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»Jeden Tag sorgen die Menschen dafür, dass die Haare ordentlich sitzen; warum tun sie das nicht auch mit ihrem Herzen?« Ernesto "Che" Guevara

Oaxaca nach dem ersten Tag des Angriffs - Gestern starben 4

Gestern starben 4 Menschen!

„Während dem gewaltsamen Räumungsversuch der PFP von gestern starben laut der Presse-Erklärung der APPO von heute 11h (Mx) mindestens 4 Personen: Fidel Sanchez Garcia, starb durch eine Schussverletzung. José Alberto Lopez Bernal starb durch eine Tränengaspetarde, die ihn am Oberkörper traf. Ein 12 Jähriges Kind starb durch eine Schussverletzung. Eine Lehrerin wurde tot 8 km ausserhalb der Stadt aufgefunden. Die Realität ist die, dass alles andere als Ruhe herrscht und es ist offensichtlich, dass die PFP weit davon entfernt ist, die Stadt zu kontrollieren. Der Zocalo ist von der PFP abgeriegelt und die Zugänge mit Wasserwerfern versperrt...“

Aktuelle Meldung in „Berichte von gestern und heute“ von chiapas.ch auf Indymedia vom 31.10.2006


a) Oaxaca nach dem ersten Tag des Angriffs


„Die Sicherheitskomision der APPO hat Folgendes live über das Radio des Volkes Radio Universidad gemeldet: 60 Verhaftete, 30 Verschwundene, mindestens 2 Tote, viele Verletzte, Verhaftete werden verschleppt und gefoltert. In vielen Ortschaften und Gemeinden diskutieren die LehrerInnen, ob sie den Schulunterricht nun trotzdem nicht aufnehmen, in Anbetracht der massiven Repression durch die Sicherheitskräfte in Oaxaca Stadt; 3'000 Barrikaden in Oaxaca Stadt und im ganzen Staat Oaxaca...“

Artikel von Direkte Solidarität mit Chiapas auf Indymedia vom 30.10.2006

b) Chronologie des Angriffs auf Oaxaca

Aktuelle Chronologie des Angriffes der Bundestruppen auf Oaxaca am 29. Oktober 2006. (Ortszeit - Zeitunterschied zu Dtl.: 7 Stunden) auf Indymedia vom 30.10.2006

c) Die grosse politische Perversion in Mexiko: Der mexikanische Senat und die Abgeordnetenkammer fordert Ulises Ruiz Ortiz auf, sein Amt aufzugeben.

„Drei Wochen nachdem der mexikanische Senat seine Chance verpasst hat, die Absetzung der Behörden zu dekretieren, hat der selbe Senat heute mit Mehrheitsbeschluss den Gouverneur von Oaxaca aufgefordert sein Amt niederzulegen. Das kleine Problem daran ist nur, dass das keine rechtliche Wirkung hat und nichts anderes als eine Bitte an Ulises darstellt. Für eine Absetzung eines Gouverneurs, muss der Senat, nach einer Abklärung vor Ort, die Absetzung der drei Regierungsgewalten beschliessen...“ Siehe dazu die - Fünfte Tickermeldung zur Verteidigung der Stadt Oaxaca vom 30.10.2006 19h (Mx) auf der Startseite von chiapas.ch.


e) In Oaxaca (Mexiko) ist die Hölle los

Christian Hartmann im Interview mit Eberhard Raithelhuber von Promovio, dem "Verein zur Förderung der indianischen Menschenrechtsbewegung in Oaxaca/ Mexiko“, der die Ereignisse in Oaxaca seit langem beobachtet. Von Radio Z, Nürnberg 95,8 MHz, 17:18 Minuten (mp3)

f) Gewaltsames Vorgehen gegen die Protestbewegung in Oaxaca, Mexiko - Mindestens 3 Tote, darunter ein US-Journalist und mehrere Dutzend Verletzte

Presseerklärung der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko vom 30.10.06 (pdf)

g) Demo in Berlin am 1.November 2006: Keine Morde mehr! Stoppt die staatlichen Übergriffe in Mexiko

Am 1. November 2006 findet wie überall auf der Welt um 11:30 Uhr eine Kundgebung vor der mexikanischen Botschaft in Berlin, Klingelhöferstr. 3 (nähe Siegessäule) statt. Siehe dazu den Aufruf diverser Gruppen

h) Videos von der Besetzung der Stadt durch die PFP

Es gibt auf YouTube mehrere Videos. Das Video auf dem der Link führt ist ein erster Bericht von dem Angriff der Bundestruppen und dem Widerstand dagegen. Rechts neben dem Videofenster stehen unter „Related“ weitere Videos zum Download.

