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»Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Nutzen von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren.« Paul Valéry

Afd widersetzen in Erfurt

Das Foto von: © Kinkalitzken zeigt einen Block der Demo mit Seiten und Fronttransparenten. Der Text "Antifaschsimus selber machen - rechte Strukturen bekämpfen" dahinter mehrere Dutzend Demnstrant*innen, die zum Teil mit roten Fahnen dahinter laufen.
Foto: © Kinkalitzken via Umbruch Bildarchiv

Über 30.000 Menschen protestieren am 4. Juli 2026 gegen einen AfD-Bundesparteitag in Erfurt. Laut dem Aktionsbündnis „widersetzen“ beteiligten sich 17.000 Menschen mit rund 250 Bussen an über 12 Blockadepunkten. Damit handelte es sich um eine der größten antifaschistischen Mobilisierungen der Bundesrepublik.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Polizei fuhr ein Großaufgebot auf und ging an einigen Stellen mit Gewalt gegen den Protest vor. Am Rand versuchten rechte Medienaktivisten zu provozieren. Trotz Blockaden konnte der Parteitag ohne große Verzögerung starten, da viele Teilnehmende frühzeitig anreisten.

„Wir sind gekommen, um den Parteitag zu verhindern. Das ist uns nicht gelungen. Der Grund dafür ist, dass der SPD Innenminister Georg Maier und seine Polizei es ihnen möglich gemacht hat. […] Bei all der Berichterstattung, wer früher an der Messe war: Das. Ist. Kein. Spiel. Wir meinen es ernst. Dieser Parteitag durfte nicht stattfinden“, resümierte Suraj Mailitafi von „widersetzen“.

„Der Kampf gegen Faschismus ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir mobilisieren jetzt nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Am 25.07. laden wir zur Konferenz in Magdeburg ein. Dort planen wir unsere Aktionen für den Herbst. Für den 1.8. ruft widersetzen zu Aktionen gegen den Aufmarsch der AfD-Jugend in Schwerin auf“, ergänzte Noa Sander auf der abschließenden Pressekonferenz.

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Berlin: Demo gegen KI-Videoüberwachung und die digitale Aufrüstung der Polizei

Das Foto von © Björn Obmann zeigt das Transsparent mit dem Text "Gegen die digitale Aufrüstung der Polizei" sowie vier verpixelte Träger*innen
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Noch vor der Sommerpause will der Bundestag ein massives Überwachungspaket beschließen – mit KI-Fahndung, biometrischem Internetabgleich und Palantir-Software für die Polizei. Über 1.000 Menschen protestierten am 13. Juni 2026 in Berlin gegen die geplante digitale Aufrüstung und Massenüberwachung. Die Demonstration zog lautstark und begleitet von Pyro und Rauch von der Warschauer Straße zum Görlitzer Park und weiter zum Rio-Reiser-Platz.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Bundesregierung plant, Polizei und BAMF zu erlauben, Gesichtsbilder und Stimmen mit dem gesamten öffentlichen Internet abzugleichen. Auch der Einsatz dystopischer Programme wie Palantir & Co soll kommen – und dazu sollen gigantische Datenmengen zur automatisierten Analyse zusammengezogen werden. Massenhaft dürften persönliche Daten außerdem ohne Anonymisierung zum Training von Polizei-KI genutzt und an private Unternehmen weitergegeben werden. Der Bundesrat möchte diese Gesetzentwürfe durch Befugnisse zur Live-Gesichtserkennung noch weiter verschärfen. Zugleich gibt es einen neuen Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung.
Der schwarz-rote Senat in Berlin will die Polizei zudem aufrüsten mit KI-gesteuerten Kameras an sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten (KBOs) wie zum Beispiel in der Rigaer Straße oder dem Görlitzer Park.

Es reicht! Dagegen gehen wir lautstark auf die Straße!

