Immer dreister melden sich Neonazis bei linken Veranstaltungen zu Wort.
Ihre Methode der Verbreitung von Un- und Halbwahrheiten gilt es zu entlarven.
Hier den ganzen Artikel von Kurt Pätzold auf "Junge Welt" lesen.
Brandanschlag auf ein Einfamilienhaus in Schwäbisch Gmünd
Innerhalb von 8 Tagen kam es in der Nähe von Schwäbisch Gmünd zu zwei Brandanschlägen auf ein Einfamilienhaus. Neben abgebrannten Gartenmöbeln und einem angebrannten Keller sind noch Hakenkreuze und Sprüche auf den Autos hinterlassen worden.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober, beim ersten Anschlag wurden Prospekte und Zeitungen in Brand gesetzt und durch ein gekipptes Fenster in den Keller geschmissen, sowie ein Hakenkreuz als auch der Spruch "Tod den Verrätern!" auf dem vor dem Haus parkenden Auto hinterlassen. Wäre nicht jemand im Haus wach gewesen und hätte den Rauch bemerkt, hätte der Brand sich auf das ganze Haus ausbreiten können und 4 Menschen töten.
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Treffen des Göppinger "Netzwerkes GEGEN RECHTS"
Das Göppinger "Netzwerk gegen Rechts" lädt alle ein, die couragierte antifaschistische Arbeit leisten wollen, zum Treffen am Donnerstag, den 26. Oktober, 19:00 Uhr in der Vereinsgastätte des TV Jahn, Göppingen in der Hohenstaufenstrasse.
Weitere Berichte über die Arbeit des Bündnisses und mehr.
Weitere Berichte über die Arbeit des Bündnisses und mehr.
Wievielerlei Maß?
So schnell und entschlossen die Behörden beispielsweise im Hakenkreuzskandal gegen öffentliches Kundtun antifaschistischer Gesinnung aktiv werden, so wenig juckt anscheinend das Prangen rechtsradikaler Symbolik in aller Öffentlichkeit. Im Falle der so genannten
Wolfsangel-Affäre
reibt man sich fassungslos die Augen.
Wolfsangel-Affäre
reibt man sich fassungslos die Augen.
Apabiz e.V. gibt Handreichung zur NPD heraus
Für die Bildungsarbeit und für die Arbeit von Initiativen gegen Rechtsextremismus hat apabiz e.V. eine achtseitige Handreichung zur NPD erstellt. Diese ist ab sofort wieder - auch in grösseren Stückzahlen - beim Verein in der gedruckten Fassung erhältlich.Die Handreichung enthält in einer prägnanten und übersichtlichen Weise wesentliche Fakten zur ältesten und gleichzeitig modernsten Partei des bundesdeutschen Rechtsextremismus. Sie eignet sich somit für die politische Bildungsarbeit sowohl mit MultiplikatorInnen als auch mit Jugendlichen und anderen.
Die Handreichung steht im pdf-Format auch auf der Vereinshomepage unter zum Herunterladen zur Verfügung.
Fördermitglieder und BezieherInnen des Info-Paketes haben die Handreichung bereits zugeschickt bekommen.
Die Publikation wurde durch Mittel aus dem Berliner Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus gefördert.
apabiz e.V. (Hg.): Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Eine Handreichung zu Programm, Struktur, Personal und Hintergründen.
Berlin 2006. 2. Auflage.
Inhaltsverzeichnis: 1. Programm | 2. Neustrukturierung | 3. Personal | 4. Finanzen | 5. Geschichte | 6. Verbot | 7. Literaturempfehlungen
Weitere Information und Kontakt:
-- apabiz e.V. antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin lausitzer str. 10 10999 berlin tel. 030-611 62 49 fax 030-611 62 49 mail@apabiz.de www.apabiz.de und www.turnitdown.de
Leserbrief zum Artikel „Rechtsextreme zunehmend umtriebig“ Stuttgarter - Nachrichten Online/19.10.06
Leserbrief zum Artikel „Rechtsextreme zunehmend umtriebig“ Stuttgarter - Nachrichten Online/19.10.06
Kein Wochenende vergeht, an dem nicht irgendwo in Deutschland Neonazis aufmarschieren.
