trueten.de

»Wenn jemand auf meinem Begräbnis weint, spreche ich nie wieder ein Wort mit ihm.« Stan Laurel

k9 » größenwahn » politischer fiimabend: Rosen für den Staatsanwalt

Das hochformatige, überwiegend schwarz-weiß gestaltete Veranstaltungsplakat kündigt einen politischen Filmabend mit Wolfgang Staudtes Film „Rosen für den Staatsanwalt“ aus dem Jahr 1959 an. Am oberen Rand steht in großen schwarzen Buchstaben „kg • größenwahn • politischer filmabend“.  Den größten Teil des Plakats nimmt das historische Filmplakat ein. Es zeigt eine düstere, expressionistisch wirkende Darstellung eines Männergesichts, dessen linke Hälfte menschlich und dessen rechte Hälfte als Totenschädel gestaltet ist. Das Gesicht ist in Schwarz, Weiß und Grautönen gehalten, während eine auffällige rote Rose über der Nase und dem rechten Wangenbereich liegt. Oberhalb des Gesichts steht der Filmtitel „Rosen für den Staatsanwalt“ in weißen Großbuchstaben.  Links neben dem Motiv steht senkrecht der Name „Wolfgang Staudte – Ein Film“, rechts auf schwarzem Untergrund das Veranstaltungsdatum „Sonntag, 8. November 2026 – 19 Uhr“.  Unter der Abbildung folgen Angaben zum Film und eine Inhaltsbeschreibung: Der Film erzählt von einem ehemaligen Wehrmachtsrichter, der 1945 einen Soldaten wegen des Diebstahls von zwei Dosen Schokolade zum Tode verurteilt und diesem fünfzehn Jahre später als Staatsanwalt wiederbegegnet. Die Beschreibung bezeichnet den Film als Spiegelbild der finsteren westdeutschen Nachkriegsgesellschaft.  Im unteren Bereich steht der Satz „combattente zeigt geschichtsbewußt:“ und darunter, besonders hervorgehoben in weißer Schrift auf einem schwarzen, abgerundeten Balken, die Parole „revolution muß sein!“. Es folgt der Hinweis „filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen“. Ganz unten sind die Veranstaltungsorte beziehungsweise Adressen „kinzigstraße 9 • 10247 berlin • U5 samariterstraße • S frankfurter allee“ aufgeführt.  Die Gestaltung verbindet das bedrückende, kontrastreiche Filmmotiv mit einer klaren politischen Botschaft. Die rote Rose bildet den einzigen kräftigen Farbakzent und zieht den Blick auf das zwischen menschlichem Gesicht und Totenschädel geteilte Porträt.

Flyer zum Film (Vorderseite)

1945, in den letzten Kriegstagen wird der Gefreite Rudi K. beschuldigt zwei Dosen "Scho-Ka-Kola" gestohlen zu haben. Militärrichter - Kriegsgerichtsrat Schramm verurteilt Rudi wegen "Diebstahls" und "Wehrkraftzersetzung" zur Todesstrafe. Rudi flieht nach nem Fliegerangriff. 15 Jahre später trifft Rudi den Schramm, Staatsanwalt in einer brd-Kleinstadt. Schramm immer noch stramm NS-gesinnt will rudi durch die bullen aus der stadt vertreiben. Spiegelbild der finsteren brd-nachkriegsgesellschaft.

schwarzweißfilm - von Wolfgang Staudte - 1959 (brd) - 97 min. 

Sonntag, 8. November 2026 19 Uhr

Wolfgang Staudtes Film „Rosen für den Staatsanwalt“, ein unverzerrtes Spiegelbild der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft.

Der westdeutsche Nachkriegsfilm war beherrscht von sogenannten Heimatfilmen, in denen es praktisch keine Vergangenheit und keine Zukunft gab, in denen die bis zum Exzess gesteigerte Idylle einer unwirklichen Welt ausgebreitet wurde; zum anderen von Wirtschaftswunder-Filmen, so eine Art Mutmacher-Streifen, in denen die Jahre 1933–45 ebenfalls ausgeblendet waren. Nur wenige Regisseure wagten sich an das, was man gemeinhin als Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit nannte.

Es schwappte eine Flut von sogenannten Heimatfilmen in die westdeutschen Kinos, deren Titel schon die Zugehörigkeit zu diesem Genre signalisieren: „Schwarzwaldmädel“, „Grün ist die Heide“, „An der Donau, wenn der Wein blüht“, „Der Förster vom Silberwald“, „Wetterleuchten um Maria“ – das alles klingt heute unfreiwillig komisch, die Streifen laufen aber immer noch mit schöner-hässlicher Regelmäßigkeit im deutschen Fernsehen. Sie boten den Zuschauenden dadurch die gewünschte Ablenkung von der Alltagsrealität und ließen vor allem die faschistische Vergangenheit vergessen, mit der man sich nicht auseinandersetzen wollte, zumal das kaum ohne Schuldeingeständnisse vonstattengegangen wäre. Dabei waren die Filme interessanterweise oft Remakes alter UFA-Streifen aus dem NS-Faschismus, aber nun natürlich politisch gereinigt.

1945, in den letzten Kriegstagen, wird der Gefreite Rudi K. beschuldigt, zwei Dosen „Scho-Ka-Kola“ gestohlen zu haben. Militärrichter – Kriegsgerichtsrat Schramm – verurteilt den Gefreiten Rudi wegen „Diebstahls“ und „Wehrkraftzersetzung“ zur Todesstrafe. Dem Todesurteil kann Rudi nur entgehen, weil ein Fliegerangriff ihm die Flucht ermöglicht.

