KØPI Protestwochenende - Weekend of Protest

Die Køpi ruft ihre Freunde weltweit auf, am 15. und 16. Mai 2021 nach Berlin zu einem Protestwochenende zu kommen. Dem Køpiplatz (Wagenburg) droht die bisher größte Räumungsgefahr – also stehen wir zusammen, um für unsere Plätze & Häuser zu kämpfen.

Seit mehr als 30 Jahren bietet die Køpi, ein selbstorganisiertes Projekt in Berlins Mitte, Wohnraum für Menschen in Haus & Wagenburg & ist es bis heute auch ein Sammelpunkt für Kollektive, Veranstaltungen und kreative Energie. Wir geben unser Lebenskonzept nicht für die raffsüchtigen Phantasien einiger Immobilienhaie auf!
Dem vorgeblichen Eigentümer der Køpi, der Startezia GmbH, geht es nur um die teure Vermarktung des Wagenplatzareals nach einem erträumten Klageerfolg – nur ein weiteres Beispiel, wie gemeinschaftliche Häuser & unabhängige Projekte von anonymen Briefkastenfirmen zerstört werden sollen.

Der Køpiplatz ist nicht allein:  Auch andere Berliner Projekte wie das Jugendzentrum Potse, das Hausprojekt Rigaer 94 und der Wagenplatz Mollies sind unmittelbar bedroht. Im letzten Jahr wurden bereits zentrale linke Orte wie Liebig 34, Syndikat, Meuterei, Diesel A, Sabot Garden und G17a  mit martialischem, teurem Bullenterror geräumt.

Die Gier ist schon zu weit gegangen, wir können nicht vergessen und wir werden nicht verzeihen.
Der Køpiplatz ist unser Zuhause & wir sind hier, um zu bleiben!

Werd aktiv, groß oder klein, in deiner Stadt oder Gemeinde.
Sei laut, mach es schmutzig, sei kreativ! Sei Køpi!

Save the Dates:


Bringt eure Wut nach Berlin! Blockiert die Straßen! Stoppt die Stadt!

  1. Mai – Demo – 20:30 – Ort wird noch bekannt gegeben

  2. Mai – Kundgebung – 13:00 – Køpi zwischen Schillingkreuzung & Adalbertstr


Wartet nicht, bis es zu spät ist! Die kapitalistische Übernahme muss aufhören!

Text in deutsch | English version | Download Posters

Räumungstermin für die Meuterei

Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv Berlin
Nachdem letztes Jahr im August die Kiezkneipe Syndikat und im Oktober das Hausprojekt Liebig34 geräumt wurden, gibt es nun für den 25. März um 8 Uhr auch einen Räumungstermin für die Kiezkneipe Meuterei in der Reichenberger Straße in Kreuzberg. Am Sonntag Nachmittag versammelten sich mehrere hundert Unterstützer*innen zu einer Kundgebung vor der Meuterei mit vielen solidarischen Beiträgen aus der Nachbarschaft & Live-Musik und machten klar, dass sie die Räumung nicht tatenlos hinnehmen. Das Meutereikollektiv hat sich über die Unterstützung gefreut: „Wir sind dankbar für die Solidarität, die wir in all den Jahren erfahren haben und immer noch erfahren. Sie gibt uns Kraft weiterzukämpfen und zeigt uns, dass wir am 25.03 darauf zählen können, dass wir widerständige Kiezkultur in der ganzen Stadt verteidigen und sichtbar machen werden."

