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"Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde." Albert Einstein

Aufgehübscht: Ixion BST 18295/56

Zustand vor der Restaurierung
Vor einiger Zeit ist mir eine alte Dame zugelaufen, eine Ixion BST, Seriennummer: 18295, gebaut im Jahr 1956 bei der gleichnamigen Hamburger Traditionsfirma, die leider vor einigen Jahren insolvent ging. Ich konnte die Maschine von einem Betrieb in der Nähe kaufen, zum Glück gab es keine Bohrschäden am Tisch oder versteinertes Schmierfett in den Lagern. So konnte ich die Bohrmaschine ohne allzu großen Aufwand Industrie 4.0 fähig ein wenig flott machen, die Restaurierung erfolgte ohne irgendwelche baulichen Veränderungen an der Maschine selbst - das heißt, sie ist komplett im Originalzustand, bis auf das Bohrfutter, das im Laufe der Jahrzehnte sonstwo verloren ging. Da die Maschine einen B16 Kegel hat und mit der Firma Albrecht auch ein guter Anbieter n der Nähe ist, war das kein Problem. Ein zeitgemäßes Schnellspannbohrfutter NCBF draufgedengelt und fertigt ist die Laube.

Da ich immer noch zu faul bin, Drehstrom zu verlegen, habe ich den Antrieb von 380 (400) Volt Drehstrom auf 230 Volt Wechselstrom umgebaut, d.h. einen Schneider Altivar 12H075M2 Frequenzumrichter als Umspannwerk vor den Motor gesetzt. Dieser hat die folgenden Motordaten:

VDE 350, Type D
PS 0,55
Hz 50
Volt: 220/380
KW 0,4
n=1400
Amp 1,75 / 1,0
cos: 0,77


Das passt halbwegs, da die Maschine nicht 24/7 laufen muss, sondern nur ab und zu für ein paar Bohrungen. Beachtet werden muss bei Dauerbeanspruchung die Isolationsklasse, die in dem Fall zu klein für die FU-erzeugten Spannungsspitzen ist.

Die Bestellliste für weiteren Elektokleinkram, ich habe bei Conrad bestellt, geht sicher auch billiger, aber das Ding soll zuverlässig arbeiten:
Schaltschränkchen mit herausklappbarem Frequenzumrichter

Bestell-Nr.: 442823 - 62 Draht-Potentiometer Mono 2 W 2.5 kΩ TT Electronics AB 3114306801 1 St. 38,55 €*
Bestell-Nr.: 700241 - 62 Adapterplatte für Frontbefestigung (B x H) 30 mm x 40.8 mm Eaton M22-A 1 St. 2 Stück 2,35 €* 4,70 €*
Bestell-Nr.: 521009 - 62 Installations-Gehäuse 200 x 200 x 120 Stahlblech Licht-Grau Rittal KL 1502.510 1 St. 49,64 €*
Bestell-Nr.: 183411 - 62 Drehknopf mit Zeiger Schwarz (Ø x H) 20 mm x 17 mm Mentor 4311.6131 1 St. 1,42 €*
Bestell-Nr.: 535531 - 62 Kabelverschraubung M20 Messing Messing LappKabel SKINTOP® MSR-M 20x1,5 1 St. 5,32 €*
Bestell-Nr.: 527074 - 62 Kabelverschraubung M20 Messing Messing LappKabel SKINTOP® MS-SC-M 20X1.5 1 St. 9,96 €*
Bestell-Nr.: 700242 - 62 Kontaktelement 1 Schließer tastend 500 V/AC Eaton M22-K10 3 St. 4,91 €* 14,73 €*
Bestell-Nr.: 527013 - 62 Gegenmutter mit Erdungskrallen M20 Messing Messing LappKabel SKINDICHT® SM-PE M20 2 Stück 3,32 €* 6,64 €*
Bestell-Nr.: 700709 - 62 Wahltaste Schwarz 1 x 40 ° Eaton M22-WRK 1 St. 13,05 €*
Bestell-Nr.: 700711 - 62 Wahltaste Schwarz 2 x 60 ° Eaton M22-WRK3 1 St. 12,85 €*
Bestell-Nr.: 1233815 - 62 Not-Aus-Schalter mit Kontaktelement 240 V/AC 6 A 2 Öffner DECA A20L-V4E02Q6R IP65 1 St. 13,25 €*
Bestell-Nr.: 602720 - 62 Steuerleitung ÖLFLEX® CLASSIC 110 CY 4 x 1.50 mm² Transparent LappKabel 1135904 Meterware 2 Meter 3,19 €* 6,38 €*
Bestell-Nr.: 716243 - 62 Skalenscheibe selbstklebend 0-100 270 ° Mentor 8133.2241 1 St. 0,68 €*
Bestell-Nr.: 183398 - 62 Abdeckkappe Schwarz Mentor 4311.0031 1 St. 0,27 €*