Das hochformatige Veranstaltungsplakat auf weißem Hintergrund kündigt eine Filmvorführung von Wolfgang Staudtes satirischem Schwarz-Weiß-Film „Rosen für den Staatsanwalt“ aus dem Jahr 1959 an.  Im oberen Drittel steht auf einem breiten schwarzen Balken der Filmtitel in großen, weiß geschriebenen, leicht verschnörkelten Großbuchstaben. Darunter sind zwei historische, runde Schokoladendosen der Marke Scho-ka-kola nebeneinander abgebildet. Die linke Dose zeigt ihre stark vergilbte, fleckige Unterseite mit einer kleingedruckten Produktbeschreibung und dem Herstellernamen Hildebrand. Die rechte Dose zeigt den braun-beigen Deckel mit der umlaufenden Aufschrift „Scho-ka-kola – Die stärkende Schokolade“. In der Mitte befindet sich ein stilisierter Adler mit ausgebreiteten Flügeln, der ein Hakenkreuz in einem Kranz hält. Strahlenförmige Linien gehen von dem nationalsozialistischen Hoheitszeichen aus.  Unter den beiden Dosen steht auf einem weiteren schwarzen Balken in großer weißer Schrift das Veranstaltungsdatum „Sonntag 8. November 2026 – 19 Uhr“.  Die untere Hälfte des Plakats besteht aus mehreren Absätzen schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund. Zunächst werden Regisseur, Erscheinungsjahr und Laufzeit des Films genannt. Anschließend folgt eine ausführliche Inhaltsangabe: Ein Wehrmachtsrichter verurteilt 1945 einen Soldaten wegen des angeblichen Diebstahls zweier Dosen Scho-ka-kola zum Tode. Der Soldat entkommt und begegnet seinem ehemaligen Richter fünfzehn Jahre später wieder, als dieser bereits Staatsanwalt in der Bundesrepublik ist. Der Text beschreibt, wie der frühere NS-Jurist versucht, seine Vergangenheit zu vertuschen.  Ein weiterer Absatz hebt die satirische Kritik des Films an den personellen und ideologischen Kontinuitäten zwischen Nationalsozialismus und westdeutscher Nachkriegsgesellschaft hervor. Darunter steht in größerer, fett gedruckter Schrift der Satz „Ein unverzerrtes Spiegelbild der BRD Nachkriegsgesellschaft.“  Am unteren Plakatrand werden die Veranstaltungsadresse „Kinzigstraße 9, 10247 Berlin“ sowie die nahegelegenen Haltestellen Samariterstraße und Frankfurter Allee genannt.  Die Gestaltung ist sachlich und zugleich politisch zugespitzt. Besonders die beiden historischen Schokoladendosen mit dem deutlich sichtbaren nationalsozialistischen Emblem stellen einen unmittelbaren Bezug zur Filmhandlung und zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der frühen Bundesrepublik her.

Flyerrückseite - Hakenkreuz unkenntlich gemacht

Knapp 15 Jahre später sieht Rudi durch Zufall seinen einstigen Ankläger Schramm wieder. Ex-Nazi Schramm ist mittlerweile Staatsanwalt, angesehener Bürger einer BRD-Kleinstadt. Schramm, noch immer von seiner treudeutschen Gesinnung geleitet, verhilft einem Ex-Nazi zur Flucht, unterschlägt dessen Haftbefehl und bekommt einen Rosenstrauß nach Erfolg. Er fürchtet nun um die Aufdeckung seiner dunklen Vergangenheit und setzt alles daran, Rudi über die Polizei aus der Stadt zu jagen.

„Fliegerschokolade“ & Wehrmacht: Scho-Ka-Kola wurde 1935 von der Berliner Firma Hildebrand eingeführt. Sie wurde wegen ihrer stimulierenden Wirkung durch Koffein (aus Kakao, Kolanuss und Kaffee) gezielt an Piloten der Luftwaffe ausgegeben, um Konzentration und Ausdauer bei langen Flügen zu steigern. Später wurde sie auch beim Heer und der Marine, insbesondere bei U-Boot-Besatzungen, als Standardverpflegung eingesetzt.“

Wikipedia zu Scho-Ka-Kola

combatiente zeigt geschichtsbewußt:

revolucion muß sein!
filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen
kinzigstraße 9 « 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee


 

STAATSSCHUTZ - Film und Gespräch: Was, wenn Rechtsextreme den Staat schützen?

07. September 2026 | 19:30 Uhr | Hackesche Höfe Kino in Berlin

Eine junge Staatsanwältin überlebt einen rassistischen Brandanschlag und stößt bei den Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens in den eigenen Reihen. Faraz Shariats Justizthriller STAATSSCHUTZ, auf der Berlinale 2026 mit dem Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet, zeigt, wie schnell der Rechtsstaat Rechtsextremismus verharmlosen und Betroffene von Neonazi-Gewalt im Stich lassen kann.

Am 7. September zeigt United! Gemeinsam gegen Rechtsextremismus den Film im Hackesche Höfe Kino und diskutiert danach, wo Fiktion auf Realität trifft: Welche Konsequenzen hat es für Betroffene, wenn der ermittelnde Staatsanwalt mit den Täter*innen sympathisiert? Welche realen Fälle sind bekannt? Und wie geht die Justiz mit rechtsextremen Richter*innen und Staatsanwält*innen um?

