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"Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat." Bruce Lee

OnePlus Handy gebrickt? No Problem.

Screenshot: Msmdownloadtool
Vor einigen Wochen wurde endlich LineAgeOS 16 für das OnePlus 6T veröffentlicht. Die Installation hatte ich seither vor mir her geschoben, obwohl ich das Handy voriges Jahr bereits gerootet hatte: Eine Konvertierung der Benutzerdaten über Systemgrenzen hinweg ist trotz Tools wie Titanium Backup nach wie vor nicht ganz trivial. Aber machbar, dachte ich mir und bin dann zur Tat geschritten. Da der root Zugriff unter unter dem Hersteller Betriebssystem OxygenOS Dank TWRP und Magisk zwar einwandfrei funktionierte, jedoch nach jedem Upgrade wiederholt aktiviert werden musste, dachte ich mir, daß ich dann eigentlich gleich LineAgeOS installieren könnte. Also Backup anfertigen, ins Recovery booten und dann erst LineAgeOS, dann OpenGapps und Magisk installieren. Dabei ging irgendetwas schief - möglichweise war das TWRP von Bluespark  nicht ganz unschuldig daran, soweit ich mich entsinne, hatte sich dieses nur in einen der beiden Slots installieren lassen. Jedenfalls scheiterte der Versuch, das offizielle TWRP zu installieren mit der Meldung:

FAILED (remote: Failed to load/authenticate boot image: Load Error)

Nicht nur das, fortan weigerte sich das Mistding hartnäckig, überhaupt in Fastboot oder ins Recovery zu booten geschweige denn, TWRP zu flashen oder via fastboot zu starten. Also keine Chance, das Handy irgendwie zum Laufen zu bewegen. Toll. Verzweiflung macht sich breit. Ein gescheitertes Update führte in der Vergangenheit schließlich oft genug dazu, das teure Telefon zu "bricken" d.h. es war nur noch als teurer Briefbeschwerer und dem sozialen Umfeld zur Mahnung zu gebrauchen. Ich gebe zu, sogar einmal kurz die Supportseite angeklickt zu haben, um das Teil ggf. zur Reparatur einzuschicken. Aber nur für ca. 5 Sekunden. ;-)

Mit den entsprechenden Suchbegriffen bin ich jedenfalls bei xda-developers fündig geworden, wo es für diverse Geräte Unbrick Tools gibt, so auch für das OnePlus 6T. Solange sich das Gerät noch einschalten lässt, ermöglicht dieses (Windows)-Programm eine Wiederbelebung des Zombies. (Angeblich läuft das Programm auch in einer virtuellen Windows Maschine oder unter WINE, das habe ich jedoch nicht probiert, da ich zufällig noch einen Windows Rechner herumstehen habe.)

Das MsmDownloadTool v4.0.59 ist gute 2 Gigabyte groß, denn es enthält OxygenOS v9.0.13. Nach dem Start präsentiert sich das Programm sehr aufgeräumt. Zuvor sollte allerdings das Handy via Datenkabel mit dem Rechner verbunden sein und in der Systemsteuerung solltem QUSB_BULK oder unter Ports > Qualcomm angezeigt werden, was für den OnePlus Chipsatz steht.

Nach dem Start und einigen nicht sonderlich transparenten Aktionen, während derer an einen Kaffee trinken gehen kann, wird das Handy auf den Auslieferungszustand unter OxygenOS v9.0.13 zurückgesetzt, d.h. alle Daten sind weg. Sofern man kein Backup gemacht. Ach ja, und dieses auf einen entsprechenden, externen Datenträger gespeichert hat. Nicht nur wegen der fehlenden transparenten Aktionen bei der Wiederherstellung würde ich auf jeden Fall als erstes entweder TWRP flashen, /Data und /System wipen und das Originalbetriebssystem von OnePlus oder gleich LineAgeOS installieren. Das geht dann "einfach".

Und der Blutdruck sinkt. ;-)

OnePlus 6T: Kaum da, schon gerootet ;-)

Zur Abwechslung mal wieder was über Telefone. Nach 4 Jahren mit dem OnePlus One, dem so allmählich die Puste ausging, war es mir mal nach Veränderung, so orderte ich mir eine neue Telefonzelle. Es musste mit 256 GB internem Speicher und 8 GB RAM natürlich gleich der dickste Bolzen sein. ;-) Da mich die Qualität des Gerätes und die Community in den letzten Jahren überzeugte - in unserem Haushalt werkelt ja auch noch ein OnePlus 3T - war eigentlich klar, daß ich markentreu bleibe. Das vor 5 Monaten erschienene 6er Modell hätte mich eigentlich schon gereizt, aber ich dachte mir, bau nochmal einen Austauschakku ein, vielleicht hält das Teil ja nochmal 4 Jahre durch. Naja, der Akku war bzw. ist ok, auch der Austausch war in 20 Minuten erledigt. Dennoch: Die heutige Software zieht schon etwas mehr Strom und letztlich reichte das nicht einmal mehr über den Tag.

