trueten.de

»Es ist besser stehend zu sterben als auf Knien zu leben.« Emiliano Zapata Salazar

Von Trauer zu Wut zu Widerstand

Das Foto von © Sabine Scheffer zeigt die Demo, Dabei hält eine ansonsten nicht sichtbare Person eine Schwarze Tafel mit dem weißen Text: "Wir bleiben laut" im Hintergrund ist eine weitere Tafel mit dem Text "CDU Fresse halten Eure Politik gefährdet queere Leben"
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv

Nach dem Anschlag auf den CSD gingen am Sonntag 3000 Menschen gemeinsam für Solidarität und Selbstorganisierung auf die Strasse.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Nach dem LGBTI+ feindlichen Angriff auf den CSD Berlin, haben bürgerliche Presse und Politik nicht lang auf sich warten lassen, eine rassistische Hetzkampagne zu starten. Diesen schrecklichen Angriff und ihre Spaltungsversuche wollen wir nicht unbeantwortet lassen!

Ein Lieferwagen rast in die Menschenmenge. Bei der Berliner Pride-Parade wurden über ein Dutzend Menschen schwer verletzt, eine Frau wurde ermordet. Diese Nachricht hat uns alle erschüttert. Dieser Angriff ist Teil der eskalierenden Gewalt gegen LGBTI+ in den letzten Jahren: Hunderte von Faschisten mobilisieren gegen Pride-Paraden und verüben körperliche Übergriffe – und nun: ein Angriff auf eine der größten Pride-Paraden Europas. Die Regierung schürt diese Hetze noch weiter; vor ein paar Jahren schwenkten sie noch Regenbogenfahnen, und jetzt wird das Stadtbild angeblich „zu vielfältig“ für sie?! Die Gewalt gegen uns ist systemisch.

Wir sehen bereits, wie reaktionäre Medien polizeiliche Durchsuchungsbefehle instrumentalisieren, um religiöse Gemeinschaften und Migrant*innen zu stigmatisieren. Diese hasserfüllte Hetze ist Teil einer Faschisierung, die seit Jahren gegen LGBTI+-Personen und Migrant*innen gerichtet ist. Trans-Personen wird ihre bloße Existenz abgesprochen, und Migrant*innen werden von der Polizei am helllichten Tag schikaniert und sogar ermordet. Wir gedenken Lorenz A., Ella und Malte C.

Lasst uns gemeinsam am Sonntag die Straßen nehmen, von Trauer, zu Wut, zu Widerstand!

(aus: Aufruf zur Demonstration)

 

Weitere Ereignisse zu diesem Thema


 

Protestauftakt gegen Wahlkampf der AFD

Das Foto von © Björn Obmann zeigt eine Hand, die eine Tafel mit dem Text "Braune Flaschen gehören in den Altglascontainer und nicht ins Parlament" daneben eine gemalte Flasche mit dem Etikett "FcK AfD" hält. Dahinter sind unscharf die Teilnehmer der Protestkundgebung zu sehen.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Mehrere Hundert Menschen protestierten mit einer kurzfristig organisierten Kundgebung und einem Konzert am Eastgate in Marzahn gegen einen spärlich besuchten Wahlkampfauftakt der AfD. Beide Kundgebungen waren nur rund 50 Meter entfernt und durch einen Polizeikordon getrennt. Bei der Gegendemo spielte u.a. Kafvka, um den Protest zu unterstützen. Mit einer riesigen Regenbogenfahne forderten die Demonstrant*innen Schutz queerer Menschen und solidarisierten sich mit LGBTQIA+. In weiteren Redebeiträgen machten Marzahner Aktivist*innen auf die Situation im Kiez aufmerksam und das New Casa lud zu zahlreichen Veranstaltungen ein.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Links


 

81. Jahrestag - Hiroshima mahnt

Heute ist der 81. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Nagasaki.  Das Netzwerk Friedenskooperative stellt eine umfangreiche Übersicht zu den Aktivitäten rund um die Gedenktage zur Verfügung. Aktuell finden sich in dem Terminkalender mehr als 80 Veranstaltungen bundesweit. Beteilige dich an den Aktionen! Hier findest du alle Infos.