GÄSTE: Claudia Schaefer, Drehbuchautorin von STAATSSCHUTZ Laurenz Schreiner, Journalist

Weitere Infos zum Film und zum Projekt. Tickets gibt es HIER.

Externer Inhalt von YouTube Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt. Dabei können personenbezogene Daten, insbesondere Ihre IP-Adresse, übertragen werden.


 

k9 » größenwahn » politischer fiimabend: Die Halbstarken

Der Flyer zum Filmabend zeigt neben den Angaben zum Film in Kurzfassung ein verfremdetes Foto einer Kinoreklametafel mit dem historischen Filmplakat mit Karin Baal und Host Buchholz. Der Flyer ist Blutrot mit schwarzem Kontrast gehalten

„Die Halbstarken“ skizziert den gesellschaftlichen Konflikt zwischen der kleinbürgerlichen Welt der spießigen Adenauer-Gesellschaft, sowie den an US-amerikanischen Vorbildern orientierten Jugendlichen aus Rock´n´Roll, neuen Klamotten etc. Alles was provokant wirken mußte, war beliebt und gegen die restriktiven Forderungen und preußischen Ideale wie gegen jede Ordnung, Disziplin, bedingungslose Unterordnung unter Autoritäten, der "Alten".

"Halbstarke" wurden in der BRD ab der 1950er Jahre fast überwiegend nur männliche Jugendliche aus der Arbeiterklasse bezeichnet, die durch ihr provokantes Verhalten, Lederjacken, Jeans, aufgemotzte Mopeds und besonders Rock'n'Roll gegen die bürgerliche Normen rebellierten. Ihre Krawalle prägten da ein neues, subkulturelles Jugendbild. Eine neue, von "Alten" als "verdorben" oder "Rowdy" wahrgenommene Generation. Während die post-nationalsozialistische westdeutsche Filmindustrie Produktionen wie "Hunde, wollt ihr ewig leben", "Division Brandenburg" oder "So war der deutsche Landser" auf den Markt bringt, stürmen die Jugendlichen in Filme mit amerikanischen Rebellen wie Marlon Brando ("Der Wilde", 1953, "Die Faust im Nacken"1954, James Dean, "... denn sie wissen nicht, was sie tun"1955, "Jenseits von Eden" 1955, "Giganten", 1956) Der Film ist lediglich ein kleiner Einblick, mit Ausschnitten in den westdeutschen/westberliner Nachkriegsalltag, mit rebellierenden jugendlichen gegen Zucht, Ordnung+Spießigkeit.

Der Film wurde im Juli und August 1956 in Westberlin gedreht.

Schwarzweißfilm von Georg Tressler, 92 Minuten

combatiente zeigt geschichtsbewußt:

revolucion muß sein!
filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen
kinzigstraße 9 « 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee


 

Gedanken, Notizen und Barbarenköniginnen oder: Nachrichten und Buchrezensionen

Prairieland

Die Angeklagten im Fall „Prairieland“ wurden gestern verurteilt, und alle ihre Strafen sind geradezu karikaturhaft lang. Im Ernst, es ist unmöglich, in diesem Fall Strafen von 70 Jahren zu lesen, ohne sich vorzustellen, wie der Richter an seinem Schnurrbart zupft, während er seine Urteile verkündet.

Prairieland war eine Lärmdemonstration vor einer ICE-Einrichtung, die schrecklich schiefging, als ein Beamter auftauchte und eine Waffe auf einen unbewaffneten, flüchtenden Demonstranten richtete. Einer der Angeklagten, Champagne, war bewaffnet und schoss auf den Beamten, wodurch er ihn verletzte – und vermutlich dem Flüchtenden das Leben rettete. Mir scheint es wahrscheinlich, dass bei dieser Demo jemand gestorben wäre, wenn Champagne nicht da gewesen wäre und nicht schnell reagiert hätte. Stattdessen ist niemand gestorben. Champagne wurde gerade zu hundert Jahren Haft verurteilt. Hier ist ihre Stellungnahme von gestern.

Jetzt wird jedem, der bei der kleinen Lärmdemonstration dabei war, gesagt, dass er eingesperrt wird – die meisten von ihnen für den Rest ihres Lebens. Um das Unterstützungskomitee zu zitieren:
Screenshot des Postings des Unterstützungskomitees mit dem Text: "Richter O’Connor erklärte vom Richterstuhl aus, dass er im Fall „Prairieland“ die Höchststrafen verhänge, weil „der Staat ein Zeichen an alle setzen will, die eine ähnliche Ideologie vertreten“.".
Richter O’Connor erklärte vom Richterstuhl aus, dass er im Fall „Prairieland“ die Höchststrafen verhänge, weil „der Staat ein Zeichen an alle setzen will, die eine ähnliche Ideologie vertreten“.

Das einzig Positive, was ich daraus mitnehmen kann, ist, dass die Voreingenommenheit des Gerichts so offensichtlich ist, dass unter besseren Umständen vielleicht Hoffnung auf eine Berufung besteht. Und wenn wir Trump endlich aus dem Amt jagen, müssen wir alle laut und oft daran erinnern, dass Trump erst dann weg ist, wenn die Überreste seiner faschistischen Regierung verschwunden sind – und dazu gehören auch die Verurteilungen von Anti-ICE-Demonstranten.

