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Stuttgart 21: Weder ZOB noch FOB sondern Großkundgebung

Den Vaihingern reicht's. Nachdem Stadtverwaltung und Gemeinderat die Meinung des Bezirksbeirates wie auch der betroffenen Bevölkerung hinsichtlich der im Zuge von "Stuttgart 21" geplanten Verlagerung des Stuttgarter ZOB nach Vaihingen nicht zu interessieren scheint und auch die Vaihinger Gemeinderäte Blind (SPD) und Sauer (CDU) gegen die Vaihinger Interessen stimmen, soll jetzt Schluss sein mit dem Vertrauen in und Anfang Januar des kommenden eine parteiübergreifende „ZOB-Gegner/innen“ gegründet werden.

Zu den Hintergründen schreibt "VorOrt Extra":
In Vaihingen wächst der Unmut nicht nur über weitere Verkehrsbelastungen durch den geplanten Fern-Omnibusbahnhof, sondern vor allem auch darüber wie Stadtverwaltung und Gemeinderat mit den Interessen und Entscheidungen des Stadtbezirks umgehen. Schon 2003 hatte der Bezirksbeirat Überlegungen den ZOB im Zuge von Stuttgart 21 nach Vaihingen zu verlegen einstimmig abgelehnt. Die Stadtverwaltung hat die Planungen dennoch stillschweigend weiter verfolgt. Und als nun jüngst der Gemeinderat gegen den erneut erklärten Willen der Vaihinger Räte, den Standort Vaihingen beschloss, wurde der Bezirksbeirat über die konkreten Planungen gar erst im Nachhinein informiert. (...)

Und nicht nur den Vaihingern reicht's. Erst kürzlich wurden 67.000 Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt und der Stadt Stuttgart übergeben. Zu spät? Denn der Bürgerentscheid wurde abgelehnt. Es gibt auch genügend Gründe gegen das Großprojekt und durchaus auch Alternativen. Für den 15.12.2007 ruft das Bündnis Leben in Stuttgart zu einer Großkundgebung vor dem Landespavillon/Planetarium im Mittleren Schloßgarten auf. Dort sollen Prof. Dr. h.c. Max Bächer, Peter Conradi und andere sprechen.

Marktplatz in Stuttgart am 4.10. Foto: Roland Hägele / action Stuttgart

Siehe auch:
67.000 Bürger unterschreiben gegen "Stuttgart 21"
• Stuttgart 21: Keine Verlagerung des ZOB nach Vaihingen!
Laterne, Laterne...

Vom ZOB über den FOB zum Großbauprojekt

Über die Sitzung des Bezirksbeirats Vaihingen am 13. 11. 2007 berichtet VorOrt Vaihingen:
Fop wäre noch besser gewesen, als die Stadtverwaltung am Dienstag im Nachhinein die Pläne für den Omnisbusbahnhof in Vaihingen dem Bezirksbeirat vorstellte. Nicht mehr ZOB heiße der dann, sondern FOB (Fern Omnibus Bahnhof). Gefoppt werden sollten dabei erneut die Bezirksbeiräte und die mehr als 120 Vaihinger, die dem Aufruf von VorOrt gefolgt waren und ihren Unmut gegen die Pläne zum Ausdruck brachten. Gelungen ist der Verwaltung es allerdings nicht, den Bezirksbeiräten den Omnibusbahnhof als "Bereicherung für Vaihingen" (wie es der Vaihinger CDU-Stadtrat Jürgen Sauer sieht) zu verkaufen. Der Bezirksbeirat lehnte auch einen FOB in Vaihingen ab. Lediglich FDP Bezirksbeirat Ruppmann stimmte zu.
Und im Bemühen der eher flappsig argumentierenden Stadt- und Verkehrsplaner, den ZOB oder FOB als das kleinere Übel doch noch zu verkaufen, kamen nur weitere Übergehungen des Bezirksbeirats und der Vaihinger Bevölkerung bezüglich zusätzlicher Beton- und Verkehrskampfmaßnahmen gegen Vaihingen zum Vorschein.
Es stellte sich nämlich heraus, dass das für den Busbahnhof vorgesehene Gelände entlang der Bahnlinie längst nicht mehr der Deutschen Bahn AG gehört, sondern bereits 2003 oder 04 von dem Immobilienverwerter Aurelis Real Estate GmbH & Co KG, wie viele andere stillgelegten Bahngelände gekauft wurde und diese wohl in Absprache mit der Stadtverwaltung längst umfangreiche Baupläne entwickelt hat. In einem Kundenprospekt der Aurelis findet sich bereits 2005 eine Einladung an Investoren, dieses Gelände massiv zu bebauen: "Ca. 50 000 m2 Bruttogeschossfläche sind für Büros und ergänzende Nutzungen vorgesehen". Das ist eine deutlich höhere Baumasse als heute z.B. auf dem gesamten Gelände der Schwaben-Galerie.
Nachdem nun auch im Zusammenhang mit dem Busbahnhof dort umfangreiche Büro- und Geschäftskomplexe entstehen sollen, drängt sich doch der Verdacht auf, dass der Bahnhof deshalb nach Vaihingen soll, damit die städtische Infrastruktur der Aurelis endlich interessierte Investoren für das Gelände bringt.
Was dies für die Verkehrsentwicklung in Vaihingen bedeutet, muss nicht noch näher ausgeführt werden.
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