Quelle: LabourNet Info 31.10.2006

Pressemitteilung der APPO - 30.10.2006, 11 Uhr (Mx)

Pressemitteilung der APPO vom 30.10.2006, 11 Uhr (Mx):

Brüder und Schwestern aus Mexiko und der Welt:
Die Tyrannen prahlen mit Dingen, die nicht sind, sie prahlen mit ihrer Macht, sie prahlen, ein Volk unterworfen zu haben. In ihrer Dummheit gehen sie soweit, zu prahlen, die Kontrolle über die Stadt zu haben. Wie wir gestern erwähnt haben, können sie in keinster Weise behaupten, die Kontrolle der Stadt erlangt zu haben. Gestern erzielte die heldenhafte Bevölkerung von Oaxaca auf ordentliche und disziplinierte Weise einen Sieg, ohne Gebrauch von Gewalt zu machen, konnte es den Vormarsch der Polizisten und Vergewaltiger zurückhalten, ohne mit Gewalt auf ihre Gewalt zu antworten, konnte es sie bremsen. Nicht durch den Einsatz von ihrem gesamten Waffenarsenal, durch Tausende von Tränengas- und Senfgasgranaten, die sogar aus Helikoptern geworfen wurden, nicht durch Transportpanzer, Schlagstöcke, Gewehre, Überfälle konnten sie irgendeinen wichtigen Punkt einnehmen. Weder den Zócalo, noch den Canal Nueve, nicht einmal die wichtigsten Barrikaden konnten von den Gesandten Abascals eingenommen werden. Auf organisierte und disziplinierte Weise erfüllte die APPO ihr Ziel, die Stadt Oaxaca nicht auszuliefern, auf ordentliche und disziplinierte Weise ordneten sie den Rückzug ihrer Kräfte bis zur Ciudad Universitaria, um zu vermeiden, dass die Polizisten und Vergewaltiger und pro-polizeilichen Gruppen im Dienste der URO (die mit Sicherheit perfekt mit der PFP koordiniert sind), die in der Dunkelheit Schutz gesucht hatten, uns ohne Rücksichtnahme und abseits von allen Verträgen, nicht nur in Bezug auf die Menschenrechte, sondern auch auf Krieg, angreifen konnten.

Im Rahmen des gestrigen Tages können wir folgendes berichten: es haben sich vier Todesfälle bestätigt, ihre Namen sind:

1.- Fidel Sánchez García. Er starb durch eine Schussverletzung.
2.- José Alberto López Bernal. Er starb durch eine Tränengasgranate, die ihn am Oberkörper traf.
3.- Ein Junge von 12 Jahren starb durch eine Schussverletzung.
4.- Eine Lehrerin, deren Leiche in San Pedro Juxtlahuaca gefunden wurde (der Ort ist 8 km von der puente del Tecnológico entfernt).