Es waren nur wenige Wochen zwischen dem ersten Atomtest im US-Bundesstaat New Mexico und dem ersten Praxistest in Hiroshima. Am 16. Juli 1945 war die im Manhattan-Projekt entwickelte Atombombe auf dem Testgelände bei Alamogoro gezündet worden; ihre Sprengkraft betrug 21 Kilotonnen TNT. Die Explosion war erfolgreich, aber über die tödliche Wirkung konnte der Test nichts Definitives aussagen. 20 Tage später detonierte die 12,5-Kilotonnen-Bombe mit dem niedlichen Namen "Little Boy" in Hiroshima, drei Tage später eine weitere Bombe namens "Fat Man" über Nagasaki. Die Wirkung der Bomben war kolossal: Zwischen 90.000 und 200.000 Menschen starben unmittelbar. Weitere 130.000 Menschen starben bis Jahresende. Bis 1950 war die Zahl der Spätopfer in beiden Städten auf insgesamt 230.000 gestiegen. Strahlenopfer sind auch heute noch in der dritten Generation zu beklagen. 

„Der obige Befehl ergeht an Sie auf Anweisung und mit Zustimmung des Kriegsministers und des Generalstabschefs der amerikanischen Streitkräfte.“

(Befehl an den General Carl Spaatz, Oberkommandierender der amerikanischen strategischen Luftwaffe für den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima)

 

„Ich habe nie bereut und mich nie geschämt, denn ich glaubte damals, dass ich meine patriotische Pflicht tat, als ich den Befehlen folgte, die man mir gab.“

(Oberst Paul W. Tibbets, der die Atombombe über Hiroshima ausklinkte)

Der Atompilz über Hiroshima fotografiert aus dem Heck der Enola Gay Bildquelle: WikiPedia

Obwohl Japan zum damaligen Zeitpunkt militärisch bereits am Ende war, nahm die U.S. Militärführung unter der Führung von US-Präsident Truman zehntausende von Opfern in Kauf: 140.000 starben bis Ende 1945 an den Folgen des Abwurfs. Der zweite Atombombenabwurf auf Nagasaki geschah drei Tage später, am 9. August 1945. Die Opfer steigerten sich dadurch auf über 250.000.

Opfer des Atombombenabwurfs in Hiroshima mit Ganzkörperverbrennungen, fotografiert von Onuka Masami

Opfer des Atombombenabwurfs in Hiroshima mit Ganzkörperverbrennungen, fotografiert von Onuka, Masami, Gemeinfrei

Lesetipps zum Thema vom Lebenshaus Alb:
"Der Fluss war voll von toten Menschen und ich konnte die Wasseroberfläche überhaupt nicht mehr sehen"
"Ich fühlte, dass die Stadt Hiroshima auf einen Schlag verschwunden war"
Was den Menschen von Hiroshima und Nagasaki Grauenhaftes widerfahren ist
Nacht der 100.000 Kerzen zum Hiroshimatag - “Verhängnisvollste Erfindung der Menschheitsgeschichte”

Siehe auch:
"Erklärung der Weltkonferenz gegen Atomwaffen 2010", dokumentiert bei der Tageszeitung "junge Welt"
Democracy Now! Archive zu Hiroshima und Nagasaki
• Die Geschichte von Shin's Dreirad


 

Drag* March 2026

Das Foto zeigt 4 Teilnehmer*innen des Drag March Berlin, die ein Transparent halten, auf dem in Blickrichtung links 2 pinke Schnür-High-Heels in der der Mitte der Text "Drag* March Berlin " sowie rechts das Logo des "Ordens der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz und von Travestie für Deutschland" abgebildet sind.

