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»Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt.« Einstein

Knapp 160.000 Unterschriften für NPD Verbot

Bei " 159.810 " Unterschriften steht das Kampagnenbarometer: So viele Unterschriften wurden seit Kampagnenbeginn für ein NPD-Verbot gesammelt. Am 9. November - dem Jahrestag der Novemberpogrome 1938 - werden die Unterschriften dem Bundestag übergeben.

Zum Abschluss der Kampagne gibt es am Samstag 10.11.2007 ab 19:30 Uhr in Berlin, Prenzlauer Berg im Palais der Berliner KulturBrauerei, Schönhauser Allee 36 ein Abschlussfest mit vielseitigem Programm.

Aktionswoche in Erfurt gegen Antisemitismus und Rassismus

Flyer zur Aktionswoche
Im Rahmen der heute begonnenen Aktionswoche in Erfurt gegen Antisemitismus und Rassismus finden noch bis 10.11.2007 eine Reihe von Aktivitäten und Aktionen statt:

• 05.11.2007, 18 Uhr , Haus der Sozialen Bürgerbündnisse, Juri-Gagarin-Ring 152: Dienste Podiumsdiskussion "Kampf gegen Rechtsextremismus -Was können wir leisten?"

• 06.11.2007, 19.30 Uhr; Offenes Jugendbüro, Filler, Schillerstr. 44: Filmvorführung

• 07.11.2007, 18 Uhr, Kleine Synagoge, Stadtmünze 5: Buchvorstellung "Ich will leben" und anschließende Diskussion mit Prof. Schramm (Stellv. Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen)

• 08.11.2007, 13 Uhr, Anger: Aktionstag gegen Rechtsextremismus. Infostände und Redebeiträge

• 08.11.2007, 18 Uhr, Offenes Jugendbüro RedRoXX, Pilse 29: Filmvorführung The true lies of Rostock

• 09.11.2007, 17 Uhr, Neue Synagoge, Juri-Gagarin-Ring 150: Mahngang "Wider das Vergessen. Gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus"

• 10.11. 17. Ratschlag gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus

Weitere Informationen:
• Thüringer Ratschlag
• Landesarbeitsgemeinschaft Antirassismus / Antifaschismus

Friedhofsschändung in Freudental Kein "politischer Hintergrund"?

Seit 1997 sind in Baden-Württemberg 51 Schändungen jüdischer Friedhöfe dokumentiert - dies geht aus der Antwort des Landesregierung auf eine Anfrage von Franz Untersteller (Grüne / Bietigheim-Bissingen) hervor. Dabei handelt es sich in 50 Fällen um rechtsextreme, in einem Fall um islamistische Taten.

Die Liste umfasst allerdings längst nicht alle Fälle; so wird etwa die erste Schändung des Friedhofs in Freudental im August diesen Jahres nicht erwähnt, weil kein politischer Hintergrund zu erkennen sei.

Bei der gravierendsten antisemitischen Ausschreitung im Landkreis seit Ende des Faschismus waren 78 Grabsteine umgestoßen und zahlreiche weitere mit Hakenkreuzen, SS-Runen und wüsten Parolen beschmiert worden.


Bilderserie: Freudental - keine politischen Hintergründe?

Information: Antifaschistische Aktion Freiburg / LKZ / Infoladen Ludwigsburg

Esslingen: Fritz Pospiech ist tot

Fritz Pospiech bei der Kundgebung zum 62 Jahrestag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai in Esslingen
Friedrich Pospiech *13.5.1927 aus Esslingen ist am 22.10.2007 verstorben.

Die Trauerfeier findet am heutigen Freitag, den 26. 10. um 12.30 Uhr auf dem Ebershalden Friedhof in Esslingen (Nähe Stadthalle) statt.

Die VVN/BdA verliert mit Fritz einen aktiven, aufrechten und geradlinigen Antifaschisten.