Die Barbarenkönigin

Das hat zwar überhaupt nichts damit zu tun, aber ich habe eine neue Serie namens Throkda, die Barbarenkönigin im Dorf Ash gestartet. Teil eins erscheint in Ausgabe drei des Foghorn Mag, das den Untertitel „Eine anarchistische Chronik des Lebens am Rande“ trägt. Es ist eine reine Printzeitschrift, die zweimal im Jahr erscheint und voller Tipps zur Selbstorganisation, zum Leben abseits des Netzes und ganz allgemein zum Leben am Rande der Gesellschaft ist. Es ist eine tolle Zeitschrift, und als sie mich um einen Beitrag baten, sagte ich ihnen, ich würde lieber über eine Barbarenkönigin aus einer Fantasiewelt schreiben, die durch ein Portal in die Wälder außerhalb von Asheville, North Carolina, tritt. Und sie sagten Ja, solange es einen Bezug zu Menschen hat, die abseits des Netzes leben. Das tut es also. Du kannst Teil eins in Ausgabe Nr. 3 lesen, von der du gedruckte Exemplare online oder in einigen ausgewählten Läden kaufen kannst.

Hier ist ein kleiner Vorgeschmack darauf, scheiß drauf:
Blut lief meine Klinge hinunter und Blut lief meine Brust hinunter und eine Kakophonie aus Schreien erfüllte die königliche Kammer und alles, was ich tun wollte, war nachzudenken, unsere Flucht zu planen, aber dafür war keine Zeit. Parieren, stoßen, parieren. Näher herankommen. Näher an den Feind herankommen – das bringt seine Ausbildung durcheinander und verschafft dir einen Vorteil. Es ist nicht sicher, aber nichts ist das. Das Seax in meiner Hand war von meinem Bruder geschmiedet worden (mögen die Sieben Harpyien seine Seele im Land jenseits aller Flüsse gnädig aufnehmen) und es erfüllte seinen Zweck gut.

Meine beiden Freunde waren am Ende des Flurs und arbeiteten gemeinsam daran, die Tür aufzubrechen, die zwischen uns und unserem Ziel stand.
Ein letzter Stoß, und drei Palastwächter lagen tot oder sterbend auf dem Boden der Kammer neben der Leiche ihres Herrn, Herzog Agglethorn.

Jemand würde das alles aufräumen müssen. Ein armer Palastdiener, kaum freier als ein Leibeigener, würde all das Blut aufwischen müssen. Die Flecken würden sich auf keinen Fall jemals aus der Polsterung entfernen lassen. Seidenvelours, auf einem Webstuhl mit zwei Kettfäden gewebt, gefärbt mit Muscheln, die eine nach der anderen vom Meeresboden gepflückt worden waren. Wahrscheinlich hatte ein ganzes Dorf einen ganzen Monat gebraucht, um nur einen einzigen dieser Stühle herzustellen, und da stand ich nun und spritzte das Lebensblut der halben Palastwache durch den Raum.

Vielleicht wollte ich doch keine Zeit zum Nachdenken haben.

Vorsorge

Mahlzeiten aus humanitären Hilfslieferungen sind derzeit extrem, extrem reduziert.

Meine Vermutung ist, dass das Ende der amerikanischen Soft Power zu einem massiven Überangebot an im Grunde veganen MREs auf dem heimischen Markt geführt hat. Das ist keine gute Sache. Aber es bedeutet, dass du im Moment etwa 300 vegane Mahlzeiten für 150 Dollar plus Versand bekommen kannst. Beachte, dass „Prüfdatum“ bedeutet: „Öffne eine Packung, um sicherzugehen, dass sie noch gut sind“, und nicht „Mindesthaltbarkeitsdatum“. Ein Freund von mir, der mutiger ist als ich, hat ein paar davon gegessen und meinte, mit genug scharfer Soße schmecken sie gut, und ich habe jede Menge davon in meinem Keller. (Wie bei allen Vorratsnahrungsmitteln solltest du sie fern von Hitze, Licht und Feuchtigkeit lagern).

Dinge, die ich kürzlich gelesen habe

Bounce House, von Matt Dinniman. 2026.

Ich wollte eigentlich Dungeon Crawler Carl lesen, weil es so ein großes Thema ist, dass ich mir dachte, ich schaue mal, worum es bei dem ganzen Trubel geht, aber seit ich Audible gekündigt habe, höre ich meine Hörbücher über libro.fm, und dort gab es nur dieses andere Buch vom selben Autor. Es erfüllt eine Menge meiner Kriterien für klassische Sci-Fi – die Kinder einer Generation-Ship-Kolonisation kämpfen gegen eine Invasion von Gamern von der Erde, die Mechs steuern. Es macht Spaß. Dinniman ist ein guter Pulp-Autor. Ich verstehe, warum die Leute seine Werke mögen, und ich werde wahrscheinlich noch mehr von ihm lesen, vor allem, wenn ich die Hörbuchversionen auftreibe.

