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Wulff: War es die Frau Störchin?

Rasendes Suchen. Von wem kam das Geld für Wulffs Eigenheim? Es läuft nach dem Muster von Fallerslebens Liedchen: "Auf unsren Wiesen gehet was/...hat ein schwarzweiß Fräcklein an/ und auch rote Strümpfe" Lösung des Rätsels dann schelmischerweise: nicht der Storch, die Frau Störchin flattert uns voran. Das Lied, dem jugendlichen Wulff sicher oft vorgesungen, hat jetzt den fünfzigjährigen verstört. Wie wenn es darauf ankäme, ob - mit oder ohne Gütergemeinschaft - der Mann oder die Frau was gespendet hat. Darüber können jetzt alle sich die letzten Haare ausraufen im Streit. Bis eine andere Fliege über den Teller krabbelt.

Wer braucht schon einen Präsidenten?
Merkwürdig - wie gestern bei Jauch - alle öffemtlichen Verlustmeldungen - bis zum sichtbaren Magengrimmen. Die einen wollten einen Redenschwinger in finsteren Zeiten. Was sollte der aber anderes beibringen als Merkels gut Abgehangenes noch einmal? Einmal reicht. Kein Bedarf für Aufgewärmtes.

Andere spürten auf einmal den Verlust an "Werten". Erst an Wulffs Ausreden soll ihnen schmerzlich aufgefallen sein, dass es mit der Würdigung der Werte bei "uns" nicht mehr gut bestellt ist. (Dieses "uns" und "wir" beim Diskutieren beunruhigt: Als hätten wir alle kollektiv die gleichen Mangelerscheinungen. Eine Art National-Skorbut!)

In der Instant-Besprechung der FAZ des gestrigen Jauch wurden Beispiele aufgezählt, wofür man einen Präsidenten in der Not doch einmal brauchen könnte. Nur: Jelzin als Retter von etwas, das später als Demokratie auf dem Flohmarkt verkauft wurde, machte niemand recht an. Und der spanische König damals als Verhinderer eines Militärputsches? Na ja. Wulff auf einem Panzerdeck predigend über dem stürmenden Volke möchte ich mir persönlich nicht zumuten. -Recht häufig stießen vor allem GRÜNE Not-Schreie aus, sehnende, nach dem verpassten Gauck. Wie wenn gerade ein hartgesottener Antikommunist und Richtbeilschwinger den ärgsten Heißhunger der Demokraten hätte länger als fünf Minuten stillen können.

Die Wut auf Wulff muss sich von anderswoher gespeist haben. Wo doch alle Journalisten sich sowieso für die besten Redenschreiber halten- woher dann das hungrige Magenknurren nach Wulff-Reden? Und nach strahlender Wulff-Ehrlichkeit?

Der wahre Grund?
Die "Aufgeregtheiten" (FAZ) um Wulff stellen wohl eher einen Schrägangriff gegen Merkel dar. Bei Abgang Wulffs hätte sie schon zwei Kandidaten verbraucht. Woher dann den dritten nehmen. Gruselsüchtige könnten auf Oettinger verfallen. Oder den armen Schäuble mit dem immer wunden Popo in Auslandseinsätze jagen.Mit einem Wort: einen einschläfernderen als Wulff "findst Du nit". Unter den gegebenen Bedingungen käme immer nur ein weiterer unschädlicher Langeweiler hoch und durch.

Wenn es aber gegen Merkel und ihre Armenhäuslertruppe geht, warum dann das Schräge? Warum kein Direktangriff?

Antwort - hypothetisch: Man traut sich nicht. Auf der Ebene des gemütlichen Katastrophen -Kaffee-Klatsches, aber auch der gezielten Analyse finden all die, die jetzt gegen Wulff wettern, keine Angriffsperspektive gegen Merkel. Keinen scharf gedachten Gegenansatz. Also stänkern, aber nicht stechen. Nachher kann man auf keinen Fall verantwortlich gemacht werden.

Das wäre wohl das eigentliche Problem: Eine Schar von Verängstigten, Miesepetern, Werteschnappern beim Mosern. Die zubeißen will, aber keine angreifbare Flanke findet. In diesem Halblicht - "Zwischen Tag und siehsch mi net" - wird sich eine Merkel noch lange tummeln können.

Bevor das Unvermeidliche eintritt.

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Dostojewski on :

Ich habe mich auch gefragt, warum man gerade Wulf ans Garn gehen will? Die bisherigen Bundespräsidenten der BRD
waren ja bis auf Heinemann auch nicht die Sahne und gehörten noch mehr als Wulf zur rechten Garnitur.

richard albrecht on :

@ Fritz Güde


Betr. "PRIVATKREDIT"


Der halbe-Million-€-„Privatkredit“-Fall des Herrn BP Wulff kann auch ganz traditionell (natur-) wissenschaftlich betrachtet werden.