60 Compañeros sind festgenommen und 30 weitere sind verschwunden. Sie wurden an Bord von Helikoptern mit den Kennzeichen PF-303, PF-305, PF-306 in die 28. Militärzone überführt, in diesen Momenten werden einige von ihnen zu den staatlichen Gefängnisse von Miahuatlan, Porfirio Díaz, Tlacolula, und anderen gebracht. Die PFP, Regierungs- und Präventivpolizisten realisierten anti- konstitutionale Durchsuchungen in zahlreichen Häusern an verschiedenen Punkten der Stadt, sie versuchten die provisorische Direktion festzunehmen. Kein Compañero in führender Position wurde gefasst. Die PFP konnten keine wichtigen Punkt einnehmen, während mehr als vier Stunden verhinderten unsere Compañeros den Einmarsch auf die puente del Tecnológico, der Zócalo wurde von tausenden Compañeros beschützt, sie verteidigten ihn trotz des Einsatzes von Tränengas, Senfgas und Feuerwaffen. Nur aufgrund der Anweisungen der Sicherheitskommission der APPO verließen sie diese Punkte, um sich in der Ciudad Universitaria zu konzentrieren. Seitens der PFP wurde versucht den Empfang von Radio Universidad mittels eines Signalstörung zu behindern, ungefähr eine halbe Stunde war es nicht zu empfangen, jedoch stellten unsere Techniker das Signal wieder her. Es gab Blockaden in versc
hiedenen Punkten des Staates: im Isthmus, in Tlaxiaco, in Putla, Cañada, Cuenca del Papaloapam, um einige zu erwähnen.
Auch führten unsere Compañeros in der Stadt México einen Massenmarsch durch, auf gleiche Weise wird von Unterstüzungsbewegungen in Hidalgo, Michoacán, Guerrero, Chiapas, Baja California Norte berichtet. In verschiedenen Teilen der Welt wird von Demonstrationen berichtet: Barcelona, Brasil, Sacramento, California, Los Ángeles California, Caracas, Fresno California, Valle de Napa, so wie die Einnahme der mexikanischen Botschaft in Italien und dem Konsulat in Mailand, um nur einige zu erwähnen. Ganze LehrerInnensektoren sprechen sich dafür aus, nicht zum Unterricht zurückzukehren und begeben sich im Verlauf des Tages in die Stadt.

Gemeinden der Sierra Norte entschieden in einer gemeinsamen Versammlung, sich massiv in die Hauptstadt des Staates zu begeben. Während der ganzen Nacht ließen sich Reservisten der PFP in den Zugangspunkten von Oaxaca Stadt nieder. In diesen Momenten werden diese verstärkt und mehr Reservisten eingesetzt, um den Zugang zur Stadt für die Compañeros zu versperren, die aus anderen Regionen kommen, um das Plantón und die Märsche zu verstärken. Tausende von Personen erreichen gerade die drei Punkte von denen aus sich die Märsche teilen werden und Kurs auf den Zócalo nehmen werden. Auch befindet sich schon ein zahlreiches Kontingent der PFP, darunter Regierungs- und Präventivpolizei, genauso wie Trampel, in der näheren Umgebung von Radio Universidad,scheinbar mit der Absicht die Ciudad Universitaria einzunehmen und die Stimme des Volkes zum Schweigen zu bringen, die über Radio Universidad gesendet wird, obwohl der Rektor der UABJO, Martínez Neri, gestern die Möglichkeit die Autonomie der Universität zu verletzen zurückgewiesen hat, genauso wie er den Gebrauch von Gewalt als Mittel zur Lösung des Konfliktes abgelehnt hat. Sie können den Zócalo einnehmen, das Radio Universidad, jedoch hat das Volk von Oaxaca in diesen mehr als fünf Monaten des Kampfes bewiesen, dass es ein mutiges, würdiges und geistreiches ist. Wird die PFP die Stadt fünf Monate, vielleicht ein, zwei, drei, vier Jahre belagert halten können? Heute, mehr als nie zuvor, verletzt die schlechte Regierung die gleichen Gesetze, die sie einzuhalten schwört, und stürzt den Staat Oaxaca in einen Belagerungszustand und suspendiert faktisch (so wie es der Tyrann Ulises Ruiz Ortiz getan hat) die individuellen Garantien und unsere Menschenrechte, wir rufen das Volk von Mexiko, die Völker der Erde auf, überzeugende Demonstrationen zu realisieren.

ALLE MACHT DER BEVÖLKERUNG

ASAMBLEA POPULAR DE LOS PUEBLOS DE OAXACA - APPO

Quelle

***
Übersetzung: Gruppe B.A.S.T.A.

Gegen das Verbot der KSM

Trotz weltweiter Proteste hat das Innenministerium der Tschechischen Republik am 12. Oktober 2006 den kommunistischen Jugendverband KSM verboten und für aufgelöst erklärt. Als Verbotsgrund wird angeführt, dass der KSM es in seinem Programm als eine Notwendigkeit darstelle, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln durch kollektives Eigentum ersetzt wird.



"The World Can’t Wait - Drive Out The Bush Regime !" Kriegsrat vom 12. bis 14. Oktober

Nachdem an dem landesweiten Protesttag am 5. Oktober bereits mehrere Tausend Menschen in über 200 Städten der USA ihre Stimme gegen die Regierung und deren Kriegsverbrechen erhoben haben, treffen sich die Organisatoren der Initiative “The World Can-™t Wait - Drive Out The Bush Regime !- vom 12. bis zum 14. Oktober in mehreren landesweiten dezentralen Treffen, um die weitere Vorgehensweise abzusprechen.



