trueten.de

»Wer wagt es, sich den donnernden Zügen entgegenzustellen? Die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen!« Erich Kästner

Morgen kann ich wieder zynisch sein Oder: Dies ist der Anfang, nicht das Ende

Ich glaube, morgen werde ich das Ganze zynisch sehen. Ich glaube, morgen werde ich mir vor Augen halten, dass die Demokraten historisch gesehen eher vom Status quo begeistert waren als von progressiven Veränderungen, dass sie es lieben, aus einer sicheren Siegessituation noch eine Niederlage zu machen.

Ich glaube, morgen werde ich mich daran erinnern, dass die Welt nicht besser wird, wenn die Menschen sie nicht direkt verbessern. Ich glaube, morgen werde ich mich daran erinnern, dass es vielen Wählern der „blauen Welle“ mehr um sinkende Benzinpreise ging als darum, Rassismus und Transphobie zu bekämpfen. Ich glaube, morgen werde ich mich daran erinnern, dass einige der Demokraten, die gewonnen haben, Transfrauen dabei einfach fallen gelassen haben.

Heute werde ich aber den leichten Regen vor dem Fenster beobachten, den Vögeln lauschen und glücklich sein. Wir brauchen den Regen. Ich werde nie verstehen, warum Menschen Regen mit Traurigkeit verbinden. Regen ist Hoffnung. Durch Regen und Feuer erneuert sich die Welt immer wieder aufs Neue.

Die Republikanische Partei ist ein gewagtes Risiko eingegangen: Sie dachten, die Amerikaner würden Transmenschen und Migranten mehr hassen als den Faschismus. Gestern haben die Amerikaner ihnen eine Absage erteilt – in der größten Wahlüberraschung meines Lebens. Eine Mehrheit der Amerikaner hat deutlich gemacht, dass sie Migranten und Transmenschen nicht so sehr hassen, dass sie dafür die Wirtschaft ruinieren würden, und dass sie Trump mehr hassen als mich und meine Liebsten. Gestern Abend habe ich eine Party veranstaltet, was ich in meinem Leben bisher nicht oft gemacht habe. Ich bin introvertiert und habe noch nie besonders lange an einem Ort gelebt. Aber gestern Abend habe ich eine Party geschmissen, damit viele von uns zusammen sein könnten, falls das Schlimmste eintreten sollte. Ich habe aus Versehen alkoholfreies Bier getrunken und war von netten Menschen umgeben. Mein Hund, der in Menschenmengen manchmal ängstlich ist, war der Star des Abends und streifte von Person zu Person, um sich kraulen und streicheln zu lassen. Ich vermute, er wird tagelang schlafen.

Vielleicht waren mehr als die Hälfte der Gäste Transfrauen. Man lädt eine Transfrau ein, und plötzlich ist eine ganze Schar von ihnen da, und sie bringen Segen und Freude mit. Mindestens zwei der Gäste waren Binnenflüchtlinge – Frauen, die aus Texas in kältere Gefilde und zu etwas weniger transfeindlichen Politikern geflohen waren.

Etwa einmal pro Stunde schaute jemand auf sein Handy und erzählte uns, dass die Hochrechnungen immer besser aussähen. Wahrscheinlich gab es in diesem Raum niemanden, der sich als „Demokrat“ bezeichnen würde, aber wir alle hatten seit Monaten Anti-Trans-Wahlkampfpost in unseren Briefkästen gefunden, und selbst eingefleischte Wahlenthalter gingen dieses Mal zur Wahl. Es fühlte sich gut an, unseren Feinden beim Verlieren zuzusehen.

Die Rechte trommelte so laut sie konnte gegen  DEI (Diversity, Equity and Inclusion auf Deutsch: Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion),doch die Menschen wählten die erste schwarze Gouverneurin des Landes und die erste indigene Gouverneurin des Landes. In einer Zeit, in der die Rechte Transfrauen als Pädophile darstellen will, wurde eine Transfrau ins Repräsentantenhaus von Alabama gewählt – und ihr Wahlkampf lief im Grunde darauf hinaus: „Die Republikaner sind pädophile Ungeheuer, denen ihr egal seid.“ Sie hatte ein 20:1-Nachteil bei den Wahlkampfausgaben und hat trotzdem gewonnen.

Es gibt eine riesige Kluft zwischen Repräsentation im politischen System und der Befreiung von Rassismus und Geschlechterungleichheit, aber es sagt auf jeden Fall etwas aus, dass die Leute keine Angst hatten (oder sogar begeistert waren), für diese Kandidatinnen zu stimmen.

Heute Morgen bin ich hoffnungsvoller aufgewacht als seit Jahren. Wir haben eine echte Chance, den Faschismus aus der Macht zu vertreiben, wenn wir uns daran erinnern, dass dies nur ein erster Sieg in diesem Kampf ist. Wir haben eine Chance, wenn wir uns daran erinnern, dass dies der Anfang ist, nicht das Ende. Heute Morgen hat das anarchistische Kollektiv CrimethInc es so formuliert:

Wir argumentieren schon seit 2014, dass Staatsmacht eine heiße Kartoffel ist. In einer globalisierten Welt können Regierungen die Auswirkungen des Kapitalismus auf normale Wähler nicht mehr abfedern – wer also an der Macht ist, verliert an Popularität.

Es ist gut zu sehen, dass Trump die Kontrolle verliert. Aber wir werden weiterhin in immer wilderen Schwankungen zwischen den politischen Parteien hin und her pendeln, bis wir echte Veränderungen am System selbst herbeiführen.

Die Metapher mit der heißen Kartoffel trifft es genau. Die Zustände in der Welt werden in diesem Jahrhundert selbst im besten Fall noch schlimmer werden, und wer auch immer an der Macht ist, wird für den Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich gemacht werden. Infolgedessen werden wir viele intensive politische Verschiebungen in alle Richtungen erleben.

Aber lass mich dir meine kühnste Hoffnung schildern.

Stell dir den politischen Kompass vor, die Karte mit den vier Quadranten. Stell dir vor, dass unsere aktuelle politische Position die meiste Zeit wie eine Stecknadel in einer Pinnwand dieser Karte feststeckt. Meistens ist es schwer, diese Stecknadel sehr weit oder schnell zu bewegen. In seiner ersten Amtszeit versuchte Trump, die Stecknadel nach oben und nach rechts zu ziehen (in Richtung Autoritarismus und wirtschaftliche Ungleichheit). Er und seine Freunde packten diese Stecknadel und zogen mit aller Kraft daran – und schafften es sogar, sie ein kleines Stückchen zu verschieben. (An dieser Stelle hinkt die Metapher, denn in dieser Metapher kann man eine feststeckende Stecknadel bewegen, im echten Leben jedoch nicht.)