63 Jahre auf dem Buckel

Nach der Entfernung von 62 Jahre alten Farbschichten, der kompletten Überarbeitung aller blanken und der mit viel Farbe zugeschmierten Teile, darunter auch das Logo, nitrofester Grundierung und etwas 2K Staubgrau / RAL 7037 sowie Signalrot präsentiet sich die alte Schachtel wie neu. Ein Grund für den Kauf war die gute und solide Grundsubstanz. Bei den Vorbesitzern musste die Maschine nur als Senker / Entgratmaschine arbeiten. Exaktes Bohren auf Positionen ist mit der Maschine natürlich Übungssache, ebenso das Umrüsten. Durch den Frequenzumrichter ist jedoch der Drehzalbereich im Gegensatz zu vorher genau regelbar, auch bleibt das Drehmoment im Unterschied zur Steinmetzschaltung weitgehend erhalten. Bei dieser Schaltung wäre statt dem Freuquenzumrichterzeugs lediglich ein 30uF Anlaufkondensator notwendig gewesen.

Mein Dank gilt den KollegInnen in der Zerspanungsbude für die Unterstützung!

Auf den richtigen Pin muss man erst mal kommen...

Schnell zusammen getackert: CNC Shield 3.51
Als Controller in kleineren CNC Maschinen / Drucker Projekten wird oftmals ein Arduino mit CNC-Shield, auf dem drei A4988-Schrittmotor-Treiber verbaut sind, verwendet. Das bekommt man im Bundle bei Amazon oder eBay für um die 20€ mehr oder weniger hinterher geworfen.

Das CNC-Shield leitet die Anschlüsse des UNO etwas günstiger auf dei Schrittmotorentreiber usw. um und ist vor allem hinsichtlich GRBL zum Ansteuern der Maschine notwendig und eigentlich wegen der gut dokumentierten Pins selbsterklärend. Zumindest, bis man auf die verwegene Idee kommt, Endschalter zu verbauen und an denen für die Z-Achse scheitert. Nachdem auch der 2. CNC Shield keinerlei Anstalten machte, einen ausgelösten Endschalter an den Arduino weiterzuleiten bin ich auf die Idee gekommen, die Pins zu vermessen. Im Ergebnis habe ich festgestellt, daß kein Signal anliegt. Man findet dann recht schnell ziemlich versteckt in der weiten Welt des Internets den Hinweis, daß die Version 3.0 noch auf der Pin-Belegung von GRBL v0.8 basiert. Heutezutage ist jedoch mindestens die Version 0.9, besser jedoch 1.1 aktuell. Daher muss der Endstop für die Z-Achse auf die Pin-Header mit der Beschriftung „SpnEn“ gesteckt werden! Der CNC Shield ist erst in der Version 3.51 auch Pin-kompatibel zu GRBL 1.1. Bei Amazon oder den üblichen China-Shops bin ich bis auf die auch bei protoneer empfohlenen Fertigbausteine bei elecrow nicht fündig geworden. Man kann die aktuelle Version 3.51 jedoch problemlos via ebay bei protoneer in Neuseeland als Bausatz bestellen oder als Fertigbaustein

Der Preisunterschied ist minimal und lohnt sich kaum, ich habe das Experiment jedoch gewagt: Nach nicht einmal 5 Tagen war die Lieferung aus Neuseeland im Briefkasten, die Platine ist in einer halben Stunde fertig gelötet.

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7x7.3 Dragchain ends

Screenshot: FreeCAD
With my small 3D router, the cables of the milling spindle are to be laid in a drag chain. Since I am extremely stingy economical and therefore like to recycle leftovers, I used a leftover piece of a 7×7.3 drag chain. Since the ends of the other part of the drag chain are installed elsewhere, I just scribbled and printed out 2 ends in 3D. Fits.

The parts can be downloaded from Dingsbums.


