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"Apropos, ich lege hier für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, daß ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwenglichen Dummheit verachte, und mich schäme, ihr anzugehören." Arthur Schopenhauer

Linguine mit Orangensauce und grünem Spargel oder: Hedonismus hilft. Also so vong der Reproduktion der Arbeitskraft her.

Serviervorschlag
„Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und ver-wandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschossenen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat.

Andererseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktions-prozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.

Bei der Betrachtung des ‚Arbeitstags‘ usw. zeigte sich ..., dass der Arbeiter oft gezwungen ist, seine individuelle Konsumtion zu einem bloßen Zusatz des Produktionsprozesses zu machen. In diesem Fall setzt er sich Lebensmittel zu, um seine Arbeitskraft im Gang zu halten, wie der Dampfmaschine Kohle und Wasser, dem Rad Öl zugesetzt wird. Seine Konsumtionsmittel sind dann bloße Konsumtionsmittel eines Produktionsmittels, seine individuelle Konsumtion direkt produktive Konsumtion.“

K. Marx, Kapital I, MEW 23, 596f.

Zur krass konkreten Seite:

200 g Linguine
500 g Spargel, grüner
200 ml Orangensaft
50 ml (vegane) Sahne 1
1 TL Currypulver, mildes
n.B. Salz und Pfeffer
n.B. (veganer) Parmesan 2
n.B. Olivenöl
für die Arbeiteraristokratie evtl. etwas Safran. Alle anderen können so wie ich z.B. ein paar in gutem Olivenöl und kleingehacktem Knoblauch angebratene veGarnelen oben drauf werfen, siehe Foto.

Die Linguine im Salzwasser bissfest kochen. Vom grünen Spargel das untere Drittel schälen, holzige Enden großzügig abschneiden. Den Spargel 3-4 Minuten in Salzwasser kochen, abgießen und kalt abschrecken.

Den Orangensaft auf die Hälfte einkochen, dann Sahne, Curry, Salz und Pfeffer dazugeben, noch einmal kurz aufkochen und abschmecken. Die Nudeln in den Topf mit der Orangensauce geben und warm halten.

Den Spargel mit einer ganzen, zerdrückten Knoblauchzehe in ein wenig Olivenöl in der Pfanne kurz anbraten, sodass er leichte Röstaromen entwickeln kann, pfeffern. Noch in der Pfanne mit grob geraspeltem Parmesan bestreuen und leicht anschmelzen lassen. Die Linguine mit dem Spargel anrichten.


Anmerkungen



1
Vegane Sahne:
25 g Cashhewkerne und 100ml Wasser im Blender frein pürieren.
Veganer Parmesan:
150 g Cashewnüsse natur
25 g Hefeflocken
3/4 TL Salz
1/4 TL Knoblauchpulver

Einfach alle Zutaten in einen Standmixer geben und zu einem feinen Mehl pürieren. Der vegane Parmesan hält sich im Kühlschrank luftdicht verschlossen knapp 3 Wochen.

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كسكسي!

Wie gestern angekündigt, habe ich heute كسكسي gekocht. كسكسي ist ja eigentlich eine "Sättigungsbeilage", wie bei uns Nudeln oder Kartoffeln usw. Daher sind natürlich die Variationen und Geschmäcker unendlich, man kann beinahe jedes Gemüse mit und ohne Fleisch usw. verwenden. Verzichten sollte man auf keinen Fall auf 2 entscheidende Dinge:

• Viel erstklassiges Olivenöl.
Schärfe. Und zwar richtige.

Wer das nicht ab kann, sollte es bleiben lassen. Hier gibt es leider nur schwarz oder weiß.

