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"Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat." Bruce Lee

„Gegen Rassismus, Sozialabbau und Ausgrenzung, für Verständigung und besseren Zusammen leben“ Internationales Kulturfest in Stuttgart am 11.11.2006

„Gegen Rassismus, Sozialabbau und Ausgrenzung, für Verständigung und besseren Zusammen leben“
Internationales Kulturfest

Der Freundschafts- und Solidaritätsverein Stuttgart e.V. setzt sich nun mehr als 26 Jahren gegen jegliche art von Spaltungsbemühungen ein. Im Mittelpunkt unserer Vereinstetigkeit steht die Förderung der Integration und Stärkung des Zusammenhalts und Solidarität von Menschen deutscher und nicht-deutscher Herkunft für gemeinsame Probleme und Forderungen. Wie vor 45 Jahren auch heute gilt für Millionen von Menschen verschiedener Herkunft die Hoffnung auf ein besseres leben.

Der ver.di Bezirk Stuttgart unterstützt und begleitet die kulturellen Aktivitäten des Vereins. Zum dritten mal wird in Kooperation des Freundschafts- und Solidaritäts- verein und ver.di, bereich Migrationspolitik, das internationale kulturfest im DGB-Haus durchgeführt. Alle sind dazu herzlich eingeladen, und mit allen meinen wir auch unsere deutschen Kolleginnen und Kollegen.

Programm
• Kardes Türküler
• Neuer Chor Stuttgart
• Anatolische Volkstänze
• Portugiesische Volkstänze
• Film
(Migration Gestern und Heute )

Redner:
• Werner Bossert (ver.di)
• Ali Çarman (DIDF)

11. November 06 (Samstag) 17.00 Uhr

Im DGB Haus
Großer Saal
Willi-Bleicher-Str. 20
STUTTGART

Eintritt:15.00 Euro

Ver.di Bezirk Stuttgart
Freundschafts- und Solidaritätsverein Stuttgart e.V.
Handy: 0163-39 13 951 - 0176 / 67 503 177 Helfergasse 5, 70372 Stuttgart
eMail

Gegen das Verbot der KSM

Trotz weltweiter Proteste hat das Innenministerium der Tschechischen Republik am 12. Oktober 2006 den kommunistischen Jugendverband KSM verboten und für aufgelöst erklärt. Als Verbotsgrund wird angeführt, dass der KSM es in seinem Programm als eine Notwendigkeit darstelle, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln durch kollektives Eigentum ersetzt wird.



25. Jahrestag der Gedenkstätte Neuengamme

Hans Daniel
25. Jahrestag der Gedenkstätte Neuengamme
Im ehemaligen KZ bei Hamburg wird endlich die Nachkriegsnutzung als JVA eingestel
lt

Für gestern abend hatte Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck zu einem offiziellen Empfang ins Rathaus der Hansestadt geladen. Der Anlaß: Vor 25 Jahren, am 18. Oktober 1981, wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme das Dokumentenhaus seiner Bestimmung übergeben. Der Tag gilt als Eröffnung der Gedenkstätte vor den Toren Hamburgs. Beim Empfang, an dem auch Vertreter des Freundeskreises der Gedenkstätte, der Amicale Internationale Neuengamme, teilnahmen, konnten die Gastgeber unter Beifall mitteilen, daß seit Dienstag die Bagger dabei sind, auch die Mauern des zweiten, in den Jahren nach der Befreiung auf dem Gelände errichteten Gefängnisses einzureißen. Anfang des Jahres hatte die Nutzung als Justizvollzugsanstalt geendet; die Insassen waren in eine neugebaute JVA verlegt worden.


Bilderserie: KZ Gedenkstätte Neuengamme

An diesem Ort wurden 100000 Frauen und Männer aus 20 Ländern von der SS gedemütigt, geschunden und unter unmenschlichen Bedingungen bei der Arbeit im Klinkerwerk und beim Kanalbau ausgebeutet - jeder zweite kam dabei ums Leben. Über 60 Jahre haben sich die Offiziellen der Stadt schwer getan mit diesem Ort, den Gedenkstättenleiter Detlef Garbe einmal als »Musterbeispiel des Vergessens« bezeichnete. Die Erinnerung an das Geschehen an diesem Platz mußten die Überlebenden Jahrzehnte lang allein wachhalten: Die Regierenden Hamburgs hatten kurz nach dem Weltkrieg die KZ-Gebäude abreißen lassen, um an diesem Platz erst eines und später ein zweites Gefängnis zu errichten.

