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»Wer wagt es, sich den donnernden Zügen entgegenzustellen? Die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen!« Erich Kästner

A/I shuts down - Stay human

Zentral steht ein großer Textblock mit der Überschrift 'GOODBYE A/I'. Darunter folgt in schwarzer Schrift auf beigem Hintergrund die Mitteilung, dass Autistici/Inventati neunzehn Tage vor der Frist eingestellt wird. Rechts daneben befindet sich eine stilisierte Kalendergrafik. Im oberen rechten Bereich steht ein rot unterlegtes Logo mit dem Schriftzug 'NOBLOGS' und dem Zusatz 'Welcome to A/I'. Am unteren Rand sind weitere Informationen und Logos abgebildet, darunter 'sabot.media', der Hinweis auf einen vollständigen Artikel sowie auf ein kostenloses Buch.

An dem Tag, als wir erfuhren, dass wir als globale Terrororganisation eingestuft worden waren, haben wir versprochen, dass wir versuchen würden, so lange wie möglich Widerstand zu leisten, dass wir nicht nachgeben würden, solange wir noch Möglichkeiten sähen, unsere Position zu verteidigen. Seit Jahren pflegen und verteidigen wir stolz eine freie, datenschutzfreundliche, autonome und politisch engagierte Infrastruktur.

„Bleibt menschlich“ ist für uns keine leere Floskel.

Es bedeutet vor allem, dass wir eine Verantwortung haben, unsere Nutzer*innen zu schützen – jene, die die menschlichen Netzwerke aufbauen, auf die wir uns verlassen, und die Gemeinschaften, die uns mit Botschaften der Unterstützung und Solidarität überschüttet haben.

Wir können uns nicht auf einen Kampf einlassen oder uns Manipulationen aussetzen, die das Leben dieser Menschen und ihrer Angehörigen bedrohen und sie der Gnade von Autokraten, Faschisten und Behörden ausliefern, die extralegale Maßnahmen ergreifen. Die Möglichkeit, dass unsere Arbeit rechtliche und finanzielle Konsequenzen für diejenigen nach sich ziehen könnte, die uns nahestehen – oder auch nur irgendetwas mit uns zu tun haben –, lässt uns keine andere Wahl.

A/I wird geschlossen. Das Kollektiv Autistici/Inventati löst sich auf und wird in Kürze alle von uns angebotenen Dienste einstellen.

Es gibt keinen einfachen Weg, dies anzukündigen oder zu erklären

Jeder Tag, an dem wir nach dem 26. August 2026 online geblieben sind, war ein Sieg, doch nun sind wir gezwungen, aufzuhören.

Keiner von uns hält heldenhafte Gesten und Märtyrer für besonders bewundernswert, daher werden wir keine Opfer verlangen. Weder von uns noch von irgendjemand anderem. In diesem politischen Klima gefährdet die Fortsetzung unserer Dienste unsere Nutzer und alle, die Teil unserer Gemeinschaften sind. In einer Welt, in der Anschuldigungen jeglichen Bezug zur Realität verloren haben, können wir nur damit rechnen, dass die Repressionen zunehmend unverhältnismäßig ausfallen werden. Unter diesen Umständen sind wir nicht mehr in der Lage, unsere ursprüngliche Mission aufrechtzuerhalten – nämlich sichere und nichtkommerzielle digitale Tools anzubieten.

Diese 25 Jahre waren fantastisch. Es war eine „unglaubliche Reise“.

Schaltet jetzt eure PCs aus, geht raus aus euren Wohnungen, kämpft, umarmt euch und hört nicht auf zu lächeln. Wir hören auf, aber der Widerstand und die Ideen hören nicht auf. Bleibt menschlich.

Wir werden euch bald Anleitungen schicken, wie ihr den Inhalt eurer Blogs, E-Mail-Postfächer und Websites sichern könnt, zusammen mit weiteren technischen Empfehlungen. Aber denkt daran: Genauso wie die Domain autistici.org ohne Vorwarnung unerreichbar gemacht wurde, könnten wir in den nächsten Tagen ähnliche Probleme erleben, die wir vielleicht nicht vorhersehen können.