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Tube and Rod Cutter for ProXXon IBS / E

Sometimes it is practical to use the ProXXon IBS/E to cut thin pipes or rods. And it would be nice if this could also happen at an angle of 90 °.

So I did a remix of the cool tool published by GreaseMonkey88 to cut small diameter rods or tubes using my ProXXon.

Unfortunately, the holder from ClaudioBitschnau probably only fits the Micromot devices from ProXXon with a smaller neck diameter (<20mm). So I redesigned the part from scratch with minor improvements, I also installed the great extensions from mettauk because I think they make sense: Two bench fixing holes to fix the base of this guide to a workbench or other solid surface.

The larger diameter of the ProXXon IBS/E made it necessary to change various other dimensions. So it is possible to use cutting discs up to 38mm. For example, you can also rob the Dremel Speed clic cutting discs. The clamping of the IBS / E is designed for maximum torsional strength, which is why it is only through a slotted hole that is clamped with an M4 x25 cylinder screw and an M4 nut. (Please tighten with feeling, it is still plastic ;-)

A height adjustment with easy adjust turn for M6 hex bolt or nut if using a cap bolt etc. simply Super glue the M6 nut to the bolt and thumb turn (after inserting through the guide)

You will need a small tube or rod with a 8mm diameter to connect the two parts. For a perfect fit you have to drill the hole for the shaft with an 8mm drill, but better with a 7.5mm drill and then with an 8mm reamer. The guide part might need some sanding to fit in the base, I wanted it to fit nicely with little play, just like the role model.

You also need an M6x30mm cylinder head screw and an M6 nut for height adjustment and an M4x12mm cylinder head screw and an M4 nut for clamping the ProXXon tool.

I've also added a modified support-block, for supporting the loose end of the tube/rod to be cut.

More Information and Download. License: CC BY-SA 3.0
Changes:

  • 2020/01/14: Added Insert for small Diameters and / or smaller (diamond) cutting discs Please be careful when sawing: the rest hangs in the air and can tear off uncontrollably!

  • 2020/01/15: I have changed the insert for the tool, it is now easier to remove from the base plate by simply lifting out on the protruding part. Cutting to size is now also possible with (diamond) cutting discs with a minimum diameter of 20mm. My hint is to print this part as shown in the last picture.

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Tipp: Messuhr / Messchieber Schnittstelle mit ESPDRO auslesen

De meisten Digital- messchieber / -messuhren besitzen ja eine Schnittstelle, allein das Kabel kostet meist mehr als das Meßgerät. Von der Software ganz zu schweigen.

Zufällig bin ich über das Projekt ESPDRO gestolpert, das eine vielversprechende Alternative sein bzw. werden könnte: In Verbindung mit einem Espressif ESP32(*), ein bisschen Draht kann jede dahergelaufene eine China-Meßuhr(*) ausgelesen und die Daten entsprechend weiterverarbeitet werden. Gerade für Meßreihen interessant, insbesondere, weil diese mit jedem Browser angezeigt werden können, aber auch als Rohdaten vorliegen. Der entsprechende Stecker ist in ein paar Minuten günstig in TPU, notfalls auch PLA gedruckt. (Nörgler können das Teil natürlich gerne auch aus POM usw., fräsen). :pfeif:

Ich habe den Entwickler mal angefragt, ob eine Datenausgabe, am besten mit Datum / Uhrzeit in eine Excel o.ä. Tabelle in einer der nächsten Versionen denkbar wäre. Sobald ich dazu Infos habe, schreibe ich hier was dazu.

Hier die Antwort:
"(...) data can be exported as JSON (and Excel should be able to import it), just call http://espDRO/raw or open the link in a browser and save the data.
reference: https://github.com/MGX3D/EspDRO/blob/ma ... O.ino#L240
Note if you need CSV or other format you can also just change the Python sample (pyDRO.py) to write in that format. reference: https://github.com/MGX3D/EspDRO/blob/ma ... DRO.py#L15"

Testaufbau. Noch mit Klingeldraht.


Bildschirmausgabe.


Testdrucke des Adapters. Noch nicht entgratet. Sitzen stramm, aber sicher.




Blogpost enthält Werbung!