Unter menschenverachtenden Aufrufen wie „Rückflüge kosten 19 Euro - Integration Millionen (23.09. in Göppingen) oder „“Recht statt Rache -“ Revision der Nürnberger Prozesse“ (14.10. in Nürnberg) werden diese Demonstrationen oft von einschlägig bekannten Nazis angemeldet und in aller Regel auch genehmigt.
Das alleine ist schon skandalös und geht nicht widerspruchslos über die Bühne. So kann auch kaum ein Nazi-Aufmarsch ungehindert stattfinden. In den SN wird in diesem Zusammenhang von einem “Schema dieser Rechts-Links-Aufeinandertreffen“ berichtet.
In der realen Welt zeigt sich allerdings ein völlig anderes Bild:
Auf antifaschistischen Demonstrationen trifft man couragierte Bürger aus dem gesamten gesellschaftlichen Spektrum. Ob Gewerkschafter, Autonome, Mitglieder unterschiedlichster sozialer Organisationen, Christen, Angehörige von Migrantenvereinen bis hin zu Pfadfindern, Naturfreunden, Friedensfreunden und Anwohnern der Naziroute und immer auch Überlebende des Holocaust.
Bilderserie:
Widerstand gegen den Naziaufmarsch in Göppingen am 23.9.2006
Glücklicherweise überlassen diese Menschen nicht den Nazis die Straße sondern zeigen allen Behinderungen und Repressalien zum Trotz Zivilcourage. Es wäre auch erschreckend, wenn braune Horden unwidersprochen durch die Straßen marschieren und ihre hetzerischen Parolen ungehindert herausbrüllen dürften.
Soweit darf es nicht kommen!
Die wachsende Brutalität, die im Bericht "insbesondere bei den Linken" gesehen wird, sieht man in der realen Welt seit Jahren bei den geistigen Erben des Dritten Reiches: Seit 1990 wurden über 100 Menschen von Rechtsradikalen umgebracht! Eine große Anzahl Menschen wurde zu Krüppeln geschlagen, schwer verletzt, bedroht, beschimpft, weil sie schwarz waren, behindert, auf der Straße lebten, oder einfach „anders“ waren. Die Gefahr durch Rechtsradikale zu Schaden zu kommen, ist für viele Menschen alltägliches Lebensrisiko.
Das gleichzusetzen mit der Wut und Empörung junger Menschen auf Demonstrationen gegen die Rechtsradikalen ignoriert die tatsächliche Gefahr. Denn diese Wut richtet sich gerade gegen die Verfechter des größten Terrors, dem ideologisch wieder der Boden bereitet wird.
Wo nach richterlicher Rechtsprechung „Ruhm und Ehre der Waffen SS“ straffrei verwendet werden darf, aber eindeutig antifaschistische Symbole zu Anzeigen und Verurteilungen führen; wo mit Begründungen wie "demokratische
Meinungsfreiheit/Versammlungsrecht" den größten Demokratiefeinden, den Werbern für ein neues nationalsozialistisches Deutschland von einem Riesenaufgebot oft martialisch auftretender Polizeikräfte der Weg freigeräumt und oft auch regelrecht freigeprügelt wird -“ da ist es wichtiger denn je, dass jeder demokratisch gesinnte Mensch eindeutig Stellung bezieht:
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
„Gegen Rassismus, Sozialabbau und Ausgrenzung, für Verständigung und besseren Zusammen leben“ Internationales Kulturfest in Stuttgart am 11.11.2006
„Gegen Rassismus, Sozialabbau und Ausgrenzung, für Verständigung und besseren Zusammen leben“
Internationales Kulturfest
Der Freundschafts- und Solidaritätsverein Stuttgart e.V. setzt sich nun mehr als 26 Jahren gegen jegliche art von Spaltungsbemühungen ein. Im Mittelpunkt unserer Vereinstetigkeit steht die Förderung der Integration und Stärkung des Zusammenhalts und Solidarität von Menschen deutscher und nicht-deutscher Herkunft für gemeinsame Probleme und Forderungen. Wie vor 45 Jahren auch heute gilt für Millionen von Menschen verschiedener Herkunft die Hoffnung auf ein besseres leben.