Besonders im Vordergrund stehen soll die Frage der Ausweitung der sich entwickelnden Bewegung.

Übersetzung von Auszügen der Agenda für diese Tage des “Kriegsrats- - mit bestem Dank an DaRockWilda:

“Wir müssen analysieren, was wir vor dem Hintergrund unserer formulierten Ziele erreicht haben, auf eine ehrliche und objektive Weise. Die Einschätzung des nationalen Organisatorenstabs ist es, dass am 5. Oktober tausende Menschen handelten, mit einem überwältigenden Maß an Dringlichkeit und Verantwortungsgefühl für das was diese Regierung der Welt antut und für die faschistische Richtung, die sie anpeilt.

Wir handelten mit dem Wissen darum, dass es nur noch wenig Zeit gibt, um diese Entwicklung rückgängig zu machen. Und mit jedem Tag der vergeht wird klarer, dass die Demokraten dies nicht tun und dass es keinen Eretter gibt und dass es die Bürger sind die handeln müssen, um den Verlauf der Geschichte zu ändern. Dies charakterisierte die Atmosphäre und die Inhalte an diesem Tag, von den auf der Bühne gegebenen Reden über die selbstgemachten Schilder bis hin zu dem Engagement dass die Menschen gezeigt haben um der Arbeit und der Schule fern zu bleiben und andere davon zu überzeugen uns zu unterstützen.

Dies war außerordentlich inspirierend und ein Eindruck von dem, was möglich ist. Wir wissen dass jede Person die dabei war hunderte und sogar tausende Andere repräsentiert, dass es mehr von ihnen gibt und dass diese Bewegung mit einer Elektrizität, Vorstellungskraft und Potential aufgeladen ist und dass die Welt unseren Erfolg unruhig erwartet.

Aber wir müssen genauso erkennen und tiefgehender untersuchen, warum es uns nicht möglich war die zehntausende von Menschen auf der Straße und auf den Schulhöfen zu mobilisieren, die nötig gewesen wäre, um tatsächlich eine politische Macht darzustellen die die Kapazität hat, die Umstände für die Einschnürung und Erstickung der Politik in diesem Land radikal ändern zu können.

In diesen Besprechungen müssen wir das Gefühl derer bestärken, die handelten und sich entschieden, sich den von ihrer Regierung begangenen Kriegsverbrechen und deren anstehender legislativen Legitimation nicht mitschuldig zu machen. Wir müssen noch besser verstehen, was andere Menschen und Organisationen nur zuschauen lässt und sie damit mitschuldig macht. Unsere Absicht ist es nicht zu beschuldigen, sondern zu verändern - darauf vorzubereiten, hinaus zu gehen und die Argumente noch effektiver vorzubringen, die Leute wirklich dazu antreiben, aufzustehen und rauszugehen - denn die Zukunft hängt davon ab ob sie es tun.-


Der wichtigste Beitrag, den - unserer Ansicht nach - jeder leisten kann ist der Kampf um das gleiche Ziel im eigenen Land. Eine Möglichkeit wäre es, den bundesweiten Protesttag am 21.10. tatsächlich zum Auftakt für eine breite Bewegung zum Kampf gegen den Kurs der Regierung zu machen. Siehe auch: http://www.protest2006.de und andere. "Der Hauptfeind steht im eigenen Land" heißt, wir müssen hier zu tatsächlichen Massenbewegungen wie in Frankreich oder jetzt den USA kommen. Von den Erfahrungen aus diesen Ländern und auch von den Diskussionsprozessen muss gelernt werden. Die Menschen hier müssen den Mut fassen, ebenso und auf vielfältige Art und Weise.

Da "unsere" Medien entweder nichts, oder nur am Rande, verfälscht, oder sonst wie verdreht über Proteste gegen die Regierung in den USA berichten - die es durchaus gibt - ist es um so wichtiger, die Berichte über diese Proteste in diesem Sinne zu verbreiten.

Bilderquelle und Informationen:
World can't wait! - die Homepage dieser Bewegung

Eine Medienübersicht auf deren Homepage.

