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"Die Deutschen sind ein Volk, das im hohem Maße von der staatlichen Idee durchdrungen ist, dieser Geist war schließlich stärker als alle anderen Leidenschaften und hat in ihnen buchstäblich den Freiheitsdrang erstickt." Michail Bakunin

5. Februar 2007: Demonstration und Kundgebung in Ft. Lewis, Washington gegen Verurteilung von Ehren Watada geplant

Ehren Watada und sein Anwalt,
Eric Seitz
Am 5. Februar 2007 findet eine Militärgerichtsverhandlung gegen 1st Lieutenant Ehren Watada in Fort Lewis, Washington statt. Ehren Watada ist der erste höhere Offizier, der sich der Verlegung seiner Einheit in den Irak widersetzte, weil er den Irakkrieg als "illegal" ansieht:

„Meine Kameraden kämpfen und sterben im Irak und ihre Familien leiden wegen der Lügen und der Täuschungen der Regierung Bush. Der Irak Krieg ist nicht nur ein Verbrechen gegen inländisches und internationales Gesetz, er ist vor allem auch ein schreckliches moralisches Unrecht gegen die irakischen Menschen.“

Diese Sichtweise ist durchaus nicht vereinzelt, wie der Fall von Agustin Aguayo zeigt. Das ist Ausdruck der zunehmenden Widersprüche in der Bevölkerung, aber auch der Streitkräfte zum "New War".

Die Initiative ThankYouLt.org ruft dazu auf, an diesem Tag an den Toren des Stützpunktes gegen eine Verurteilung Watadas zu demonstrieren oder in der eigenen Stadt die Initiative für Infostände, Kundgebungen und mehr zu ergreifen. Bereits mehrfach fanden in diesem Jahr ähnliche Aktionstage, auch außerhalb der USA statt, wie beispielsweise am 27. Juni am 16. August oder den Aktionstagen vom 8.12. bis 10.12.2006. Ehren Watada drohen im Falle einer Verurteilung 6 bis 7 Jahre Haft. Er ist nach dem "Uniform Code of Military Justice (UCMJ)" unter anderem wegen Fehlen bei der Verlegung der Einheit (Artikel 87), zweimaliger Missachtung von Vorgesetzten (Artikel 88) und dreimaligem Verhalten, das sich als “Offizier und Gentleman” nicht ziemt (Artikel 133) angeklagt.

Die Initiative ThankYouLt.org beurteilt die Anklage sowie das angedrohte Strafmaß als Einschüchterungsversuch gegen den wachsenden Widerstand gegen den Krieg. An Ehren Watada soll ein Exempel statuiert werden.

Aktionstag am 16. August 2006 vor Ft. Lewis
Daher wird unter anderem Solidarität mit Ehren Watada sowie eine Verurteilung des "unmoralischen Irak Krieges" gefordert. Diesen Krieg zu beenden, kann nicht das Ergebnis des Kampfes einzelner Menschen sein, betont das Bündnis.

Insbesondere werden die Pläne der Bush Administration verurteilt, die vorsehen, weitere 30.000 Soldaten in den Irak zu entsenden. Seit 2003 hat der Irakkrieg das Leben von mehr als 3.000 U.S. Soldaten und auf Seiten der irakischen Bevölkerung mehr als 950,000 Menschenleben gefordert., Darüber hinaus verschlingt der Krieg Unsummen an Steuergeldern, die sich auf inzwischen 2 Billionen U.S. Dollar oder annähernd 8 Milliarden Dollar pro Woche belaufen. (Originalzitat: "2 trillion U.S tax dollars or approximately 8 billion dollars a week")

Darüber hinaus tritt das Bündnis ein für:

1. Keine Verurteilung von Ehren Watada
2. Unterstützung für Lt. Watada und alle anderen, die weltweit für ihr Eintreten für das Ende des Irakkrieges unterdrückt werden.
3. Offizielle Anerkennung der Gesetzwidrigkeit und Illegalität des Irakkrieges
4. Untersuchung und Veröffentlichung der durch die Fortsetzung des illegalen Irak Krieges und der Besatzung sowie der Verfolgung der Kriegsdienst- und Besatzungsverweigerer entstandenen sozial- politischen und ökonomischen Kosten

Quelle:
Eigene Übersetzung der Rundmail von ThankYouLt.org vom 28.12.2006, eigene Recherchen, Presseerklärung von wartribunal.org, Informationen von Connection e.V.