Tunnel in the Sky, von Robert Heinlein. 1955. Ich bin mit Heinlein aufgewachsen, und obwohl ich politisch auf Makroebene nicht mit ihm übereinstimme, gefallen mir seine Bücher und viele seiner Ideen. Das ist wahrscheinlich mein Lieblingsbuch von ihm, und ich lese es jetzt wohl schon zum vierten Mal (zweimal als Kind und jetzt zweimal als Erwachsener). Ich habe zwei Exemplare in meinem Regal, beide sind älter als ich. Eines gehörte meinem Vater, das andere seinem älteren Bruder. Ein Gymnasiast in einem Überlebenskurs auf fremden Welten legt seine Abschlussprüfung ab, indem er durch ein Tor geht, um auf einer fremden Welt zu überleben. Es ist eine libertäre, aber einfühlsame Geschichte. Eine, die als Apologie für die Kolonisierung dient, aber dennoch von einer interessanten Art von Freundlichkeit durchzogen ist und bewusst darauf abzielte, den Jungen der 1950er Jahre, die Pulp-Science-Fiction lasen, „woke“-Lektionen zu erteilen. Es ist interessant zu sehen, wo der vom Autor beabsichtigte Antisexismus und Antirassismus im Nachhinein gelingt und wo er scheitert. Beim erneuten Lesen wird mir klar, wie sehr das meine Gedanken beeinflusst hat – sogar bis heute. In der postapokalyptischen Vignette, die ich gerade hier veröffentlicht habe – The End, Like Sand –, steckt ein bisschen Tunnel in the Sky, und zwar darin, wie darin der Aufbau einer offenen, aber organisierten Gesellschaft in Krisenzeiten thematisiert wird.

Finna, von Nino Cipri. 2020. Ich habe mir das Hörbuch dazu vor ein paar Wochen angehört. Es ist kurz, knackig und unterhaltsam: Ein Geschäft, das rechtlich von Ikea getrennt ist, kann spontan Portale zu Paralleluniversen erzeugen, und ein Mindestlohnempfänger sowie dessen Ex-Partner erfahren, dass es ihre Aufgabe ist, durch dieses Portal zu gehen, um einen vermissten Kunden zu retten. Es macht Spaß. Es ist ein Spektakel. Der Titel „finna“ hat nichts mit dem AAVE-Wort zu tun, das „gonna“ bedeutet – ob das nun gut oder schlecht ist.

Wie immer führe ich auch eine Liste mit Büchern, die ich empfehle, bei der von Arbeiter*innen und Queers geführten Buchhandlung Firestorm. Vollständige Offenlegung: Das ist ein Empfehlungslink, über den ich eine Provision erhalte (und du einen Rabatt).

Was ich mir kürzlich angesehen habe

The Death of Robin Hood. 2026. Ich dachte mir schon, dass ich den Film entweder lieben oder hassen würde – und wie sich herausstellt, liebe ich ihn. Ich bin fasziniert davon, wie moderne Filme (vor allem A24-Filme) bereit sind, die Idee ernst zu nehmen, dass jeder Kampf im Grunde Horror ist, und ihn auch so zu verfilmen. Der Film dreht sich im Grunde um die Frage: „Was wäre, wenn Robin Hood einfach nur ein ganz normaler alter Gesetzloser wäre, der verdammt alt ist und sich wegen all dem Morden und so nicht gerade wohlfühlt?“ Es war nicht der Film, den ich mir erhoffe, eines Tages zu sehen – in dem Robin Hood ein brutaler Antiheld, aber dennoch ein Klassenkämpfer ist. Stattdessen war es ein Film, über den ich froh bin, ihn gesehen zu haben; er verbindet heidnische und christliche theologische Konzepte nahtlos miteinander und fühlt sich echter an, als es jede glattgebügelte Nacherzählung der Vergangenheit jemals tun wird. Und die Musik ist unglaublich.

The Drama. 2026. Noch ein A24-Film, und wenn ich ehrlich bin, hab ich es irgendwie satt, dass es in jedem düsteren Liebesfilm darum geht, wie Menschen einfach nur furchtbar zueinander sind. Auch wenn ich mich vielleicht darüber freuen sollte, dass „wir Liebesfilme so drehen, als wären sie Horrorfilme“, hat mich dieser hier größtenteils auf eine, nun ja, unangenehme Art und Weise verunsichert, statt auf eine coole.

Good Luck Have Fun Don’t Die. 2025. Ein lustiger, schräger Sci-Fi-Film, der zum Nachdenken anregt. Er ist sich bewusst, dass er kitschig ist, und ein bisschen übertrieben in seiner Botschaft „Kinder starren heutzutage zu viel auf ihre Handys“, aber insgesamt eine gute Botschaft, die gut rüberkommt.

Wake Up Dead Man. 2025. Alle haben mir gesagt, ich müsse mir den unbedingt ansehen, als er rauskam, aber ich hab’s verschlafen. Alle hatten recht. Der Film ist total mein Ding. Ein katholischer Krimi, geschrieben von einem echten Atheisten und gelöst von einem fiktiven Atheisten, aber durchzogen von den besten Einsichten über den Glauben, die man sich vorstellen kann. Mein einziges Problem war, dass ich verdammt gesichtsblind bin, sodass mir einer der wichtigsten Handlungsstränge völlig entgangen ist, bis ich ihn später nachgeschlagen habe.

28 Jahre später: Der Knochentempel. 2025. Einfach umwerfend. Blutiger als das meiste, was ich sonst gerne gucke, aber die Gewalt wirkte größtenteils gerechtfertigt und steigerte sich zu etwas Bedeutungsvollem. Nachdem ich außerdem eine Menge über die Gallier und Kelten gelesen habe, finde ich das ganze Konzept der „Knochensäulen in einem Freiluft-Beinhaus“ umso fesselnder und historisch akkurater. Wenn ich die vier Filme der Reihe in eine Rangliste bringen müsste, würde ich von schlecht nach gut gehen: 28 Weeks Later (der zweite Film), 28 Years Later (der dritte Film), 28 Days Later (der erste Film) und dann Bone Temple, den vierten Film, als den besten der Reihe.