Tests zum 6T gibt es genügend, für mich gab es keinen Grund mehr, zu Googles "Pixel" zurückzukehren, nachdem die Preispolitik der vergangenen Jahre konsequent fortgesetzt und dafür an der 1000€ Marke gekratzt wird. Ein Thema, bei dem Durchgeknallte, die mit einem iPhone "X" herumposen - wohl nur zu einem müde Lächeln können. Aber irgendwie bekommt Apple das mit den Mondpreisen schon zu spüren.

Wie auch immer, nachdem OnePlus sein 6T vor 14 Tagen vorgestellt hatte kam es am Dienstag zur Auslieferung, meines bekam ich dann gestern geliefert. Während ich einem Familienmitglied beim Umstieg von einem ebenfalls 4 Jahre alten iPhone auf ein 6T unterstützte, fand ich noch die Zeit, nach einer Lösung zum Rooten für das 6T, denn ich hätte ja doch ganz gerne meine diversen Apps 1:1 wieder auf dem neuen Handy. Mittels Titanium BackUp kein Problem, allerdings setzt das Root voraus. Kein Problem1:

blu_spark TWRP für das OnePlus 6T
dann noch

Magisk herunterladen


Bei uns an den Linux Rechner gehängt, nachdem ich das 6T eingeschaltet und einen "alles überspringen" Setup Lauf durchgeführt hatte, bin ich in die Einstellungen / Über das Telefon / 7 * auf "Build Number" tippen, um den Entwicklermodus freizuschalten, dann wieder in "Einstellungen / System / Entwickleroptionen" und dort "OEM Entsperrung", "USB-Debugging" und "USB-Debugging Authorisierungen aufheben" aktivieren und dem angeschlossenen Rechner Zugriffsrechte erteilen. (Am besten auch noch "erweiterter Neustart" aktivieren, aber das ist Komfortzone.)

Sodann als root berechtigter User das folgende in die Linux Kommandozeile 2 reinhacken:

fastboot oem unlock

Schwupps - so schnell ist das Handy platt. Genau: beim Entsperren des Bootloaders werden alle Daten gelöscht. Das macht nichts, da ich noch keine Daten darauf habe und deswegen ja auch im "alles überspringen" Setup Lauf unterwegs war ;-)

Nach dem Aufheben der OEM Sperre und der Freischaltung können nun TWRP, der blu_spark Kernel und Magisk installiert werden. Mit

fastboot boot twrp-3.2.3-x_blu_spark_v9.86_op6.img

wird das neue Recovery gebootet, anschließend erlaubt man Änderungen durch Wischen auf dem im unteren Bildschirrm angebotenen Schieberegler. Dann wird in dem nächsten Bildschirm unter "Advanced" der Menüpunkt"ADB Sideload" gewählt, "Wipe Dalvik Cache" und "Wipe Cache" gewählt und dann der ADB Zugriff durch Wischen am Schieberegler im unteren Bildschirmrand ermöglicht, der dann auf dem Computer per sideload aufs 6T gebügelt wird:

adb sideload twrp-3.2.3-xblusparkv9.86op6.zip

Dann kann z.B. mit dem blu_spark Kernel eine Alternative zum regulären Systemkern installiert werden:

adb sideload blusparkr56-oos-pieop6-6t9e9a352.zip

Als Abschluß gibt es dann noch die Installation von Magisk per sideload:

adb sideload Magisk-v17.3.zip

Dann lösche ich eigentlich immer den Cache und starte das Handy neu. Magisk lässt sich zukünftig dann direkt aus der App updaten.

Diese im Gegensatz zu früheren root / Flash Aktionen scheinbar etwas umständlichere Methode der Recovery Installation hängt mit den A/B Partitionen zusammen, die ursprünglich mit Googles Pixel 1 eingeführt und für mehr Sicherheit sorgen sollen. So existiert im Gegensatz zu früheren Versionen keine eigene Recovery Partition mehr, sondern das Recovery ist Bestandteil des Boot Images. Grob gesagt muss deshalb TWRP temporär gebootet werden, um erst mit einem weiteren Installationslauf in einem der Slots eingerichtet zu werden. Die beiden Slots sind in TWRP selbst auch anwählbar, zum Beispiel beim Backup. Auch beim Neustart aus dem Recovery lässt sich der gewünschte Slot wählen.

Die verwendete (inoffizielle) blue_spark TWRP 3.2.3-x Recovery Version v9.86 ist noch in einem recht frühen Entwicklungsstadium, das sollte man bedenken, ebenso wie die angepasste Magisk Version. Zum Beipiel läuft hier das Xposed Modul leider noch nicht, auch gibt es in Sachen LineAgeOS bis jetzt auch nur inoffizielle Versionen. Hier habe ich mich auch noch nicht dazu durchgerungen, auf den Zug aufzuspringen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Momentan schaue ich mir noch sehr wohlwollend das installierte OxygenOS 9.05 an, das unmittelbar nach dem TWRP Flash zum Download bereit stand.