Der ver.di Bezirk Stuttgart unterstützt und begleitet die kulturellen Aktivitäten des Vereins. Zum dritten mal wird in Kooperation des Freundschafts- und Solidaritäts- verein und ver.di, bereich Migrationspolitik, das internationale kulturfest im DGB-Haus durchgeführt. Alle sind dazu herzlich eingeladen, und mit allen meinen wir auch unsere deutschen Kolleginnen und Kollegen.
Programm
• Kardes Türküler
• Neuer Chor Stuttgart
• Anatolische Volkstänze
• Portugiesische Volkstänze
• Film
(Migration Gestern und Heute )
Redner:
• Werner Bossert (ver.di)
• Ali Çarman (DIDF)
11. November 06 (Samstag) 17.00 Uhr
Im DGB Haus
Großer Saal
Willi-Bleicher-Str. 20
STUTTGART
Eintritt:15.00 Euro
Ver.di Bezirk Stuttgart
Freundschafts- und Solidaritätsverein Stuttgart e.V.
Handy: 0163-39 13 951 - 0176 / 67 503 177 Helfergasse 5, 70372 Stuttgart
eMail
Internationales Kulturfest
Der Freundschafts- und Solidaritätsverein Stuttgart e.V. setzt sich nun mehr als 26 Jahren gegen jegliche art von Spaltungsbemühungen ein. Im Mittelpunkt unserer Vereinstetigkeit steht die Förderung der Integration und Stärkung des Zusammenhalts und Solidarität von Menschen deutscher und nicht-deutscher Herkunft für gemeinsame Probleme und Forderungen. Wie vor 45 Jahren auch heute gilt für Millionen von Menschen verschiedener Herkunft die Hoffnung auf ein besseres leben.
Der ver.di Bezirk Stuttgart unterstützt und begleitet die kulturellen Aktivitäten des Vereins. Zum dritten mal wird in Kooperation des Freundschafts- und Solidaritäts- verein und ver.di, bereich Migrationspolitik, das internationale kulturfest im DGB-Haus durchgeführt. Alle sind dazu herzlich eingeladen, und mit allen meinen wir auch unsere deutschen Kolleginnen und Kollegen.
Programm
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• Neuer Chor Stuttgart
• Anatolische Volkstänze
• Portugiesische Volkstänze
• Film
(Migration Gestern und Heute )
Redner:
• Werner Bossert (ver.di)
• Ali Çarman (DIDF)
11. November 06 (Samstag) 17.00 Uhr
Im DGB Haus
Großer Saal
Willi-Bleicher-Str. 20
STUTTGART
Eintritt:15.00 Euro
Ver.di Bezirk Stuttgart
Freundschafts- und Solidaritätsverein Stuttgart e.V.
Handy: 0163-39 13 951 - 0176 / 67 503 177 Helfergasse 5, 70372 Stuttgart
25. Jahrestag der Gedenkstätte Neuengamme
Hans Daniel
25. Jahrestag der Gedenkstätte Neuengamme
Im ehemaligen KZ bei Hamburg wird endlich die Nachkriegsnutzung als JVA eingestellt
Für gestern abend hatte Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck zu einem offiziellen Empfang ins Rathaus der Hansestadt geladen. Der Anlaß: Vor 25 Jahren, am 18. Oktober 1981, wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme das Dokumentenhaus seiner Bestimmung übergeben. Der Tag gilt als Eröffnung der Gedenkstätte vor den Toren Hamburgs. Beim Empfang, an dem auch Vertreter des Freundeskreises der Gedenkstätte, der Amicale Internationale Neuengamme, teilnahmen, konnten die Gastgeber unter Beifall mitteilen, daß seit Dienstag die Bagger dabei sind, auch die Mauern des zweiten, in den Jahren nach der Befreiung auf dem Gelände errichteten Gefängnisses einzureißen. Anfang des Jahres hatte die Nutzung als Justizvollzugsanstalt geendet; die Insassen waren in eine neugebaute JVA verlegt worden.