In seiner zweiten Amtszeit löste Trump die Stecknadel einfach aus ihrer Verankerung, was ihm die Möglichkeit gab, sie drastisch zu verschieben. „Politik wie immer“ war passé, und wir alle lernten, dass dramatische politische Kurswechsel möglich sind.

Die Stecknadel ist also gelöst, aber sie liegt nicht mehr allein in seinen Händen. Er verliert die Kontrolle, denn wir sind mehr als sie.

Hier ist also meine kühnste Hoffnung: Wir können die Stecknadel verschieben, solange sie gelöst ist. Die etablierten Demokraten werden wahrscheinlich versuchen, diese Stecknadel gleich wieder in die Pinnwand zu stecken, und das müssen wir nicht zulassen.

Es gibt eine Welt zu gewinnen, und wir werden sie nicht gewinnen, indem wir so tun, als könne alles wieder zum Normalzustand zurückkehren.

Und ja, die „blaue Welle“ kam zustande, weil die Menschen hingegangen sind und gewählt haben, aber sie kam auch zustande, weil Los Angeles, Chicago, Minneapolis und St. Paul lieber unregierbar wurden, als der ICE freie Hand auf ihren Straßen zu lassen. Sie kam zustande, weil wir klargemacht haben, dass wir Faschismus nicht akzeptieren. Sie kam zustande, weil wir die Politiker daran erinnert haben, dass sie nicht das Sagen haben. Selbst wenn ich an die repräsentative Demokratie glauben würde, würde ich an Folgendes glauben: Politiker haben nicht das Sagen. Politiker werden angeblich von den Wählern ermächtigt, in deren Namen zu sprechen. Es ist gut, wenn sie daran erinnert werden.

Wenn du mich fragen würdest, wie wir gewinnen können, würde ich sagen: Wir bauen Macht außerhalb des Wahlsystems auf, wir bauen Netzwerke der Fürsorge und der gegenseitigen Hilfe auf. Dass wir uns organisieren und direkte Aktionen durchführen, um uns selbst und unsere Nachbarn zu schützen. Erst wenn wir die Macht selbst in die Hand nehmen, beeilen sich die Politiker, mitzuhalten.

Aber ich habe nicht das Sagen, und das ist gut so. Mein Weg zum Sieg ist nicht der einzige Weg.

Ich weiß allerdings, dass man nicht einfach seine Laufschuhe anziehen und beschließen kann, dass das dasselbe ist wie einen Marathon zu laufen. Ich weiß, dass man nicht einfach ein Fitnessstudio im Keller einrichten und beschließen kann, dass man damit jetzt in Form ist.

Diese Wahl war nur ein Schritt auf dem Weg zur Zerschlagung des Faschismus, und sie war kaum der Anfang der größeren Aufgabe, die Ausbeutung zu beenden, die unser Wirtschaftssystem prägt – der Aufgabe, den Autoritarismus zu zerschlagen, der Aufgabe, die Welt zu dekolonisieren.

Aber auch der längste Weg wird Schritt für Schritt zurückgelegt. Und es fühlt sich gut an, gemeinsam irgendwohin zu gehen.

Quelle: "I’ll Let Myself Be Cynical Tomorrow or: this is the beginning, not the end" von Margaret Killjoy, 04. November 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Regierungen rufen zur Katastrophenvorsorge auf – wie besorgt sollten wir sein?

Ein Freund von mir hat mir neulich eine SMS mit einer Frage zum Thema „Prepping“ geschickt. Ich liebe es, wenn Freunde mir Fragen zum Thema „Prepping“ stellen. Er fragte mich im Grunde: „Sollte ich mich jetzt mit Kreditkartenschulden belasten, um Lebensmittel und Wasser zu horten? Ich habe nicht viel Geld, aber die Lage sieht echt düster aus.“ Dieser Freund hat mehrere Kinder, die noch zu Hause wohnen und um die er sich kümmern muss, und lebt tief im roten Bereich der Karte.

Ich hab ihm gesagt: „Nein.“ Ich hab ihm erklärt, dass es ein guter Zeitpunkt ist, sich vorzubereiten, aber dass man dafür nicht seine Zukunft verpfänden sollte. Ich hab ihm geraten, wenn möglich, bei jedem Einkauf im Laden 5 bis 10 Dollar extra für haltbare Lebensmittel auszugeben.

Aber es gibt definitiv einen Anstieg bei der Vorsorge, was gut ist, und einen Anstieg der Angst, was nicht gut ist.

In den letzten Wochen haben Regierungen weltweit neue Leitlinien für ihre Bürger veröffentlicht, wie sie sich auf Katastrophen vorbereiten sollen. Das Vereinigte Königreich riet seinen Bürgern, Vorräte für drei Tage zu Hause zu haben. Japan bereitet die Gründung einer neuen Nationalen Katastrophenschutzbehörde vor. Die EU beschäftigt sich dank der russischen Invasion schon seit Jahren damit. Ein ehemaliger FBI-Mitarbeiter ist in den Nachrichten, weil er davon spricht, dass alle ausflippen und zu „Preppern“ werden sollten (auf eine sehr altmodische und wenig hilfreiche Art und Weise: „Leg dir deinen eigenen Vorrat an und misstraue allen anderen“). Und natürlich haben die USA kürzlich „FORTRESS“ angekündigt, einen Plan, um Militärstützpunkte so vorzubereiten, dass sie 90 Tage lang ohne externe Stromversorgung auskommen. Und Großbritannien hat drei seiner vier Atom-Abschreckungs-U-Boote auf See, was sonst selten vorkommt.

Und natürlich stehen Wahlen bevor. Es stehen immer Wahlen bevor.

All das zusammen bringt bestimmte Teile des Internets in Aufruhr: Wissen die Regierungen etwas, was wir nicht wissen? Steht etwas Schreckliches bevor? Aber die Sache ist die … das ist verschwörungstheoretisches Denken, und verschwörungstheoretisches Denken hat selten recht (ist aber meistens rechtsgerichtet). Die Sache mit den Atom-U-Booten? Das kommt manchmal vor. Das letzte Mal war vor sieben Jahren. Es ist wahrscheinlich kein Omen.

Mit ziemlicher Sicherheit steckt nichts Unheilvolles dahinter. Wahrscheinlich reagieren die Regierungen schlicht – und aus gutem Grund – auf die allgegenwärtige Mehrfachkrise: die Kriege im Iran und in der Ukraine, die sich auf die weltweite Energie- und Nahrungsmittelversorgung auswirken; die ständigen Katastrophen infolge von El Niño und der globalen Erwärmung; den „Schwarzen Oktober“ und die Erkenntnis, dass künstliche Intelligenz die Cyberkriegsführung möglicherweise ebenso grundlegend verändern könnte wie die Atombombe die konventionelle Kriegsführung.

Das heißt: Es sind eine Menge bedrohlicher Dinge. Es sind nur bedrohliche Dinge, von denen wir bereits wussten.

