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"Eigentum ist Diebstahl!" Pierre-Joseph Proudhon

Blogkino: A nous la liberte (1931)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus die Satire " A nous la liberte ", die in Deutschland unter dem Titel "Es lebe die Freiheit" erst 1958 in die Kinos kam, in Ungarn und Portugal jedoch verboten war, da der Film als "subversiv" galt. Um so besser: "Émile und Louis, zwei Kleinganoven, treffen in einem Gefängnis aufeinander und freunden sich an. Sie planen gemeinsam die Flucht aus der Vollzugsanstalt. Es scheint schief zu gehen, aber dank Emil gelingt wenigstens Louis die Flucht. Er kann sich nicht nur erfolgreich einer neuerlichen Verhaftung entziehen, er macht auch noch Karriere als Fabrikbesitzer. Jahre später treffen Émile und Louis erneut aufeinander, als der mittlerweile entlassene Emile zufällig in einer der Fabriken Louis arbeitet. Sie nehmen die Freundschaft wider auf. Emil passt mit seiner Sorglosigkeit und seinem romantischen Weltbild aber nicht in diese Welt voller Arbeitsmoral, was Louis in immer prekärere Situationen bringt. Louis möchte Emil zu verschiedenen Zeiten mit Geld ausbezahlen, was Emil jedes Mal ausschlägt und Louis an sein früheres Weltbild erinnert. Emil verliebt sich in eine Angestellte der Fabrik und möchte deshalb dort bleiben. Louis arrangiert eine Hochzeit der beiden. Als der Fabrikbesitzer von ehemaligen Mithäftlingen erkannt und daraufhin erpresst wird, muss Louis eine Entscheidung treffen. Gleichzeitig gerät Emil wieder in ein Schlamassel und flieht vor der Polizei. Beide treffen ihre Entscheidung zugunsten der Freiheit und zieht fortan mit Émile als Landstreicher über die Straßen. Die Fabrik überlässt Louis seinen Arbeitern." (WikiPedia)

Blogkino: Lakota Woman - Siege at Wounded Knee (1994)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "Lakota Woman". Mary Crow Dog, Tochter einer bettelarmen indianischen Familie im Pine Ridge Reservat, South Dakota, wächst inmitten der sozialen und politischen Proteste der 1960er Jahre auf und wird für die Ungerechtigkeiten sensibilisiert, die die Gesellschaft ihr zufügt. "Die Arbeitslosenquote in dem Reservat liegt bei 85 %, in den US-Reservaten lebten im Jahr 2002 mehr als 40 % der Familien unterhalb der Armutsgrenze. Die Suizidrate ist etwa viermal so hoch wie der Landesdurchschnitt. Viele Familien haben weder Strom noch ein Telefon. Mit einer Lebenserwartung von 47 Jahren für Männer und nur etwas mehr als 50 Jahren für Frauen ist die Lebenserwartung der Bewohner des Reservates eine der kürzesten aller Gruppen der westlichen Hemisphäre.
Etwa 75 Prozent der Haushalte auf Pine-Ridge sichern ihren Lebensunterhalt durch verschiedene traditionelle Formen der Subsistenzwirtschaft wie Jagd auf Kleinwild, Sammeln von Wildfrüchten, Wurzeln und Samen oder (seltener) etwas Gartenbau. Neben der Selbstversorgung werden diese Erzeugnisse auch an andere Lakota-Familien oder in den Städten um das Reservat verkauft."
(WikiPedia)

“A nation is not conquered until the hearts of its women are on the ground. Then its finished; no matter how brave its warriors or how strong their weapons.”