Einige weitere Informationen zu dem Fall:

Eigener bebilderter Bericht zur Anklage gegen Lt. Ehren Watada vom 6.7.2006

Bebilderter Kurzbericht vom landesweiten Aktionstag am 1.7.2006

In dieser Information haben wir die Berichterstattung der Tageszeitung "junge welt" vom 24.6.2006 aufgegriffen

Unser ausführlicher Bericht zur Anklage auf IndyMedia mit einigen Ergänzungen und Kommentaren.

Ein sehr ausführlicher Bericht vom 10.7.2006 in "Zeit-fragen", "Wochenzeitung für freie Meinungsbildung, Verantwortung und Ethik"

Das lesenswerte Blog politblog.net einen Bericht am 10.7. zum Fall des U.S. Leutnants Ehren Watada veröffentlicht. Hier ein weiterer Bericht des politblog.net vom 7.6.2006

Ein Bericht im kulturblog.net

Die freace.de Berichterstattung

Wiener Zeitung vom 24.6.2006

Der österreichische "Standard" berichtete am 26.07.2006

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Comments

  1. Lieber Autor,

    falls sie eine EMailadresse von Lt. Ehren Watada kennen, bitte veröffentlichen Sie diese bzw. lassen Sie es mich wissen. Ich möchte diesem mutigen Mann gern schreiben.

    Menschen mit soviel Zivilcourage und Charakter sind leider selten geworden in unserer Zeit. Der Mann opfert tapfer seine Zukunft für seine Überzeugung.
    Natürlich ist der Krieg im Irak ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg und vor Gericht stehen müßte eigenlich der Präsident Bush und die Verantwortlichen.
    Man braucht kein Hellseher zu sein um vorauszusagen, dass das Militätgericht alle tun wird, um keine Entscheiung über die Kernfrage, die Prüfung der Rechtmäßigkeit des Angriffskrieges im Irak und den Rang der Gewissensfreiheit in der amerikanischen Verfassung fällen zu müssen. Watada wird man wahrscheinlich wegen irgendeiner Belanglosigkeit hart bestrafen, ohne das eigendliche Kernproblem zu behandeln. Ich denke, dass Watada weiß, dass er verlieren wird, aber er kämpft trotzdem gegen das, was er als Unrecht empfindet. Für Amerikaner ist es sicher schwer zu verstehen, dass für uns Deutsche die "amerikanischen Ur-Tugenden" sich gerade dieser tragisch-heldenhaften Haltung Watatdas verkörpern. Aber die Amerikaner verstehen uns vielleicht auch nicht, wenn wir fordern, dass es in einem Rechtsstaat keinen rechtsfreien Raum für staatliches Handeln geben darf, auch nicht für Aktionen einer Regierung im Ausland, wie z.B. in Gantanamo oder die Durchführung von Folterverhören im Ausland. Auch die Kongressresolution die den amerikanischen Präsidenten ermächtigt, amerikanische Bürger, die vor dem UN-Tribunal wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt und inhaftiert sind, mit Waffengewalt befreien zu lassen, ist für uns nicht tolerabel.

    Amerika hat einen gefährlichen Weg eingeschlagen und die Politiker der Welt müssen sich entscheiden und ihren Bürgern klar sagen, ob und wie weit sie diesen Weg mitgehen wollen.
    Comment (1)
    Reply
    • Posted byThomas Trueten
    • on
    Danke für den netten Kommentar. Eine persönliche Adresse von Ehren Watada kann ich nicht nennen. Eine Möglichkeit besteht jedoch über die Kontaktseite der Solidaritäsbewegung.

    http://www.thankyoult.org/component/option,com_contact/task,view/contact_id,1/Itemid,26

    Grüße,
    Thomas Trüten
    Comment (1)
    Reply

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