So emsig Hamburgs Politiker beim Gefängnisbau waren, so zögerlich waren sie bei der Erfüllung der Forderungen der Überlebenden, hier eine würdige Erinnerungsstätte zu schaffen. Als etwa Anfang 1951 ehemalige französische Häftlinge beim Senat die Erlaubnis erbaten, ihnen Zutritt zum Krematorium zu gewähren, um dort ihrer ermordeten Kameraden zu gedenken, lehnte es die SPD-geführte Landesregierung ab. Die »Schaffung eines Wallfahrtortes« so beschied Bürgermeister Max Brauer die Franzosen, würde den Gefängnisbetrieb beeinträchtigen. Zudem fänden »die Wallfahrer bei ihrem Besuch keine Spuren des ehemaligen KZ mehr auf dem Gelände einer inzwischen neu errichteten Gefängnisanstalt«. Brauer forderte die Überlebenden eindringlich auf, »nicht an alte Wunden« zu rühren, vielmehr die »furchtbaren Entsetzlichkeiten der vergangenen Epoche... allmählich aus der Erinnerung zu löschen«.

Erst nachdem der Hohe Kommissar der Französischen Republik beim Hamburger Senat interveniert hatte, wurde die Genehmigung zur Errichtung einer kleinen Gedenkstätte erteilt - allerdings außerhalb des eigentlichen Lagerbereichs. Am 7. November 1965 wurde dann ein internationales Mahnmal errichtet. Es dauerte weitere 14 Jahre, bis der Senat am 4. September 1979 den Neubau des Dokumentenhauses beschloß, das 36 Jahre nach der Befreiung erstmals durch eine Ausstellung über die Geschichte des KZ informierte.



Quelle: Junge Welt 19.10.2006

Bericht von unserem Besuch in Neuengamme im August 2006 mit zahlreichen Links, weiteren Informationen und Fotoserie
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Stuttgart: Demonstration für den Frieden im Kongo am 28.10.

MEHR SOLIDARITÄT
FÜR FRIEDEN, FREIHEIT UND DEMOKRATIE
IN AFRIKA
und wo es sonst nötig ist

DEMONSTRATION FÜR DEN FRIEDEN

Gegen die Bedrohung neuer Kriege
Für mehr demokratische Rechte:

Wir wollen wirklich freie Wahlen im Herzen Afrikas in der
Demokratischen Republik Kongo

Wir laden alle ein, die für den Frieden sind, für demokratische Freiheiten und für Völkerfreundschaft

Für Frieden,
Für freie und transparente Wahlen
Für das Selbstbestimmungsrecht der Völker

am 28. Oktober 2006 um 13 Uhr am Schlossplatz

Kontakt: Ifaka Ifulu, 0173/7016233 – Mathias Hategekimana 0170/6940573

„Gesellschaft im Reformprozess“ Die Friedrich-Ebert-Stiftung untersucht Reformbereitschaft der Deutschen

Für die gegenwärtige Diskussion um das Unterschichtenproblem liefert die Studie zur Prekarisierung der Friedrich Ebert Stiftung interessante Hintergrundinformationen.

Unser Bericht zur Beck Aussage. Diese wird in der Studie ebenfalls bewertet. In dem Bericht vom 8.10.2006 zog ich folgendes Fazit:
“Tatsächlich verlieren immer mehr Menschen die Illusion, in diesem Lande mittels gesellschaftlichen Aufstiegs ihre eigene Lage zu verbessern und denken über alternative gesellschaftliche Perspektiven nach. Im Gegensatz zu Herrn Beck - dessen SPD eine positive Perspektive spätestens seit 1914 nicht mehr bietet - finden wir das eigentlich gar nicht schlecht.”

Zum Download (PDF, 670 KB)

