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Panasonic: 200 Kollegen warten am Tor 1 auf Ergebnisse der Einigungsstelle

Seit 10 Uhr warten zwischen 100 und 200 Panasonic Kollegen mit ihren Angehörigen auf Ergebnisse des heutigen Treffens der Einigungsstelle.

Nach einer kurzen Information haben bis auf den Betriebsratsvorsitzenden die anderen Betriebsräte die Verhandlungen verlassen. Es gab bis gegen 19:00 Uhr kein neues oder wesentlich erweitertes Angebot. Es wurde vom Richter zwar minimale Erhöhungen bei den Abfindungen ist Aussicht gestellt, für viele Kollegen ist dies jedoch keine Alternative, sie wollen

"Arbeit - kein Hartz IV!"




Bilderserie: Hüseyin Kurc vom Betriebsrat erklärt kurz den Stand der Verhandlungen

Mehrere hungerstreikende Kollegen, die wie die Esslinger Zeitug in einem heute erschienenen Artikel berichtet, in Lebensgefahr schweben, mußten notärztlich versorgt werden. Zeitweise waren am Vormittag neben dem ständig anwesenden Arzt vier Notarztwägen im Einsatz. Ein hungerstreikender Kollege wird heute abend am Herz operiert.

Mustafa wir wünschen Dir von Herzen gute Besserung!

Bilderserie: Dauereinsatz

Die Geschäftsleitung zeigt sich davon ungerührt: Die hungerstreikenden Kollegen müssen von ihren Kollegen zur mehreren hundert Meter entfernten Toilette geführt werden, obwohl wenige Meter hinter dem Tor 1 eine Toilette zur Verfügung steht.

Bilderserie: Beschämend.

Vielleicht befürchtet die Geschäftsleitung jedoch auch eventuelle Aktionen der Kollegen auf dem Werksgelände, da das Treffen der Einigungsstelle selber von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes "geschützt" wird.

Offenbar betrachtet Panasonic die "lieben Mitarbeiter" auch als datenschutzrechtliches Freiwild: So empfinden es jedenfalls viele Kollegen, deren persönliche Daten von Panasonic an die "Refugio" gegeben wurde, z.B. Name, Adresse, Geburtsdatum, und die Verdiensthöhe.

Die Kollegen wurden daraufhin von "Refugio" angeschrieben, daß sie in die Transfergesellschaft gehen sollen.

"Rechtlich" nicht zu beanstanden - wen wundert's ist doch Panasonic Gesellschafter der "Refugio". Das unterstreicht auch die Funktion der Transfergesellschaften, die dazu eingesetzt werden könnte, um den Widerstand der Kollegen zu brechen. Einige von ihnen haben berichtet, daß ihre Ehefrauen ihnen jetzt auch noch Druck machen, in die "Refugio" zu wechseln.

So haben auch am 20.6., also ein Tag nach der vereinbarten Frist für den Übertritt, sich noch Kollegen für den Wechsel in die "Refugio"entschieden.

Doch welche Aussichten auf Arbeit haben die Kollegen nach der Transfergesellschaft? Jeder, der die Augen vor der Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht verschlossen hat, kann sich das ausrechnen...

Maßlos enttäuscht sind viele der Kollegen von der IG Metall: Im Gegensatz zur bisher gezeigten Solidarität gewerkschaftlicher Vertrauenskörper, Betriebsräte, von Mitgliederversammlungen usw. steht sich die Esslinger Ortsverwaltung in der Kritik der Kollegen. Wie schon bei der gestrigen Kundgebung zeigte auch bei dieser Aktion der Kollegen die örtliche IG Metall den Kollegen die kalte Schulter.

Auch wenn es in der Sache durchaus Meinungsverschiedenheiten geben mag ist das keine Art, wie eine Gewerkschaft mit Widersprüchen innerhalb ihrer eigenen Reihen umgehen darf. Das nutzt nur den Unternehmern, die sich über Berichte darüber, daß die Kollegen aus der IG Metall austreten wollen - die Hände reiben.

Einige Kollegen wollte für das heutige Treffen bei der Ortsverwaltung eine Lautsprecheranlage ausleihen, diese ist jedoch "defekt".

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