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Lärm-Demo gegen Investorentreff SuperReturn2026

Das Foto zeigt eine Szene der Kundgebung: 2 Aktivisten halten ein Transparent mit der Aufschrift "Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn".
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Am Donnerstag, den 11. Juni 2026, zog nachmittags eine kleine aber bunte und laute Demonstration durch die alte West-Berliner City rund um Zoo und Breitscheidplatz. Sie war der Abschluss einer Aktionswoche gegen das Finanzinvestorentreffen SuperReturn im Hotel InterContinental.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Dort treffen sich seit 1997 jedes Jahr Private-Equity-Firmen, Finanzinvestoren, Vermögensverwalter, Versicherungen und Co aus aller Welt. 6.000 Kongressteilnehmende sind mit einem Anlagevermögen von über 50 Billionen US-Dollar auf der Jagd nach der Super-Rendite (Super Return). 20% sollte diese schon betragen, die Anlageobjekte – ob Immobilien, Gesundheit, Waffen oder fossile Energien – sind dabei egal.

Lief das Treffen bisher weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit, gibt es seit letztem Jahr Aktionen verschiedener Initiativen und NGOs. So waren Klimagruppen mit Aktionen zivilen Ungehorsams, Workshops und Mahnwachen die ganze Woche präsent. Zur Demonstration am Donnerstag hatte ein Bündnis mobilisiert. In ihrem Aufruf forderten sie eine gerechtere Gesellschaft „mit konsequenter Besteuerung großer Vermögen, demokratisch entschiedenen öffentlichen Investitionen in Soziales, Wohnen, Gesundheit und Bildung, sowie Abkehr von fossilen und zerstörerischen Geschäftsmodellen.“  Die Kurzfassung auf dem Schild einiger Aktivist*innen von „AuA“ (Alt und Aktiv) ist da schon etwas prägnanter: „Eat the rich“.
– Andreas, Berliner MieterGemeinschaft –

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Stop Geas - Bleiberecht für alle!

Das Foto zeigt eine Frau, die eine Papptafel mit dem Text "(Gemeinsames) Grausames Europäisches (Asylsystem) Asylverweigerungs System" hält. Einige Meter dahinter ist das Transparent mit dem Text "From Tegel to all Camps united we fight" zu sehen.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Seit dem 12. Juni gelten die menschenrechtsfeindlichen Regelungen des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“ (GEAS). Gegen die massive Verschärfung des Asylrechts demonstrierten an diesem Tag mehrere hundert Menschen vor dem Roten Rathaus in Berlin.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Mit dem nationalen GEAS-Anpassungsgesetz hat die Bundesregierung sogar noch schlimmere Verschärfungen im Asylrecht beschlossen als von der EU vorgesehen. Der Zugang für geflüchtete Menschen zu Schutz ist damit massiv eingeschränkt. Ist die Anerkennungsquote aus einem Herkunftsstaat beispielsweise europaweit unter 20%, werden individuelle Asylgründe in einem beschleunigten Verfahren geprüft. Hinzu kommen Grenzverfahren, mehr gewollte Abschiebungen, ein massiv ausgerüsteter Polizei- und Grenzschutzapparat, mehr Überwachung, drastische Sozialleistungskürzungen, weitere Entrechtungen und Kriminalisierung von Schutzsuchenden.

Besonders deutlich werden die Verschärfungen durch die Ausweitung der Inhaftierungen von Schutzsuchenden: Menschen sollen daran gehindert werden Camps zu verlassen, es kann eine sogenannte „Asylverfahrenshaft“ eingeführt werden, die auch für Kinder gilt. Menschen im Dublinverfahren werden in gesonderen Zentren noch mehr isoliert. Gerade erst hat sich die EU zudem auf sogenannte „Return Hubs“ geeinigt, Abschiebezentren in Drittstaaten – eines der Prestigeprojekte des deutschen Innenministeriums.

Die Ausweitung von Inhaftierungen und Lagerinfrastrukturen bedeutet immer mehr Isolation und Verdrängung der Menschen aus der Gesellschaft. Damit ist GEAS und die deutsche Interpretation davon ein großer weiterer Eskalationsschritt einer menschenfeindlichen, rassistischen Politik.