Unser erster Bericht über die Proteste des 5. Oktober

Unser Verweis auf den Politblog Bericht vom 30.9.2006

Ein weiterer Bericht Bericht des Politblog über den 5. Oktober

Bericht in der Tageszeitung Junge Welt vom 7.10.2006

Dieser Artikel auf IndyMedia und hier (überarbeitet) auf WikiNews

Weitere (englischsprachige) Berichte:

San Francisco Chronicle: Protest no washout despite rain Marchers call on Bush to step down

Chicago Tribune: Anti-Bush protesters hold Loop march

hosted AP: Anti-war protesters gather in New York, elsewhere, bash Bush

Seattle Times: Administration foes step out statewide

Sierra Vista Herald: Protesters walk streets of Bisbee, unhappy with President Bush


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Sowie von Refuse and Resist

Beck warnt vor "Unterschichten-Problem" in Deutschland

Laut einer dpa Meldung warnt Kurt Beck, SPD Vorsitzender, vor einem wachsenden “Unterschichten-Problem”.

So lasse in weiten Teilen der Bevölkerung das Streben, sich um sozialen Aufstieg zu bemühen, nach. Das erfüllt Kurt Beck mit Sorge, so die “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Seiner Ansicht nach hat die "Gesellschaft" an "Durchlässigkeit" verloren.

Diese Entwicklung, will er “dringend ändern”. So gebe es viel zu viele Menschen, die keinerlei Hoffnung mehr haben, “den Aufstieg” zu schaffen.

Tatsächlich verlieren immer mehr Menschen die Illusion, in diesem Lande mittels gesellschaftlichen Aufstiegs ihre eigene Lage zu verbessern und denken über alternative gesellschaftliche Perspektiven nach. Im Gegensatz zu Herrn Beck - dessen SPD eine positive Perspektive spätestens seit 1914 nicht mehr bietet - finden wir das eigentlich gar nicht schlecht.

Lesereise und Buchvorstellung: Wettlauf gegen den Tod. Der Kampf um das Leben und die Freiheit Mumia Abu-Jamals

Michael Schiffmann, Autor des Buches "Wettlauf gegen den Tod. Der Kampf um das Leben und die Freiheit Mumia Abu-Jamals" führt eine Lesereise durch. Diese beginnt am Montag 9.10.2006 in Wien. Alle interessierten Gruppen, Organisationen oder Häuser können sie gerne buchen.

Worum geht es in dem Buch?

“Wettlauf gegen den Tod von Michael Schiffmann ist eine 320seitige Tiefenstudie des Falles von Mumia Abu-Jamal, eines radikalen schwarzen Journalisten, der 1982 fälschlicherweise des Mordes an einem Polizeibeamten schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde.
Der Fall wird hier in die Verfassungsgeschichte der USA eingebunden, in den Kampf der afroamerikanischen Bevölkerung um Gleichberechtigung, in die Geschichte der Black Panther Party und zeigt auf diesem Hintergrund, wie Abu-Jamal Opfer einer bewussten Falschbeschuldigung wurde, weil er schwarz, arm und aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit bei den Behörden
verhasst war.”

Der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal ist nach eigenen Worten seit fast einem Vierteljahrhundert gezwungenermaßen Bewohner des „am raschesten wachsenden öffentlichen Wohnungsbauprojekts in den Vereinigten Staaten“ -“ er ist Häftling in einem der zahlreichen US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnisse, SCI Greene in Pennsylvania.

Abu-Jamal wurde am 9. Dezember 1981 verhaftet, des Mordes an einem Polizisten angeklagt und im Juli 1982 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Seit Anfang der neunziger Jahre haben seine Bemühungen um eine Wiederaufnahme seines Verfahrens ein nationales und internationales Echo gefunden und ihn zum wahrscheinlich bekanntesten Todeshäftling der Welt gemacht.

Amnesty International befand diesen Fall für wichtig genug, um ihm einen eigenen Bericht zu widmen, der auch ins Deutsche übersetzt wurde.

Noch im Lauf des Jahres 2006 ist mit Gerichtsentscheidungen zu rechnen, die die Weichen dafür stellen, ob Abu-Jamal hingerichtet wird, den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen muss oder ein neues Verfahren erhält.