Foto: © Monika von Wegerer via Umbruch Bildarchiv

Der erste offizielle Drag* March in Berlin fand am 24. Juli 2026 als Auftakt des CSD-Wochenendes statt und wurde vom Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz und von Travestie für Deutschland mitgetragen. Die rund einen Kilometer lange Route führte vom Platz der Republik zum Brandenburger Tor. Die Demonstration für Sichtbarkeit, Vielfalt, Demokratie und Solidarität stand unter dem Motto: „Haltung ist Hot – Segen statt Hetze!“

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Links


 

Blogkino: Le Clan des Siciliens (1969)

Heute führen wir in unserer Reihe Blogkino die Reihe mit französischen Krimis mit dem Gangsterfilm "Le Clan des Siciliens" fort: Profigangster Roger Sartet hat ein Problem. Er sitzt im Gefängnis und als Mörder eines Polizisten droht ihm die Guillotine. Er muss also schnellstens aus dem Gefängnis entkommen. Um sich Hilfe von außen zu sichern, bändelt er mit dem aus Sizilien stammenden Clan der Malanese an. Über einen ebenfalls einsitzenden Sohn der Familie lässt Sartet durchsickern, dass er über Insiderwissen verfügt, das einen spektakulären Diamantenraub zum Kinderspiel machen würde...


 

DYKE* March 2026

Das Foto zeigt einige Teilnehmer*innen des Marsches, die in die Kamera lächeln. Eine hält eine Papptafel mit dem mit Glitzergold geschriebenen Text "Dyke Power" nach oben.

Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv

Mehr als 10.000 Menschen beteiligten sich am diesjährigen Dyke* March vom Roten Rathaus bis zum Oranienplatz.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Als Dykes* spüren wir die Gefahr von Rechts unmittelbar: Unsere Rechte werden angegriffen, patriarchale Gewalt und Diskriminierung nehmen zu – ob auf der Straße, in der Familie oder in Form von Repressionen gegen linke Proteste. Während der Staat Milliarden in Militarisierung investiert, wird überall sonst gekürzt.

Diese Kürzungen treffen besonders (BIPoC) Dykes*, Frauen, trans*, nichtbinäre und queere Menschen sowie arme Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte, Menschen mit Behinderungen, Neurodivergenz, chronischen und/oder psychischen Erkrankungen.

Deshalb gehen wir laut und unüberhörbar auf die Straße: für eine Gesundheitsversorgung für alle, für körperliche Selbstbestimmung, für ein Adoptionsrecht, das lesbische Lebensrealitäten mitdenkt, gegen Sozialabbau und gegen Sonderregister für queere Menschen. Nicht nur, um zu verteidigen, was wir gewonnen haben, sondern um Befreiung für alle zu erkämpfen.

Der Kampf gegen Faschismus ist dabei notwendige Voraussetzung für unsere Freiheit.

Gemeinsam solidarisch

Der Dyke* March ist ein Ort unterschiedlicher politischer Positionierungen. Was uns verbindet, sind gegenseitiger Respekt, Solidarität mit marginalisierten Menschen und die Ablehnung jeder Form von Menschenfeindlichkeit. Politische Differenzen müssen hier nicht verschwinden. Für uns ist aber klar: Trotz alledem wehren wir uns gemeinsam gegen den Faschismus. (…)

aus dem Aufruf zum Dyke* March 2026 

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Links


 

Never entrust your fate or the solution of your problems to political professionals

Das Bild zeigt Buenaventura Durruti in jungen Jahren im Anzug

 

 

 

 

 

 

 

Buenaventura Durruti (1896–1936)

"Never entrust your fate or the solution of your problems to political professionals, nor allow leaders to emerge among you. Both deceive you and will do the impossible so that you cannot escape your condition of slaves. In reality you will not be free until you are able to organise your own struggle leading to a total change in the way people live..."