Es gibt jedoch Spielräume für die Bundesländer, was die Anordnung von Haft und Bewegungsbeschränkungen und die Lagerisierung angeht. Wir wollen deshalb das Land Berlin hier nicht aus der Verantwortung entlassen und fordern daher:

– kein Lager für Menschen mit angeblicher schlechter Bleibeperspektive auf dem ehemaligen Flughafen Tegel und andernorts
– das eindeutige Recht auf Besuch, Präsenz von NGOs und Beratungsstrukturen in jeder Unterkunft und Einrichtung in Berlin
– die konsequente Umsetzung der Schutzansprüche von besonders schutzbedürftigen geflüchteten Menschen

Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Berlin ist eine Solidarity City und hat sich deshalb damit zur solidarischen Aufnahme geflüchteter Menschen verpflichtet – dieses Versprechen kann nicht auf Grund „der politischen WetterLage“ gebrochen werden.

Gemeinsam stehen wir auf für eine offene Gesellschaft für alle Menschen!
Deswegen wollen wir am 12.6. unseren Protest auf die Straße tragen.
Gerade jetzt bleiben wir laut: gegen alle Lager, gegen Inhaftierungen, gegen Abschiebungen und Frontex. Bleiberecht für alle! Stop GEAS!

(aus: Aufruf zur Kundgebung)

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Plakatief wird 25: "Die fabelhafte Welt des Widerstands" auf einer Kreuzberger Brandwand

Das Foto zeigt die Brandmauern zweier Häuser. Auf der rechten Mauer hängt ein Plakat mit dem Text "NSU Prozess: Rassistischer Terror ohne Aufklärung. Kein Schlußstrich!". Auf der linken Brandmauer sind Grafitties zu sehen sowie große Gemälde mit an den Hinterbeinen aufgehängten Tieren
Oranienstraße/Ecke Manteuffelstrasse (jetzt Audre-Lorde-Straße) im September 2017
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Über viele Jahre hingen an der legendären Brandmauer an der Oranien-/Ecke Manteuffelstraße weithin sichtbar Wandbilder zu aktuellen Highlights linker Bewegungsgeschichte. Mittlerweile sind die Bäume in der Brache so hoch gewachsen, dass jetzt keine Plakate mehr an dieser Wand hängen. Das Plakatief-Kollektiv sucht einen alternativen Platz vor Ort, ist aber auch an anderer Stelle aktiv, am Hausprojekt Rote Insel. 2026 wird Plakatief ein Vierteljahrhundert alt. Happy birthday!

Hier ihre Selbstdarstellung:
Wer mit der S-Bahn in der Yorckstraße einfährt oder am Wochenmarkt in der Crellestraße steht, blickt unweigerlich auf die großformatigen Plakate am Hausprojekt Rote Insel. Seit über 10 Jahren prägen sie die Hauswand – gestaltet vom Plakatief-Kollektiv. Zuvor und zeitgleich waren die Plakate fast 25 Jahre lang an der bekannten Brandmauer an der Oranien-/Manteuffelstraße in Kreuzberg zu sehen und galten dort als fester Bestandteil der linken Stadtkultur.

Ihren Anfang nahm die Reihe Anfang der 1990er Jahre mit einem Transparent der Kreuzberger Brückeninitiative gegen die Öffnung der Oberbaumbrücke für den Autoverkehr. Es folgten zahlreiche weitere Wandbilder zu politischen und sozialen Kämpfen – darunter 1997 das vielbeachtete Landowsky-Plakat, das von der Stadt mehrfach überpinselt wurde und gerichtliche Auseinandersetzungen nach sich zog.

Seit 2001 setzt das Plakatief-Kollektiv die Gestaltung der Wandbilder kontinuierlich fort. Die Motive entstehen in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen politischen Gruppen und sozialen Initiativen. Mal werden Vorschläge künstlerisch umgesetzt, mal gemeinsam entworfen oder fertige Entwürfe angebracht. Thematisch spiegeln die Plakate aktuelle Konflikte, Bewegungen und Forderungen wider – immer aus einer klar politischen Perspektive. Neue Plakatideen und Mitstreiter*innen sind immer willkommen. Kontakt: plakatief@gmx.net
Hier eine kleine Auswahl aus 25 Jahren Wandbilder aus der „fabelhaften Welt des Widerstands" auf einer Kreuzberger Brandwand. Die vollständige Dokumentation aller Wandbilder findet ihr auf umbruch-bildarchiv.de