Das vorliegende Buch liefert nicht nur eine gründliche Untersuchung des Kriminalfalles, in dem Abu-Jamal der Angeklagte war, sondern beschäftigt sich darüber hinaus mit den Hintergründen, die bei der Verurteilung Abu-Jamals trotz brüchigen Beweismaterials und schreienden Widersprüchen in der Anklage eine entscheidende Rolle spielten: dem anhaltenden Rassismus der US-Gesellschaft, dem schwarzen Befreiungskampf, an dem Abu-Jamal sich schon als Jugendlicher beteiligte, dem Verfall und der auch physisch sichtbaren Klassenspaltung der amerikanischen Großstädte, den periodischen Hexenjagden der politischen Polizei gegen Andersdenkende, der Polizeibrutalität und schließlich dem immer mehr aus den Fugen geratenden System der Strafjustiz.

Anhand dieser Untersuchungen wird deutlich, dass die spezifischen Details des Prozesses gegen Abu-Jamal und seiner Verurteilung sowohl für sich genommen von großem Interesse sind, als auch weit über diesen Einzelfall hinausweisen. Abu-Jamal wird so zu einem Musterbeispiel für alles, was erschreckend und fragwürdig ist an der US-amerikanischen Strafjustiz im allgemeinen und der Todesstrafe im besonderen.

In einer Stadt mit einem afroamerikanischen Bevölkerungsanteil von 40 Prozent bestand die Jury, die Abu-Jamal schuldig sprach, zu 85 Prozent aus Weißen, sein vom Staat bezahlter Pflichtverteidiger war mit seiner Aufgabe hoffnungslos überfordert, und der Staatsanwalt verwies in seinem Schlussplädoyer ungeniert auf Abu-Jamals militante Vergangenheit als Mitbegründer der Black Panther Party in Philadelphia, um der Jury klar zu machen, dass es hier gelte, einen gefährlichen Radikalen für immer unschädlich zu machen. Ein Angeklagter, der arm, schwarz und noch dazu politisch radikal ist, hat in einem solchen System kaum eine Chance, auch wenn er unschuldig ist.

Dass letzteres aller Wahrscheinlichkeit nach der Fall ist, wird in der zweiten Hälfte des Buches umfassend dokumentiert. Wie so oft in den USA sorgten auch hier nicht Beweise für die Schuld des Angeklagten, sondern zutiefst korrupte Praktiken von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten für eine Verurteilung und deren spätere Aufrechterhaltung ungeachtet der sich mehrenden Beweise dafür, dass Abu-Jamal nicht nur auf verfassungswidrige Art abgeurteilt wurde, sondern auch tatsächlich nicht der Mörder des Polizisten Daniel Falkner war.

Autor und Verlag hegen die realistische Hoffnung, dass dieses ursprünglich auf Englisch verfasste Buch dieses Jahr auch noch in einem amerikanischen Verlag erscheint. Angesichts der sich nähernden Entscheidung im Fall Abu-Jamal ist das Buch Wettlauf gegen den Tod von brennender Aktualität. Dabei steht nicht nur das Leben dieses einen Menschen auf dem Spiel.


Zu Person und Autor:

Mumia Abu-Jamal wurde am 24. April 1954 unter dem Namen Wesley Cook in Philadelphia geboren. Er wuchs in den „Projects“, städtischen Wohnbausiedlungen für Schwarze, Arme und sozial Benachteiligte auf und wurde bereits früh mit dem Rassismus der US-amerikanischen Gesellschaft konfrontiert. Anfang 1969 gehörte er zu den Mitgründern der Black Panther Party in Philadelphia. Nach seiner Schul- und Collegezeit arbeitete Mumia Abu-Jamal bis zu seiner Verhaftung und Mordanklage im Dezember 1981 als progressiver Radiojournalist und berichtete über Themen wie Wohnungsnot, Polizeibrutalität und den fortgesetzten Krieg der Stadt Philadelphia gegen die radikalökologische Organisation MOVE. Er ist seit Mai 1983 in den Todestrakten des Bundesstaates Pennsylvania inhaftiert und kämpft bis heute für die Aufhebung seines Urteils, einen neuen Prozess und seine Freilassung. Er hat seine journalistische Tätigkeit auch im Gefängnis fortgesetzt und ist Verfasser mehrerer Bücher und vieler Hunderter Kolumnen zu historischen und aktuellen Fragen. Er ist verheiratet mit Wadiya Jamal und hat zwei Söhne, eine Tochter und mehrere Enkel

