatsformen, insbesondere gegen den stalinistischen Sozialismus. Es ist jedoch keineswegs so, dass er Befürworter einer parlamentarischen Demokratie war. Vielmehr vertrat Camus einen Anarchosyndikalismus, bei dem die Produktionsmittel in den Händen der Gewerkschaften liegen. Bereits 1944 wünschte er sich eine „internationalistische Ökonomie, in der die Rohstoffe verstaatlicht werden, der Handel kooperativ organisiert und die kolonialen Absatzmärkte allen zugänglich gemacht werden und das Geld selbst Kollektivstatus erhält.“ Wenig später forderte er die „Vereinigten Staaten der Welt“, die „Abschaffung der Lohnarbeit“ und, „die Gewerkschaften an der Verwaltung des Volkseinkommens zu beteiligen“. 1951 betonte er zusammenfassend: „Meine Sympathien gelten den libertären Formen des Syndikalismus.“[19]"



“Wia d’Revoludsjo uffs Dorf komma isch”

Foto: Archiv Ebbe Kögel
Die Jugendbewegung des “wilden Jahrzehnts” 1968 – 1977 in der Provinz
Ein Vortrag mit Dias und Musik von Ebbe Kögel

Sonntag, 11. Juni, 11 Uhr


“The Times They Are A’Changin” sang Bob Dylan im Jahre 1964 und kündigt damit an, was sich in den folgenden Jahren im ländlichen Raum abspielt: Strukturveränderungen in der Landwirtschaft und die Bildungsreform führen die Jugend aus den engen Grenzen des alten Dorfes heraus und bringen die Zeichen einer neuen Zeit: Beatmusik und lange Haare, Kriegsdienstverweigerung und Rebellion gegen die Autoritäten. Die Jugendlichen suchen nach neuen Wegen und stellen Althergebrachtes radikal in Frage – Ruhestörung für die Erwachsenen, das Recht auf Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen für die Jungen.

In provisorisch eingerichteten Kellern wird der erste Stehblues getanzt, Underground-Musik gehört, der erste Joint geraucht. Das Bedürfnis nach selbstverwalteten Räumen findet seinen politischen Ausdruck in der Jugendzentrumsbewegung, die Anfang der siebziger Jahre in vielen Dörfern und Kleinstädten der Republik entsteht.

Das selbstverwaltete Jugendzentrum in Stetten, bereits 1968 entstanden, das erste in der Bundesrepublik, gehört zur Speerspitze dieser Bewegung und wird durch eine spektakuläre und erfolgreiche Hausbesetzung im März 1977 bundesweit bekannt.
Anhand von Dias und Musikbeispielen wird die Stimmung der damaligen Zeit eingefangen und dargestellt, in welchem Ausmaß sich in einem Jahrzehnt alle Lebensbereiche veränderten und was von diesen Veränderungen heute noch geblieben ist.

Eintritt frei. Spenden erwünscht

Ort: Waldheim Gaisburg, Obere Neue Halde 1, 70186 Stuttgart


Mail: kultur@waldheim­gaisburg.de Web: www.waldheim­gaisburg.de

Revolution an der Tanzbar: EKTOMORF - Black Flag

Die ungarische Thrash Metal Band Ektomorf, die neben Hardcore Elemente traditioneller Romamusik in ihrem Liedern verbinden. Als Angehörige der Roma (Zoltán Farkas, Csaba Farkas) hatten und haben die Mitglieder von Ektomorf gerade in ihrer Heimat mit Vorurteilen und rassistisch motivierten Übergriffen zu kämpfen. Viele der Diskriminierungen beschreiben sie in ihren Liedern wie Black Flag vom gleichnamigen Album.

Nach dem Video ein Lesevorschlag aus der "Zeit": "Die Mär von den Roma-Clans".