Bilderserie:
KZ Gedenkstätte Neuengamme
An diesem Ort wurden 100000 Frauen und Männer aus 20 Ländern von der SS gedemütigt, geschunden und unter unmenschlichen Bedingungen bei der Arbeit im Klinkerwerk und beim Kanalbau ausgebeutet - jeder zweite kam dabei ums Leben. Über 60 Jahre haben sich die Offiziellen der Stadt schwer getan mit diesem Ort, den Gedenkstättenleiter Detlef Garbe einmal als "Musterbeispiel des Vergessens" bezeichnete. Die Erinnerung an das Geschehen an diesem Platz mußten die Überlebenden Jahrzehnte lang allein wachhalten: Die Regierenden Hamburgs hatten kurz nach dem Weltkrieg die KZ-Gebäude abreißen lassen, um an diesem Platz erst eines und später ein zweites Gefängnis zu errichten.
So emsig Hamburgs Politiker beim Gefängnisbau waren, so zögerlich waren sie bei der Erfüllung der Forderungen der Überlebenden, hier eine würdige Erinnerungsstätte zu schaffen. Als etwa Anfang 1951 ehemalige französische Häftlinge beim Senat die Erlaubnis erbaten, ihnen Zutritt zum Krematorium zu gewähren, um dort ihrer ermordeten Kameraden zu gedenken, lehnte es die SPD-geführte Landesregierung ab. Die "Schaffung eines Wallfahrtortes" so beschied Bürgermeister Max Brauer die Franzosen, würde den Gefängnisbetrieb beeinträchtigen. Zudem fänden "die Wallfahrer bei ihrem Besuch keine Spuren des ehemaligen KZ mehr auf dem Gelände einer inzwischen neu errichteten Gefängnisanstalt". Brauer forderte die Überlebenden eindringlich auf, "nicht an alte Wunden" zu rühren, vielmehr die "furchtbaren Entsetzlichkeiten der vergangenen Epoche... allmählich aus der Erinnerung zu löschen".
Erst nachdem der Hohe Kommissar der Französischen Republik beim Hamburger Senat interveniert hatte, wurde die Genehmigung zur Errichtung einer kleinen Gedenkstätte erteilt - allerdings außerhalb des eigentlichen Lagerbereichs. Am 7. November 1965 wurde dann ein internationales Mahnmal errichtet. Es dauerte weitere 14 Jahre, bis der Senat am 4. September 1979 den Neubau des Dokumentenhauses beschloß, das 36 Jahre nach der Befreiung erstmals durch eine Ausstellung über die Geschichte des KZ informierte.
Quelle: Junge Welt 19.10.2006
Bericht von unserem Besuch in Neuengamme im August 2006 mit zahlreichen Links, weiteren Informationen und Fotoserie
Fotoserie zu Göppingen bei arbeiterfotografie.de veröffentlicht
Die Fotoserie zum NPD Aufmarsch am 23.9.2006 in Göppingen ist jetzt bei arbeiterfotografie - forum für engagierte fotografie online.
Weitere Fotos und Berichte:

Weitere Fotos und Berichte:
Bilderserien
: Spontaner Protest an der MarktstraßeNürnberg / Hamburg: Nazi Aufmärsche am 14.10. blockiert!
IndyMedia Bericht zu den Aktivitäten in Nürnberg:
In Hamburg fanden ebenfalls vielfältige Aktivitäten - nach IndyMedia Berichten mit mehreren tausend Teilnehmern - gegen den dort geplanten Aufmarsch statt.