Michael Schiffmann ist Übersetzer, Herausgeber, Autor und Universitätsdozent.
Er hat seit 1996 zwanzig Bücher übersetzt, u.a. die Biografie Mumia Abu-Jamals Ona Move sowie Bücher von Noam Chomsky, Edward Said, Mahmoud Darwish, Homi K. Bhabha, Angela Davis und anderen. Er ist Herausgeber mehrerer Anthologien mit Texten von Noam Chomsky, zuletzt des von ihm mit einem ausführlichen biografischen Essay versehenen Bandes absolute noam chomsky bei Orange Press, außerdem Mitherausgeber und Mitautor der Bände Der Irak. Ein belagertes Land, Der Irak. Krieg, Besetzung, Widerstand und Free Mumia! Dokumente, Analysen, Hintergrundberichte. Er lehrt Linguistik am Anglistischen Seminar der Universität Heidelberg.



Kontakt: Promedia Verlag Wickenburggasse 5/12 A-1080 Wien 0043-1-4052702 promedia@mediashop.at

Stimmen zum Buch:

Noam Chomsky, Sprachwissenschaftler, Autor und Aktivist:
Der Fall Mumia Abu-Jamals hat völlig zu Recht überall große Besorgnis, starke Aufmerksamkeit und intensive Aktivitäten ausgelöst und ist zu einem Symbol geworden für enorm wichtige, übergeordnete Fragen: Rassismus, Meinungsfreiheit, das Recht des Staates zu töten, Integrität des Rechtssystems, Wesen und Ursachen der Kriminalität und der gesellschaftlichen und staatlichen Reaktion auf sie.
Michael Schiffmanns sorgfältige und gewissenhafte Untersuchung der Ereignisse und des vorliegenden Beweismaterials fördert viel Neues oder bisher Verschüttetes an den Tag und hebt unser Verständnis dieses schmerzlichen und entscheidend wichtigen Falles auf ein neues Niveau. Seine umfassenden Forschungen und seine scharfsinnige Einschätzung der Hintergründe und Konsequenzen sollten zum Anlass für weiteres Engagement im Fall Abu-Jamals selbst sowie in dem vielfältigen Kreis von Problemen dienen, deren Teil er ist.

6. Januar 2005


Tariq Ali, Romancier, Dramatiker, politischer Aktivist:

WETTLAUF GEGEN DEN TOD ist nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gut zu lesen und der bis jetzt umfassendste Bericht über den niederträchtigen Versuch, einen weiteren afroamerikanischen Häftling in einem US-Gefängnis zu töten. Michael Schiffmanns peinlich genaue Untersuchung lässt keinen Zweifel daran, dass es sich hier um ein Komplott handelt. Ich hoffe, dass sie dazu beiträgt, den Kampf zur Rettung Mumia Abu-Jamals wieder zu einer wirklich weltweiten Kampagne zu machen

Juni 2004


Dave Lindorff, Journalist, Autor von KILLING TIME. AN INVESTIGATION INTO THE
DEATH ROW CASE OF MUMIA ABU-JAMAL (2003):

Michael Schiffmann legt hier eine hervorragende und gründliche Untersuchung des grotesken Justizskandals vor, der zum Todesurteil gegen Mumia Abu-Jamal geführt hat. Sein Buch führt klar vor Augen, wie politische Rücksichten, Rassismus, Korruption und Machtmissbrauch das US - amerikanische Justizsystem derart vergiftet haben, dass ebenso wie 1982 Abu-Jamal auch kein anderer Angehöriger der Unterschicht oder einer Minderheit damit rechnen kann, die Gerechtigkeit oder den fairen Prozess zu bekommen, die in der US-Verfassung versprochen werden.

21. März 2004


Frances Goldin, Literaturagentin und politische Aktivistin:
WETTLAUF GEGEN DEN TOD ist eine sorgfältig recherchierte, überlegt aufgebaute Arbeit, die die neueren Entwicklungen im Fall Mumia Abu - Jamals darlegt. Als Literaturagentin Mumia Abu-Jamals bin ich zwar nicht unbedingt unparteiisch, möchte Schiffmann aber dennoch Beifall für seine scharfe Analyse bisher unbekannter Fakten und entscheidenden Beweismaterials zollen. Es geht um die Befreiung eines unschuldigen und verleumdeten Mannes.