„Seit Juni 2019 ist der Mietvertrag der Kneipe abgelaufen, woraufhin sich das Kollektiv, ähnlich wie ihre Neuköllner Kolleg*innen, dazu entschieden haben die Schlüssel zu behalten und die Räume nicht zu verlassen. Weitere Miet- und auch Kaufverhandlungen mit dem Eigentümer, Goran Nenadic und der Zelos Properties GmbH, sind gescheitert. „Er wolle nicht weiter vermieten hat er gesagt. Verkaufen wollte er es erst für 750.000€. Wir haben ihm 375.000€ geboten. So viel hätte es 2014 gekostet als die Meuterei erstmals zum Verkauf stand. Das Geschäft ist dann nicht zu Stande gekommen.“ erzählt Anne Bonny vom Meuterei-Kollektiv. Das Haus wurde 2014 von der Zelos Properties GmbH gekauft, entmietet, saniert und zu Eigentumswohnungen umgewandelt. Schon damals sollte die Kneipe ausziehen. Das wurde aber per Gerichtsentscheid zu Gunsten des Kollektivs verhindert und eine Mietvertragsverlängerung bis 2019 erwirkt. Die Gerichtsverhandlung über den Räumungstitel hat schließlich erst am 16.09.20 stattgefunden, da sie unter anderem wegen der Corona-Pandemie, aber auch wegen einer Verlegung der Verhandlung in einen Hochsicherheitssaal im Tegeler Landgericht immer wieder verschoben wurde. Ein Räumungserlass für Nenadic wurde dabei erwirkt. Diesen hat er erst jetzt eingereicht. „Wir vermuten, dass er noch etwas gewartet hat wegen Corona. Lässt sich wahrscheinlich besser verkaufen, wenn Gewerbe auch wieder öffnen können.“, so Bonny weiter. Der Eigentümer habe versucht eine Lösung abseits einer polizeilichen Räumung zu finden und angeblich Angebote gemacht auf verschiedene Kosten zu verzichten. Das Kollektiv hat sich gegen diese vermeintlichen Angebote entschieden: „Es kann für uns keine friedliche Lösung sein, wenn wir gezwungen werden unsere Räume zu verlassen.“ sagt Bonny „Wir haben ihm auch Angebote zum Mieten und Kaufen gemacht, darauf ist er nicht eingegangen. Was jetzt passiert hat er sich ausgesucht, nicht wir.“ Für den Räumungstag und die Tage davor und danach sind mehrere Aktionen geplant. Genaueres soll aber noch veröffentlicht werden.“ (Pressemitteilung der Meuterei)

Zu den Fotos beim Umbruch Bidlarchiv

Termine:
Sa, 20.3. um 14 Uhr Meuterei bleibt! Kundgebung Schillerpromenade / Herrfurthplatz
Sa, 20.3. ab 17.00h Kundgebungvor der Christinenstraße 1, vor der alten Baiz
So, 21.3. ab 15.00 Kaltgetränkesuche im Reichenberger Kiez
Di, 23.3. ab 18 Uhr von der Meuterei (Reichenberger Straße 58) Demonstration: Wir sind unregierbar – Meuterei & Rigaer 94 verteidigen!
Do, 25.3. ab 6 Uhr Herrfurthplatz. Solidarische Demo über den Hermannplatz zum Kottbusser Tor.
Do, dezentrale Aktionen in der ganzen Stadt ab spätestens 6.00 Uhr morgens

Weitere Infos:
meuterei.tk/
auf Twitter: Leute für die Meute

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Syndikat geräumt!

Foto: © Oliver Feldhaus via Umbruch Bildarchiv Berlin
Mit einem Großaufgebot räumte die Polizei am 7. August die Neuköllner Kiezkneipe Syndikat. 700 Polizisten im Einsatz, verstärkt durch Hubschrauber, weiträumige Absperrungen und Einrichtung einer roten Zone – ein gewaltiger Einsatz gegen tausende solidarische Nachbarinnen und andere Protestierende im Auftrag einer Spekulanten-Briefkastenfirma. Nach 35 Jahren ist das Syndikat in der Weisestraße Geschichte. Der Kampf für eine Stadt von unten, für mehr Syndikate, für autonome Freiräume und für den Erhalt aller von Zwangsräumung bedrohten Projekte und Mieterinnen geht weiter.

„Es klingt jetzt vielleicht pathetisch, aber es ist ein bisschen so, als wäre hier das Herz aus dem Schillerquartier herausgerissen worden. Und das halt nur, weil man aus Geld noch mehr Geld machen muss. Ich kann das eigentlich immer noch nicht fassen.“

Elsa Marlene H, Nachbarin (in: Interview mit Madlen Haarbach, Tsp Leute)


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Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)

Links

Schillerkiez sagt: Räumung is nich! - Syndikat Bleibt!

Foto: © Freundeskreis Syndikat via Umbruch Bildarchiv
Am 7. August soll um 9 Uhr morgens das Syndikat geräumt werden. Die kollektiv betriebene Kiezkneipe existiert schon seit 1985 und ist nicht nur beim linksradikalen Publikum von nah und fern beliebt, sondern auch stark im Kiez verwurzelt. Um das bildlich zu zeigen, hat die Kiezgruppe „Widerständige Aktion Schillerkiez“ diese Foto-Serie inititiert. Auf mehreren Infoständen am Markt auf dem Herrfurthplatz, sowie bei mehreren Kieztouren hatten Anwohnende und ansässige Gewerbetreibende die Möglichkeit ihrer Solidarität mit dem Syndikat ein Gesicht zu geben. Die Ressonanz war enorm. Fast alle im Kiez wissen über das drohende Aus Bescheid und finden dies durchweg beschissen. Kaum jemand, der*die nicht bereit für ein Foto war. Das zeigt nochmals deutlich, mit welch breitem Widerstand der Eigentümer Pears Global und der R2G-Senat rechnen müssen, wenn sie das Syndikat wirklich räumen wollen.