Der Polizeibericht spricht von 227 Teilnehmern des Naziaufmarsches, gegen den bei der ersten Gegendemonstration 1900 antifaschistische Menschen standen. Unmittelbar vor Ort der NPD Veranstaltung in der Wandsbeker Chaussee fand dann eine spontane Demonstration mit ca. 2000 Teilnehmern statt:
Die morgige "Junge Welt" berichtet über diese Demonstrationen und zusätzlich von den Aktivitäten in Chemnitz:
Quelle: Bernd Moser und Wera Richter in "junge welt" vom 16.10.2006
Mehrere Tausend "Bürgerliche" und "Linke" blockieren die Demo-Route, auf der die Nazis die Geschichte revidieren möchten. +++ Die Linke Kundgebung dauert fast 8 Stunden! +++ Der NPD-"Aufmarsch" bestand nur aus ca. 100 Leuten +++ Polizei sperrt dafür halb Nürnberg ab
Der Naziaufmarsch der rechtsextremen NPD am 14.10. war von Anfang an als Provokation geplant. Vom Gerichtsgebäude, in dem ab 1946 die Nürnberger Prozesse stattfanden, sollte ein Demozug über den Ort der ehem. Deutschen Arbeitsfront (DAF), dem Gründungslokals der Nürnberger NSDAP sowie dem Hotel Deutscher Hof und dem Ort, an dem die NS-Rassegesetze verabschiedet wurden bishin zum Opernhaus veranstaltet werden, der zu allem Überfluss durch das bunte Viertel Gostenhof führen sollte. Nur wurde daraus nichts, weil sich tausende von entschlossenen NürnbergerInnen ihnen entschlossen entgegen stellten, obwohl die Polizei ihr möglichstes tat, den Nazis eine Demo zu ermöglichen! Sie sperrte schlichtweg die Fürtherstr., d.h. eine der wichtigsten Straßen Nürnbergs, komplett nach links und rechts mit Absperrgittern und einem Großaufgebot ab.
Schon um 9:30 trafen sich ca. 500-1000 Menschen des eher autonomen und linken Spektrums am Plärrer. Gleichzeitig fand direkt vor dem Gerichtsgebäude ca. 3 km weiter, d.h. dem Startpunkt der Nazi-Demo, die um ca. 14.00h beginnen sollte, eine Kundgebung mit Opfern des Naziregimes mit ca. 100 Menschen statt. Währendessen setzte sich der Demozug am Plärrer mit mittlerweilen ca. 2000 Menschen in Gang die Fürtherstraße entlang (d.h. den Nazis entgegen). Eigentlich sollte der Zug dann weg von der späteren Nazi-Route nach Gostenhof führen. Doch die Demo entschloss sich kollektiv spontan (!!!), nicht mehr weiter zu gehen. Vor einer Absperrung der Polizei kam die Demo zum Stehen. Dort verharrten die TeilnehmerInnen ca. 6 Stunden lang! Zwei Nazis zeigten sich zwischenzeitlich am Rande der gestoppten Demo. Sie wurden gebührend begrüßt und nur die Polizei konnte sie schützen... weiterlesen
In Hamburg fanden ebenfalls vielfältige Aktivitäten - nach IndyMedia Berichten mit mehreren tausend Teilnehmern - gegen den dort geplanten Aufmarsch statt.
Der Polizeibericht spricht von 227 Teilnehmern des Naziaufmarsches, gegen den bei der ersten Gegendemonstration 1900 antifaschistische Menschen standen. Unmittelbar vor Ort der NPD Veranstaltung in der Wandsbeker Chaussee fand dann eine spontane Demonstration mit ca. 2000 Teilnehmern statt:
Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hatte für 10:30 Uhr einen Aufzug angemeldet, mit dem Tenor: "Die Menschen und Menschenrecht verachtende Ideologie der Neonazis darf nicht noch einmal Einfluss gewinnen. Dem Treiben der NPD aktiv entgegenzutreten, ist eine dringende Aufgabe!". An der Demonstration nahmen bis zu 1.900 Personen teil. Der Aufzug wurde ohne Zwischen- und Abschlusskundgebung um 11:39 am Jungfernstieg, Ecke Ballindamm vom Veranstalter beendet. Die Teilnehmer wurden vom Veranstalter aufgerufen, im Anschluss nach Wandsbek zu fahren, um gegen die Veranstaltung der NPD zu demonstrieren. Die Mehrheit der Veranstaltungsteilnehmer begab sich daraufhin mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Richtung Wandsbeker Chaussee.
