Die Türkei droht in einem Chaos zu versinken. Staatliche Sicherheitskräfte gehen gegen jegliche Opposition vor - sei es gegen KurdInnen, Frauen, Akademikerlnnen, Intellektuelle oder Gewerkschaften.
Doch gegen die staatliche Repression bildet sich ein breiter Widerstand. So gingen über 2000 Akademikerlnnen mit einer Kampagne für Frieden und Demokratie an die Öffentlichkeit, die über die Landesgrenzen hinaus Gehör fand. So hat sich in Deutschland eine Reihe von Hochschulangehörigen zusammengeschlossen, um sich mit den Akademikerlnnen in der Türkei zu solidarisieren.
Die Entwicklungen in der Türkei sind eng verflochten mit der allgemeinen Lage im Nahen Osten. Dazu reiht sich auch die Rolle der deutschen Bundesregierung in puncto Waffenexporte wie auch in der Zusammenarbeit mit der AKP - Regierung im Zuge der Flüchtlingsströme nach Europa.
Zu Recht wird die Frage immer lauter: Quo vadis Türkei? Wohin steuert die Türkei? Wie können wir Solidarität mit der Friedens- und Demokratiebewegung konkret gestalten? Diese und andere Fragen möchten wir mit eingeladenen Expertlnnen diskutieren.
Ausnahmezustand Demokratie
"Aktuelle Situation in der Türkei und die Rolle Deutschlands"
21.04.2016 um 18.00 Uhr
Ort: ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg
Theodor-Heuss-Straße 2, T0174 Stuttgart
mit
- Prof. Dr. Christine Huth- Hildebrand (Professorin, FH sr.-mkıufrı
- Tobias Pflügerıııvıı, Paneivorsıand Dıs Lımm
- Düzgün Altun (DIDF Bundesvorstand)
Moderation: Sidar Carman
Veranstalter: DIDF Stuttgart; Arbeitskreis Stuttgart 21 ist überalI; Friedensnetz BW; Friedensnetz Nord; ver.di Migratonsausschuss Stuttgart; GewerkschafterInnen gegen Stuttgart 21; Die Linke Stuttgart
nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick
ARGENTINIEN
Erinnerung: Am 24. März 1976 putschte in Argentinien das Militär. Zehntausende Oppositionelle wurden ermordet -“ Âdarunter auch Deutsche wie der Student Klaus Zieschank
Durchsuchungen bei Nachrichtensender in Argentinien: Maßnahmen der Justiz werden mit Verdacht auf Steuerbetrug begründet. Indalo-Mediengruppe hatte kritisch über Regierung berichtet
BRASILIEN
Druck von rechts: Brasiliens Regierung steht weiter unter Druck. Am Sonntag gingen in zahlreichen Städten in siebzehn Bundesstaaten Hunderttausende auf die Straße, um gegen die Arbeiterpartei (PT) und für eine Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff zu demonstrieren.
GUATEMALA
In Guatemala hat sich Präsident Jimmy Morales für die Wiedereinführung der Todesstrafe ausgesprochen, über die im Land derzeit heftig debattiert wird. Die Befürworter dieser Maßnahme wollen dadurch die steigende Kriminalität bekämpfen.
HONDURAS
Siemens hält weiter an den Plänen des bislang größten privaten Wasserkraftwerks in Honduras, Aqua Zarca, fest. Und das obwohl Gewalt gegen Gegner des Projekts zu nimmt. Dem Konzern scheint das egal zu sein.
KOLUMBIEN
Eigentlich wollten Regierung und Farc-Guerilla am Mittwoch den Friedensvertrag unterzeichnen. Das ist jetzt erst einmal verschoben.
KUBA
Den Kubanern ist US-Präsident Barack Obama willkommen. Ansonsten reagieren sie gelassen auf den Besuch.
Die Bilder, die am gestrigen Montag in Havanna zu sehen waren, werden in die Geschichte eingehen. An seinem ersten offiziellen Besuchstag in der kubanischen Hauptstadt legte US-Präsident Barack Obama zunächst einen Kranz am Ehrenmal für Kubas Nationalhelden José Martà nieder, der 1895 im Kampf gegen die spanische Kolonialmacht getötet worden war. Hinter ihm waren die großen Reliefs der Comandantes Che Guevara und Camilo Cienfuegos zu sehen.