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Ordung ist das halbe Leben

Nachdem ich meine Schnappatmung in den Griff bekommen habe angesichts der Preisgestaltung kommerzieller Schubladenordnungssysteme habe mich mal an ein paar Schubladeneinsätze gemacht, mit denen ich etwas Ordnung in meine Schubladen bringen möchte. Das "Design" ist quick & dirty, folgt keinem Standard, passt aber z.B. in Küpper Schubladen und andere: Es handelt sich um 5 verschiedene Bohrer- / GLD- / BMD- sonstwas Mulden in den Maßen 150x50, 100x50 und 50x50 sowie 150x150 und 100x100, Höhe ist jeweils 25mm. Die Einsätze lassen sich mit dem Schubladenboden oder sonstwohin mit M3 Zylinderschrauben verschrauben. Diverse andere wie Treppenformat und Distanzringhalter folgen, vielleicht mache ich irgendwann welche mit Trennstegen. Die Lizenz ist Creative Commons 3.0. Die STL Dateien gibt es bei Thingiverse zum Download und Ausdruck. Ich empfehle ABS zu verwenden, wegen eventueller Chemikalienbeständigkeit.

Old School Turning

Für das Motorrad eines Bekannten gibt es leider kaum noch Ersatzteile. Nach einem Ventilbruch werden neue Ventilführungen benötigt, die dann passend in die neu aufgeriebene gefügt werden. Gefertigt aus GG25 auf 11H7 mit Bohrung 4,5H7. Die Bohrung darf nicht verlaufen, sonst dichten die Ventile nicht ab. Also: 4,3mm Bohrung gesetzt, zwischen Spitzen gespannt, ein Drehherz raus gekramt und Außenkontur fertigen. Danach Bohrung reiben. Alles auf meiner Simonet DC 102



3D Druckertestlauf gestartet

Heutezutage hat gefühlt jedeR einen Youtube Kanal. Ich natürlich auch, jedoch nur zur Prozessüberwachung. ^^ Auf meinem Kanal kann man unserem AnyCubic I3 MEGA 3D Drucker beim Testlauf zusehen, allerdings nur als Livestream. Ein wirklich toller Drucker, den ich allerdings um einiges günstiger direkt beim Hersteller über ebay gekauft habe. Er hat jedoch den Nachteil, daß er laut ist und auch sonst zu Umbauten / Modding anregt ;-) . Wozu ein 3D Drucker? Wenn man sowieso Teile per  CAD konstruiert, sind Prototypen eigentlich nur noch der Druckvorgang und so schneller für's Prototyping gefertigt als "on the Fly" auf unseren Werkzeugmaschinen. Bevor jedoch ernsthafte Teile gefertigt werden, druckt der erst mal ein paar Verbesserungen, Tools und Erweiterungen für sich selber aus und absolviert nebenbei diverse Materialtestläufe. Der Drucker wird über einen RaspBerry PI3B+ gesteuert, auf dem der Opensource Server OctoPI / OctoPrint von Gina Häußge läuft. Gefilmt wird momentan mit einer RaspberryPI Cam, wobei die Bildqualität grauslig ist. 8-)



Hier die Liste der Ergänzungen bzw. Umbauten:

Bedingt durch die Umbauten an den Steppern und der Sensormessung der Druckbettausrichtung war es notwendig, die Druckerfirmware zu ändern. Als Basis dafür habe ich Marlin 1.1.6 genommen und eigene kleinere Änderungen vorgenommen, zum Beispiel PID Tuning von Hotend und Druckbett.

Work in Progress. Geplant ist die Umrüstung auf
Zum Thema Filament:
Ich drucke mit PLA in knalligem AIO Orange von AIO Robotics, Blau von Janbex, sowie 3DJAKE ecoPLA Schwarz.
Für die Temperaturrelevanten Teile verwende ich von 3dkTOP - Grau -, dieses ist nach Ofenbehandlung hitzebeständig bis 230°C sowie 3DJAKE niceABS Rot.
Neben diversesten sonstigem Kleinkram für die Werkstatt oder auch Gehäuse für einen Pocket Operator (==> hier auch mit coolen Symboltasten)lassen sich auch lebensmittelechte und flexible Teile drucken. Dazu ist nur eine kleine Ergänzung am Extruder nötig. Apropos lebensmittelecht: PLA ist ja meistens lebensmittelecht, da aus natürlich wachsenden Rohstoffen gefertigt. Das Problem sind die verwendeten Pigmente, weshalb Druckreste oder Ergebnisse, die man lieber verschwinden lässt, nicht auf dem Komposthaufen landen sollten und wegen der Oberfläche, die nie ganz glatt ist, gute Möglichkeiten für diverse Keime und Bakterien bildet. ;-)

Dementsprechend sollte man Dinge, die länger mit Lebensmitteln in Kontakt kommen sollen, zum Beispiel selbst gedruckte Deckel für Konserverndosen usw. aus entsprechendem Material, beispielsweise das von Formfutura, das es auch in relativ klar gibt, gefertigt werden.