José Buenaventura Durruti Dumange


 

k9 » größenwahn » politischer fiimabend: Die Halbstarken

Der Flyer zum Filmabend zeigt neben den Angaben zum Film in Kurzfassung ein verfremdetes Foto einer Kinoreklametafel mit dem historischen Filmplakat mit Karin Baal und Host Buchholz. Der Flyer ist Blutrot mit schwarzem Kontrast gehalten

„Die Halbstarken“ skizziert den gesellschaftlichen Konflikt zwischen der kleinbürgerlichen Welt der spießigen Adenauer-Gesellschaft, sowie den an US-amerikanischen Vorbildern orientierten Jugendlichen aus Rock´n´Roll, neuen Klamotten etc. Alles was provokant wirken mußte, war beliebt und gegen die restriktiven Forderungen und preußischen Ideale wie gegen jede Ordnung, Disziplin, bedingungslose Unterordnung unter Autoritäten, der "Alten".

"Halbstarke" wurden in der BRD ab der 1950er Jahre fast überwiegend nur männliche Jugendliche aus der Arbeiterklasse bezeichnet, die durch ihr provokantes Verhalten, Lederjacken, Jeans, aufgemotzte Mopeds und besonders Rock'n'Roll gegen die bürgerliche Normen rebellierten. Ihre Krawalle prägten da ein neues, subkulturelles Jugendbild. Eine neue, von "Alten" als "verdorben" oder "Rowdy" wahrgenommene Generation. Während die post-nationalsozialistische westdeutsche Filmindustrie Produktionen wie "Hunde, wollt ihr ewig leben", "Division Brandenburg" oder "So war der deutsche Landser" auf den Markt bringt, stürmen die Jugendlichen in Filme mit amerikanischen Rebellen wie Marlon Brando ("Der Wilde", 1953, "Die Faust im Nacken"1954, James Dean, "... denn sie wissen nicht, was sie tun"1955, "Jenseits von Eden" 1955, "Giganten", 1956) Der Film ist lediglich ein kleiner Einblick, mit Ausschnitten in den westdeutschen/westberliner Nachkriegsalltag, mit rebellierenden jugendlichen gegen Zucht, Ordnung+Spießigkeit.

Der Film wurde im Juli und August 1956 in Westberlin gedreht.

Schwarzweißfilm von Georg Tressler, 92 Minuten

combatiente zeigt geschichtsbewußt:

revolucion muß sein!
filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen
kinzigstraße 9 « 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee


 

Wenn sie auf dem „Torment Nexus“ bestehen oder: Dein Auto sollte dich nicht ins Gefängnis fahren

Vor ein paar Wochen hat ein selbstfahrendes Taxi der Marke Waymo in San Mateo, Kalifornien, zwei Kinder in die Hände der Polizei gebracht. Die Maschine stellte fest, dass ihre beiden 15-jährigen Fahrgäste Alkohol tranken und mit Spielzeugwaffen herumschossen, also alarmierte sie die Polizei, fuhr von selbst auf einen Parkplatz und schaltete sich aus. Die Kinder wurden daraufhin von den bewaffneten Männern (und möglicherweise Frauen) festgenommen, die gnädigerweise beschlossen, die Teenager nicht hinter Gitter zu stecken, sondern sie ihren Eltern zurückzugeben. Diesmal.

Fast jeder Artikel, den ich zu diesem Thema gelesen habe, will unbedingt betonen, dass die Kinder nicht im Auto eingesperrt waren, dass sie frei waren, zu gehen. Dass es den beiden Fünfzehnjährigen freistand, von einem beliebigen Parkplatz aus zu gehen, Gott weiß, wie weit von zu Hause entfernt. Als ob das alles in Ordnung machen würde.