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, und zwar die süßen Varianten mit Beilagen wie Rosinen und Mandeln und mehr. Derlei Experimenten wenden wir uns später mal zu. Ich habe heute mal mein Gemüsefach geplündert und dabei kam was für 4 Personen heraus:

كسكسي für 4 Personen (1 Tasse pP.)
3 ordentliche Karotten
2 - 3 Paprika
3 Tomaten
2 mittlere Zuchinni
Kichererbsen (habe ich vergessen, einzuweichen, geht auch ohne Ketzerei)
2 - 3 Zwiebeln
4-5 Zehen Knoblauch
1 Tasse Olivenöl
2 Esslöffel spanischen Pfeffer
Für die Fleischfresser:
2 Hühnerbrüste
Vegan: Seitan Medaillons, oder grobe Sojaschnitzel. (Letztere vor der Verarbeitung in Gemüsebrühe einweichen)
Salz

Dazu: Mehrere Flaschen Rotwein, ich empfehle einen tunesischen Cabernet.

Vorbereitung:
Fleisch säubern, in Streifen schneiden, salzen, mit 1 Esslöffel spanischem Pfeffer einreiben, anschließend mit einem ordentlichem Schluck Olivenöl vermengen und ab in den Kühlschrank. (Vegan: Ebenso mit Seitan / Soja)



Jetzt das ganze Gemüse vorbereiten, odentlich putzen: Karotten schälen, Reste an die Haustiere oder eine Gemüsebrühe daraus kochen, mit der später beispielsweise die Soße aufgegossen werden kann.



Paprika putzen, Kerngehäuse entfernen.



Ebenso bei den Tomaten den Stielansatz entfernen ...



... und bei den Zuchinni Spitze und Strunk abschneiden.

Zwiebeln schälen und achteln.



Knoblauchzehen mit der Handfläche auf der Tischplatte leicht zusammendrücken, am Ansatz die Schale abschneiden und dann abziehen. In papierdünne Scheiben schneiden und salzen.



So, nun bauen wir mal die Soße zusammen:

Einen großen Topf nehmen, den Boden mit ordentlich Olivenöl bedecken und erhitzen. (Öl ist ein entscheidender Geschmacksträger!) Die negativen Eigenschaften kann man anschließend oder im Vorfeld mit mehreren Schnäpsen beseitigen.



Beherzt das Fleisch (Seitan o.ä.) in das siedende Öl geben und anbraten.



Nach und nach das Gemüse entsprechend der Garzeiten dazugeben. In meinem Fall habe ich erst die geachtelten Zwiebeln in den Topf gegeben, anschließend die Karotten und den Paprika. Umrühren, Deckel schließen.

So nach ungefähr 5 Minuten, die nur ein Mal zum Umrühren genutzt wurden (Eventuell auch einen Schnaps, wegen dem Öl) das restliche Gemüse, Zuchinni, Tomaten in den Topf geben. Jetzt auch den Knoblauch dazugeben (damit die lieben KollegInnen morgen auch was davon haben).



Den 2. (für Scharfesser gerne auch mehr) Esslöffel spanischen Pfeffer und etwas Salz (ca. 1 Teelöffel) dazugeben. Umrühren. (Vorsichtig und immer so, daß kein Gemüse zerdrückt wird!) Mit heißem Wasser bzw. Brühe aufgießen. (4 Personen ca. 1 Liter)

Nun den Deckel drauf und weitere 10 Minuten ordentlich köcheln lassen.



In der Zeit Teller warmstellen, einen Schnaps trinken und nun nach Anleitung um das كسكسي kümmern.

Ich bin da eher faul und undogmatisch und verwende Instant كسكسي. Der Vorteil ist die schnelle und unkoplizierte Zubereitung, so braucht man beispielsweise keine Dämpfeinsätze, braucht sich keine Gedanken um die Portionen für weitere Gäste, die vom Duft der Soße aus Nah und fern angezogen werden und sich dazugesellen wollen machen.



Pro Person 1 Tasse Wasser erhitzen, kochend vom Herd nehmen, salzen, ein Schuß Olivenöl dazugeben, كسكسي einstreuen, mit dem Schneebesen umrühren, Deckel drauf.