Der Esslinger DKP-Vorsitzende und Altkreisrat Friedrich Pospiech studierte Volkswirtschaftslehre und öffentliches Recht an den Universitäten Stuttgart und Tübingen. Er war im Wirtschaftsministerium, Industrie und Medien tätig. 1953 kam er als Linkssozialist ins Gefängnis wegen angeblicher "Vorbereitung zum Hochverrat und Staatsgefährdung". 1973 bis 1984 war er Kreistagsabgeordneter der DKP. Zeitweilig, bis zum "Berufsverbot" war er Lehrbeauftragter an der Universität Heidelberg. Er veröffentlichte mehrere Arbeiten zur Geschichte der Arbeiterbewegung, über den antifaschistischen Widerstand und den heutigen Rechtsextremismus.

Freudental: Schweigemarsch gegen faschistischen Angriff auf jüdischen Friedhof

Mehrere hundert Menschen nahmen heute an dem Schweigemarsch, der aus Protest gegen die Schändung des jüdischen Friedhofes in Freudental bei Ludwigsburg stattfand, teil. Angesichts der wüsten Zerstörungen, die offenbar am hellichten Tage verübt wurden, war die Stimmung unter den Teilnehmern bedrückt und teilweise von Fassungslosigkeit geprägt. Die Redner am Friedhof riefen zu Widerstand aller Schichten der Gesellschaft gegen den faschistischen Terror auf.


Bilderserie: Schweigemarsch gegen Friedhofsschändung

Siehe auch: Homepage der ehemaligen Synagoge Freudental

Freudental: Mahnwache und Schweigemarsch gegen Friedhofsschändung


Der jüdische Friedhof in Freudental im Landkreis Ludwigsburg wurde geschändet. Es wurden mehrere Grabsteine umgestoßen oder mit Farbe beschmiert, zudem wurde ein Teil der Umfriedungsmauer zum Einsturz gebracht. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen aufgrund des Inhalts der Schmierereien von einer rechtsextremen Tat aus.



Wie inzwischen bekannt wurde, sind bereits im Sommer Grabsteine auf dem Friedhof umgestoßen worden. Der Staatsschutz habe sie damals um Stillschweigen gebeten, so die Freudentaler Bürgermeisterin Dorothea Bachmann.

Alle, die sich an dem Schweigegang zum ehemaligen Friedhof beteiligen wollen, treffen sich um 18 Uhr vor dem Freudentaler Rathaus.

Presseinformationen: 1, 2



Via "Antifaschistische Aktion Freiburg"

DRR Nr. 108: "Nazigewalt in Ost und West"

Die einhundertachte Ausgabe der Fachzeitschrift DER RECHTE RAND für die Monate September & Oktober ist vor einigen Tagen erschienen.

Titelseite DRR#108
Mügeln war im August in aller Munde -- DER RECHTE RAND blickt fünfzehn Jahre zurück: Was hat sich geändert in der Schuldabwehr nach den Angriffen auf die Häuser von Flüchtlingen und ehemaligen Vertragsarbeitern in Hoyerswerda und Rostock anno 1992. DER RECHTE RAND skizziert auch, wie die Medien der extremen Rechten das Thema aufgreifen und herunter spielen, um es dann als vermeintliche "Hetzkampagne" gegen deutsche Bürger zu enttarnen.

Während die einen zuschlugen, feierten andernorts viele Hundert Neonazis ihre Feste. Nicht mehr eine zentrale NPD-Veranstaltung wie noch im August 2005 zog die grölende Heerschar für Deutschland an, sondern eine Reihe dezentraler Sommerfeste und zuletzt das so genannte "Fest der Völker" in Jena. Die Aktivisten und Kader der "Freien Kameradschaften" waren fest in die Organisation dieser neonazistischen Events involviert, dominiert wurden sie indes von der NPD. Einmal mehr zeigt sich hier, wie es der Partei nicht nur gelingt, die militanten Neonazis zu umgarnen, sondern auch für sich zu gewinnen.