„Gesellschaft im Reformprozess“ heißt eine Erhebung der TNS Infratest Sozialforschung Berlin im
Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, die im Februar/März 2006 rund 3000 wahlberechtigte Deutsche
über 18 Jahre zu den gesellschaftlichen Reformen in Deutschland befragte. Aus dieser Erhebung
wird eine Studie erarbeitet, die zum Jahresende veröffentlicht werden wird.
Die repräsentative Zufallsauswahl arbeitete mit computergestützten persönlichen Interviews und will
die grundsätzlichen Einstellungen der Bundesdeutschen zu den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen
untersuchen.
Erste Teilergebnisse aus den über 450 Tabellen wurden in der Öffentlichkeit mit aktuellen Diskussionen
über Armut, neue gesellschaftliche Schichtungen etc. verbunden, obwohl weder in der Studie noch
in den ersten Analysen beispielsweise der Begriff „Unterschicht“ benutzt oder gedacht wird.
Vielmehr zielte die Befragung darauf, herauszufinden, welche Wertepräferenzen in der Bevölkerung
vorliegen und welche Zuordnungen zu „politischen Typen“ diese Präferenzen erlauben.
Frank D. Karl, Leiter der FES-Abteilung Gesellschaftspolitische Information in Bonn und Auftraggeber
der Untersuchung: „Diese „politischen Typen“ wurden nach ihren politischen Wertevorstellungen und
Einstellungen zusammengestellt, um zu klaren Aussagen über neue „politische Milieus“ zu kommen“.
Die FES-Befragung zeigt hinsichtlich der Wertepräferenzen in der Bevölkerung zunächst ein noch
unklares Bild. Auf einer Skala von 1 bis 7 werden die Werte „soziale Gerechtigkeit“ im Schnitt mit
6,3 und „Solidarität“ mit 6,1 bewertet. Aber auch Leistungsorientierung (5,4) und Eigenverantwortung
(5,5) erfreuen sich großer Beliebtheit. Für einen Großteil sind Leistung und Gerechtigkeit, Solidarität
und Eigenverantwortung also keine Widersprüche, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Sie wollen
Leistung erbringen, aber erwarten auch, dass sie die Chance dazu bekommen und einen gerechten
Anteil am Wohlstand erhalten.

Filmtipp: Darwin's Nightmare im "Subversiv"

Darwins Alptraum (Originaltitel: Darwin's Nightmare) ist ein Dokumentarfilm des österreichischen Regisseurs Hubert Sauper aus dem Jahre 2004. Der vielfach preisgekrönte Film dokumentiert die ökologische und wirtschaftliche Katastrophe am ostafrikanischen Viktoriasee durch das Aussetzen des Nilbarsches.

Der Nil Barsch, ein hungriges Raubtier, hat es innerhalb von drei Jahrzehnten geschafft, fast den gesamten Bestand der ehemals 400 Fisharten auszurotten. Mit dem Effekt, dass es derzeit so einen Überfluss dieses fetten Fisches gibt, dass seine Filets in die ganze Welt exportiert werden.

An den Ufern des größten tropischen Sees der Welt landen jeden Abend riesige Frachtflugzeuge, um am nächsten Morgen wieder in die Industrieländer des Nordens zu starten, beladen mit hunderten Tonnen frischer Fischfilets. In Richtung Süden jedoch ist eine andere Ladung an Bord: Waffen. Für die unzählbaren Kriege im dunklen Herzen des Kontinents.

Dieser florierende globale Handel von Kriegsmaterial und Lebensmitteln hat an den Ufern des größten tropischen Sees der Welt eine seltsame Stimmung und Menschenmischung erzeugt, welche die "Darsteller" dieses Films repräsentieren: einheimische Fischer, Agenten der Weltbank, heimatlose Straßenkinder, afrikanische Minister, EU-Kommissare, tansanische Prostituierte, russische Piloten...



Weitere Informationen


Donnerstag, 19. Oktober: Filmabend – Darwins Alptraum um 20 Uhr im Subversiv, Benckendorffstr. 4, Stuttgart-Heslach (Haltestelle Bihlplatz, U1 & U14)


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Hu's On First

Neulich, im Oval Office:

George: Condi! Nice to see you. What's happening?
Condi: Sir, I have the report here about the new leader of China.
George: Great. Lay it on me.
Condi: Hu is the new leader of China.
George: That's what I want to know.
Condi: That's what I'm telling you.
George: That's what I'm asking you. Who is the new leader of China?
Condi: Yes.
George: I mean the fellow's name.
Condi: Hu.
George: The guy in China.
Condi: Hu.
George: The new leader of China.
Condi: Hu.
George: The Chinaman!
Condi: Hu is leading China.
George: Now whaddya' asking me for?
Condi: I'm telling you Hu is leading China.
George: Well, I'm asking you. Who is leading China?
Condi: That's the man's name.
George: That's who's name?
Condi: Yes.
George: Will you or will you not tell me the name of the new leader of China?
Condi: Yes, sir.
George: Yassir? Yassir Arafat is in China? I thought he was in the Middle East.
Condi: That's correct.
George: Then who is in China?
Condi: Yes, sir.
George: Yassir is in China?
Condi: No, sir.
George: Then who is?
Condi: Yes, sir.
George: Yassir?
Condi: No, sir.
George: Look, Condi. I need to know the name of the new leader of China. Get me the Secretary General of the U.N. on the phone.
Condi: Kofi?
George: No, thanks.
Condi: You want Kofi?
George: No.
Condi: You don't want Kofi.
George: No. But now that you mention it, I could use a glass of milk. And then get me the U.N.
Condi: Yes, sir.
George: Not Yassir! The guy at the U.N.
Condi: Kofi?
George: Milk! Will you please make the call?
Condi: And call who?
George: Who is the guy at the U.N?
Condi: Hu is the guy in China.
George: Will you stay out of China?!
Condi: Yes, sir.
George: And stay out of the Middle East! Just get me the guy at the U.N.
Condi: Kofi.
George: All right! With cream and two sugars. Now get on the phone.
(Condi picks up the phone.)
Condi: Rice, here.
George: Rice? Good idea. And a couple of egg rolls, too. Maybe we should send some to the guy in China. And the Middle East. Can you get Chinese food in the Middle East?