Kreuzberg ist nicht Hongkong

Das Tor zu SO 36 - das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) am Kotti mit Transparenten zur revolutionären Stadtpartnerschaft  Ayacucho - Kreuzberg
Das Tor zu SO 36 - das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) am Kotti
Foto: © Olaf Ramcke
Kreuzberg. Sehnsuchtsort, Mythos, Alltag, Idylle, Absturz, Experimentierfeld, Traum und Versprechen auf die Zukunft, Geldmaschine und Existenzangst. Eindrücke der ersten Jahre nach dem Mauerfall in Bildern festgehalten. Die Hauptstadt zieht erst einmal vorbei. Kreuzberg auf der Warteliste der Spekulant*innen und Skrupellosen. Verschnaufpause für kurze Zeit, dann werfen sie ihre Schlaglichter in die Straßen und Höfe des Bezirks. Aber das ist eine andere Geschichte…

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.
„Ich hatte Anfang der neunziger Jahre das Gefühl, das alles um mich herum – ob Kreuzberg, Berlin, die Menschen, ich sag mal das Flair, die Tage zu verbringen, zu leben und zu überleben, in den kommenden Jahren auf den Prüfstand kommt – die Logik des Kapitals wird auch nicht an diesem Fleckchen Erde vorbei ziehen. Und so bin ich los in meiner Freizeit, von der ich damals noch reichlich hatte, und hab fotografiert.

Da gab es häufig Begegnungen, die dauerten nur ein paar Minu­ten. Man hat sich auf der Straße getroffen, weil man sowieso in der gleichen Ecke wohnte. Manchmal haben die Leute selbst mich angesprochen, weil sie die alte Mittelformat-Kamera gesehen haben. Die ist von der Optik her ein bisschen auffälliger als die übli­chen Digitalen heutzutage. So kam ein Gespräch zustande und dann die Bil­der. Die Kinder waren sowieso immer neugierig. Meistens haben die Leu­te, die ich fotografiert habe, dann Abzüge gekriegt, ein, zwei Wochen später. Sie haben sich gefreut, weil sie gesehen haben, das sie nicht nur abgeknipst wurden. Mit manchen hat sich daraus ein jahrelanger Austausch entwickelt. Für mich war der Alltag viel interessanter und aufregender als die politischen Highlights, die meistens am Wochenende stattfanden und die dann schnell vorbei waren. Mit der Demo-Fotografie musste ich mich erst anfreunden, da hatte ich länger das Gefühl, mit der Kamera zu weit abseits zu sein. Mit der Zeit hatte ich aber auch daran meine Freude.

So sind über die Jahre eine Vielzahl von Aufnahmen entstanden, die die Menschen, ihre Geschichte, die Stadt und die Veränderungen zeigen. Nur ein Bruchteil dessen, was mir aufgefallen ist, hab ich als Bild festgehalten – einen kleinen Teil der Bilder seht ihr hier.“

– Olaf Ramcke –


Der Fotograf Olaf Ramcke ist in Berlin aufgewachsen. Seit 1992 ist er beim Umbruch-Bildarchiv.

Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)

Berlin: Protest gegen Tag der Immobilienwirtschaft

Das Foto von © neukoellnbild zeigt mehrere Personen an einem Transparent mit dem Text: "Stop - Wohnen darf keine Ware sein!" Eine Person trägt eine Papptafel mit dem Text "Unser Zuhause ist nicht Euer (Bild eines Scheißhaufens) Eigentum". Eine weitere Person trägt eine Plakattafel mit dem Mobiplakat zur Demo am 5.9.
Foto: © neukoellnbild via Umbruch Bildarchiv
Am 19. Mai traf sich die Immobilienlobby im Berliner Admiralspalast zum sogenannten „Tag der Immobilienwirtschaft“ des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Der ZIA steht dabei exemplarisch für eine Branche, die wie keine andere für steigende Mieten, Verdrängung und Gentrifizierung steht und sich frecherweise zugleich als Teil der Lösung inszeniert.  Während drinnen Vertreter*innen von Konzernen, Fonds und Politik über den Wohnungsmarkt diskutierten, demonstrierten vor dem Admiralpalast Aktivist*innen vom Bündnis gegen Mietenwahnsinn und anderen stadtpolitischen Gruppen. Der Protest ist Teil der Mobilisierung für eine große Demo vor den Wahlen am 5. September unter dem Motto: Her mit den Wohnungen – runter mit den Mieten.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Berlin: Feministischer 1. Mai 2026