Irgendwie muss ich das alles finanzieren, daher sind die allermeisten Links Affiliate. D.h.:Solltet Ihr über diese Links zu einem Onlinehändler geraten und dort etwas bestellen, bekomme ich eine kleine Provision, für Euch ändert das am Preis natürlich nichts. Für die Inspirationen geht ein herzliches Dankeschön an die genannten Personen, insbesondere an die OctoPrint Community!

Keep on Coding Printing!

Hama Hobel. Tag 4.

Heute habe ich sämtliche Innengewinde und Schrauben nachgeschnitten, da mir der Briefträger mit der Post aus Britannien meinen BSW Gewindeschneidsatz gebracht hat. Da ich die fehlenden Schrauben oder solche, die nicht mehr verwendet werden können, originalgetreu neu anfertige, ist auch ein passender Schraubenschlüsselsatz vorteilhaft. Ich plane nicht, jetzt ständig britische Gewinde zu bearbeiten, daher habe ich entgegen meiner sonstigen Grundsätze "gute Heimwerkerqualität" gekauft, bei diesem sind die Gewindebohrer doppelt vorhanden. Man weiß ja nie... ;-)



Als nächstes musste ich den Klemmbolzen für die Z- Achse nachfertigen. Das ist eine leichte Übung: Silberstahl 1.2210 ablängen, Enden plandrehen, anbohren für die Körnerspitze, dann auf Maß 14,9 längsdrehen. Als letztes eine 6 Millimeter Bohrung auf Höhe der Klemmschraube setzen, damit der Bolzen bei Auf- oder Abfahren der Achse nicht verrutscht. Als Foto zeige ich hier mal das Ausschussteil den Briefbeschwerer, den ich zuvor gefertigt habe, der noch mit einer Nut versehen ist. So kann der Stab theoretisch natürlich verrutschen.



Als nächster Act stellte sich das Schwungrad heraus. Im Gegensatz zu den Hobeln meiner Kollegen aus der Zerspanungsbude wird bei meinem der Durchmesser durch den Abstand zum Werktisch begrenzt, weil die Antriebswelle zwischen Wartungstüre und Werktisch sitzt. Das macht die Auswahl auf der anderen Seite bedeutend einfacher ;-)

Ich habe mir nach einigem Hin & Her und Suche in der Bucht in Luxemburg bei rc-machines ein gusseisernes Schwungrad mit dem Durchmesser von 205mm bestellt, das optisch ganz gut zum Hobel passt, aber ob dessen Durchmessers natürlich prompt nicht auf die Drehbank ging. Ich hatte jetzt keine Lust nach Feuerbach zu fahren und das Ding auf die Colchester Master 2500 im Hobbyhimmel zu klemmen. Man ahnt es schon:

Erst mal wieder den Teilapparat auf die Fräse gepackt. Das Backenfutter herunter gepult, Öhhh, "Behelfspratzen"  auf dessen Flansch geschraubt, mittels Messuhr so halbwegs ausgemittelt und dann mit dem dicken Hardal Schruppfräser ein wenig Umfangfräsen geübt und mit etwas Kurbeln Späne und vor allem Dreck produziert.



So behandelt ging das Schwungrad denn auch zum Vordrehen auf die Drehbank. Als erstes Aufbohren der Achsaufnahme auf 20 p6 für die Welle 20 H7.

Für den Durchmesser, der für den geplanten Flachriemen jeweils 2° ballig sein muß, damit selbiger nicht von dem Schwungrad rutscht, habe ich zuvor einen Probedorn gedreht und diesen mit einer Nut für das Schwungrad sowie einer Bohrung mit Gewinde zur Sicherung während des Umfangdrehens gefertigt. Mit der mitlaufenden Körnerspitze habe ich dann das Schwungrad gesichert und stracks den Umfang auf 200mm abgedreht.