Source: James Sherman

Veranstaltung des Verdi-Ortsvereins Esslingen-Filder zum Mindestlohn

Wer Vollzeit arbeitet, muss davon auch leben können. Mindestlohn ist das Thema der Auftaktveranstaltung des Verdi-Ortsvereins Esslingen-Filder, die am Mittwoch, 18. Oktober im Bürgersaal des Alten Rathauses in Esslingen stattfindet. Saalöffnung ist um 17:00 Uhr mit Empfang, offizieller Beginn der Veranstaltung ist 18:00 Uhr mit einem Vortrag von Paul Schobel, Leiter der Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

„Mindestlohn ist ein Thema, dass uns unter den Nägeln brennt. Wir möchten mit dieser Veranstaltung über die Notwendigkeit von Mindestlöhnen informieren und gleichzeitig die Gelegenheit nutzen, den Verdi-Ortsverein Esslingen-Filder vorzustellen,“ erklärt die Vorsitzende Regine Weidle. Der Empfang bietet die Gelegenheit, mit den Vorstandsmitgliedern ins Gespräch zu kommen und sich über weitere Aktivitäten des Ortsvereins auszutauschen.

Menschen haben einen Anspruch auf Anerkennung ihrer Arbeitsleistung, diese Anerkennung drückt sich insbesondere im Arbeitslohn aus. In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen für immer weniger Lohn, die Lohnspirale dreht sich unweigerlich nach unten. Niedriglohnbezieher werden trotz Arbeit zunehmend in die Armut gedrängt und dadurch vom gesellschaftlichen und kulturellen Leben ausgegrenzt. Nur durch die Einführung von gesetzlich verankerten Mindestlöhnen kann dieser Trend verhindert werden. Ein Mindestlohn von 7,50 Euro garantiert ein Nettoeinkommen, dass sich an die gesetzlich festgelegte Pfändungsfreigrenze annähert. Weniger reicht nicht zum Leben, geschweige denn zum Arbeitsleben.

Paul Schobel ist seit über 30 Jahren als Betriebsseelsorger tätig und als solcher stets in Tuchfühlung mit arbeitenden und arbeitslosen Menschen. In seinem Vortrag spannt er einen Bogen von der Analyse der Lohnentwicklung in Deutschland mit Aussagen zu Prekarität, Niedriglöhnen, Lohnzusatzkosen und Abgabelast über den „gerechten Lohn“ als ein großes biblisches Thema und eine sozial-ethische Herausforderung bis hin zum Mindestlohn als „Erste Hilfe“-Vorschlag. Die Struktur des Vortrags Sehen-Urteilen-Handeln bietet genügend Raum für lebhafte Diskussionen.