 

Autistici/Inventati-Kollektiv

Quelle: keepitfree.ai, 6. September 2026

Wikipedia zu Autistici/Inventati
Listung in den USA

Eigene Übersetzung, Danke an Thomas für die Links


 

Aufrüstung trifft Widerstand: Rheinmetall-Entwaffnen-Camp startet in Köln

Das Bild ist ein politisches Plakat mit einer markanten Farbgestaltung in Magenta, Schwarz und Weiß.TextinhalteAm oberen Bildrand steht in großen, magentafarbenen Großbuchstaben: „KAMPF DEN KRIEGSTREIBERN“.Darunter folgt in kleinerer Schrift: „- FÜR UNSERE ZUKUNFT!“.Oben links befindet sich ein Logo der Initiative „RHEINMETALL ENTWAFFNEN“. Der Name „Rheinmetall“ ist in Schwarz geschrieben, das Wort „ENTWAFFNEN“ steht darunter in weißen Buchstaben auf einem magentafarbenen, stempelartigen Balken.Im mittleren Bereich sind zwei magentafarbene Textbalken mit weißer Schrift platziert:„CAMP + AKTIONSTAGE IN KÖLN 1.-6.9.“„NATO-MANÖVER IN HAMBURG 24.-26.9.“Bildmotive (Fotomontage)Die untere Hälfte des Plakats besteht aus einer schwarz-weißen Fotomontage, die vor einem hellen, magentafarbenen Hintergrund steht:Hintergrund: Auf der rechten Seite sind die markanten Zwillingstürme des Kölner Doms zu sehen. Links davon erstreckt sich eine große Bogenbrücke über einen Fluss (die Kölner Hohenzollernbrücke).Vordergrund rechts: Ein moderner Militärpanzer fährt von rechts nach links durch das Bild. Aus seinem Rohr bricht eine dunkle Rauchwolke aus, die den Kölner Dom teilweise verdeckt. Am Panzer und an der Rauchwolke sind zwei grafische, magentafarbene Sterne angebracht.Vordergrund links: Eine Gruppe von demonstrierenden Menschen ist im Profil zu sehen. Sie laufen von links nach rechts in Richtung des Panzers. Einige Personen halten Protestschilder in die Höhe, auf denen unter anderem „CHOICE“ zu lesen ist.Köln, 1. September 2026. Das antimilitaristische und internationalistische Bündnis „Rheinmetall Entwaffnen“ hat am Dienstag sein diesjähriges Camp in Köln eröffnet. Unter dem Motto „Kampf den Kriegstreibern – Für unsere Zukunft!“ finden bis zum 6. September Workshops, Diskussionsveranstaltungen, Demonstrationen und weitere Aktionen statt. Nach Angaben der Organisator*innen werden im Laufe der Woche mehrere Tausend Teilnehmende erwartet.

Antikriegstag eröffnet eine Woche des Protests

Zum Auftakt beteiligt sich das Bündnis am 1. September gemeinsam mit dem Kölner Friedensforum an einer Demonstration zum Antikriegstag. In den darauffolgenden Tagen sind an verschiedenen Orten in Köln politische Veranstaltungen und Aktionen geplant. Den öffentlichen Höhepunkt bildet eine große Abschlussdemonstration am Samstag, dem 5. September. Das Camp endet am 6. September.

Mit der Aktionswoche will das Bündnis auf die Folgen von Aufrüstung, Rüstungsproduktion und zunehmender Militarisierung aufmerksam machen. Es kritisiert, dass die Bundesregierung umfangreiche Mittel für militärische Zwecke bereitstellt, während zugleich Kürzungen im Sozialbereich beschlossen werden und die Klimakrise immer deutlicher spürbar wird.

Die Jahre 2025 und 2026 seien durch milliardenschwere Aufrüstungsprogramme, soziale Einschnitte und eskalierende Kriege beziehungsweise militärische Konflikte geprägt – unter anderem mit Blick auf Iran, Palästina und Kurdistan. Die Kosten dieser Politik trügen letztlich die Menschen, erklärt das Bündnis.

Bewaffnete Bundeswehrsoldaten vor dem Camp – Anmelder spricht von Einschüchterungsversuch

Bereits vor dem offiziellen Beginn des Camps postierten sich bewaffnete Feldjäger*innen der Bundeswehr im unmittelbaren Bereich des Camp-Eingangs auf. Der Anmelder des Camps bewertet das Auftreten als Versuch, Teilnehmende einzuschüchtern und zu provozieren.

„Dass bewaffnete Bundeswehrsoldaten unmittelbar vor Beginn unseres angemeldeten Camps am Eingang aufgetreten sind, haben wir als gezielten Einschüchterungs- und Provokationsversuch erlebt. Politischer Protest darf nicht durch bewaffnete Präsenz unter Druck gesetzt werden. Wir lassen uns davon nicht einschüchtern und setzen unser Programm wie geplant und mit noch stärkerer Kraft fort“, erklärt, der Anmelder des Camps.

