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"Ich glaube, wie ich es immer getan habe, an die Freiheit. Die Freiheit, die sich auf das Empfinden von Verantwortung stützt. Ich erachte Disziplin als unersetzlich, aber es muß eine innere Disziplin sein, erwachsen aus einem gemeinnützigen Ziel und dem Gefühl der Kameradschaft." Buenaventura Durruti

Erinnerung an deportierte Kinder

Am Vorabend der Ankunft des "Zuges der Erinnerung" in Berlin kamen gestern mehr als 1000 Menschen zu einer Gedenkveranstaltung ans Brandenburger Tor. Die verschiedenen Redner, darunter ein Vertreter der israelischen Botschaft und Bundestagsvizepräsidentin Pau, danken nicht nur den Initiatoren des Zuges und verweisen auf die große Bedeutung des Gedenkens an die Verbrechen des Faschismus, alle Redner drückten ihren deutlichen Unmut über das Verhalten der Deutschen Bahn und ihres Vorstandvorsitzenden Mehdorn aus. Seitdem der Zug in November startete, versucht die Bahn immer wieder die Einfahrt der rollenden Ausstellung in wichtige Bahnhöfe zu verhindern. Für die Nutzung der Schienenanlagen und Bahnhöfe stellt die Bahn der Initiative über 100.000 Euro in Rechnung. So verweigert die DB den Halt des Zuges im Berliner Hauptbahnhof.

Esther Bejarano, Überlebende des Faschismus und verwies auf die "würdelose Haltung der Deutschen Bahn gegenüber dem Zug der Erinnerung". Die Haltung der DB wirke "als Ermutigung für alle Rechtsradikalen in Europa". "Ihr jüngeren und jungen Antifaschisten sollt mit uns und nach uns gegen das Vergessen eintreten." Umrahmt waren die Reden von Auftritten verschiedener Künstler.







Im Anschluß an die Gedenkveranstaltung setzte sich ein Schweigemarsch von 600 Menschen zum Potsdamer Platz in Bewegung, wo die Deutsche Bahn ihren Unternehmenssitz hat.







Dort wurden 4.646 Kerzen mit Namensschildern bekannter deportierter ermordeter und verschollener Kinder aus Berlin entzündet.






Das Aufstellen der Kerzen direkt vor der Konzernzentrale war nicht nicht erlaubt worden. So war es jedoch möglich, daß die zahlreichen Pressevertreter Aufnahmen des Gedenkmarsches und der brennenden Kerzen Bilder machen konnten und im Hintergrund deutlich das "DB-Headquarter" (Selbstbezeichnung der Konzenzentrale) zu sehen war.



Am heutigen Sonntag wird der "Zug der Erinnerung" nun die Bundeshauptstadt erreichen. Der Zug soll um 12 Uhr den Ostbahnhof erreichen, wo er bis Montag Station machen wird.



Weitere Haltepunkte in Berlin

Vom 15.-16. April in Berlin Lichtenberg

Vom 17.-18. April in Berlin Schöneweide

Vom 19.-20. April in Berlin Westhafen/Putlitzbrücke

Vom 21.-22. April in Berlin Grunewald



Links:

- Initiative "Zug der Erinnerung"

- Berliner Initiative des "Zug der Erinnerung"