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Blogkino: The Spanish Earth (1937)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "The Spanish Earth" von Joris Ivens nach dem (Dreh)buch von John Dos Passos und Ernest Hemingway. Zum Plot eine Besprechung von Sean Gilman. "Geht es nur mir so oder klingt der Hemingway-Erzähler in den Köpfen aller anderen immer wie Orson Welles? Jedenfalls spricht Welles den Text von Hemingway und Jon Dos Passos in diesem Dokumentarfilm, den der niederländische Filmemacher Joris Ivens mitten im Spanischen Bürgerkrieg drehte. Als ob das nicht schon genug Starpower wäre, stammt die Musik von Marc Blitzstein (Cradle Will Rock) und Virgil Thomson, einem der ersten großen amerikanischen Komponisten der Klassik (neben Charles Ives, Aaron Copland und George Gershwin). Thomson gewann den Pulitzer-Preis für seine Filmmusik zu Robert Flahertys Louisiana Story, und obwohl dieser Film nicht so gut ist (im Gegensatz zu Thomsons üblichem, ganz und gar amerikanischem Stil ist er sehr spanisch angehaucht), ist er doch recht charmant. Der Film ist im Stil einer Wochenschau gedreht und später mit Toneffekten und Voice-over unterlegt, aber Ivens hat ein Auge für eindrucksvolle Bilder und einige seiner Schnitte sind ziemlich clever (ich erinnere mich an einen bestimmten Schnitt von einem Gewehrschuss zu einem Loch im Sonnenlicht, das durch die Ellenbogenbeuge eines Soldaten scheint).

Der Film spielt während des Marsches der Faschisten auf Madrid und konzentriert sich auf zwei Geschichten: die der Bevölkerung der Hauptstadt, die sich auf den möglichen Angriff vorbereitet (Evakuierung der Kinder, Bildung von Milizen aus Fußballspielern und Stierkämpfern), und die eines nahe gelegenen Dorfes, das einen Bewässerungsgraben baut, um sein unbewohntes Brachland für die Ernährung der belagerten Stadt zu nutzen. Das Drehbuch ist voller prägnanter "Hemingwayismen", die manchmal wie die Hemingway-Parodie in Woody Allens Midnight in Paris klingen. 

Mein Favorit: ein Riff nach der Schlacht, in dem es darum geht, dass Sechser rausgingen und nur Zweier und Dreier zurückkamen. Die Szenen auf dem Bauernhof sind in Ordnung, aber sie verblassen im Vergleich zu den ähnlichen Bauarbeiten in King Vidors kommunitärem Klassiker Unser tägliches Brot, der drei Jahre zuvor veröffentlicht wurde. Vielleicht hätten die Schlussszenen, in denen das Wasser fließt, um die ausgetrocknete spanische Erde zu lindern, eine triumphalere Wirkung gehabt, wenn wir nicht bereits das endgültige Schicksal der Loyalisten und dieser Bauern kennen würden. Andererseits verleiht das dem ganzen Film eine ungewollte Schärfe, und Vidors kommunistischen Bauern erging es wahrscheinlich nicht viel besser, als der McCarthyismus und Gruppen wie Vidors eigene randianische antikommunistische Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals sie in die Finger bekamen.

Es ist diese scheinbar offensichtliche Tatsache, die Ivens' Dokumentarfilm für mich deutlich macht: dass es sich um einen Krieg handelte, der von Menschen geführt wurde, die tatsächlich an die extremsten Varianten der modernen politischen Theorie glaubten und sie in die Tat umsetzten. Er konzentriert sich auf die Linke, die loyalistische Seite mit ihren armen Leuten, die sich in einem kommunitären Ideal zusammenschlossen, um sich vor den eindringenden Faschisten zu schützen (mit Hilfe, wie er immer wieder anmerkt, des ausländischen Einflusses der Deutschen und Italiener, wobei die Unterstützung, die die loyalistische Seite von den Sowjets erhielt, unerwähnt bleibt), aber indem er diese Loyalisten als Individuen betrachtet, wird die Tatsache deutlich, dass die Faschisten auch eine Massenbewegung waren.