Das Foto von © kinkalitzken zeigt das Fronttransparent mit dem Text: "Täter, Krieg, Kapital - Widerstand unsere Wahl",, rechts vom Text eine Weiße Taube
Foto: © kinkalitzken via Umbruch Bildarchiv
Rund 1.500 Menschen nahmen sich am 1. Mai 2026 die Straßen von Berlin-Charlottenburg, um gegen Patriarchat, Kapitalismus, Faschismus und Imperialismus zu protestieren.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

In den Vorjahren stellten die Veranstalter*innen einen feministischen Block bei der „revolutionären“ 1. Mai-Demonstration Berlin. Die eigenständige feministische Demonstration um 13:12 Uhr wollte keine Konkurrenz zum Abendprogramm darstellen, sondern insbesondere mit Blick Awareness-Strukturen und Umgang mit Täterschutz-Vorwürfen einen Raum für klassenbewussten Feminismus schaffen.

Heraus, Geschwister, zum feministischen ersten Mai! Steigende Preise im Super- und Wohnungsmarkt, ein zerspartes Gesundheitssystem, Krieg in Europa, Nahost und Ostafrika, Wiedereinführung der Wehrpflicht. Eine Krise scheint auf die nächste zu folgen, und wir sind mittendrin. Was ist das für ein Leben, wo wir nie sicher sind, uns auf jeglichen Ebenen Gewalt wiederfährt oder droht? Gewalt, die sich in Kriegen manifestiert, die uns in schlecht bezahlten Berufen ausbeutet, die uns von der Straße prügeln und einsperren will. Vor der wir nicht einmal Zuhause sicher sind. Auch in unseren eigenen Strukturen sind wir oft patriarchalen Mechanismen ausgesetzt.

Scheiß auf Eure Blumen, leere Versprechungen und Girl-Boss-Feminismus. Wir verlangen Veränderung. Wir werden weiterhin patriarchale Strukturen aufbrechen und bekämpfen.
Kein Klassenkampf ohne Feminismus, kein Feminismus ohne Klassenkampf!“

(Aufruf zur Demo)

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Berlin: Revolutionäre 1. Mai- Demonstration 2026

Fronttransparent der Demo mit dem Text "gegen die Gesamtscheiße - Die Zukunft gehört uns!" und einem Roten Stern mit Antifaflaggen auf der linken Seite getragen von verschiedenen Personen, dahinter eine Masse von Menschen am späten Abend.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Unter dem Motto „Gegen die Gesamtscheiße“ startete die diesjährige revolutionäre 1. Mai-Demonstration unter der Beteiligung mehrerer 10.000er Teilnehmer*innen vom Oranienplatz in Kreuzberg. Marxistische Jugendgruppen, Pali-Solidaritäts-Bewegung und ein großer Antifablock bildeten den Anfang. Ein sich schon am Mittag bildener „Menschenteppich“, durch verschiedenste angemeldete und auch nicht angemeldete Party- und Feierangebote in großen Teilen von Kreuzberg erschwerte den Start und einen geschlossenen Demozug. Stundenlange Verzögerungen waren die Folge. Ein Teil der Demo schaffte es die Route einzuhalten, der andere Teil blieb erstmal stecken. Ab dem Görlitzer Park wurde der Antifa-Block von einem dichtem Bullenspalier begleitet. Am Rande der Demo wurden Nazi-Influencer vertrieben, es gab zahlreiche Solidaritätsgrüße von Balkonen und der Bordsteinkante. Gegen 23.00 Uhr erreichte die Demonstration den Abschlußkundgebungsplatz am Südstern. Dort ließen es sich die Bullen nicht nehmen, Teile des Antifablocks anzugreifen, durch Geschlossenheit konnte dieses abgewiesen werden. Was bleibt von diesem Tag? 10.000de waren auf der Straße, organisiert und auch weniger organisiert, und ein Gefühl, das Mensch nicht allein ist mit der Gesamtscheiße um uns herum.