Studie: Deutschland erreicht nur Platz 21 beim Sozialranking in der EU

2007 ist das Jahr der europäischen Chancengerechtigkeit. Europa kennt zwar nicht ein einziges Sozialmodell. Dennoch erklärt die Lissabon Agenda den sozialen Zusammenhalt und eine erfolgreiche Sozialpolitik zum Ziel der inzwischen erweiterten EU.
Eine neue Studie des Think Tanks berlinpolis, die von der Hans-Böckler-Stiftung unterstützt wurde, hat anhand von 35 Indikatoren die Politikfelder Arbeit, Bildung, Geschlechtergleichstellung und Generationenverhältnis untersucht. Das Ergebnis ist für Deutschland ernüchternd: Insgesamt kommt Deutschland nur auf Platz 21 von 24.
Nur Italien, die Slowakei und Griechenland schneiden schlechter ab. Einen der ersten Ränge, den 9., erreicht Deutschland lediglich bei den Dimensionen der Einkommensverteilung und sozialen Sicherung.
Dabei gibt Deutschland fast so viel Geld aus für soziale Ziele wie die beiden erfolgreichsten Länder Dänemark und Schweden. Deutschland liegt, gemessen an den Ausgaben für Soziales in der Spitzengruppe, gemessen an den Wirkungen jedoch im unteren Drittel der OECD.
Der Vorsitzende der Berliner Denkfabrik Dr. Daniel Dettling fordert für den weiteren europäischen Integrationsprozess eine stärkere Verbindlichkeit, was die Erreichung sozialer Ziele betrifft. Ohne einen effektiven und erfolgreichen Sozialstaat sei das europäische Modell auf Dauer gegenüber dem amerikanischen oder asiatischen Modell nicht haltbar.

Link zur vollständigen Studie: http://www.berlinpolis.de und http://www.boeckler.de

Vorsitzende der St. Petersburger Soldatenmütter in Esslingen - Veranstaltung am Dienstag 17.10

Mit Entsetzen mußte die Weltöffentlichkeit erst vorletzte Woche erfahren, wie brutal in Rußland mit VertreterInnen von Menschenrechtsorganisationen umgegangen wird.

Die Journalistin Anna Politkowskaja wurde als prominente Kritikerin des Kriegs in Tschetschenien Opfer eines heimtückischen Mords. Die kritischen Töne der Bundesregierung sind angesichts des boomenden Außenhandels mit Rußland (+25% letztes Jahr, 2006 wird eine erneute Steigerung dieses Zuwachs erwartet) sehr verhalten. Unser Ex-Kanzler Schröder fungiert inzwischen als Aufsichtsratsvorsitzender bei der Ostsee-Ölpipeline-Baugesellschaft im Auftrag der Gazprom. Dieses russische Energiemonopolunternehmen weist für 2005 4,7 Mrd Euro Reingewinn aus und sponsert inzwischen mit 125 Millionnen den Bundesligaverein Schalke 04. Die Verflechtung russischer und deutscher Industrie schreitet voran. Da ist es nötig die brutale Unterjochung der Menschen innerhalb Rußlands und insbesondere die faschitoiden Methoden des russischen Militärs möglichst unter der Decke zu halten. Deshalb mußte Anna Politkomskaja sterben. Es sollte uns nicht egal sein wenn unsere Politiker und Konzernherren mit Verbrechern offen paktieren!

Ella Poljakowa und Elena Filanowa (Petersburger Soldatenmütter) in Aachen, 1.9.2004 - Verleihung des Aachener Friedenspreises 2004 an Eren Keskin und die Petersburger Soldatenmütter
Quelle: arbeiterfotografie.de
Wer mehr über die Situation erfahren will, dem bietet sich am Dienstag in Esslingen eine Riesenchance. Zu Besuch ist bei uns eine Freundin von Anna Politkoskaja, die Vorsitzende der "Soldatenmütter von ST.Petersburg" Ella Poljakowa. Diese "Soldatenmütter" sind die wohl renomierteste Menschenrechtsorganisation in Rußland. Sie bekamen zahlreiche Preis in den Letzten Jahren für ihr Engagement (alternativer Nobelpreis, Aachener Friedespreis 2004 u.v.m.). Sie prangern den Skandal an, dass ca. 6000 junge Menschen als Soldaten im russischen Militär jährlich sterben ohne Feindeinwirkung. Sie kämpfen gegen Folterungen und Ermordungen einfacher Rekruten durch Offiziere und beraten die Soldaten juristisch und psychologisch.

Ella Poljakowa nahm teil am 7. frauenpolitischen Ratschlag in Düsseldorf und gab dort einen bewegenden Bericht über die Situation in Rußland, die in unseren Medien zwischen den Erdgas- und Handelserfolgen nur wenig Beachtung finden. Dabei vermittelt sie Mut und Zuversicht, der sich wohtuend abhebt vom kleinbürgerlichen Jammern "man kann eh nichts machen". Sie will keine Almosen, sondern größere Beachtung dieser Situation in der Weltöffentlichkeit.

Die Veranstaltung findet statt am Dienstag úm 19.30 Uhr im BAZ (Urbanstr. 28 Nähe Neckarforum).
Veranstalter: Esslinger Vorbereitungskreis zum frauenpolitischen Ratschlag.