Weapons, 2025. Wusstest du, dass ich jahrelang keine Horrorfilme geschaut habe? So etwa zehn Jahre lang. Ich lebte in einem Van und schlief oft ganz allein mitten im Nirgendwo, also hat es mir einfach nichts gebracht, Horrorfilme anzuschauen. Aber irgendwann, während der Pandemie, hat mich eine Freundin dazu gebracht, sie mit ihr allein in meiner abgelegenen Hütte im Wald anzuschauen, und mir wurde klar, dass Horror besser (oder zumindest zuverlässiger) als jedes andere Genre darin ist, die Welt unter dieser Welt freizulegen, die wir zwar erahnen, aber weder sehen noch berühren können. „Weapons“ schafft das sehr gut: Es bringt echten Horror und Magie (und was ist Magie anderes als Horror?) in eine alltägliche Vorstadtumgebung.


Quelle: „Thoughts and Notes and Barbarian Queens or: news and book reviews“ von Margaret Killjoy, 24. Juni 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]


k9 » größenwahn » politischer fiimabend: Memoria Viva - Lebendige Erinnerung

Die Vorderseite des Flyers zum Filmabend zeigt neben einem Foto einer Demonstration mit einem CNT Fronttransparent Angaben zum Film sowie das Zitat: "Wenn einer träumt für sich allein dann ist es nur ein Traum. Wenn viele zusammen träumen, ist es der Anfang einer neuen Realität"

"Wenn einer träumt für sich allein dann ist es nur ein Traum. Wenn viele zusammen träumen, ist es der Anfang einer neuen Realität"

Dokufilm - Antonio J. García de Quirós Rodríguez - 2014 - 2 Std. - Spanisch (OmU)

54 Spanier+Spanierinnen erinnern an ihre Erfahrungen als Mitglieder der anarchistischen Gewerkschaft CNT rekapitulieren anschaulich u. detailliert die Jahre der Revolution des Spanischen Bürgerkriegs, die Zeit des Exils, die Nach-Franco-Ära. Geschichte vom Aufstieg+Fall der anarchistischen Utopie, sowie den kollektiven Charakter der anarchistischen Bewegung. Geschichte des spanischen Gewerkschaftsdachverbandes CNT.

Der Dokumentarfilm erzählt die über hundertjährige Geschichte dieser anarchosyndikalistischen Gewerkschaft aus der Sicht ihrer Protagonisten - einfachen Arbeitern und Arbeiterinnen. Mit ihnen erleben wir ihre Geschichte, ihre Kämpfe, ihre Hoffnungen und Erwartungen. Während des Spanischen Bürgerkriegs war sie Speerspitze gegen den faschistischen Putsch General Francos, mit rund 2 Millionen Mitgliedern eine der wichtigsten Protagonistinnen des Widerstandes, gleichzeitig der Motor einer sozialen Revolution, die für kurze Zeit zeigte, dass eine menschliche Gesellschaft möglich ist.

combatiente zeigt geschichtsbewußt:

revolucion muß sein!
filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen
kinzigstraße 9 « 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee

k9 » größenwahn » politischer fiimabend: „Une Jeunesse Allemande - Eine deutsche Jugend“

Der Flyer zum Film zeigt eine Szene aus dem Film, in der ein Darsteller mit der Pistole in die Kamera zielt. Darunter ein Bild eines Polizeieinsatzes. Ergänzt werden die Fotos durch Angaben zum Film und der Vorführung aus dem Textbeitrag
Flyer zum Film (Vorderseite)
"Wir stürmen und werden Soldaten des revolutionären Krieges oder wir werden wieder Bürger und antikommunistische Schweine."

Dokumentation 2015, Jean-Gabriel Pèriot, 93 Min., dt./frz. OmU
Sonntag 21. Juni 2026, 19 Uhr


In den 1960ern durchlebte die Bundesrepublik Deutschland eine ihrer radikalsten und kritischsten Phasen. Zehntausende gingen auf die Straße, um gegen Kapitalismus und Staat aufzubegehren.

„Une Jeunesse Allemande - Eine deutsche Jugend“ wirft einen Blick von außen auf die BRD und ist sehenswert, weil er die Notwendigkeit der 68er dokumentiert, eine Auseinandersetzung mit der Kriegsgeneration zu forcieren um sozialistische Verhältnisse in der BRD zu erkämpfen:

Ende der 1960er lehnte sich die Nachkriegsgeneration in der Bundesrepublik gegen ihre Eltern auf. Sie war desillusioniert von den antikommunistischen, kapitalistischen Staatsstrukturen, in denen die Elite des tausendjährigen Reichs, umetikettiert zu Demokraten, ihre Verbrechen unter den Teppich gekehrt hatte.

Periot schneidet die Positionen kunstvoll gegeneinander zu einem vielstimmigen Kaleidoskop. Darunter zahlreiche Filmzitate von Fassbinder in „Deutschland im Herbst" über Antonionis „Zabriskie Point” bis hin zu Studentenfilmen von Holger Meins und Reportagen von Ulrike Meinhof, die seitdem nie wieder gezeigt wurden.

Der Filmemacher stellt Staat und bewaffneten Widerstand der 1970er und 1980er Jahre, Gewalt und Geschichte, Radikalisierung und die Reaktionen der Gesellschaft darauf einander kommentarlos gebenüber und erteilt auch Filmemacher jener Jahre das Wort.