„Wir feiern das Leben, die Rebellion und die Befreiung. Weg damit: Wehrpflicht, Militarisierung und Kriegsregime. Feminizide, Männlichkeit und Patriarchat. Nationalismus, Faschismus und AfD. Wasserprivatisierung, Autobahnausbau und Klimakatastrophe. Regierende Bürgermeister, Zäune und nächtens geschlossene Parks. Autoritarismus, Dogmatismus und scheinbar einfache Wahrheiten. Angriffe auf Rojava, Krieg in der Ukraine und Genozid in Gaza. Racial Profiling, »kriminalitätsbelastete Orte« und neue Polizeigesetze. Finanzielle Kürzungen, Demontage des Sozialstaats und der restliche Monat am Ende des Geldes. Gefangennahme von Cilia Flores mit Ehemann, von Antifaschist*innen und unserer langjährigen Nachbarin Daniela Klette. Private Wohnungsunternehmen, steigende Energiekosten und hohe Mieten. Merz, Pistorius und alle anderen da oben. Alles Würg!

Wir finden das Leben viel zu interessant, um es für all das herzugeben. Deshalb soll die ganze Scheiße zerfallen, wie es einst Karl Marx formulierte, und dazu werden wir beitragen. Wir spielen nicht mit, wir rebellieren, wir widersetzen uns. Wir verweigern uns den auferlegten Pflichten. Wir desertieren aus diesen Verhältnissen. Wir brechen aus und nehmen uns am Ersten Mai die Straße. Denn wenn schon die Gegenwart verloren ist, so wollen wir doch die Zukunft erobern.Mit Zehntausenden werden wir am Abend des 1. Mai in Berlin zur jährlich größten Manifestation der radikalen Linken zusammenkommen. Uns eint unsere Unzufriedenheit mit dem Bestehenden und der Widerspruch zum Herrschenden, das kein Versprechen mehr für uns hat. Mit rebellischer Munterkeit laden wir zu einem Block auf der revolutionären 1.Mai-Demo alle ein: Wütende und Traurige, Lohnabhängige und vermeintlich Überflüssige, Kind und Kegel, Schlawinerinnen und Rabauken, Militante und die gesamte Bagage. In unserer Vielfalt finden wir die Einheit.“

(aus: Aufruf des Antiautoritären Blocks)


Eine gute Übersicht mit Infos zur Demo und allen anderen Aufrufen findet ihr auf der Seite von erstermai.nostate.net/

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Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)Links

Shared Fights - Take back the night 2026

Das Foto von Björn Obmann zeigt die Demo von der Seite gesehen im Bengaloschein.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Am Vorabend des 1. Mai beteiligten sich in der Walpurgisnacht am 30. April 2026 rund 3.000 Menschen an einer queer-feministischen Demonstration gegen Patriarchat, Staat und Kapital durch Berlin-Kreuzberg und Neukölln.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

„Lasst uns zurückschlagen gegen den zunehmenden imperialistischen Autoritarismus und Militarismus in der Gesellschaft: gegen die rassistische und patriarchale Polizeigewalt in unserer Stadt, gegen Pink Lists, die darauf abzielen, trans- und queere Menschen zu überwachen. Gegen Wehrpflicht, KI-Überwachung und Zäune in unseren Kiezen, gegen die Kriminalisierung von Sexarbeit, gegen Nazi-Angriffe auf uns, wenn wir nachts nach Hause gehen, gegen brutale Razzien und gegen die falsche Schuldzuweisung an Migrant*innen-Gemeinschaften. Wir sagen: ABOLISH FRONTEX, ABOLISH ICE, ABOLISH GEAS! (…)

Wir werden niemals schweigen, wenn es um unsere toten und inhaftierten Geschwister geht. Unser gemeinsamer Kampf lässt sich nicht durch Gefängnismauern aufhalten!

In diesem Jahr widmen wir diese Demo Devran, einer Genossin, die ihr ganzes Leben lang Teil unserer gemeinsamen Kämpfe war. Sie war Teil der Antifa Genclik, kämpfte für die Freedom of movement Bewegung rund um den Oranienplatz und nahm jedes Jahr an der „Take Back the Night“-Demo teil. Wir haben sie letzten November im Kampf gegen die Dämonen verloren, die die Systeme der Unterdrückung in unsere Köpfe und Seelen pflanzen – Einsamkeit und Entfremdung. Aber wie Rio Reiser sagte: Die letzte Schlacht gewinnen wir.“

(aus dem Aufruf zur Demo)


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