Es ist ein wirklich guter Zeitpunkt, sich vorzubereiten. Die Lage wird sich wahrscheinlich noch eine Weile weiter verschlechtern. Unser El-Niño-Winter wird ein seltsamer werden, und aktuelle Vorhersagen sagen viel Schnee im Westen voraus, weniger als üblich im Norden und im Mittleren Westen, wobei die Stürme insgesamt weiter nach Süden ziehen als gewöhnlich. Die Dieselkrise ist real und verschärft sich, und die Folgewirkungen von Trumps Krieg gegen den Iran werden noch jahrelang zu spüren sein.

Dann ist da noch die Bedrohung durch KI-Hacker. Ich halte die Ängste vor einer „außer Kontrolle geratenen KI, die die Welt zerstört“ für übertrieben, aber soweit ich das beurteilen kann, hat KI als Werkzeug die Funktionsweise der Computersicherheit grundlegend verändert. Leute aus dem Bereich Computersicherheit scheinen ziemlich ernsthaft erschüttert zu sein von der Fähigkeit der KI, Schwachstellen in Netzwerken aufzudecken, und ich höre von Freunden immer wieder Anekdoten über Cyberangriffe überall. Und natürlich wurden bei dem gestrigen Hack von Binance 6,3 Milliarden Dollar gestohlen – der größte Krypto-Diebstahl der Geschichte. Was wird passieren, wenn als Nächstes das normale Bankwesen ins Visier gerät?

Was ich damit sagen will, ist wohl Folgendes: Macht euch keine Sorgen darüber, dass im Verborgenen irgendwelche dunklen Machenschaften im Gange sein könnten. Macht euch lieber Gedanken über all die schlimmen Dinge, die ganz offen vor unseren Augen geschehen. Es ist gut, dass Regierungen ihre Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, sich auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Denn je selbstverständlicher und verbreiteter eine solche Vorsorge ist, desto besser sind wir alle in der Lage, in Krisenzeiten zusammenzuarbeiten und einander zu unterstützen.

Die Leute werden dir sagen, du sollst Angst haben, dass „die Gesellschaft nur neun Mahlzeiten von der Anarchie entfernt ist“. Aber ich biete dir die hoffnungsvolle Kehrseite an: „Die Gesellschaft ist nur neun Mahlzeiten von der Anarchie entfernt.“ Als der Westen von North Carolina von einem Hurrikan heimgesucht wurde, kamen alle zusammen und halfen sich gegenseitig – Anarchisten, soziale Bewegungen, Kirchen und, nun ja, einfach alle. Ich fuhr hin und brachte meinen kaputten Generator zu einer spontanen Gruppe von Kleinmotoren-Mechanikern, die sich hinter der anarchistischen Buchhandlung niedergelassen hatten, um Generatoren zu reparieren und zu verteilen.

Und ich bin im Herzen ein Mädchen vom Land, daher sage ich es nur ungern, aber: Die Stadt war während dieser speziellen Katastrophe besser dran als das Land. Es gibt jede Menge Klischees darüber, dass Stadtmenschen nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen, und dass Landleute selbstständiger sind, aber die Sache ist die: Menschen sind die wichtigste Ressource, auf die man in einer Krise zurückgreifen kann.

Ich stand in einer Reihe von Freiwilligen vor dem Lebensmittelladen, während die Angestellten die Tiefkühltruhe öffneten und die Lebensmittel verteilten, und es waren die Leute, die mit mir absprachen, wohin das alles gebracht werden sollte. Es waren die Leute, die sich selbst organisiert (aber organisiert) hatten und aus den Bergen zu den nächsten Tankstellen fuhren, um Benzinkanister zu füllen, damit all die Pick-ups, die Wasser auslieferten, betankt blieben.

Obwohl Asheville vielleicht ein seltsames Beispiel ist, weil es eine Stadt ist, die in eine ländliche Kultur eingebettet ist. Vielleicht zeigt das, was dort passiert ist, die Stärke der Zusammenarbeit zwischen Stadt- und Landbewohnern, die ihre Ideen, Fähigkeiten und Lösungsansätze zusammenbringen, um etwas Schönes zu schaffen.

Vielleicht ist das die eigentliche Lektion hier.

Vielleicht lautet die Lektion: Was auch immer auf uns zukommt, wir sitzen alle im selben Boot.

 

Quelle: "Governments Are Telling Their Citizens to Get Ready for Disaster or: how much should we worry?" von Margaret Killjoy, 30. Oktober 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

Gen Z regelt und Gen Z hat genug

Bei der „Gen Z“-Demonstration stehen zahlreiche überwiegend junge Menschen dicht gedrängt beieinander. Im Vordergrund halten zwei Demonstrierende große, handbeschriftete Pappschilder hoch. Auf dem linken steht in schwarzen und roten Großbuchstaben: „Wir fragen, warum Frauen keine Kinder bekommen, statt warum Mütter nachts nicht schlafen können.“ Das rechte Schild trägt die Aufschrift: „Ich brauch dringend Therapie, doch niemand gibt mir ein’ Termin.“ Das Wort „Therapie“ ist rot hervorgehoben. Zwischen den Schildern lächelt eine junge Frau mit langen dunklen Haaren in die Kamera. Die Demonstrierenden tragen warme Herbstkleidung. Im Hintergrund sind weitere Protestschilder, bunt gefärbte Bäume und ein teilweise bewölkter Himmel zu sehen.

Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv

In mehr als 30 Städten folgten am Samstag, den 31. Oktober 2026 rund 100.000 vor allem junge Menschen den Aufrufen der Inititiative „Gen Z regelt“ und demonstrierten für soziale Gerechtigkeit, bessere Bildung, für Klimaschutz und gegen Krieg.

In Berlin gab es zwei Demonstrationen. Am Nachmittag protestierten etwa 10.000 Menschen am Brandenburger Tor.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Unter dem Motto: „Gen Z hat genug!“ gab es am Abend eine weitere Demonstration am Rosenthaler Platz, zu der ein linksradikales, antifaschistisches und propalästinensisches Spektrum mobilisiert hatte.  Inspiriert von den Protesten in Frankreich gingen mehrere tausend Menschen wütend und laut auf die Straße. Die Polizei war mit 1.500 Beamten im Einsatz und griff die Demo am Ende an, vermutlich wegen Pyrotechnik und weil eine Tram blockiert war. Wiederholt wurden Teilnehmer*innen ohne ersichtlichen Grund geschubst und geschlagen. Es gab mehrere Verletzte.

Für den 20. November sind bereits die nächsten Proteste angekündigt.