Ich kann mir vorstellen, dass Ivens es vorziehen würde, die Faschisten nicht als Individuen, sondern als abstrakte Kräfte des Bösen zu sehen, aber in ihrer auffälligen Existenz aus dem Off ist ihre Präsenz, ihre Bedrohung, unausweichlich. Spanien wurde seine Demokratie nicht gestohlen oder der Totalitarismus aufgezwungen: Ein beträchtlicher Teil der spanischen Bevölkerung wollte so sehr in einer Diktatur leben, dass sie für das Recht, einen faschistischen Staat zu schaffen, kämpften, töteten und starben.

Ich finde diese Wahrheit absolut erschreckend. Das war der erste Film, den meine Tochter gesehen hat, und sie hat ihn fast bis zum Ende der 55 Minuten Laufzeit durchgehalten. Ich weiß nicht, was genau sie daran so fasziniert hat. Normalerweise bevorzugt sie farbige Bilder und schrillere Schnitte und hat nur wenige interessante Meinungen zu Politik oder Geschichte. Vielleicht war es die Filmmusik (sie hat in den 13 1/2 Wochen ihres Lebens schon viele Thomson-Filme gehört), oder vielleicht mag sie einfach Orson Welles' Stimme (wer mag sie nicht?). Wie dem auch sei, sie war ganz hingerissen, bis sie einschlief. Soweit sie weiß, hatte der Krieg ein glückliches Ende."


Zu groß? Zu klein? Zu lang? Zu kurz? Falsche Farbe? Kommt zum Kleidertausch ins Waldheim Gaisburg!

Das Bild zeigt einen Kleiderkreis mit dem Text: Samstag, 1. Oktober, ab 12Uhr Zu groß? Zu klein? Zu lang? Zu kurz? Falsche Farbe? Kommt zum Kleidertausch ins Waldheim! Kleiderabgabe: ab 11 Uhr Beginn: 12 UhrSamstag, 1. Oktober, ab 12Uhr

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Upcycling-Kreativ: Jeder Mensch ist einzigartig – die Kleidung auch?

Jedes Kleidungsstück wurde irgendwann mit hohem Energie- und Wasseraufwand produziert und oft schnell entsorgt, weil es nicht mehr „in“ ist. Die weltweiten Ressourcen sind aber nicht unbegrenzt. Jürgen Koch erweckt mit seinem Label „Eilia-fashion“ diese Kleider zu neuem Leben. Koch gestaltet second-hand-kleidung individuell. Jedes seiner Kleidungsstücke und der schuhe ist ein absolutes Einzelstück.

Eigenwillige Kombinationen, Materialmix, Farbgestaltung mit Techniken wie Batik, Bemalen, Bleichen oder Tauchen – alles ist möglich.

Jürgen Koch bietet am 24. September vor der Spinnerei von 10 Uhr bis 16 Uhr einen speziellen Workshop an.

Vorbei kommen und fasziniert sein.

Spinnerei, Maille 3 in Esslingen

Blogkino: Rogue Male (1976)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus den Fernsehfilm "Rogue Male" von Clive Donner mit Peter O'Toole Im Jahr 1939 beschließt Sir Robert Hunter, Adolf Hitler zu ermorden, doch sein Schuss geht daneben. Nach seinem Attentat wird er von der Gestapo gefasst und gefoltert. Doch als die Gestapo ihn fast tot an einer Klippe zurücklässt, gelingt Sir Robert die Flucht nach England. Dort wird ihm nach einer Weile klar, dass die Gestapo ihm gefolgt ist. In dem Wissen, dass die Regierung ihn an die deutschen Machthaber ausliefern würde, verschwindet Sir Robert im Untergrund, um von dort aus den Kampf mit seinen Verfolgern aufzunehmen.

Blogkino: Die Reise für das Leben - 28 Jahre nach dem zapatistischen Aufstand (2021)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus den Vortrag "Die Reise für das Leben - 28 Jahre nach dem zapatistischen Aufstand". In dem Vortrag ging es um die Gründe für den Aufstand, wie dieser ablief, welche Errungenschaften dieser mit sich brachte und wie die aktuelle Lage vor Ort ist.