Die morgige "Junge Welt" berichtet über diese Demonstrationen und zusätzlich von den Aktivitäten in Chemnitz:
Neonazis gestoppt
Zehntausend bei antifaschistischen Demonstrationen in Nürnberg, Hamburg und Chemnitz. Polizeiübergriffe zum Schutz der rechten Aufmärschen
Am Samstag demonstrierten knapp 10000 Menschen in Nürnberg, Hamburg und Chemnitz gegen Neofaschismus. 60 Jahre nach der Verurteilung faschistischer Funktionäre in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wollten etwa 200 Neonazis, darunter der NPD-Vorsitzende Udo Voigt, für die Revision der damaligen Urteile zum Nürnberger Justizgebäude ziehen. Ihre Marschroute führte ausgerechnet durch den alternativen Stadtteil Gostenhof. Die Bewohner des Viertels und Tausende weitere Antifaschisten stoppten den rechten Aufzug nach wenigen hundert Metern. Damit ging die Rechnung des Bündnisses zahlreicher linker und antifaschistischer Initiativen, das im Vorfeld zum zivilen Ungehorsam aufgerufen hatte, auf.
Bereits zwei Stunden vor Beginn der Auftaktkundgebung der Neonazis hatten 2000 Teilnehmer einer antifaschistischen Stadtteildemonstration die Demoroute der Rechten blockiert. Die Polizei setzte Schlagstock und Pfefferspray ein und nahm nach eigenen Angaben 25 Personen fest, um weitere Blockaden zu verhindern. Ganze Straßenzüge waren abgesperrt und Teile von Gostenhof nicht mehr zugänglich, wie Sven Roeser, Sprecher des "Bündnisses Nazis stoppen" am Sonntag gegenüber jW kritisierte. "Wir freuen uns aber, daß sich dennoch Tausende dem Aufruf zum zivilen Ungehorsam angeschlossen haben und sich den Nazis erfolgreich in den Weg gestellt haben", so Roeser weiter. Insgesamt beteiligten sich 5000 Menschen an den Protesten in Nürnberg.
Auch in Hamburg stand am Samstag eine Vielzahl von Gegendemonstranten rund 170 Neonazis gegenüber. Auf der Auftaktkundgebung des "Bündnisses gegen rechts" ging der ver.di-Landesbezirksleiter Wolfgang Rose unter anderem auf den Zusammenhang von Massenarbeitslosigkeit und Sozialabbau ein, der es den "braunen Demagogen ermöglicht, mit populistischen Schlagwörtern die wachsende Verunsicherung von Menschen auszunutzen". Im Anschluß zogen rund 3000 Antifaschisten vom Gänsemarkt durch die Hamburger Innenstadt. Zur gleichen Zeit nahmen an einem "Fest für Toleranz und gegen die braunen Parolen" auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz mehrere hundert Menschen teil. Eine von der Linkspartei.PDS angemeldete "Eilversammlung gegen Ausgrenzung, Rassismus und Gewalt" wurde unterdessen genutzt, um sich zu einer Spontandemonstration zu formieren und sich den Neonazis auf ihrer Route entgegenzustellen. Gegen die insgesamt 2000 Teilnehmer der Blockade ging die Polizei am Nachmittag mit fünf Wasserwerfern vor. Der Anmelder der Spontandemonstration sprach von einem "zunächst unsortierten", später "unverhältnismäßigen und teilweise brutalen Vorgehen der Polizei", um den Aufmarsch der 170 Neonazis zu ermöglichen.
In Chemnitz demonstrierten am Samstag etwa 1200 Antifaschisten im Rahmen der Kampagne "Schöner leben ohne Naziläden" unter dem Motto "Abriß Korrekt - Weg mit Backstreetnoise und PC-Records". Bei den genannten Läden handelt es sich um Neonazigeschäfte, die Kleidung und rechte Musik verkaufen. Mehrfach pöbelten und provozierten Neofaschisten am Rande der Demonstration. Vereinzelt kam es auch zu Steinwürfen und Schüssen mit Leuchtspurmunition auf die Demonstranten. Der Sprecher der Kampagne "Schöner leben ohne Naziläden", Daniel Weber, zog dennoch eine positive Bilanz: Es sei die größte antifaschistische Demonstration in Chemnitz seit 1989 gewesen. "Das war ein deutlichzes Zeichen gegen die Hegemonie der Neonazis in dieser Stadt", so Weber.
Quelle: Bernd Moser und Wera Richter in "junge welt" vom 16.10.2006