 

Berlin: Hugohaus geräumt

Das Farbfoto zeigt eine Straßenszene vor dem mit Graffiti besprühten Hostel „Georghof“. Über dem Eingang leuchtet ein rotes Schild. Zwei Straßenmusiker spielen im Eingangsbereich, einer Gitarre, der andere Akkordeon. Auf dem Kopfsteinpflaster davor stehen und sitzen mehrere Menschen und hören zu. Einige Gesichter sind unkenntlich gemacht. An der Fassade hängen Transparente und Fahnen, darunter ein grünes Banner mit der Aufschrift „Nachbar*innen gegen Räumung“. Die Atmosphäre wirkt lebendig und solidarisch, geprägt von Straßenmusik, politischen Botschaften und gemeinschaftlichem Protest.

Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Das ehemalige Hostel in der Gürtelstraße 39–41 in Berlin-Friedrichshain hat eine lange Geschichte der Hausbesetzung: 2014 besetzten es Geflüchtete, um für ein Bleiberecht für alle zu demonstrieren. Das Haus stand daraufhin jahrelang leer und verfiel zunehmend, bis es vor 2 Jahren erneut von Punks besetzt wurde. Die setzten Teile wieder in Stand, räumten Müll und Dreck weg, zogen ein und gaben ihrem neuen Domizil den Namen „Hugohaus“. Am 24. September wurden die Bewohner*innen nach einer Auseinandersetzung mit Securities des Investors von der Polizei durchsucht und kalt geräumt.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Lange wurde die stille Besetzung des Hugohauses geduldet, bis die Gebäude an die GSI 2 Entwicklung GmbH aus Wien verkauft wurden. Die von ihr beauftragte Projektentwicklerin dBS Investment GmbH forderte die Besetzer*innen auf, das Haus innerhalb von fünf Tagen zu räumen, schickte Securities und drohte Strom und Wasser abzustellen. Aber statt wieder auf der Straße zu wohnen, luden die Bewohner*innen Presse und Politik ein und organisierten solidarische Unterstützung. Bei einem spontanem Konzert am 1. September von Paul Geigerzähler und Faulenza vor dem Haus kamen mehrere Dutzend Menschen, die sich mit der Besetzung solidarisierten.  Sowohl die Besetzer*innen als auch die Musiker kündigten weitere Soliaktionen in den nächsten Tagen an.

Währenddessen begannen Securities im Auftrag des Investors mit Vorbereitungen für den geplanten Abriss des Gebäudes. Sie schotteten das Hugohaus mehrere Tage ab, verhinderten ein Betreten, Verlassen oder auch medizinische Hilfe und griffen die Bewohner*innen am 24. September an. Sie schlugen Fenster ein, versprühten Reizgas und versuchten erfolglos in die Räume der Bewohner*innen einzudringen. Die Securities behaupteten hingegen, selbst angegriffen worden zu sein und die Polizei durchsuchte mit 200 Einsatzkräften das Haus und nahm am Tag drauf sechs Personen fest.
Die Solimahnwache, die seit 3 Wochen vor dem Haus stand, blieb solidarisch und protestierte gegen die kalte Räumung des Hauses. Denn obwohl die Polizei betont hatte, dass es sich nicht um eine Räumung handele, konnten die Bewohner*innen nach ihrer Freilassung nicht wieder in das Haus zurückkehren. Die Securities standen im Eingang des Hugohauses, die Fenster waren zertrümmert und das Haus mittlerweile unbewohnbar gemacht worden.
 

Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)

Links


 

Berlin: Thiel shall not pass

Das hochformatige Farbfoto zeigt eine Gruppe fantasievoll verkleideter Menschen bei einer satirischen Demonstration auf einer Berliner Straße. Mehrere Personen tragen lange, graue Perücken und künstliche Bärte, die an den Philosophen Friedrich Nietzsche erinnern. Sie halten handbeschriftete Schilder aus brauner Pappe mit Wortspielen über den Namen des Unternehmers Lars Windhorst beziehungsweise den früheren Karstadt-Eigentümer René Benko nicht – vielmehr beziehen sich die Sprüche auf den Namen „Thiel“.  Im Mittelpunkt steht eine Person mit langem grauem Haar, einem ausladenden grauen Bart und einer kleinen bunten Sonnenbrille. Sie trägt einen auffälligen pinkfarbenen Mantel, darunter eine bunt gemusterte Hose und schwarze Stiefel. In der Hand hält sie ein großes Schild mit der Aufschrift „Thiel mir das Lied vom Tod“.  Direkt davor kniet eine weitere verkleidete Person auf einem Bein. Sie trägt eine graue Langhaarperücke, eine dunkle Jacke und eine braune Hose. Vor ihrem Oberkörper hält sie ein Schild mit der Aufschrift „Alles viel zu Thiel!“.  Links stehen weitere Demonstrierende mit Schildern, auf denen „Dit is mir allet viel zu Thiel“ und „zu THIEL des BÖSEN“ zu lesen ist. Rechts sind mehrere bunt kostümierte Personen zu sehen, darunter eine mit einer langen gelben Perücke und eine weitere mit einem spitzen Hexenhut. Einige tragen glitzernde Bänder und andere dekorative Accessoires.  Im Hintergrund erhebt sich links ein großes, verglastes Hochhaus. Weiter entfernt ist der Berliner Fernsehturm zu erkennen. Fahrzeuge, Bäume mit herbstlich gefärbtem Laub und weitere Menschen säumen die Straße. Der Himmel ist hellgrau und bewölkt.  Die Aufnahme wirkt humorvoll und theatralisch. Die bewusst übertriebenen Kostüme und die Wortspiele auf den Pappschildern verleihen der Demonstration den Charakter einer politischen Satire.

Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Unter dem Motto „Thiel shall not pass“ protestierten am 24. September 2026 etwa 100 Menschen vor dem Axel Springer Haus in Berlin mit einer Kundgebung und einem queeren „Gandalf Catwalk“. Viele waren verkleidet als Gandalf oder Saruman und nahmen damit Bezug auf die Überwachungssoftware Palantir. Sie kritisierten Thiels rechte und antidemokratische Haltung und die Massenüberwachung durch Palantir, das auch von der deutschen Polizei eingesetzt wird.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Vom Axel Springer Verlag bekam Peter Thiel später einen Preis für seine „gesellschaftlichen und demokratischen Leistungen“, nachdem letztes Jahr bereits Elon Musk ausgezeichnet wurde.

„Thiel ist großer Herr der Ringe Fan. Sein Überwachungsunternehmen Palantir ist nach magischen Steinen benannt, mit denen der dunkle Herrscher Sauron die Weltherrschaft erringen will. Finden wir kacke und beziehen uns mit „Thiel shall not pass“ auf eine der epischen Szenen im Film“

(aus dem Aufruf zur Kundgebung)

Links


 

Vorbereitungen für den November oder: Niemand wird die Ergebnisse glauben, egal wie sie ausfallen

Ein Stimmzettel für die allgemeinen Wahlen in Oklahoma aus dem Jahr 2018, auf dem die Kandidaten für staatliche und kommunale Ämter sowie für den US-Kongress aufgeführt sind

Stimmzettel für die allgemeinen Wahlen in Oklahoma aus dem Jahr 2018, auf dem die Kandidaten für staatliche und kommunale Ämter sowie für den US-Kongress aufgeführt sind
Foto: Okcgunner
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International 

Ich bin nervös wegen der Wahlen, aber nicht wegen dessen, wie die Abstimmung meiner Meinung nach ausgehen wird. Ich bin nervös wegen dem, was danach kommt.