„Mit meinem Film hole ich die Bilder der Vergangenheit in unsere Gegenwart und organisiere sie neu zu einer subjektiven Montage. Dabei interessiert mich das, was über die offensichtliche Botschaft der Bilder und Töne hinausgeht. Die Widersprüche und die besondere Präsenz des Materials - wie es mich bewegt und verstört.“ Jean-Gabriel Pèriot

combatiente zeigt geschichtsbewußt:

revolucion muß sein!
filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen
kinzigstraße 9 « 10247 berlin + Us samariterstraße + S frankfurter allee


k9 » größenwahn » politischer fiimabend: „Autour du Feu“- der Feuerkreis

Der Flyer zeigt Jacques Fasel 1985 beim Prozess in Fribourg in einer Illustration von Luigi Olivadoti sowie Angaben zum Film aus dem Textbeitrag
Flyer zum Film (Vorderseite)
In einem Wald treffen zwei ehemalige Mitglieder der bewaffneten antikapitalistischen Westschweizer Gruppierung La Bande à Fasel an nem Lagerfeuer auf drei junge Aktivistinnen der ZAD Le Mormont von XR Rebellion u. in der Schweiz aktiven antirassistischen Kollektiven. Eine Nacht lang diskutieren sie Fragen über den zivilen Ungehorsam u. radikalere Formen des Widerstands. Wie weit darf man gehen, um seine Ideale zu verteidigen?

Dokumentarfilm: „AUTOUR DU FEU“ - der Feuerkreis

Laura Cazador & Amanda Cortös 2024 OmU

Jacques Fasel und Daniel Bloch sitzen eine Nacht lang mit drei jungen Aktivistinnen aus der Klimabewegung und antirassistischen Kollektiven um ein Lagerfeuer im Wald und sprechen über Formen des Widerstands und der Repression im Lauf der Zeit. Mit seiner Bande überfiel der Anarchist Jacques Fasel in den Siebzigern Poststellen und Geldtransporter in der Romandie, mit der Beute finanzierten sie autonome Projekte. „Wir hatten Freude daran, in den sozialen Krieg zu ziehen. Der Begriff «revolutionär» war angemessen, weil wir glaubten, die Revolution würde zu unseren Lebzeiten stattfinden. Ich unterstützte die ‚Anti-AKW-Bewegung, die Antigefängnisbewegung und kleinere Projekte wie unabhängige Radios und eine Theatergruppe“ Er wurde oft gefasst, saß lange im Knast ist mehrfach ausgebrochen. "Das Gefängnis hat mich gestärkt" Der Film stellt nun sein Handeln jenem junger Aktivistinnen gegenüber.

Ein Gespräch über die Revolution als Prozess, den Wald als Rückzugsort - und Technologie als Waffe.

«Es muss nicht immer Forelle in Champagnersauce sein»

combatiente zeigt geschichtsbewußt:

revolucion muß sein!
filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen
kinzigstraße 9 « 10247 berlin + Us samariterstraße + S frankfurter allee

Das laute Schweigen

Der Dokumentarfilm untersucht die deutsche Politik gegenüber Israel und Palästina und zeigt, wie palästinasolidarische Stimmen in Öffentlichkeit und Kultur zunehmend unter Druck geraten. Durch Interviews, Fallbeispiele und Analysen macht der Film sichtbar, wie Debatten eingeschränkt, Kritik delegitimiert und Meinungsäußerungen sanktioniert werden. DAS LAUTE SCHWEIGEN eröffnet damit eine Auseinandersetzung mit einem Thema, das in Deutschland von Spannungen, Tabuisierungen und Machtasymmetrien geprägt ist.

Thematik
Deutschland unterstützt Israel und dessen Interessen seit Jahrzehnten, nicht erst seit dem tödlichen Angriff der Hamas auf Israel am 7.Oktober 2023, aber seitdem ungebrochen - diplomatisch, materiell und moralisch*. Diese Unterstützung wurde auch fortgesetzt, als der Internationale Gerichtshof (IGH) die Plausibilität eines Völkermords durch die israelischen Militäroperationen im Gazastreifen feststellte. Staatliche Behörden und große Teile der deutschen Medienlandschaft haben versucht, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen, die die Verwicklung Deutschlands an einem möglichen Völkermord** in Gaza infrage stellen.

Zu dieser repressiven Dynamik zählen die Kriminalisierung von pro-palästinensischem Aktivismus, Verleumdungskampagnen gegen Einzelpersonen und Gruppen, gesetzliche Einschränkungen, Polizeigewalt und Bürgerrechtsverletzungen – wie u.A. von Amnesty International dokumentiert.

*Die Deutsche Regierung hat im August 2025 offiziell angekündigt, keine weiteren Waffenexporte an Israel zu genehmigen, die potentiell gegen zivile Ziele in Gaza verwendet werden können.

**Israels Krieg auf Gaza wird u. A. von Amnesty Interational, HRW, MSF, UN-Sonderkomitee, Genocide Watch und B’Tselem als Völkermord eingestuft.

Mehr Informationen sowie zum Crowdfunding für den Film.

Externer Inhalt von YouTube Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt. Dabei können personenbezogene Daten, insbesondere Ihre IP-Adresse, übertragen werden.

