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"Das "Vaterland" ist der Alpdruck der Heimat." Kurt Tucholsky

Gedächtnisprotokoll des an den Augen schwer Verletzten

Vergangenen Donnerstag gab es hunderte Verletzte bei den Protesten gegen Stuttgart 21. Am schwersten getroffen hat es einen älteren Mann, dessen Gedächtnisprotokoll nun bekannt wurde:

"Ich stand im Schlosspark auf der Straße Richtung Cafe Nil. Links von mir ein kleiner Hügel mit grün uniformierten Polizisten. Einige Menschen, darunter viele Schüler standen bei den Polizisten. Wir fragten uns, was die Polizei vorhätte. Dann wurden von den Polizisten grüne Hamburger Gitter vorgetragen und aufgestellt. Wir vermuteten, dass die Polizei langsam nach vorne rücken wolle um uns zurückzudrängen. Die Schüler wurden aufgebracht und riefen Parolen wie „oben bleiben“ und ähnliches.(...)"

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Berlin: Protest gegen »Stuttgart 21« durchgesetzt

Protest in Berlin gegen Stuttgart 21
Kurzfristig wurde gestern zum Protest gegen das größenwahnsinnige Projekt »Stuttgart 21« auf den Potsdamer Platz in Berlin aufgerufen. Der Kurzfristigkeit dürfte geschuldet sein, dass die Kundgebung weniger Menschen anzog als Proteste in Berlin in den vergangenen Tagen.

Knapp 60 Menschen zeigte vor dem DB-Tower, der Zentrale der Deutschen Bahn AG, ihren Unmut gegen den geplanten Umbau, aber auch gegen die Arroganz der Politik und den brutalen Polizeieinsatz am vergangenen Donnerstag in der Stuttgarter Landeshauptstadt, der mehrere hunderte Verletzte zur Folge hatte.

Im Anschluss sollte eine Kundgebung am Brandenburger Tor stattfinden, wo tausende Menschen den »Tag der Deutschen Einheit« verbrachten. Die Polizei erklärte jedoch, dass sie von einer zweiten Anmeldung keinerlei Kenntnis habe. Der Anmelder konnte den Eingang der Anmeldung jedoch nachweisen. Die zweite Kundgebung konnte dann noch geklärt werden und man verabredete sich an der S-Bahn-Station Unter den Linden. Als kleiner Zug machte sich ein Teil der Anwesenden auf den Weg in Richtung Brandenburger Tor und Pariser Platz. Begleitet von Polizei ging es vorbei an den Ministergärten, dem Holocaust-Mahnmal und der britischen Botschaft. Angekommen am Boulevard Unter den Linden versuchte die Polizei die Demonstranten weiter weg vom Brandenburger Tor zu schicken. Dem konsequenten Auftreten der Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel (Linke) war es am Ende zu verdanken, dass die Kundgebung auf dem Mittelstreifen in Nähe von Brandenburger Tor und Hotel Adlon stattfinden konnte.

Dort konnten dann zahlreiche Gespräche mit Passantinnen und Passanten geführt werden, Flugblätter wurden verteilt und sorgten für reichliches Interesse. In ihrer Rede verurteilte Hänsel die Gewaltexzesse von Stuttgart. Im Anschluss an die Kundgebung wollten einzelne Aktivisten zum Bundestag, um dort am Abend bei einer Veranstaltung mit Angela Merkel gegen »Stuttgart 21« zu protestieren.
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Last modified on 2019-11-13 07:05