Allen Umfragen zufolge werden die Demokraten bei den Zwischenwahlen ziemlich viel gewinnen. Das derzeit wahrscheinlichste Ergebnis scheint zu sein, dass die Demokraten – sofern es eine faire Wahl gibt – das Repräsentantenhaus gewinnen und möglicherweise den Senat erobern oder eine geteilte Senatsmehrheit erreichen werden.

Es ist allerdings seltsam, all die Berichte über die Zwischenwahlen zu lesen, die davon ausgehen, dass sie fair verlaufen werden und dass irgendjemand die Ergebnisse glauben wird. Das ganze Jahr über hat Trump den Boden dafür bereitet, dass seine treuen Anhänger sich weigern werden, einen Sieg der Demokraten zu akzeptieren, und als er das letzte Mal eine Wahl verlor, hat er bekanntlich, na ja, einen seltsamen, halbherzigen Putsch inszeniert. Ich bezweifle, dass sein nächster halbherzig sein wird.

Seit Wochen sprechen Leute in Trumps Umfeld ziemlich offen darüber, wie Trump den Ausnahmezustand ausrufen könnte, um sicherzustellen, dass die Regierung unter seiner Kontrolle bleibt.

Diese Wahl ist also keine gewöhnliche Zwischenwahl. Es ist der Moment, in dem wir herausfinden, ob die USA noch über ein funktionierendes System der repräsentativen Demokratie verfügen. Nicht, weil die eine Seite an Demokratie glaubt und die andere nicht (obwohl das stimmt), sondern weil wir sehen werden, ob die Republikaner einen teilweisen Kontrollverlust akzeptieren oder nicht.

Es gibt mehrere Möglichkeiten: Die Demokraten könnten für eine große Überraschung sorgen und beide Kammern des Kongresses gewinnen; die Demokraten könnten eine Kammer gewinnen (vermutlich das Repräsentantenhaus); die Republikaner könnten die Zwischenwahlen gewinnen und die Kontrolle über beide Kammern behalten.

Und die Sache ist die: Niemand wird es glauben, egal was passiert. Wenn die Demokraten den Kongress zurückerobern, werden die Republikaner es nicht glauben und könnten versuchen, die Ergebnisse anzufechten. Es könnte passieren, dass gewählte Amtsträger am 3. Januar daran gehindert werden, ihren Amtseid abzulegen. Wenn es zum Ausnahmezustand kommt, könnte es zu einem Aufstand kommen – und möglicherweise sogar dazu, dass Teile der Regierung und des Militärs abtrünnig werden.

Wenn die Republikaner die Kontrolle über den Kongress behalten, wird – ehrlich gesagt – jeder, der kein Republikaner ist, den Ergebnissen zu Recht keinen Glauben schenken. Bei einer fairen Wahl würden die Republikaner den Kongress mit einem so unbeliebten Präsidenten wie Trump (dessen Zustimmungsrate derzeit bei etwa 38 % liegt, so niedrig wie nie zuvor) nicht behalten. Das ist einfach noch nie passiert und wird vermutlich auch nie passieren. Was die Leute angesichts einer gestohlenen Wahl tun werden, ist schwer zu sagen. Ich habe mehr Vertrauen in die Menschen selbst als in die Demokratische Partei.

Wenn die Wahlen geteilt ausgehen und die Demokraten das Repräsentantenhaus, aber nicht den Senat gewinnen, werden weniger Menschen davon überzeugt sein, dass es in die eine oder andere Richtung Wahlbetrug gab. Es scheint wahrscheinlich, dass dieses Ergebnis immer noch das Ergebnis von Wahlbeeinflussung durch Trump wäre, aber es wäre wesentlich schwieriger zu beweisen. In diesem Fall ist niemand glücklich, und beide Seiten sind überzeugt, dass die andere Seite betrogen hat.

Das bedeutet: Egal, wie die Wahlergebnisse ausfallen, ein großer Teil des Landes wird ihnen nicht glauben (zu Recht oder zu Unrecht). E Egal, wie die Wahlergebnisse ausfallen, werden wir am Ende noch gespaltener und misstrauischer sein und einem offenen Konflikt einen Schritt näher kommenE . Ich werde dafür sorgen, dass ich am Wahlabend unter Leuten bin, und ich empfehle dir, dasselbe zu tun. Manchmal macht es Spaß, eine Wahlparty zu feiern, aber das hier ist etwas anderes. Ich werde mit anderen zusammen sein, damit wir miteinander darüber reden können, was gerade passiert, und darüber, wie wir uns und unsere Gemeinschaften schützen können – egal, was als Nächstes kommt.

Ich glaube nicht, dass wir am 3. November ins Bett gehen und am 4. November in einem Bürgerkrieg aufwachen werden. Aber sieh es mal so: An jedem beliebigen Tag liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei fast null.

Am 4. November liegt die Wahrscheinlichkeit bei (ich denke mir diese Zahl gerade aus) einem Prozent. Ein Prozent ist ein verdammt großer Sprung von „fast null“. Und ich glaube, dass wir am 4. November alle ein etwas klareres Bild davon haben werden, wie unsere nahe Zukunft aussieht. Proteste, Bewegungen und Unruhen gegen die Sparpolitik breiten sich gerade weltweit aus. Frankreich steht in Flammen – und ja, in Frankreich brennt es ja immer, aber gerade jetzt brennt es besonders heftig. Ich habe gestern von einer französischen Freundin gehört, einer Künstlerin, die etwa eine Generation älter ist als ich, und sie erzählte mir, dass alle so stolz auf die Jugend sind, weil sie sich gegen die Polizei wehrt, und dass sie versucht hat, hinzugehen, um sie zu unterstützen, aber die ganze Stadt war von Polizei überflutet und ihr Weg wurde versperrt.

Spanien ist ebenfalls in Aufruhr, ebenso wie Italien, und die Jugend in Albanien kämpft gegen die steigenden Lebenshaltungskosten, und Indiens Version von Trump sieht sich einer massiven Bewegung gegenüber, als Reaktion auf seine Einschränkungen beim Wahlrecht.

Und wenn man die Mainstream-Nachrichten liest, geht die Gewalt von den Demonstranten aus, von den schwarz gekleideten Jugendlichen, die mit Steinen und Molotowcocktails um sich werfen. Nicht von der Polizei, die Menschen verstümmelt, nicht von den Systemen, die ganze Generationen in die Armut treiben.