Und ich habe viele Artikel über den Vorfall gelesen, weil mich mindestens ein Dutzend Leute in den Beiträgen getaggt oder mir Nachrichten dazu geschickt haben. Denn 2015 veröffentlichte Vice eine Kurzgeschichte von mir namens One Star, in der es um einen nicht-binären Graffitikünstler geht, der in einem selbstfahrenden Taxi gefangen ist, das beschließt, ihn ins Gefängnis zu fahren. Es ist eine kurze Lektüre, kaum länger als mein durchschnittlicher Newsletter.

Ich kam mir damals, als ich sie schrieb, richtig clever vor. Die Idee dazu kam mir, als ich mit ein paar Freunden in dem Van, in dem ich früher gewohnt hatte und den ich „Leviathan“ getauft hatte, quer durch das Land reiste. Weil er gigantisch war und die Zivilisation verkörperte.

Selbstfahrende Autos befanden sich zu diesem Zeitpunkt gerade mal in der Proof-of-Concept-Phase, aber ich erklärte, dass ich es toll fände, wenn „Leviathan“ von selbst fahren könnte – wenn ich einfach hinten in meinem eigenen Bett schlafen könnte, während mein Van mich dorthin bringt, wo ich hinwollte.

„Wenn sie selbstfahrende Autos erfinden, werden sie die Leute einfach ins Gefängnis fahren. Das weißt du doch, oder?“, sagte mein Freund zu mir.

Ich hatte keine Antwort für ihn, denn er hatte recht. Es gab nie eine Chance, dass eine Strafgesellschaft wie die USA selbstfahrende Autos als etwas anderes entwickeln würde als eine Erweiterung der sozialen Kontrolle und der Strafjustiz.

Also schrieb ich eine Geschichte darüber, verkaufte sie an Vice und versuchte seitdem, nicht zu viel darüber nachzudenken.

Zehn Jahre später wurde diese Geschichte wahr.


Im Jahr 2021 twitterte der „The Onion“-Autor Alex Blechman:

Der Screenshot zeigt den Tweet von Alex Blechman
Sci-Fi-Autor: In meinem Buch habe ich den „Torment Nexus“ als warnendes Beispiel erfunden. 
Tech-Unternehmen: Endlich haben wir den „Torment Nexus“ aus dem klassischen Sci-Fi-Roman „Don’t Create The Torment Nexus“ geschaffen.

Seitdem ist „Torment Nexus“ zum Synonym für die schrecklichen Dinge geworden, die Menschen (vor allem diejenigen, die Tech-Unternehmen leiten) tun und die von den schlimmsten dystopischen Vorstellungen von Science-Fiction-Autoren inspiriert zu sein scheinen.

Alex Blechman sprach konkret davon, wie Facebook seinen Namen in Meta änderte und versuchte, das Metaversum zu entwickeln – inspiriert vom Metaversum aus dem dystopischen Cyberpunk-Unternehmensroman Snow Crash von Neil Stephenson. Ich denke, das „Torment-Nexus“-typischste Beispiel für dieses Phänomen ist Palantir, das durch und durch böse Überwachungsunternehmen, benannt nach den Geräten, die von den durch und durch bösen Bösewichten aus Der Herr der Ringe verwendet werden.

Wenn wir ganz genau nehmen, halte ich das Waymo-Gefängnis-Taxi nicht für einen echten „Torment-Nexus“-Moment, denn ich bin nicht so überheblich zu glauben, dass selbstfahrende Taxis – oder ihre Fähigkeit, straffällige Jugendliche in die Hände der Polizei zu liefern – von meinen Texten inspiriert wurden.

Stattdessen habe ich mich einfach als hellsichtig erwiesen, und zwar nicht auf eine Art, die sich gut anfühlt.

Ich will den „Torment Nexus“ nicht.

Was wäre, wenn wir stattdessen alle Hron aufbauen würden, aus Margaret Killjoys erfolgreichem utopischem Roman aus einer fiktiven Welt, Please Build the Country of Hron? (Na ja, eigentlich heißt er A Country of Ghosts.)