„Wir stellen uns der Kriegsmaschinerie entgegen“

Mit öffentlich angekündigten Aktionen will das Bündnis während der Protestwoche Rüstungsproduktion, Bundeswehrstandorte und die aus seiner Sicht zunehmende Militarisierung des gesellschaftlichen Alltags zum Thema machen und in ihren gewohnten Abläufen stören.

„Wir werden nicht hinnehmen, dass Rüstungsproduktion, Bundeswehrstandorte und alltägliche Militarisierung in Köln ungestört weiterlaufen. Im vergangenen Jahr haben wir gezeigt, dass sich Menschen für Frieden und gegen Aufrüstung zusammenschließen. Daran knüpfen wir an“, erklärt das Bündnis.

Das Rheinmetall-Entwaffnen-Camp versteht sich als Ort des Austauschs, der politischen Bildung und des gemeinsamen Protests gegen Krieg, Aufrüstung und die Profite der Rüstungsindustrie. Zugleich soll es internationale Solidarität mit Menschen stärken, die von Krieg, Besatzung und militärischer Gewalt betroffen sind.

Termine auf einen Blick

1. September: Auftaktdemonstration zum Antikriegstag
Beginn: 17:30
Treffpunkt: Friesenplatz

1. bis 6. September: Camp, Workshops und Aktionen
Ort: Wiese am Fernsehturm/Colonius, Venloerstr. 130
50.94505° N, 6.93171° E.

Programm

5. September: Große Abschlussdemonstration
Beginn: 05.09., 13:00 Uhr
Treffpunkt: Dom/Hauptbahnhof

Quelle: Pressemitteilung


 

Berlin: Mehr als abstrakte Hoffnung

Gegen Gewalt und organisierte Verwahrlosung: Wie eine Klinik in Chiapas kollektive Fürsorge denkbar macht. Mit Victórico Gálvez Pérez (Frayba), Pablo Uc (IRGAC), Felicitas Treue (EuropaZapatista) und medico.

Grafisch gestaltetes Plakat in Türkis, Schwarz, Hellgrün, Orange und Rot. Vor einem großen schwarzen Kreis ist eine flache, langgestreckte Klinik dargestellt. Das Gebäude ist nur durch hellgrüne Konturen und wenige Details angedeutet. Rechts daneben steht ein kleiner Krankenwagen mit einem weißen Kreuz. Ein geschwungener orangefarbener Weg führt vom unteren Bildrand zum Eingang der Klinik.  Über dem Gebäude steht in großen hellgrünen Großbuchstaben der spanische Schriftzug „CLÍNICA PARA TOD@S“, sinngemäß „Klinik für alle“. Das „@“ ist rot hervorgehoben und in ein weiß umrandetes Kreissymbol eingebettet. Im Hintergrund verlaufen türkisfarbene, wellenartige Linien durch die schwarze Fläche. Die bewusst rauen, teilweise ausgefransten und unregelmäßigen Strukturen verleihen der Grafik den Charakter eines politischen Plakats oder Siebdrucks.  Unten links befinden sich zwei rote Logos: CAREA sowie medico international.

Grafik: medico

Im mexikanischen Bundesstaat Chiapas werden indigene Gemeinden systematisch von der medizinischen Versorgung ausgeschlossen. Auch deshalb rebelliert dort seit 1994 die zapatistische Autonomiebewegung. Sie kämpfen für Freiheit, Gerechtigkeit und ein gutes Leben in Würde.

Während angesichts der Lage der Welt vielerorts Ohnmacht und Lähmung um sich greifen, zeigen die Zapatistas, dass Widerstand mehr als eine abstrakte Hoffnung sein kann. Angesichts eines immer gewalttätigeren Umfelds stärken sie ihre Autonomie und das Gemeinschaftliche.

Nun haben die zapatistischen Gemeinden mit Unterstützung solidarischer Initiativen wie medico international mitten im Regenwald mit dem Bau einer selbstverwalteten Klinik begonnen: Gynäkologie, Labor, zahnärztliche Versorgung – offen für alle.

Wir sprechen mit unseren Gästen über die Lage in Chiapas, den Widerstand der Zapatistas gegen organisierte Verwahrlosung und systematische Entrechtung und über die Bedeutung der Klinik als Infrastruktur der Fürsorge.