Die Jugend hat recht: Die bestehenden Systeme funktionieren nicht und müssen radikal reformiert oder gestürzt werden, und es ist gut und moralisch richtig, dafür zu kämpfen (notfalls auch physisch), damit das geschieht.

Die gleichen Bedingungen betreffen uns hier in den Vereinigten Staaten natürlich auch. Aber genau deshalb hasse ich Wahljahre: Alles steht still, während wir darauf warten, was am 3. November passiert. Die nächsten zwei Wochen sind eine gute Zeit, sich auf alles vorzubereiten, was kommen könnte. Hier ist mein Vorschlag: Hoffentlich, wahrscheinlich wird sich das alles am Ende als übertrieben anfühlen. Aber das Ziel der Vorsorge ist nicht, sich auf das zu vorbereiten, was sicher ist, sondern auf das, was möglich ist.

  • Macht einen Plan mit euren Freunden und/oder eurer Familie (jetzt eure „Affinitätsgruppe“), um am Wahlabend zusammen zu sein, damit ihr persönlich und in Echtzeit auf alles reagieren könnt, was passiert. Wenn nichts passiert, hattet ihr trotzdem die Gelegenheit, mögliche Szenarien zu besprechen.
  • Erstellt gemeinsam mit euren Freunden und/oder eurer Familie Notfallpläne:
    • Wie werdet ihr kommunizieren, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen? (Meine Empfehlung nach dem PACE-Modell lautet: Signal als Hauptkommunikationsmittel, normales Handy als Reserve, GMRS-Funk als Notfalloption, im Ernstfall treffen sich alle an einem vorher festgelegten Ort)
    • Wenn jemand verhaftet wird, wer kontaktiert dann in seinem Namen einen Anwalt? Wer füttert seine Katzen, gießt seine Pflanzen und fährt seine Kinder zur Schule? Könnt ihr einen Fonds für die Kaution in bar zusammenstellen?
    • Wenn offene Konflikte ausbrechen, bleibt ihr dann, wo ihr seid, oder geht ihr weg? Wohin geht ihr, bei wem bleibt ihr, wie kommt ihr dorthin? Es ist möglich, dass Menschen in eher „blauen“ Gegenden eher dabeibleiben und solche in eher „roten“ Gegenden eher weggehen, obwohl „blaue“ Städte auch potenzielle Brennpunkte für Repressionen durch die Bundesregierung sein könnten, während es auf dem Land vielleicht ruhiger zugeht.
  • Besorg dir einen Notfallrucksack
  • Überprüfe die Notvorräte deines Haushalts. Als Ausgangspunkt solltest du Folgendes anstreben:
    • Drei Tage lang haltbare, leicht zu verzehrende Lebensmittel; Wasser für drei Tage (eine Gallone pro Person und Haustier pro Tag); mehrere Ladevorgänge für den Handy-Akku mit Ersatzakkus.
    • Ein Kurbelradio [das einzige Kurbelgerät, das sich lohnt], das zumindest AM/FM- und Wetterfrequenzen empfängt, wenn nicht sogar Kurzwelle.
    • Ein GMRS-Funkgerät pro Person im Haushalt. Das sind so etwas wie besonders leistungsstarke Walkie-Talkies. Für den Nicht-Notfallgebrauch brauchst du eine Lizenz, aber es gibt keine Prüfung, sondern nur eine einmalige Gebühr.
    • Ein gutes Erste-Hilfe-Set.
    • Notbeleuchtung wie Taschenlampen, Stirnlampen und LED-Laternen. Kerzen nur für einen längeren Notfall, da sie eine ernsthafte und oft übersehene Brandgefahr darstellen.
    • Schlafsäcke, Decken und warme Kleidung in ausreichender Menge, um in einem ungeheizten Haus zu überleben oder es sich bequem zu machen.
  • Wenn du nach deiner Bestandsaufnahme noch zusätzliche Vorräte hast, solltest du in Erwägung ziehen, diese an den Rest deiner Affinitätsgruppe oder an andere Menschen zu verteilen, die sie wahrscheinlich brauchen. Es gibt keinen Grund, drei Funkgeräte zu haben, wenn dein Freund gar keines hat.
  • Denk darüber nach, dich auf massive, turbulente Proteste vorzubereiten, für den Fall, dass die Bewegung zur Rückeroberung der Demokratie eher ein Protest als ein Krieg ist. Hier sind einige Leitfäden, die es wert sind, gelesen und aufbewahrt zu werden (alle von unseren Freunden bei CrimethInc):
  • Und hier sind ein paar grundlegende Dinge, die du für Proteste griffbereit haben solltest
    • Unauffällige schwarze Kleidung (einschließlich eines schwarzen T-Shirts, das als Maske dienen kann)
    • Helme (Skate-, Fahrrad-, Schutz-, Sport- oder ballistische Helme sind für die meisten Zwecke geeignet)
    • Entweder eine Vollgesichts-Gasmaske oder eine Schutzbrille und eine Halbmaske
    • Wasserflaschen und eine Gürteltasche, in die sie passen
    • Snacks
    • IFAK (individuelles Erste-Hilfe-Set, ein Set für Schussverletzungen)
    • Sharpie-Stifte, um rechtliche Informationen auf deinen Körper zu schreiben
    • Das Bewusstsein, dass du nach einer Festnahme bei einer Demonstration nicht mit der Polizei kooperierst, sondern dich weigerst, Fragen zu beantworten, bis du mit einem Anwalt sprechen kannst
    • Hand- und Zehenwärmer, je nach Jahreszeit
  • Überlege dir, welche Rolle du übernehmen könntest, falls die Lage noch ernster wird

Ich habe kürzlich in einem Stadtpark eine Einführung in die Notfallvorsorge gehalten, und eine Frau, die an diesem schönen Tag im Park etwas trank, kam herüber und schloss sich dem Gespräch an. „Was bedeutet es, ein Prepper zu sein?“, fragte sie, nachdem sie meine ganze Rede darüber gehört hatte, wie man sich vorbereitet.

Ich habe versucht, es ihr zu erklären.

Sie dachte kurz nach und sagte: „Ach, es geht einfach darum, auf alles vorbereitet zu sein, was auf einen zukommt – sei es ein heftiger Sturm oder ein mieser Freund.“

Und ich sagte ihr, dass ich das verwenden würde.

Denn ich kann dir nicht sagen, was für eine schlimme Sache auf uns zukommt. Ich kann dir nicht sagen, dass die Gesellschaft kurz vor dem Zusammenbruch steht, oder dass die amerikanische Regierung kurz vor dem Zusammenbruch steht, oder zum nächsten Nazi-Deutschland wird, oder einfach weiter vor sich hin dümpelt als dieser imperialistische Albtraum, der seit Jahrhunderten über der ganzen Welt schwebt. Ich kann dir nur sagen, dass wir darüber nachdenken sollten, was möglich ist, und Pläne schmieden sollten.