Die A/B Partitionen können wie alles andere in dem kurzen Beitrag hier dargestellte zu Problemen führen, bis dahin, das OnePlus 6T in einen 629€ teuren Briefbeschwerer zu "bricken". Von daher: Alles, was bei mir geklappt hat, kann woanders ins Auge gehen, daher: Nachahmung auf eigene Gefahr, informiert Euch zuvor über die möglichen Folgen, zum Beispiel auch über eventuellen Garantieverlust!

In dem Sinne freue ich mich über Hinweise, Vorschläge, Alternativen und Kritiken, gerne über die Kommentarfunktion!

1: Wem das zu stressig / langweilig / riskant / whatever ist, der kann natürlich auch per OnePlusSwitch bequem von einem alten Android Handy - und auch von iPhones - auf das neue umsteigen. Die App, die in Googles Play Store für Android und hier - leider außerhalb von dem Apple Dingens erhältlich und daher nicht ganz ungefährlich - zu installieren ist, erleichtert einem den Umzug doch sehr, indem ein Barcode auf dem alten durch das neue Handy abzufotografieren ist. Binnen kurzer Zeit landen dann alle Fotos und sonstigen Daten auf dem neuen Gerät.

2: Windows kann das natürlich auch. Möglicherweise gibt es dabei einiges zu beachten, daher verweise ich auf die DroidWiki Anleitung hier.

In diesem Beitrag sind einige Links auf Amazon und eBay gesetzt. Wenn Ihr über diese Links dort etwas bestellt, bekomme ich eine kleine Provision. Irgendwie muss die Kohle für das 629€ teure Teil ja wieder reinkommen. ;-) Für Euch bleibt der Preis derselbe wie bei einem Direktkauf.

Endlich: LineAgeOS für Google Pixel C auch offiziell verfügbar!

Mein Pixel C mit angedockter Tastatur beim Schreiben dieses Kurzbeitrags
Ab morgen ist es endlich soweit, für Googles High End Tablet Pixel C ist das möglich, was es unter dem inzwischen eingestellten Cyanogen Mod nur als Hack gab: LineAge OS erscheint als offizielle Version. Am 1. April 2017 erschien das erste Posting des Entwicklers, danach ging alles recht schnell, ein angepasstes Recovery wurde veröffentlicht, Probleme bei einigen Anwendern mit speziellen Kerneln gelöst, im offiziellen LineAge OS Wiki wurde vergangene Woche dann eine eigene Seite für das Pixel C unter dessen Devicenamen "Dragon" eingerichtet, der seit dem Nightly vom 12. Juni alle seither erschienenen Versionen enthält. Damit sind endlich auch OTA Updates möglich. Einziges Manko: Die passende vendor.img muss separat geladen werden, man kann leider nicht die Standardversion von Google verwenden. Die Version des Entwicklers findet sich jedoch immer in dessen Google Drive zum Download. Die Datei kann über TWRP / Installation / Image dann auf dem Pixel C installiert werden. Keine Sorge, falls man das vergisst: Eine entsprechende Fehlermeldung verweist auf die zu installierende Version der vendor.img.

Es wird eigentlich auch höchste Zeit, denn das im Dezember 2015 erschienene Tablet ist inzwischen auch nicht mehr das jüngste. Davon abgesehen, dass es auch leistungsfähig durchaus mit den aktuellen Tablets mithalten kann war für mich nach der Verwendung des Vorläufermodells Nexus 9 die überragende Tastatur des Pixel C die magnetisch an den Aluminium Unibody des Pixel C angedockt wird, mitentscheident für den Kauf des Tablets.

Die Tastatur ermöglicht es "mal eben" statt mit einem ausgewachsenen Notebook mit einem wesentlich leichteren Gerät die üblichen Officesachen zu erledigen. Hier verwende ich K9 Mail zusammen mit dem PGP/GPG Äquivalent Openkeychain für alles rund um Email, Firefox bzw. Chrome zum Browser und die aus der SoftMaker Schmiede stammenden TextMaker, PlanMaker und Presentations in der HD Version für die sonstigen Dinge. (Übrigens gibt es die Programme auch kostenlos und ohne nervige Werbung, nur eben nicht in der HD Version. Aber zum kurzen Ansehen oder Bearbeiten eines Textes reichen die Versionen allemal.)

Für soziale Netzwerke stehen ja die diversesten Apps zur Verfügung, auch hier ermöglicht einem ein gerootetes Device einfach mehr Kontrolle über die jeweiligen Apps.

Wenngleich es nach wie vor monatlich durch Updates von Google versorgt wird, hat man mit Lineage OS einfach mehr Möglichkeiten - die nicht nur damit zusammenhängen, dass ein gerootetes Gerät Voraussetzung für die Installation ist. Inzwischen sind - im Gegensatz zu früheren Zeiten - die Abläufe rund um das Rooten von Android Devices auch bei weitem nicht mehr so "tricky" und das Risiko, am Ende mit einem teuren, aber schönen Briefbeschwerer da zu stehen, ist wesentlich geringer.