Weiland zu Zeiten "des Dicken" als CDU-Bundeskanzler ging´s zwar um Parteispenden und wesentlich geringere DM-Beträge, die typischerweise bar und im Umschlag persönlich Herrn Kohl übergeben wurden ... aber bitte und als Grundlage eines späteren Gedankenexperiments:

Eine halbe Million € in neuen 500-€-Scheinen wiegen bei einer Fläche von 8 X 16 cm gut ein Kilo und sind als Geldbündel etwa 10 cm hoch (entsprechen damit gewichtsmäßig etwa einem gebundenen Buch in "hardcover"-Ausmaßen von gut 14 X 23 cm mit 650 Seiten, sind jedoch doppelt so hoch wie dieses und gegenüber den Buchausmaßen wesentlich schlanker) und gewiß in einem dezenten Schminkköfferchen einer wohlhabenden Unternehmersgattin deponierbar.

Honi soit qui mal y pense: ein Schelm, wer Schechtes dabei denkt: denn ein Verstoß gegens GWG -> http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/gwg_2008/gesamt.pdf muß, falls der „Privatkredit“ dem Herrn BP Wulff bar ausgezahlt wurde, nicht vorliegen …


Richard Albrecht
19. Dezember 2011
http://gegen-den-strom.org

Pauli on :

Der Altpräsident-Postkutschensänger W.Scheel ärgert sich über die negative Berichterstattung über "unsere" Politiker. Wir Bürger können nur zutiefst dankbar sein,
daß die WAHRHEITEN über die politischen Betrüger wie die Herren CSU-Guttenberg , FDP-Chatzimarkakis, Frauen FDP-Koch-Mehrin, FDP-M.Mathiopoulos usw. usw. klar dargelegt werden. Die Spitze des Politversager-Eisberges ist mit den "Verfehlungen" des Herrn Wulff auch noch lange nicht gänzlich sichtbar! Da ist bei allen noch viel mehr drin! Weiter so BRD: Ran an die Wand mit dem Karren und volle Pulle rein in den Dreck mit dem Euro!
WIR BÜRGER SIND JA SOOO ZUFRIEDEN MIT EUCH POLITIKERN!

Sandra on :

Also ich finds unfassbar, was da in den letzten Monaten iim Zuge der Finanzkrise(n) immer aufgedeckt wird. Dem Staat gehts schlecht und die Politiker tüten sich was in die Tasche. Vor allem: Wozu braucht ein Ministerpräsident eine halbe Mio. Euro auf einen Schlag? Schulden aufnehmen, um Schulden zu tilgen?

richard albrecht on :

BP-Wulff (CDU) hätt meiner Meinung nach schon letzten Montagvormittag rückgetreten werden müssen, jetzt hat er öffentlich was gesa[...] und rumgewimmert.

Wenn ichs recht verstand wurde der 500.00-Teuro "Privatkredit" von den Geerkens nicht cash ´n carry abgewickelt und inzwischen durch´n extremistisch günstigen öffentl.-rechtl. mit Zinssatz von höchstens zwei Prozent p.a./jhrl. abgelöst ... jomei, aber "Vergünstigung" solls nicht gewesen sein?

Dann die diversen "gesponserten" Reisen - BP-Wulff als "Oberschnorrer" (Dr. Ulrich Brosa) -, schließlich Matschmeyers MP-Wulff-Buchreklamegelder von mindestens 40.000 Teuro im Wahlkampf in NS 2007 ... da kommt juristisch, politisch und moralisch reichlich was zusammen.

Achja: was heuer verschämt "sponsern" genannt wird, hab´ ich 1986 in einem politikwissenschaftlichen Aufsatz (der nicht im Netz steht) POLITISCHE KORRUPTION genannt ..

richard albrecht on :

WULFF MUSS WEG

Auch ich hab am 23. 12. 2011 den Bürgeraufruf WULFF MUSS WEG (mit) unterzeichnet -> http://bewegung.taz.de/aktionen/wulf-muss-weg/beschreibung und dem auch nach Durchsicht aller Neuinfo z.B. in der SZ nur hinzuzufügen: es wäre m.E. besser gewesen, wenn Herr Wulff den Heiligen Abend zum Abtritt genutzt hätte anstatt weiter zu tricksen, zu täuschen und zu verwirren … freilich gilt auch im Fall Wulff was Wulffs Fall ausmachen wird:

„Das eben ist der Fluch der bösen Tat /
Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären.“
[Schiller, Wallenstein, Fünfter Aufzug: Octavio]

Und auch ich halte inzwischen die meist „Amt“ genannte staatsfunktionärische Zentralfunktion BPD (Bundespräsident Deutschland) für so kropfig wie hyperliquide und weiß, daß die Forderung nach Abschaffen heuer in Ganzdeutschland wenig populär ist und könnte warum das so ist (nach dem Handlungsmuster „Folgeehen“) erklären … aber nicht hier und heute;-)

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