Denn Menschen, die sich organisieren, die Pläne, Ausweichpläne und Notfallpläne schmieden, sind besser in der Lage, ihren Willen in ihrer Gesellschaft durchzusetzen.

Quelle: "Preparing for November or: no one is going to believe the results no matter what they are" von Margaret Killjoy, 21. Oktober 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

Berlin: Her mit den Wohnungen – runter mit den Mieten!

Farbfotografie einer Demonstration für bezahlbaren Wohnraum in Berlin. Vor dem Roten Rathaus halten Demonstrierende ein großes Transparent mit der Aufschrift „Her mit den Wohnungen! Runter mit den Mieten!“. Im Vordergrund posieren mehrere Menschen in auffälligen gelb-violetten Cheerleader-Kostümen mit glitzernden Pompons. Eine Person sitzt im Spagat auf der Straße, andere knien oder stehen mit erhobenen Armen. Im Hintergrund sind weitere Protestschilder, Fahnen und zahlreiche Demonstrierende zu sehen. Die Aufnahme entstand bei sonnigem Wetter und vermittelt eine kämpferische, zugleich ausgelassene Stimmung.

Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv

Zwei Wochen vor der Wahl beteiligten sich am 5. September 2026 in Berlin mehr als 10.000 Menschen an einer Demonstration des Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn. Unter dem Motto:  „Runter mit der Miete! Her mit den Wohnungen!“ forderten sie u.a. Wohnraum für alle, die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne, einen Mietendeckel, die Abschaffung von Eigenbedarfskündigungen und Zwangsräumungen sowie kommunalen, ökologischen Neubau.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Links


 

Nörvenich: Demonstration gegen Atomkriegsmanöver „Steadfast Noon“ am Samstag

Fotografie einer Demonstration im Freien. Von hinten ist eine Gruppe von Menschen in Jacken zu sehen, die zahlreiche Fahnen und große weiße Transparente mit schwarzen und roten Schriftzügen tragen. Auf den Transparenten stehen Zitate von Wolfgang Borchert, darunter „Dann gibt es nur eins: SAG NEIN!“. Dazwischen wehen blaue Friedensfahnen, eine davon mit einer weißen Friedenstaube. Im Hintergrund stehen hohe grüne Bäume unter einem grauen, bewölkten Himmel.
Foto: atomwaffenfrei.de

Am 13. Oktober hat die NATO das Manöver „Steadfast Noon“ begonnen, bei dem ein Atomkrieg über Europa trainiert wird. Nach einer Protestaktion am Atomwaffenstandort Büchel ruft die Friedensbewegung zu einer weiteren Demonstration in Nörvenich für kommenden Samstag (17.10.) auf. Die in Nörvenich stationierten Eurofighter waren neben den Tornado-Atombombern aus Büchel ebenfalls an „Steadfast-Noon-Manövern“ beteiligt. Nörvenich ist zudem Ausweichstandort für den Fliegerhorst Büchel.

Die Demonstration startet mit einem Auftakt zur Symbolzeit „Fünf vor Zwölf“ vor dem Fliegerhorst des „Boelcke-Geschwaders“ und zieht zur Kundgebung am Schlossplatz. Im Aufruf „Atomkriegsmanöver stoppen!“ werden der Abzug der Atombomben aus Büchel und der Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag gefordert. Die Demonstrierenden kritisieren außerdem die in Nörvenich neu vereinbarte Nuklearwaffen-Kooperation mit Frankreich.

„Alte und neue ‚Nukleare Teilhaben‘ widersprechen dem Völkerrecht. Die Bundeswehr beteiligt sich rechtswidrig an diesem Manöver. Bundeswehrsoldaten müssen Befehle zur Verwendung von Atomwaffen verweigern, weil deren Einsatz ein Kriegsverbrechen wäre“, so Martin Singe von Pax Christi Bonn.

Bei der Demonstration und Kundgebung werden neben kulturellen Beiträgen Verterter*innen verschiedener Friedensorganisationen ihre Zielvorstellungen für eine atomwaffenfreie Zukunft vorstellen. „Ein Atomkrieg würde alles vernichten, was angeblich geschützt werden soll. Die NATO behauptet, sie übe ‚die Verteidigung des Bündnisgebietes mit Atomwaffen‘, aber sie sagt nicht, wie Europa danach aussieht. Die Überlebenden werden die Toten beneiden“, so Dr. Hildegard Slabik-Münter, die bei den Ärzt*innen gegen Atomkrieg aktiv ist. Heiner Krüger von der örtlichen Friedensgruppe Düren fügt hinzu: „Das hier stationierte Boelcke-Geschwader, das auch schon an ‚Steadfast Noon‘-Manövern beteiligt war, stellt sich zudem mit seinem Namen in die unselige Tradition des Nationalsozialismus. Die früheren Boelcke-Geschwader tragen Verantwortung für großflächige Brandbombenangriffe auf Städte wie Coventry.“

Kanzler Merz und Verteidigungsminister Pistorius haben einen Brief des Protestbündnisses bislang nicht beantwortet, in dem u.a. gefordert wird: „Wir rufen Sie deshalb dazu auf, die Beteiligung der Bundeswehr an den Atomkriegsübungen der NATO abzusagen, um so auch die zur Beteiligung vorgesehenen Soldat*innen nicht in Gewissensnot zu bringen.“

Der Aufruf zu den Demonstrationen gegen das Atomkriegsmanöver wird von über 35 Organisationen aus der Friedensbewegung getragen, darunter das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“, das Netzwerk Friedenskooperative, die Ärzt*innen gegen Atomkrieg, Pax Christi, der Versöhnungsbund, Ohne Rüstung Leben, Jurist*innen gegen Atomkrieg, AGDF und DFG-VK. Auch die örtlichen Friedensgruppen Daun (Büchel) und Düren (Nörvenich) sind beteiligt.

Das Bündnis verweist auf das humanitäre Völkerrecht, mit dem jeglicher Atomwaffeneinsatz unvereinbar ist. Das Bundesjustizministerium kennzeichnet jede Verwendung von Atomwaffen als Kriegsverbrechen. 

Der Aufruf zu den Demonstrationen in Büchel und Nörvenich mit allen Unterzeichnenden findet sich hier.