Cheyenne Proverb



Blogkino: Die lange Hoffnung (1983)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "Die lange Hoffnung. Mit Clara Thalmann und Augustin Souchy in Spanien." "Der Film beginnt, wo andere über die Geschichte des spanischen Bürgerkrieges enden: an der Grenze. Die Filmemacher begleiteten sechs Wochen lang Clara Thalmann und Augustin Souchy in die Gegend Kataloniens, wo beide zwischen 1936 und 1939 aktiv an den Kämpfen gegen Franco und an der Kollektivierung der anarchistischen CNT, „der einzigen sozialen Revolution von unten“ teilgenommen haben. Bauern, Tagelöhner, Handwerker und Arbeiter kollektivierten Landbesitz und Produktionsmittel. Es war keine blutige Staatsaktion, sondern eine Revolution, ausgelöst von Anarchosyndikalisten und ihrer Gewerkschaft CNT, die 1936 mit einer Million Mitglieder die bedeutende gesellschaftliche Kraft darstellte.Clara und Augustin treffen sich zu dieser Reise zum ersten Mal seit 1937 wieder. Dazwischen liegen für beide Gefängnis, Exil, Kampf und Niederlagen, Alter und Krankheit. Und doch verkörpern beide ein Stück Kontinuität, lebendige Geschichte der anarchistischen Bewegung, die nichts gemein hat mit der Kurzlebigkeit vieler politischer Bewegungen der 80er Jahre.So ist die Geschichte des Film im doppelten Sinne Geschichte: zwei alte KämpferInnen suchen die Stationen ihrer Vergangenheit, versuchen Wirklichkeit zu rekonstruieren und erleben Spanien, in dem diese Geschichte unterschlagen wird. In der offiziellen Geschichtsschreibung sowie bei den meisten Beteiligten wurde sie durch 40 Jahre Franco-Terror zum Schweigen gebracht.Eine Reise hat ihre eigene Dynamik: Zufällige Begegnungen entstehen, längst Verschüttetes wird hochgespült, und feste Einschätzungen werden mit einer anderen Realität konfrontiert. Die einen erzählen begeistert von damals, von der Kollektivierung, und ein paar Frauen erinnern sich nur an die Arbeit. Oder Augustin und Clara geraten ins Streiten, wie es nun war, und ob die Gewalt „nur“ Verteidigung der Revolution oder ob die Revolution eben doch gewaltvoll war.„Die lange Hoffnung“ ist auch ein Beitrag zur Rehabilitierung des verfemten Begriffs „Anarchismus“ (in Spanien „schlimmer als der Kommunismus“), dessen ehemalige AnhängerInnen und KämpferInnen – sofern sie überlebt haben – langsam alle wegsterben. Ihre Erfahrungen und Lebendigkeit sind hier festgehalten. Am 1. Januar 1984 starb Augustin Souchy mit 91 Jahren in München, zwei Jahre darauf starb Clara Thalmann in Nizza." (Quelle: Medienwerkstatt Freiburg)

Blogkino: Our Daily Bread (1934)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus den King Vidor Spielfilm "Our Daily Bread", einen flammenden Appell für den sogenannten New Deal von Präsident Roosevelt mit seiner Schilderung einer idealen Gemeinschaft, die auf alle Ansätze des Kapitalismus verzichtet, um ihre Werte aus dem Gemeinschaftseigentum zu schöpfen. Soso.

Sacco und Vanzetti Presente!

Sacco (rechts) und Vanzetti (links) als Angeklagte, mit Handschellen aneinander gefesselt

In der Nacht vom 22. auf den 23. August 1927 wurden im Staatsgefängnis von Charlestown, Massachusetts die beiden aus Italien in die USA eingewanderten Arbeiter Ferdinando „Nicola“ Sacco und Bartolomeo Vanzetti, die sich der anarchistischen Arbeiterbewegung angeschlossen hatten, hingerichtet.

Morde an Revolutionären und Arbeiterführern mit Hilfe der Justiz sind eng mit der Geschichte der USA verbunden: Die Chicagoer Arbeiterführer Parsons, Spies, Engels und Fischer wurden am 11. November 1887 als Reaktion auf die große Streikwelle Opfer der Klassenjustiz. Die Tradition setzte sich mit den in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts trotz weltweiter Solidaritätskampagnen hingerichteten anarchistischen Arbeitern Sacco und Vanzetti fort. Auch heute gehört die Todesstrafe zu den Mitteln der rassistischen Klassenjustitz in den USA.

„Ich habe nicht nur mein ganzes Leben lang kein wirkliches Verbrechen begangen, wohl einige Sünden, aber keine Verbrechen, sondern auch das Verbrechen bekämpft, das die offizielle Moral und das offizielle Gesetz billigen und heiligen: Die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen. Wenn es einen Grund gibt, warum Sie mich in wenigen Minuten vernichten können, dann ist dies der Grund und kein anderer.“

Bartolomeo Vanzetti

Blogkino: Les Enfants du Paradis (1945)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino  "Les Enfants du Paradis" der hierzulande als "Kinder des Olymp" bekannt wurde. Der von "1943 bis 1945 von nach einem Drehbuch von Jacques Prévert gedrehte Spielfilm (...) gilt als herausragendes Beispiel des poetischen Realismus in Frankreich. Der Film erzählt die Beziehungen einer Frau zu vier Männern im Pariser Theatermilieu um 1835. Der deutsche Titel ist die sinngemäße Übersetzung des französischen, da der höchste Rang im Theater (französisch: paradis) auf deutsch „Olymp“ heißt. Die vier Männerfiguren, von denen drei tatsächlich lebten, gruppieren sich um Garance, deren Schönheit und Anziehung sich niemand zu entziehen vermag. Die Handlung beginnt 1827.

Garance verlässt ihren Liebhaber, den Anarchisten und Gauner Lacenaire, und trifft auf den Pantomimen Baptiste Deburau, der sich Hals über Kopf in sie verliebt. Zunächst scheint Garance seine Liebe zu erwidern, doch er ist nicht bereit, den letzten Schritt zu tun, und so muss Baptiste zusehen, wie sie sich mit dem selbstbewussten Schauspieler Lemaître einlässt. Garance verlässt die Stadt mit dem adligen Lebemann de Monteray, nachdem er sie gegen eine falsche Beschuldigung protegiert hat.