Unser herzlicher Dank für die Informationen und die Erlaubnis zur Veröffentlichung geht an:

Freiheit für Mumia Abu-Jamal Heidelberg e.V.
www.AgainstTheCrimeOfSilence.de sowie www.StimmenfuerMumia.de

Annette Schiffmann · Michael Schiffmann
Neckarhelle 72 · 69118 Heidelberg
mobil: 0172-77 409 333
Spendenkonto: Sparkasse Heidelberg - Kto 908 17 98 - BLZ 672 500 20


Unsere bisherigen Berichte und weitere Informationen zum Fall Mumia Abu - Jamal

Proteste Zehntausender in 200 US-Städten: "Vertreibt das Bush-Regime!"

Am 5. Oktober fanden in über 200 US Städten Aktionen zur Vertreibung des Bush Regimes statt. Mehrere tausend Menschen folgten dem Aufruf der Initiative “World Can't Wait” (Die Welt kann nicht warten) und protestierten in den Straßen von New York, Chicago, San Francisco, und Los Angeles.



Jeweils mehrere hundert Menschen nahmen an weiteren Aktionen in Städten wie Tucson, Portland, Atlanta, und Austin sowie zahlreichen kleineren Städten teil.
Vielfältige Aktionen fanden an öffentlichen Plätzen, Rathäusern, Gemeindezentren statt, so dass viele Menschen Notiz nahmen von den Protesten und deren zentraler Forderung:

Vertreibt das Bush-Regime





Über das ganze Land verteilt zeigten junge und alte Menschen Herz und Courage, die “faschistoide und kriegstreiberische Richtung, in die die Bush Regierung das Land und die Welt drücken” will, anzugreifen.

Die Demonstrationen richteten sich jedoch nicht nur gegen den Irakkrieg mit der Forderung: "No more Blod for Oil!", sondern auch gegen die Angriffe auf die demokratischen Rechte der Bevölkerung, wie dem "Patriot Act". Die Breite der Protestbewegung wird auch an den weiteren Themen der Demonstrationen deutlich: Im Focus standen ebenso die Umweltpolitik der Regierung, die durch die Regierung nochmals verschärften "Antiabtreibungsgesetze" sowie die sogenannten "Homosexuellengesetze", in denen nach Ansicht der Initiatoren "zunehmende Intoleranz" deutlich wird.

Bushs Mehrheit im Repräsentantenhaus steht in Frage, außerdem werden am 7. November 33 der 100 Senatoren neu gewählt. Die Demonstrationen und das Motto der Kampagne "World can't wait - drive out the Bush - Regime" drückten angesichts der Amtszeit von Bush - diese endet erst 2008 - daher auch den verbreiteten Wunsch aus, nicht so lange warten zu müssen.



“Unsere Bewegung wird weiter wachsen!” - von dieser Gewißheit - und gleichzeitigen Notwendigkeit - zeigten sich die Initiatoren überzeugt und zeigten damit auch die Herausforderungen an die weiteren politische Überzeugungsarbeit auf, vor allem denen gegenüber, die sich noch nicht aktiv beteiligten: “Sie müssen gewonnen werden, die ganzen Pläne der Bush Regierung anzugreifen und dafür zu sorgen dass diese ihr Amt "in Schande" niederlegen müssen!”



THE WORLD CAN'T WAIT, DRIVE OUT THE BUSH REGIME!”

Bilderquelle und Informationen:
World can't wait!

Eine Medienübersicht auf deren Homepage.

Unser Verweis auf den Politblog Bericht vom 30.9.2006

Ein weiterer Bericht Bericht des Politblog über den 5. Oktober

Bericht in der Tageszeitung Junge Welt vom 7.10.2006

Dieser Artikel auf IndyMedia und hier (überarbeitet) auf WikiNews

Weitere (englischsprachige) Berichte:

San Francisco Chronicle: Protest no washout despite rain Marchers call on Bush to step down

Chicago Tribune: Anti-Bush protesters hold Loop march

hosted AP: Anti-war protesters gather in New York, elsewhere, bash Bush

Seattle Times: Administration foes step out statewide

Sierra Vista Herald: Protesters walk streets of Bisbee, unhappy with President Bush


IndyMedia Washington D.C.
IndyMedia Los Angeles
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Sowie von Refuse and Resist
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