Die endgültige Schwungradwelle ist recht einfach gefertigt, eine Herausforderung sind die Sicherungen gegen Herausdrehen. Hier habe ich M20 Gewinde angebracht und mit je 2 gekonterten Muttern geklemmt.



Auf der Simonet Drehbank ist Gewindeschneiden mangels  Leitspindel nur mittels Schneideisen und Gewindebohrer möglich: Auf den vorgedrehten Bolzendurchmesser für das Außengewinde wird das Schneideisen angesetzt und seitens des Reitsocks mit einer Spitze ausgerichtet. Nun mit hohem Drehmoment bei niedriger Drehzahl das Gewinde anschneiden und im Leerlauf mittels Backenfutterschlüssel das Futter so lange drehen, bis das Gewinde sitzt. Im Fall von M20 Gewinden fällt das jedoch nicht nur schwer, sondern ist auch eine Belastung für die Lager meiner alten Lady. Also nur den Anschnitt, bis das Schneideisen sitzt, dann ausspannen und rein in den Schraubstock. Da das Kolbenstangenmaterial hm... zäh ist (20MnV6, Maßhartverchromt 25 µm, 66-68 HRC), sollten kalte Getränke und Handtücher bereitgehalten werden.

Das bedeutet aber auch, daß die Stange ordentlich im Schraubstock geklemmt sein muss - mit Folgen für die Oberfläche, sprich: Backenabdrücke auf dem Stangenmaterial. Deshalb greife ich immer zu folgender Methode: Gespannt wird für das erste Gewinde auf der Fläche des späteren gegenüberliegenden Gewindes. Sobald das Gewinde fertig geschnitten ist, schraube ich auf das fertige Gewinde eine "Opfer" Gewindemutter, die es für jede erdenkliche Gewindegröße gibt. Für das zweite Gewinde spanne ich dann die Stange auf der Mutter, so daß die Welle nicht beschädigt wird. (Lösen lässt sich so eine Mutter, falls sie danach festsitzt, mit gekonterten Muttern als Schlüsselfläche auf dem zuerst geschnittenen Gewinde).

Danach habe ich auf der Drehdornpresse eine Nut gestoßen, damit das Schwungrad trotz Presspassung seine Kraft mittels Passfeder auf die Welle überträgt. Bei einer 20er Welle muss lt. DIN 6885 eine 6x6 Passfeder verbaut werden. Wegen einer Passfeder bestelle ich mir nichts, das lässt sich leicht aus 1.0503 ex. C45k Stahl fertigen.

Auf Schleifleinwand zur Vermeidung von Macken gespannt und die Aufnahmenut in die Welle eingebracht...



.... anschließend noch schnell eine Bohrung für den Paßstift zur Fixierung des Antriebszahnrads gesetzt ...



... und die Welle mal Platz nehmen lassen: Passt.



Als letztes für heute folgt die Anfertigung der Übertragungswelle, die die Exzenterbewegung als Vorschub auf den Rastmechanismus des Werktisches weiter gibt. Die Welle des Tisches habe ich am 3. Tag weitestgehend fertig gestellt, die vorgesehene Kugelkurbel sieht noch etwas neu aus, das wird sich aber schnell ändern ;-)

Ablängen und Aufbohren der Übertragungswelle auf 9mm g6.



Passt halbwegs, die Ermittlung der notwendigen Länge erfolgt dann mit dem Zollstock. 8-)

Danach folgt das Abdrehen der Uniballgewinde auf 9mm H7:



Danach Fügen von Uniballschrauben und der Welle mit  Locite 648 (Fügen Welle). Das lässt sich jetzt nur noch unter Hitzeeinwirkung von ca. 250° lösen. 



Durch die Stellung der Klemmschraube auf der Exzenterflansch wird der Vorschub des Tisches geregelt, jede Umdrehung des großen Zahnrads wird so in eine Vor- und Rückwärtsbewegung umgesetzt, die die Vorschubwelle des Werktisches, die ich am Tag 3 des Projektes gefertigt habe, antreibt.

Das ist der Ausblick auf den Tag 5, an dem ich die Vorschubwelle fertigstelle und ein paar Laufbuchsen sowie den Kulissenstein und sonstigen Kleinkram anfertige.



Jetzt ist erst mal Feierabend.

Siehe auch:

Hama Hobel. Tag 1
Hama Hobel. Tag 2
Hama Hobel. Tag 3

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