Quelle: Pressemitteilung, 145. Oktober 2026


 

12. Oktober: Protest gegen „Anschlag“ des Pfaffensteigtunnels - Kein Weiterso gegen Fakten und Vernunft

Schmaler, beigefarbener Banner zum Thema Stuttgart 21. Links steht in schwarzer und roter Schrift: „S21/Pfaffensteigtunnel: unbelehrbar weiter mit Lug & Trug“. Rechts ist "Hans Guck-in-die-Luft" aus dem Struwwelpeter, dem bekannten Kinderbuch von dem Frankfurter Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann zu sehen, wie er kurz davor ist, in den Fluss zu stürzen.
Die Grafik von Uli Stübler ist als großes Banner für die Demo in Arbeit

Mit Unverständnis und Empörung haben die Schutzgemeinschaft Filder, das Pro Gäubahn Landesbündnis und das Aktionsbündnis gegen Stuttgart21 auf die Absicht von Bahn und S21-Verantwortlichen reagiert, trotz der Enthüllungen der letzten Tage am Bau des umstrittenen Pfaffensteigtunnels festzuhalten. Dieses unbeirrte Bekenntnis wollen die Bahnchefin Palla, die Bundes- bzw. Landesminister*innen Frau Razavi und Herr Bilger sowie der Stuttgarter OB Nopper mit einer groß inszenierten Veranstaltung zu m sogenannten Tunnelanschlag am 12. Oktober noch einmal bezeugen.
Die Outings des damaligen Chefs von SMA, Werner Stohler, und dessen damaligen Geschäftsführers Giuliano Montanaro haben gezeigt, dass der damals erteilte Blankocheck zur Kapazität von Stuttgart21 kein belastbares Ergebnis war und manipulativ politisch interpretiert wurde. Auf eben diese Stuttgart21-typische Weise kam auch die Baugenehmigung des Pfaffensteigtunnels zustande. So wurden nicht zu dem Projekt gehörige, aber höchst sinnvolle Ausbauvorhaben im Gäubahnbestand in die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Tunnels einbezogen, um diesem mit Müh‘ und Not ein wirtschaftliches Kosten-Nutzen-Verhältnis attestieren zu können.

• An einem Tunnel festzuhalten, der seriös auf mindestens 3,5 Mrd.€ taxiert wird, ist angesichts der Krise aller öffentlichen Haushalte und angesichts der geplanten unsozialen Kürzungen bei Kranken- und Pflegeversicherung geradezu eine Provokation
• Auch angesichts der eskalierenden Erderhitzung und ihren immer spürbareren Folgen ist der Bau von Deutschlands größtem Eisenbahntunnel verantwortungslos
• Das gilt auch für die Eingriffe in die Natur durch die irreversible Vernichtung fruchtbarer Ackerböden durch die Großbaustelle am Tunnelmund und die Anlage von Straßen für tausende LKW-Fahrten für den Tunnelaushub.

Deswegen rufen Schutzgemeinschaft Filder, Pro Gäubahn Landesbündnis und das Aktionsbündnis gegen Stuttgart21 am 12. Oktober auf zu einem Demonstrationszug um 9.30h ab Endhaltestelle U6 (Messe) mit anschließender Protestkundgebung von 10h bis 11h an der Rettungszufahrt an der L 1192

Kurze Beiträge erwarten wir von:
• Hendrik Auhagen, Pro Gäubahn Landesbündnis, VCD-Kreisvorsitzender Konstanz
• Frank Distel, Schutzgemeinschaft Filder
• Vertreterin von Fridays for future

Quelle: Pressemiteilung  Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 vom 04.10.2026


 

Der nächste Kronzeuge zur Stresstest-Lüge packt aus: Aktionsbündnis fordert Absage des „Pfaffensteiganschlags“ am 12.Oktober

Das Logo des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 zeigt die Silouette einer demonstrierende Menschenmenge mit dem darübergelegten Text "Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21" sowie den angedeuteten Transparenten mit dem Text "Kopf bleibt oben" und "Umstieg 21"
 

Schlag auf Schlag wird das ganze Ausmaß des Betrugs deutlich, mit dem Stuttgart21 durchgeboxt wurde“, so Bündnissprecher Dieter Reicherter, nachdem ein weiterer Beteiligter von SMA ausgepackt hat. Giuliano Montanaro war Geschäftsführer von SMA und hatte 2010 seinem Verwaltungsrat abgeraten, die Auditierung des von der Bahn selbst durchgeführten Stresstests zur Frage der Kapazität von S21 zu übernehmen, da die von der Bahn vorgegebenen  Parameter nicht seriös überprüfbar seien. Montanero plädierte also dafür, lieber einen höchst lukrativen Auftrag auszuschlagen als ein Testat zu liefern, auf dessen Basis nachher falsche Schlussfolgerungen gezogen und schwere Fehlentscheidungen, wie dann ja geschehen, getroffen werden. Nachdem Montanero nicht bereit war, sich wie gewünscht zu verbiegen, kam es zur Trennung zwischen ihm und SMA. Darüber berichtet soeben Jörg Nauke in der Stuttgarter Zeitung.

Schon am 15. September war die erste Bombe geplatzt: der SWR (Frieder Kümmerer) strahlte ein Interview des Filmemachers Klaus Gietinger mit Werner Stohler aus, dem damaligen Verwaltungsratsvorsitzenden von SMA und 2010 das Gesicht von SMA im Stresstest.

Darin distanziert sich Stohler von den Kapazitätsberechnungen der Bahn. Er habe sie schon damals nicht geglaubt. Das viel zu späte Outing Stohlers wurde vielfach kritisiert, weil sein langes Schweigen dem Verhängnis seinen Lauf ließ. Andererseits wurde anerkannt, dass er aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht habe. Diese Fähigkeit zum Einräumen schwerer Fehler geht den politisch Verantwortlichen und Mitwissenden dieses Betrugs offensichtlich
vollständig ab.

Mit den Offenbarungseiden der beiden ehemaligen SMA-Vertreter ist Stuttgart21 die Legitimationsbasis vollends entzogen, so Reicherter weiter.

Es gehört schon eine gehörige Portion politischer Dreistigkeit dazu, am 12. Oktober zu einem Festakt zur Eröffnung des Baubeginns des Pfaffensteigtunnels („Pfaffensteiganschlag“) einzuladen, nachdem nun klar ist, auf welchen herbeimanipulierten Grundlagen das ganze Projekt basiert.

Das Mindeste ist jetzt, dass diese Veranstaltung, zu der Bahnchefin Palla, die Bundes- und Landesverkehrsminister*innen Bilger und Razavi sowie OB Nopper noch einmal ihr Bekenntnis zu diesem Projekt beteuern wollen, abgesagt wird. Andernfalls planen Aktionsbündnis, die Schutzgemeinschaft Filder und das Gäubahnkomittee vernehmbare Protestaktionen.

Jetzt ist nicht die Zeit des Weiterso, sondern die Stunde der Selbstkritik, der Entschuldigungen, der Aufarbeitung und Untersuchungsausschüsse, aber auch der Suche nach Lösungen in der völlig verfahrenen Situation.

Quelle: Pressemitteilung Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und Klima- und Umweltbündnis Stuttgart, 28. September 2026