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"Wenn Gott wirklich existierte, müsste man ihn umbringen." Michail Bakunin

TV Tipp: "Die Unwertigen"

"Elfriede Schreyer, Richard Sucker, Waltraut Richard und Günter Discher haben keine unbeschwerte Jugend erlebt. Ihre Zeit im Kinderheim oder Jugend-KZ war von Demütigungen, Schlägen, Hunger und Angst um das schlichte Leben geprägt. Viele ihrer Leidensgenossen wurden von den Nazis in Heimen oder Vernichtungslagern ermordet. Während die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in den NS-Jugendorganisationen »gleichgeschaltet« wurde, hatte man diejenigen, die sich nicht in das System fügten, zu »Unwertigen« erklärt. Auch nach dem Ende der Diktatur, in der jungen BRD, änderte sich zunächst wenig. Elfriede Schreyer blieb im »Kalmenhof«, einem sogenannten Erziehungsheim. Als Kind mit Schreib- und Leseschwäche war sie von den Nazis dort eingewiesen worden, mit der Diagnose »mittlerer Schwachsinn«. So stigmatisiert verbrachte Elfriede Schreyer über 30 Jahre im »Kalmenhof«. Erst 1972 erreichte eine engagierte Psychologin ihre Entlassung. Bis heute ist sie nicht angemessen entschädigt worden. Auch die anderen warten vergebens auf Wiedergutmachung. Der Film »Die Unwertigen« von Renate Günther-Greene erzählt die Geschichte dieser vier Menschen, die überlebt haben, aber bis heute von den traumatischen Erlebnissen der verlorenen Jahre geprägt sind."



Sonntag, 6. Juni 2010, 22.30 Uhr auf 3Sat

Via "junge Welt"

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Comments

    • Posted byGlamypunk
    • on
    Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie bruchlos Maßnahmen und Menschenbilder des Naziregimes in die junge Nachkriegsrepublik übernommen wurden.
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    • Posted byRdB!!
    • on
    Zu Berlin hätte ich einen Veranstaltungstipp zum Thema:
    Am 13. Juni 2010 jährt sich zum 72. Mal die Durchführung der Aktion "Arbeitsscheu Reich" durch die Kriminalpolizei, die einen offiziellen Beginn der "Asozialenverfolgung" markierte. Sie stellte die Legalisierung einer jahrelang zunehmenden Ausgrenzungspolitik durch Stigmatisierung und Kriminalisierung sogenannter sozialer Randgruppen dar. Betroffene waren zum Beispiel Obdachlose, BettlerInnen, Prostituierte, Homosexuelle, Sinti und Roma, AlkoholikerInnen, die u. a. als "Unangepasste", "Un- bzw. Minderwertige", "Unnütze", "Arbeitsunwillige " bzw. "Volks oder Gemeinschaftsfremde" gebrandmarkt wurden. Diese Entwicklung in Verbindung mit der im Laufe des 19. Jahrhunderts entstandenen und weiterentwickelten Rassentheorie bildete die Grundlage für die Verbrechen der Nazis an den sogenannten Asozialen nach 1933.

    Gedenkveranstaltung:13. Juni 2010 - 11:00 Uhr
    Platz vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude des Arbeitshauses, Rummelsburg [Hauptstraße 8] Zwischen Hildegard-Marcusson-Straße und Georg-Löwenstein-Straße. Anfahrt: Tram 21 bis Kosanke-Siedlung oder SBhf. Rummelsburg [Fußweg ca.10 min]
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