Nach Jahren kehrt sie zurück und das Liebeskarussell dreht sich erneut. Lemaître gelingt es als einzigem, sich emotional – durch seine Schauspielleidenschaft – zu lösen. Lacenaire tötet den Grafen de Monteray, um sich auf diese Weise von Garance zu befreien und auch ein Duell zwischen Lemaître und de Monteray zu verhindern. Im mittlerweile verheirateten Baptiste Deburau flammt die Liebe zu Garance wieder auf. Er verlässt für eine Nacht seine Frau und sein Kind, um sich mit Garance zu treffen. Als seine Frau ihn mit Garance entdeckt und beide zur Rede stellt, flüchtet Garance. Baptiste folgt ihr, aber Garance entschwindet in einer Kutsche, und er geht im Gewühl des Straßenkarnevals unter." (WikiPedia)

Blogkino: Economía Colectiva. La última Revolución de Europa (2014)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus den Dokumentarfilm Economía Colectiva. La última Revolución de Europa. Dieser gibt einen tiefen Einblick in ein weitgehend vergessenes, aber nach wie vor inspirierendes Ereignis der jüngeren Geschichte: Die selbstbestimmte Kollektivierung von 80% der katalanischen Wirtschaft zwischen 1936 und 39.

Auf den faschistischen Putsch General Francos im Juli 1936 antworteten die Arbeiter Kataloniens mit einer sozialen Revolution. Die Besitzlosen und ausgebeuteten Arbeiter, zum Großteil Anarchosyndikalisten, organisierten die Wirtschaft neu, selbstorganisiert und erschufen ein bis dato nie gesehenes soziales Sicherungssystem. Eine der radikalsten sozial-ökonomischen Umbrüche im 20. Jahrhundert. Europas letzte Revolution.

Blogkino: La muerte de un burócrata (1966)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus die kubanische mit dem Sonderpreis der Jury auf dem XV. Internationalen Filmfestival 1966 in Karlovy Vary, Tschechien ausgezeichnete Groteske "La muerte de un burócrata" (Der Tod eines Bürokraten). "Der Bildhauer Paco fertigt mittels einer Maschine kommunistische Skulpturen. Nachdem er bei der Arbeit tödlich verunglückt, wird er ehrenvoll beigesetzt, wobei man ihm sein Arbeitsbuch mit ins Grab gibt. Pacos Frau beantragt Witwenrente, ihr Antrag wird jedoch abgelehnt, weil das Arbeitsbuch nicht vorliegt, und das Grab darf erst 2 Jahre nach der Beerdigung geöffnet werden. Pacos Neffe gräbt den Toten heimlich aus. Das Rentenproblem ist damit gelöst, aber jetzt gibt es ein anderes: wie wird man die Leiche wieder los? Für eine erneute Beisetzung verlangt der zuständige Beamte einen Exhumierungsbescheid. Der Neffe erwürgt den Bürokraten und kommt in ein Irrenhaus." (WikiPedia)

85. Jahrestag der Ermordung von Erich Mühsam

Erich Mühsam (Fotografie aus dem Jahr 1928, kurz vor seinem 50. Geburtstag)
Erich Mühsam war einer der bedeutendsten politischen Journalisten und Schriftsteller in der Weimarer Republik. Seine Teilnahme an der Münchner Räterepublik brachte ihm fünfzehn Jahre Festungshaft. Er blieb trotz der Haft ungebrochen und setzte seine journalistische Arbeit fort. In der Nacht vom 9. zum 10. Juli 1934 wurde der Dichter, Bohemian und Anarchist im Konzentrationslager Oranienburg von der SS ermordet.

Der Gefangene
Ich hab's mein Lebtag nicht gelernt,
mich fremdem Zwang zu fügen.
Jetzt haben sie mich einkasernt,
von Heim und Weib und Werk entfernt.
Doch ob sie mich erschlügen:
Sich fügen heißt lügen!Ich soll? Ich muß? – Doch will ich nicht
nach jener Herrn Vergnügen.
Ich tu nicht, was ein Fronvogt spricht.
Rebellen kennen beßre Pflicht,
als sich ins Joch zu fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Der Staat, der mir die Freiheit nahm,
der folgt, mich zu betrügen,
mir in den Kerker ohne Scham.
Ich soll dem Paragraphenkram
mich noch in Fesseln fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Stellt doch den Frevler an die Wand!
So kann's euch wohl genügen.
Denn eher dorre meine Hand,
eh ich in Sklavenunverstand
der Geißel mich sollt fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Doch bricht die Kette einst entzwei,
darf ich in vollen Zügen
die Sonne atmen – Tyrannei!
Dann ruf ich's in das Volk: Sei frei!
Verlern es, dich zu fügen!
Sich fügen heißt lügen!

Erich Mühsam