Wie und wo sich in den letzten Monaten Strukturen der extremen Rechten verändert haben, zeigt DER RECHTE RAND am Beispiel Brandenburg sowie Süd- und Mittelhessen. Die Parteistrukturen bieten dem vorgeblich losen Rahmen der Kameradschaftsszene einen festen Halt. Dass diese dennoch nicht das Desaster der neonazistischen Mobilisierung zum 20. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess verhindern konnten, zeigt indes, dass NPD und militante Neonazis zwar lokal und regional teilweise sehr gut aufgestellt sind, es in der bundesweiten Koordinierung, insbesondere wenn staatliche Repression droht, noch nicht so eingespielt funktioniert, wie in Veröffentlichungen des Spektrums gerne suggeriert wird.

Für Irritationen bei AntifaschistInnen aus der Ökologiebewegung sorgte in den vergangenen Monaten das Eintreten von Neonazis für die Rechte von Tieren. Ausführlich widmet sich DER RECHTE RAND dem braunen Rand der Tierrechtsszene und zeigt auf, wo auch Brücken in die linke Alternativkultur entstanden sind.

Außerdem lesen Sie in DER RECHTE RAND über den erneuten V-Mann-Skandal, dieses Mal in Nordrhein-Westfalen, über die Ermittlungen gegen die Nazi-Rock-Band D.S.T., über einen RechtsRocker als Gewerkschaftsfunktionär und ehrenamtlichen Richter am Arbeitsgericht, die Marburger Burschenschaft "Germania Marburg", über Neonazis in Schweden, die "Freie Jugend" in Österreich, die "Ukrainische Nationale Partei der Arbeit", den nationalistischen kroatischen Sänger Marko Perkovic aka "Thompson" und den versuchten Bombenanschlag auf ein antifaschistisches Festival in Bern, Schweiz.

Die aktuelle Ausgabe ist für 2,50 Euro in jedem gut sortierten Buchladen erhältlich - oder über DER RECHTE RAND, Postfach 304 180, 20324 Hamburg.


Mehr Informationen, Bestellmöglichkeiten und ein paar online verfügbare Artikel: www.der-rechte-rand.de

Gegen Rechts demonstrieren während der Arbeitszeit

Rund 2000 Beschäftigte von 20 Firmen aus dem Südharz haben in Bad Lauterberg gegen Rechtsextremismus demonstriert. Die Unternehmen hatten ihren Angestellten für den Protest extra frei gegeben. Damit hätten erstmals in der Bundesrepublik Beschäftigte während der Arbeitszeit gegen Rechts demonstriert, schreibt "Spiegel-online". Die junge Welt führte dazu ein GEspräch mit dem Sprecher des Bündnisses "Bunt statt Braun" im Landkreis Osterode am Harz.

Stuttgart: "Der Dachdecker von Auschwitz" - Ein Zeitzeugenbericht

Titelblatt der Einladung
Am 22.10.07 findet bei der IG Metall Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Verein „Gegen Vergessen Für Demokratie“ eine Lesung mit dem Zeitzeugen Mordechai Ciechanower statt. Er ist ein ehemaliger Häftling des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen. In seiner jetzt erschienenen Autobiographie "Der Dachdecker von Auschwitz-Birkenau" beschreibt er detailliert die zerstörte und verschwundene Welt der osteuropäischen Juden im polnischen Sthetl Makow-Mazowiecki und erzählt über die Menschen, die dort lebten und ermordet wurden.

Mordechai Ciechanower wird Passagen aus seinem Buch vorlesen und von seinen Erlebnissen während des Faschismus berichten. Im Anschluss ist eine Signierstunde geplant. Die Veranstaltung, in Zusammenarbeit mit dem Verein „Gegen Vergessen Für Demokratie“, beginnt um 19:00 Uhr und findet bei der IG Metall Stuttgart, Theodor-Heuss-Str. 2, 70174 Stuttgart im Erdgeschoss statt. Der Eintritt ist frei.