Ava DuVernay, Javier Bardem, Olivia Colman und Mark Ruffalo unter mehr als 1.300, die eine Zusammenarbeit mit israelischen Filminstitutionen ablehnen

Das Logo der Filmworkers for Palestine zeigt eine stilisierte Blende einer Kamera mit 8 Lamellen.
Logo der Filmworkers for Palestine
In einer historischen Aktion gehören Oscar-, BAFTA-, Emmy-, Cannes-, Berlin-, Venedig-, César-, Goya- und Peabody-Preisträger zu den mehr als 1.300 Filmemachern, die sich weigern, mit israelischen Filminstitutionen und -unternehmen zusammenzuarbeiten, die „am Völkermord und der Apartheid gegen das palästinensische Volk beteiligt sind“.

Die Schauspieler Olivia Colman, Ayo Edebiri, Mark Ruffalo, Riz Ahmed, Tilda Swinton und Javier Bardem sowie die Drehbuchautoren und Regisseure Yorgos Lanthimos, Ava DuVernay, Asif Kapadia, Emma Seligman, Boots Riley, Adam McKay und Joshua Oppenheimer sagen: „In dieser dringenden Krisensituation, in der viele unserer Regierungen das Gemetzel in Gaza ermöglichen, müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Horror vorzugehen.“

Die Branchenprofis, darunter die Produzenten James Wilson, Robyn Slovo und Tracey Seaward, sagen: „Wir folgen dem Aufruf palästinensischer Filmemacher, die die internationale Filmindustrie dazu aufgefordert haben, Schweigen, Rassismus und Entmenschlichung abzulehnen und ‚alles Menschenmögliche zu tun‘, um die Mitschuld an ihrer Unterdrückung zu beenden.“

Unter Hinweis darauf, dass „das höchste Gericht der Welt, der Internationale Gerichtshof, entschieden hat, dass in Gaza ein plausibles Risiko eines Völkermords besteht und dass die Besetzung und Apartheid Israels gegenüber den Palästinensern rechtswidrig sind“, heißt es in einer Fußnote der Erklärung, dass Beispiele für Mittäterschaft „die Verharmlosung oder Rechtfertigung von Völkermord und Apartheid und/oder die Zusammenarbeit mit der Regierung, die diese begeht“, umfassen.

Film Workers for Palestine, die die Erklärung veröffentlicht haben, schreiben auf einer FAQ-Seite: „Obwohl sie im israelischen Apartheid-System tätig sind und somit davon profitieren, hat die überwiegende Mehrheit der israelischen Filmproduktions- und -vertriebsgesellschaften, Verkaufsagenturen, Kinos und anderen Filminstitutionen niemals die vollständigen, international anerkannten Rechte des palästinensischen Volkes unterstützt.“

Die Massendeklaration wurde von Filmmakers United Against Apartheid inspiriert, einer Organisation, die 1987 von Jonathan Demme, Martin Scorsese und 100 weiteren prominenten Filmemachern gegründet wurde, um von der US-Filmindustrie zu fordern, den Vertrieb von Filmen im Apartheid-Südafrika zu verweigern.

Der Oscar-nominierte Produzent und Regisseur Mike Lerner kommentierte seine Entscheidung, die Film Workers Pledge zu unterzeichnen, wie folgt: „Es liegt in der Verantwortung jedes unabhängig denkenden Künstlers, alle ihm zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten zu nutzen, um den weltweiten Widerstand gegen dieses Grauen zu unterstützen. Diese Erklärung ist ein wichtiges gewaltfreies Instrument, um die tödliche Straffreiheit zu untergraben, die Israel und seine Verbündeten derzeit genießen.“

Quelle: Pressemitteilung
Übersetzung: Thomas Trueten

Film Workers for Palestine ist ein Aufruf, der von mehr als 8.000 Filmemachern und Kinomitarbeitern unterstützt wird, um sich für ein Ende des Völkermords und für ein freies Palästina einzusetzen. Wir schaffen Räume und Infrastrukturen für die Organisation als Reaktion auf den Krieg gegen die Palästinenser und die Zensur von Stimmen, die sich gegen Israels Völkermordkampagne aussprechen.


Der "Teufel zu Mallerbach" – die Wiederentdeckung der Wallfahrtskapelle bei Allstedt

Am 24. März 1524 wurde die nahe dem Städtchen Allstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) gelegene Mallerbacher Kapelle durch aufgebrachte Bürger zerstört. Mutmaßlich handelten sie unter dem Einfluss des radikalen Predigers Thomas Müntzer, der zu dieser Zeit in Allstedt wirkte. Im Zuge dieser Plünderungen, die als Vorbote des Bauernkriegs in Mitteldeutschland gelten, wurde auch das in der Kapelle verehrte Marienbild vernichtet, und der genaue Standort des Wallfahrtsortes verlor sich im Grau der Geschichte.

Im Jahr 2024 gelang jedoch dem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Frank Philippczyck die Wiederentdeckung des Standortes der Kapelle. Welche Ergebnisse lieferten die archäologischen Ausgrabungen an diesem historischen Ort?

Der Film "Der 'Teufel zu Mallerbach' – die Wiederentdeckung der Wallfahrtskapelle bei Allstedt" entstand mit Unterstützung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Land Sachsen-Anhalt im Rahmen des Gedenkens 500 Jahre Bauernkrieg sowie des 500. Todestages Thomas Müntzers in Sachsen-Anhalt. Er ist ein Beitrag zum Gedenkjahr "Gerechtigkeyt. Thomas Müntzer & 500 Jahre Bauernkrieg".

Externer Inhalt von YouTube Beim Laden wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt. Dabei können personenbezogene Daten, insbesondere Ihre IP-Adresse, übertragen werden.