nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

BOLIVIEN

Während die Justiz in Bolivien weiter an der Aufabreitung des Putsches arbeitet, hat die Opposition in dieser Woche zu neuen Protesten aufgerufen. Zunächst war die Haft für die frühere De-facto-Präsidentin Jeanine Áñez verlängert worden. Derweil gibt es auch neue Erkenntnisse über die Rolle des ultrarechten Politikers und Gouverneurs der Provinz Santa Cruz, Luis Fernando Camacho, während des Putsches gegen Evo Morales vor knapp zwei Jahren.

BRASILIEN

Erneut sind brasilienweit am Sonnabend Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um lautstark und kreativ gegen Präsident Jair Bolsonaro zu protestieren.

Der als Favorit für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr geltende brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will bis Ende Oktober den Kern seines Vor-Wahlkampfteams präsentieren.

KUBA

Kuba hofft, den Höhepunkt der aktuellen Versorgungskrise – trotz der auch von US-Präsident Joseph Biden weiter verschärften Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade – in diesem Jahr überwinden zu können. Die Regierung in Havanna setzt dabei vor allem auf den Erfolg der Impfkampagne und die für den 15. November angekündigte landesweite Öffnung für den internationalen Tourismus.

Mit der Schriftstellerin Marta Rojas ist am Sonntag in Havanna eine der bedeutendsten kubanischen Autorinnen verstorben. Bekannt wurde die am 17. Mai 1931 in Santiago de Cuba geborene Journalistin zunächst durch ihre Berichte über den Prozess gegen Fidel Castro und die von ihm angeführten Guerilleros nach dem misslungenen Angriff auf die Moncada-Kaserne im Jahr 1953.

PERU

Der peruanische Präsident Pedro Castillo hat in einer Rede in der Inka-Stätte Sacsayhuamán in Cusco eine umfassende Agrarreform angekündigt. Kern sind fünf Maßnahmen zur Industrialisierung, Förderung und Umstrukturierung der Landwirtschaft.

VENEZUELA

Die Vizepräsidentin von Venezuela, Delcy Rodríguez, hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) scharf kritisiert. Die Organisation verweigere Venezuela Gelder im Umfang von rund fünf Milliarden US-Dollar, die zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie eingesetzt werden sollen. Mitte September hatte der IWF noch in Aussicht gestellt, die venezolanische Zentralbank mit 5,1 Milliarden US-Dollar auszustatten.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 10. Oktober 2021.

Vor 78 Jahren: Aufstand in Sobibór

Heute jährt sich der Tag des größten erfolgreichen Aufstandes in einem faschistischen Vernichtungslager - Sobibor. Anlass genug, in Gedenken daran, den Film "Sobibór" mit Alan Arkin und Rutger Hauer in den Hauptrollen zu zeigen. Der Film erzählt vom Aufstand und der Flucht von 365 Insassen des berüchtigten, in Polen gelegenen Vernichtungslagers Sobibór. Zwischen Mai 1942 und Oktober 1943 wurden dort 150.000 bis 250.000 Juden und Sinti und Roma ermordet.

Am 14. Oktober 1943 kam es in Sobibór zu einem Aufstand mit anschließender Massenflucht. Planung und Durchführung der Revolte gingen mehrheitlich zurück auf sowjetische Kriegsgefangene jüdischer Herkunft aus Weißrussland unter Führung des Rotarmisten Alexander Petscherski und des Zivilgefangenen Leon Feldhendler. Die Aufständischen töteten zehn SS-Angehörige, darunter Josef Vallaster, und zwei Trawniki-Wachmänner. Viele Gefangene starben im Kugelhagel der Wachleute oder im Minenfeld außerhalb der Stacheldrahtumzäunung. 365 Gefangene konnten zunächst fliehen, nur 47 überlebten den Krieg. Semjon Rosenfeld, der letzte Überlebende, starb 2019.