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Termine:
29. Juli, 19 Uhr Köpi-Hof, Köpenicker Straße 137, Infoveranstaltung Projekte update, Letzte Demo Infos, Tag X, Aktionswoche
30. Juli 20 Uhr, Videokundgebung vorm Syndikat mit Zwangsräumung verhindern!
31. Juli ab 16 Uhr, Kiezkultur von unten! Musikkundgebung in der Weisestraße. Live umsonst und draußen!
1. August, 20 Uhr Herrfurthplatz
Großdemonstration: „Raus aus der Defensive!“ Egal ob Meute, Liebig 34, Rigaer, Syndikat oder Potse: Räumungen verhindern! Wir bleiben alle!
2. August, 11-17 Uhr, Blockadetraining in Theorie und Praxis von Zwangsräumung verhindern! auf dem Tempelhofer Feld vor dem Haus 104
6. August ab 20 Uhr Weisestraße 56′
„Lange Nacht der Weisestraße. Zusammen kommen damit Syndikat bleibt!“
7. August 9 Uhr Syndikat, Räumung verhindern!

Weitere Termine und aktuelle Infos:
https://syndikatbleibt.noblogs.org/
Twitter: @syndikat44

Weitere Ereignisse zu diesem Thema:

syndikat bleibt

Syndikat bleibt! Kiezkultur von unten verteidigen!

Foto: © neukoellnbild via Umbruch Bildarchiv Berlin
Das Kneipenkollektiv Syndikat aus der Weisestrasse hat einen neuen Zwangsräumungstermin erhalten. Am 7. August 2020 um 9 Uhr morgens will der Neuköllner Gerichtsvollzieher der seit mehr als einem Jahr umkämpften Kiezkneipe die Existenz nehmen, um für den britischen Immobilienspekulanten Pears Global neue Profitmöglichkeiten zu erwirken. Am 14. Juni versammelten sich kurzfristig ca. 250 Unterstützer*innen vor der Kiezkneipe, um sich zu vernetzen und eine spontane Nachbarschaftsdemonstration durchzuführen.

Lautstark und mit viel Wut im Bauch zog die Demo durch den Kiez und machte klar: das Syndikat bleibt und alle anderen bedrohten Projekte auch und Pears Global gehört enteignet!

Die Route führte auch am „Luftbrückenhaus“ an der Leine/Oderstraße vorbei, die erst Mitte Mai erfahren haben, dass es gelungen ist, ihr Haus durch das Vorkaufsrecht dem Immobilienmarkt zu entziehen und nicht an Pears Global verkauft zu werden.

Kein Gott! Kein Staat! Nur das Syndikat!

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Wütende Demo für bedrohte Projekte

Foto: © neukoellnbild / Umbruch Bildarchiv Berlin
Seit Monaten wächst der Druck auf das Syndikat, die Meuterei, Potse/Drugstore, Liebig 34, Rigaer 94 und andere von Verdrängung bedrohte Projekte. Am 2. November demonstrierten in Berlin über 1500 Menschen für ihren dauerhaften Erhalt und zeigten anschaulich ihre Bereitschaft, auf drohende Räumungen auch militant zu antworten.

Von drei Treffpunkten – der Kiezkneipe Syndikat in Neukölln, dem Hausprojekt Köpi in Mitte und vom Lausitzer Platz in Kreuzberg – zogen jeweils mehrere hundert Teilnehmer der interkiezionalen Demonstration los, um sich am Schlesischen Tor zu vereinen und anschließend in den Friedrichshainer Nordkiez zu ziehen. Auf dem Weg zur Abschlusskundgebung am Bersarinplatz gab es immer wieder lautstarke Sprechchöre für die räumungsbedrohten Projekte.

In der Rigaer Straße begannen Teile der Demo die noch nicht fertiggestellte Baustelle der Immobilien-CG Gruppe AG anzugreifen. Dabei verjagten sie Securities, und warfen Flaschen, Feuerwerkskörper und Steine auf die Polizisten, wobei auch etliche Autoscheiben kaputt gingen. Die Polizei, so schien es, war mit der Situation komplett überfordert. Sie zog sich zunächst zurück und kesselte, nachdem massiv Unterstützung herangeschafft worden war, den Rest der Demo von drei Seiten ein. Nach längerem Stillstand ging es dann weiter. Es folgte die traditionelle Pyro-Show in der Rigaer und auch am Bersarinplatz, wo die Demo endete.

Zeitgleich griffen Aktivist*innen die Bußgeldstelle der Polizei in Mitte an, und auch nach der Demo brannten im Kiez immer wieder Feuer und flogen Steine, insbesondere am Dorfplatz.

Zur Fotoserie beim Umbruch Bildarchiv

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