Revolution an der Tanzbar: Toccata and Fugue in D Minor (On Floppy Drive Organ)

Heute mal wieder etwas Klassik, Toccata und Fuge d-Moll, "wohl das mit Abstand bekannteste Orgelwerk europäischer Kunstmusik. Es wird traditionell Johann Sebastian Bach zugeschrieben." (WikiPedia). Die etwas ungewöhnliche Orgel sprang mir sofort in die Ohren, als ich mir das anschließend folgende Kunstwerk, die Musik zu スーパーマリオブラザーズ ansah, auf das mich ein Freund in einem Kommentar hingewiesen hatte. Das ist alles ziemlich krass und kommt beinahe an die Murmelmaschine der schwedischen Combo Wintergatan ran. Die hatte ich das erste Mal drüben bei Ronny gesehen und hier auch schon mal gebloggt, ist aber ein völlig anderer Stil. ;-)



Vielen Dank, F. K. für den Tipp!

Blogkino: Oktober - Октябрь – Oktjabr (1928)

Heute setzen wir in unserer Reihe Blogkino die kurze, chronologische Reihe mit Filmen des sowjetischen Regisseurs Sergej Michajlovič Ėjzenštejn mit dem 1928 entstandenen Revolutionsdrama Oktober (Октябрь – Oktjabr) fort. Der anlässlich des zehnten Jahrestags der russischen Revolution gedrehte Film basiert auf dem Buch Zehn Tage, die die Welt erschütterten von John Reed und stellt die Vorgänge vor und bei der Oktoberrevolution von 1917 aus Sicht der Bolschewiki in suggestiven Bildern dar.

Blogkino: Panzerkreuzer Potemkin - Броненосец „Потёмкин“ – Bronenossez „Potjomkin“ (1925)

Heute setzen wir in unserer Reihe Blogkino die kurze, chronologische Reihe mit Filmen des sowjetischen Regisseurs Sergej Michajlovič Ėjzenštejn mit dem1925 entstandenen Panzerkreuzer Potemkin (Броненосец „Потёмкин“ – Bronenossez „Potjomkin“) fort. Sein wohl bekanntester Film war der offizielle Jubiläumsfilm zur Feier der Revolution des Jahres 1905 im Jahr 1925 und "lehnt sich sehr frei an die tatsächlichen Ereignisse des russischen Revolutionsjahres 1905 an, der Meuterei der Besatzung des russischen Kriegsschiffs Knjas Potjomkin Tawritscheski gegen deren zaristische Offiziere. Die Bezugnahme auf eine gescheiterte Revolution in einem Propagandafilm ist schlüssig, wenn man die leninistische Revolutionstheorie berücksichtigt: der aufbegehrenden Masse fehlten demnach die für das Gelingen notwendigen Berufsrevolutionäre und die Kaderpartei, als die sich später die Bolschewiki erweisen würden. Die Figur des Wakulintschuk wird zu früh getötet und gerät eher zufällig in die revolutionäre Situation, als dass er diese Rolle übernehmen könnte." (Wikipedia).

Revolution an der Tanzbar: Leonard Cohen - The Partisan

Bereits am 7. November ist Leonard Cohen im Alter von 82 Jahren gestorben.

Der Partisan (1970)

Als sie die Grenze überquerten
Erhielt ich den Befehl zu kapitulieren
Das brachte ich nicht fertig
Ich nahm mein Gewehr und tauchte unter

Ich hatte so viele Namen
Verlor Frau und Kinder
Es blieben viele Freunde
Einige davon sind bei mir

Eine alte Frau gab uns Unterschlupf
Versteckte uns auf dem Dachboden
Dann kamen die Soldaten
Sie starb ohne einen Laut

Heute morgen waren wir noch zu dritt
Jetzt am Abend bin nur ich noch übrig
Doch ich muss weiter
Die Landesgrenzen sind meine Gefängnismauern

Der Wind, der Wind bläst
Und fegt durch die Gräber
Bald sind wir frei
Dann treten wir aus dem Schatten

Die Deutschen kamen in mein Haus
Sie befahlen: "Ergib dich"
Doch ohne Angst
Hob ich meine Waffe

Ich trug hundert Namen
Verlor Frau und Kinder
Doch ich habe viele Freunde
Mir gehört ganz Frankreich

Auf dem Dachboden versteckte uns
Ein alter Mann für die Nacht
Die Deutschen nahmen ihn gefangen
Er wusste, er muss sterben

Der Wind, der Wind bläst
Er durchfegt die Gräber
Bald sind wir frei
Dann treten wir aus dem Schatten