Blogkino: Les anarchistes individualistes

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus eine Kurzdokumentation zur Geschichte der individualistischen Anarchisten, die mit der Zeitung l'anarchie verbunden waren. Zu sehen sind beispielsweise Anna Mahé, die die Zeitung mit Albert Libertad mitbegründete, Rirette Maitrejean, die über Victor Serge in den Prozess gegen die Bonnot-Bande verwickelt war, von der in dieser Präsentation ebenfalls die Rede ist... Produktion des Videos : Centre d'Histoire sociale (CNRS/Universität Paris1). Regie der Video-Dokumentation: Jeanne Menjoulet.

Revolution mit dem Tanzbein: Blackbraid - Sacandaga

Das Native-American-Black-Metal-Projekt BLACKBRAID, ein Projekt von Sgah'gahsowáh, einem jungen Mohawk aus den Adirondack Mountains im Staat New York. hat ein Musikvideo zum Song „Sacandaga“ veröffentlicht. Der Track stammt vom am morgigen 26. August erscheinenden Debüt „BlackBraid I“.

Die Tracklist:

1. The River Of Time Flows Through Me
2. As The Creek Flows Softly By
3. Sacandaga
4. Barefoot Ghost Dance On Bloodsoaked Soil
5. Warm Wind Whispering Softly Through Hemlock At Dusk
6. Prying Open The Jaws Of Eternity

Ein Platz für Betty Rosenfeld!

Buchcover „Betty Rosenfeld – Zwischen Davidstern und roter Fahne“Unter dieser Forderung hat sich eine Initiative zusammen gefunden, die mit untenstehender Petition an den Stuttgarter Gemeinderat eine Umbenennung des Bismarckplatzes in Betty Rosenfeldplatz erreichen will.
Als erste öffentliche Aktivität der Initiative fand am 23. Juli 2022 auf dem Bismarckplatz eine Lesung aus der Biographie Betty Rosenfelds statt. Etwa 150 Zuhörer verfolgten den Vortrag von Susanne Heydenreich (Theater der Altstadt).

Die Petition kann man hier unterschreiben

Petitionstext:
Wir möchten den Stuttgarter Gemeinderat auffordern, die Umbenennung des Bismarck-Platzes in Betty-Rosenfeld-Platz zu beschließen.

Die Erinnerung an Betty Rosenfeld, an ein beispielhaftes Leben für die Freiheit und soziale Gerechtigkeit darf nicht verschüttet bleiben. Daher soll ein Platz im Stuttgarter Westen an sie erinnern. Etwa der Bismarck-Platz: Dieser müsste nicht länger für einen autoritären preußischen Politiker stehen, der alles andere als ein Demokrat war, dessen aggressive Außenpolitik drei Kriege vorbereitete und der mit den Sozialistengesetzen die SPD verboten hat. Hingegen würde dem bald erneuerten Platz besser eine mutige Demokratin aus dem Westen selbst, die ihr Leben im Engagement für internationale Solidarität und Freundschaft verloren hat, zu Gesicht stehen.

Eine Petition der AnStifter und der Initiative "Ein Platz für Betty Rosenfeld".

Begründung:
Betty Rosenfeld ist in Stuttgart-West aufgewachsen. Sie lebte mit ihrer jüdisch-liberalen Familie in der Breitscheidstraße, sie besuchte das Königin-Olga-Stift und wurde am Katharinenhospital zur Krankenschwester ausgebildet. Die politische Entwicklung in der Weimarer Republik ließ sie bald aktiv gegen die Nazis werden. Doch als Jüdin und Kommunistin sah sie sich in den dreißiger Jahren zweifach zur Flucht nach Palästina gezwungen. Aber bald war sie die einzige Frau aus Stuttgart, die sich in Spanien den Internationalen Brigaden anschloss, um dort für die Freiheit und gegen die Faschisten zu kämpfen. Ihr Lebensweg endete nach einer jahrelangen Odyssee durch französische Internierungs-Lager in Auschwitz. 


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