In den 5 Minuten, bis das كسكسي fertig ist kann man die Soße abschmecken, den Tisch decken, und die zuvor warmgestellten Teller aus dem Ofen holen.

Es gibt Leute, die كسكسي gerne traditionell essen. Dazu wird mit dem كسكسي auf einer großen angewärmten Platte ein Kranz gemacht und innen die Soße hineingegeben. Jeder MitesserIn bedient sich da dann nach Appetit.

Ich hasse Traditionen. Aber ein bisschen Stil muss sein: Wenn der كسكسي fertig ist (zuvor ein wenig Butter (Vegan: Nix) dazugeben, mit einer Gabel auflockern) nehme ich ein den Portitionen entsprechendes Schälchen und stürze dies auf den Teller der MitesserInnen.



Wenn sie dann entgeistert gucken trinke ich einen Schnaps kann sich doch jeder selbst an der Soße bedienen.



Inspiriert für diese und andere von mir gekochten كسكسي Varianten, die auch für größere Gelage geeignet sind, wurde ich durch einen leider vergriffenen Klassiker der Kollektivküche, Peter Fischer's bei Wagenbach erschienenes: "Schlaraffenland - nimms in die Hand! Kochbuch für Gesellschaften, Kooperativen, Wohngemeinschaften, Kollektive und andere Menschhaufen sowie isolierte Fresser" (19. bis 27. tausend von 1975)

Gebratener Spargel mit Erdbeeren

Ruhetag schützt vor Reproduktion Kochen nicht. Nachdem wir gestern Volxküche geniessen konnten, haben wir für heute - inspiriert von Rainer Strobels Rezept "Gebratener Spargel mit Erdbeeren" - mal folgendes eingekauft:

500 g weißer Spargel
500 g grüner Spargel
300 g Hähnchenbrustfilet, alternativ 1 Mango
2 EL Kokosraspel
100 g Erdbeeren
2 EL Öl zum Anbraten
100 ml Kokosmilch
etwas Zitronensaft
1 Prise Salz
1 Prise Zucker
etwas schwarzen Pfeffer
2 EL Butterschmalz alternativ ein feines Öl

(Minze, wie im Originalrezept angegeben, verwenden wir normalerweise eher nicht, daher gestrichen) Und was ist "Zitronenpfeffer"? Schnickschnack, steht hinterher bloß rum, schwarzer tut's auch.

Den weißen Spargel schälen, unten 1-2 cm abschneiden, Haustiere mit den Resten füttern oder einen Spargelsud für Spargelcremesuppe kochen.



Vom grünen Spargel nur das untere Drittel schälen. Spargel schräg in ganz dünne Scheiben schneiden.



Das Hähnchenbrustfilet in 3 cm breite Streifen schneiden. Diese in die Kokosraspel geben und leicht andrücken. Variante für Vegetarier: Frische Mango in Kokos wälzen, kurz anbraten.



Die Erdbeeren putzen und je nach Größe halbieren oder vierteln. (Unsere waren etwas mickrig, daher halbiert)



Wer einen Wok hat, nehme diesen zur Hand. Wir haben keinen - das geht aber auch so, mit einer tiefen Pfanne. Mit etwas Öl den weißen Spargel anbraten, dann den grünen Spargel zugeben und mit anbraten.



In der Zwischenzeit die Dose Kokosmilch ordentlich schütteln, öffnen und mit ca. 100 ml den Spargel ablöschen. Ein beherzter Schuss Zitronensaft und mit etwas Salz, Zucker und schwarzen Zitronenpfeffer würzen. Alles leicht einköcheln lassen, zum Schluss die Erdbeeren zugeben und kurz durchschwenken.



Die Mango- bzw. Hähnchenstreifen parallel dazu in einer Pfanne mit Butterschmalz anbraten.



Den Spargel auf Tellern anrichten, die gebratenen Hähnchenstreifen darauf geben und schnell aufessen.



Morgen geht's dann zur Sachen, da probiere ich mal ein paar scharfe Sachen aus.