Wir rutschen immer schneller in einen Albtraum, den niemand – außer den Machthabern – will. Wir wollen keine Flock-Kameras, die jede unserer Bewegungen verfolgen. Wir wollen unser Denken nicht einer aufgeblasenen Autovervollständigung überlassen, die die Bücher dieser Welt zerstört.

Wir wollen den Klimawandel bekämpfen. Wir sehen Städte in Flammen oder unter Wasser, und manchmal sind das unsere eigenen Städte. In der vergangenen Woche wurden in Frankreich und Spanien eine Drittelmillion Menschen durch die dortigen Brände vertrieben, und entweder du oder jemand, den du kennst, hat diesen Sommer bereits miterlebt, wie das Stromnetz unter der Last von Hitzewellen und Hitzekuppeln zu kämpfen hatte.

Die Bewegung gegen Rechenzentren ist wahrscheinlich die Bewegung, die am ehesten in der Lage ist, uns über kulturelle Grenzen hinweg in diesem Land zu vereinen. Während die traditionellen Medien mit dem kometenhaften Aufstieg von Rechenzentren und KI als Infrastruktur prahlen, würden wir alle es lieber sehen, wenn diese Anstrengungen in die Nachrüstung von Wohngebäuden für Energieeffizienz, Kühlung und Rauchfilterung fließen würden. Denn „wäre es nicht toll, wenn eine Website dir ein kleines Lied vorsingen könnte“ fühlt sich im Moment viel weniger wichtig an als „Ich möchte nicht zusehen müssen, wie meine Liebsten am Rauch der Waldbrände ersticken.“

Die einzige stromfressende Infrastruktur, über die wir uns gerade Gedanken machen müssen, ist die Klimaanlage.

Dazu habe ich nicht viel zu sagen, was über eine Aneinanderreihung von Schimpfwörtern hinausgeht.

Und unsere Autos sollten uns nicht ins Gefängnis fahren. Ich wünschte, wir könnten selbstfahrende Autos haben, aber der Strafvollzugsstaat und der Kapitalismus sind der Grund, warum wir keine schönen Dinge haben können.

Ich bin nicht gegen Technologie, zumindest nicht im abstrakten Sinne. Aber Technologie ist nicht neutral; sie wird innerhalb von Gesellschaften entwickelt und umgesetzt. Die ursprünglichen Ludditen hassten nicht die Idee von Maschinen, sie hassten die Vorstellung, dass ihre Lebensgrundlage durch Maschinen zerstört wurde. Textilarbeiter hatten zuvor in Häuschen gearbeitet – einer buchstäblichen Heimindustrie –, wurden aber plötzlich zu ersetzbaren Rädchen im industriellen Getriebe der Städte. Es ist nicht so, dass alle Arbeiter ihre Jobs verloren hätten, sondern dass ihre Arbeit von der Würde des Handwerks in das Elend der industriellen Produktion abglitt.

Und heute Morgen zitierte die New York Times einen KI-Arsch, der meinte, KI werde „das Zehnfache der industriellen Revolution mit zehnfacher Geschwindigkeit“ bringen.

Nun bin ich glücklicherweise ein kleiner KI-Optimist. Das heißt, ich glaube, dass sie zusammenbrechen und scheitern wird, anstatt diese gewaltigen, weltverändernden Dinge zu vollbringen, die keiner von uns will. Wahrscheinlich wird sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Aber wenn nicht, nun, dann gibt es bereits jetzt eine Revolte, und diese Revolte wird wachsen.

Und wenn sie auf dem „Torment Nexus“ bestehen, können wir uns weigern, ihn zu bauen.

Und wenn sie ihn trotzdem bauen, können wir ihn zerstören.

Quelle: „When They Insist Upon the Torment Nexus or: your car should not drive you to jail“ von Margaret Killjoy, 29. Juli 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

cronjob