Victórico Gálvez Pérez ist Menschenrechtsverteidiger und Anwalt. Der Spezialist für Menschen- und politische Rechte arbeitet im Bereich internationale Advocacy für das Menschenrechtszentrum Frayba in San Cristóbal de las Casas, Chiapas.

Pablo Uc ist Schriftsteller, Wissenschaftler und Aktivist für den Schutz des Territoriums in Chiapas und darüber auch im engen Kontakt mit den Zapatistas. Er ist Teil der International Research Group on Authoritarianism and Counter-Strategies (IRGAC).

Felicitas Treue ist Teil von Frankfurt International, einer Gruppe des Netzwerks Europa Zapatista. Sie besucht regelmäßig die zapatistischen Gemeinden und berichtet von ihren Eindrücken.

Durch den Abend führen die medico-Referent:innen für Lateinamerika Timo Dorsch, Moritz Krawinkel und Jana Flörchinger.

Donnerstag, 15.10.2026

Beginn: 19:00 Uhr

Veranstaltungsort

aquarium
Skalitzer Str. 6
10999 Berlin

Alle Informationen und Spendenmöglichkeiten zur Kampagne “Klinik für alle“

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos. 

Veranstaltet von: medico international und Carea

Quelle: medico


 

Black Lives Matter Kundgebung am Volksbad

Das Foto von © Björn Obmann zeigt eine Frau mit Kind. Die verpixelte Frau hält eine Papptafel mit dem Text "Die Einladung / Ausladung galt auch meinen Kindern" in die Höhe, das Kind hält eine kleine Papptafel mit dem Text "Rassismus ist blöd" vors Gesicht. Im Hintergrund ist die Volksbühne zu sehen.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv

Nachdem ein Schwimmnachmittag von EOTO (Each One Teach One) für schwarze Kinder und Jugendliche nach rechten Drohungen und einer Hetzkampagne abgesagt werden musste, demonstrierten am Freitag, den 21. August 2026, mehr als 200 Menschen vor der Volksbühne in Solidarítät mit schwarzen Menschen, die täglich von Rassismus betroffen sind.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Bereits die rechte Hetzkampagne wurde von rechten Streamern befeuert, die auch bei der Kundgebung massiv provozierten und eine ordnungsgemäße Kundgebung zeitweise nahezu unmöglich machten. Statt der Streamer nahm die Polizei eine schwarze Person fest. Nachdem die Streamer weiter provozierten, nahm die Polizei auch einen der Streamer kurzzeitig in Gewahrsam.

Links


 

Antifas verjagen Nazis - Rostock Lichtenhagen 1992

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Rio Reiser: 30. Todestag - "Macht kaputt, was Euch kaputt macht!"

Heute ist der 30. Todestag von Rio Reiser. Seine Band - Ton, Steine Scherben - hatten vor 56 Jahren, im Juni 1970, ihren ersten Auftritt. Außerhalb der radikalen Linken ist Rio mehr oder weniger in Vergessenheit geraten oder wird, wie in Teilen der Salonlinken, lediglich auf sein Spätwerk (König von Deutschland, Junimond usw.) reduziert. Pass gut zur aktuellen Tendenz, die eigene Geschichte zu vergessen und nur noch Politik an marginalen Randzonen zu machen. Die Scherben hatten da noch das revolutionäre Subjekt im Blick. Höchste Zeit also, den ersten TV Auftritt Rio's und seinen Scherben mit dem richtungsweisenden Barrikadenschlager "Macht kaputt, was Euch kaputtmacht" nochmal aufzuführen.

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"Macht kaputt was euch kaputt macht" (Ton Steine Scherben / 1970, Rio Reiser (Musik, Norbert Krause (Text) )

Radios laufen, Platten laufen,
Filme laufen, TV's laufen,
Reisen kaufen, Autos kaufen,
Häuser kaufen, Möbel kaufen.
Wofür?

Refrain:
Macht kaputt, was euch kaputt macht!
Macht kaputt, was euch kaputt macht!

Züge rollen, Dollars rollen,
Maschinen laufen, Menschen schuften,
Fabriken bauen, Maschinen bauen,
Motoren bauen, Kanonen bauen.
Für wen?

Refrain:
Macht kaputt, was euch kaputt macht!
Macht kaputt, was euch kaputt macht!

Bomber fliegen, Panzer rollen,
Polizisten schlagen, Soldaten fallen,
Die Chefs schützen, Die Aktien schützen,
Das Recht schützen, Den Staat schützen.
Vor uns!

Refrain:
Macht kaputt, was euch kaputt macht!
Macht kaputt, was euch kaputt macht!