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"Wir sind es, die wir die Städte und Paläste - hier in Spanien und in Amerika und überall - gebaut haben. Wir Arbeiter können andere Städte und Paläste an ihrer Stelle aufrichten und sogar bessere. Wir haben nicht die geringste Angst vor Trümmern. Wir werden die Erben dieser Erde sein... Hier, in unserem Herzen, tragen wir eine neue Welt. Jetzt, in diesem Augenblick, wächst diese Welt." Buenaventura Durruti

Stuttgart 21: Eine schlappe Milliarde teurer. Mindestens.

In Berlin werden heute die Zahlen für das Projekt Stuttgart 21 von Bahnchef Rüdiger Grube vorgestellt. Wie gestern aus Aufsichtsratskreisen der Deutschen Bahn bekannt wurde, rechnet die Bahn damit, dass der neue Bahnhof die Kleinigkeit von 1 Milliarde Euro teurer wird, als bislang mit 3,076 Milliarden Euro geplant.

Günstigerweise bliebe die Gesamtsumme damit immer noch unterhalb des "gedeckelten" Gesamtbetrages von 4,5 Milliarden Euro, zumindest laut offizieller Rechenart. Die letztlich entstehenden Kosten für das Projekt wurden von den Kritikern schon immer höher vermutet. Das hinderte die Befürworter trotz aller Widrigkeiten wie 60.000 Unterschriften gegen das Projekt, Absturz der CDU bei den Kommunalwahlen in Folge der Auseinandersetzung und zuletzt Aktionen wie die "Montagsdemos" mit steigender Teilnehmerzahl nicht daran, das Projekt weiter zu verfolgen.

So konnte denn Wolfgang Drexler, Sprecher des Projektes und der SPD-Abgeordneter schon vorab den Baubeginn auf Februar 2010 legen und unmittelbar vor der Entscheidung des Aufsichtsrats und Lenkungsausschusses tönen: "Ich bin zuversichtlich - ohne Entscheidungen vorwegnehmen zu wollen, dass beide Seiten die Weichen zugunsten des Projektes stellen". (swr 9.12.) Da die "Plausibilität vom Land Baden-Würtemberg in den vergangenen Monaten akribisch überprüft worden ist" und der Kopfbahnhof 21 für Rüdiger Grube keine Alternative ist, wird Drexler wohl Recht behalten.
Dass deshalb die Proteste gegen Stuttgart 21 eingestellt werden, ist deswegen jedoch nicht zu vermuten.

Heute um 19.00 Uhr ist die nächste Veranstaltung von Gegnern des Projektes im Stuttgarter Rathaus. Dort soll die Leistungsfähigkeit des Kopfbahnhofs mit dem geplanten Kellerbahnhof 21 verglichen werden.

Sollte die Entscheidung des Bahnvorstandes für und nicht gegen Stuttgart 21 fallen, wollen Stuttgart 21 Gegner am morgigen  Donnerstag 10. Dezember um 18.00 Uhr vor dem Nordeingang des Stuttgarter Hauptbahnhofs mit Kochtöpfen, Deckeln, Kochlöffeln, Pfeifen sowie Lichtern, Leuchten, der Empörung darüber kräftigen Ausdruck verleihen.

Zur Bilderserie : "Montagsdemo" gegen S21 am 07.12.2009 Foto: Roland Hägele