Wenn US-Präsident Barack Obama heute Kuba besucht, werden die Gedanken vieler Menschen bei der politischen Gefangenen Ana Belén Montes sein, deren persönliches Schicksal eng mit dem Annäherungsprozess zwischen beiden Ländern verbunden ist. Dem Weißen Haus war Ende Februar eine von Tausenden unterzeichnete Petition übergeben worden, die Obama aufforderte, die politische Gefangene zu begnadigen.
Für das am Freitag stattfindende Konzert der Rolling Stones in der kubanischen Hauptstadt Havanna laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Rund eine halbe Million Zuschauer werden erwartet.
PERU
Am 10. April wählen die Peruanerinnen und Peruaner in der ersten Wahlrunde ihren neuen Präsidenten oder Präsidentin. Viele altbekannte und ein paar neue Kandidaten rissen niemanden vom Hocker, bis die staatliche Wahlbehörde die Karten neu mischte ...
VENEZUELA
Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 25. März 2016
Blogkino: Die Utopie leben - Vivir la utopÃa (1997)
DIE UTOPIE LEBEN behandelt die Spanische Revolution und wirft einen Blick auf die anarchistische Bewegung in Spanien. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Seiten der radikalen gesellschaftlichen Veränderungen, die sich während des Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 in jenen Gebieten zutrugen, die in der Hand der Republikaner waren.
Zeitzeugen aus den Reihen der Anarchisten berichten über ihre Erfahrungen. Einige von ihnen, darunter Conxa Pérez, standen Gestalten in Ken Loachs Film LAND AND FREEDOM Pate. Gesprächspartner sind 30 Überlebende der Spanischen Revolution, die in verschiedenen Teilen des Landes wohnen. Sie waren alle Anarchisten und hatten verschiedene Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Viele von ihnen leben noch im Exil in Frankreich, Kanada, Mexiko und Venezuela. Sie sind eigens nach Spanien gekommen, um Zeugnis abzulegen.
Der Dokumentarfilm gibt einen Überblick über die Geschichte der anarchistischen Bewegung seit dem 19. Jahrhundert, die Gründung der CNT (Confedéración Nacional del Trabajo) und der FAI, die Rolle von Kultur und Erziehung (Modernes Schulwesen), die Vielfalt der Ideen und Aktivitäten im Vorfeld der Zweiten Republik, den Staatsstreich der Militärs, der sowohl einen Krieg als auch eine Revolution (die einzige anarchistische Revolution) auslöste, und insbesondere über die Einrichtung und das Funktionieren der Kollektivbetriebe in den ländlichen und städtischen Gebieten. Er schließt mit der Niederlage des republikanischen Lagers im Jahre 1939, die der Revolution ein Ende bereitete. (Via anarchismus.de)
In Gedenken an John Schehr und Genossen
Eine der Stationen der "Stadtführung durch das jüdische Esslingen" gestern durch die VVN-BdA war das Geburtshaus von Eugen Schönhaar, einer der bekanntesten Antifaschisten und Widerstandskämpfer Esslingens.
Während Schönhaars Sohn Carlo im Jahre 2001 zusammen mit seinen ebenfalls vom Wehrmachts-Kriegsgericht verurteilten und ermordeten 23 Kampfgefährten der französischen Résistance in Paris auf einer großen Gedenktafel namentlich gewürdigt wurde, gibt es bis heute nichts dergleichen an Würdigung in seiner Heimatstadt. Die Forderung, den Schönhaars oder anderen WiderstandskämpferInnen wie z.B. Hans Rueß einen Straßennamen zu widmen wird seit Jahrzehnten erhoben.
Im November 2011 verlegte der Kölner Bildhauer Gunter Demnig mehrere Stolpersteine in Esslingen. Vor dem Haus Hindenburgstrasse 48 wurden unter Beisein von Verwandten, VertreterInnen von Parteien, Gewerkschaften und antifaschistischen Initativen, unter anderem der VVN-BdA, Stolpersteine für Odette und Carlo Schönhaar verlegt. Schülerinnen einer 9. Klasse verlasen Zitate aus dem Abschiedsbrief Carlo Schönhaars an seine Mutter. Beide waren Ehefrau und Sohn des bekannten Kommunisten und Organisators der Roten Hilfe, Eugen Schönhaar. Eugen Schönhaar wurde zusammen mit John Schehr, Rudolf Schwarz und Erich Steinfurth, nachdem sie auch nach der Machtübertragung illegale antifaschistische Arbeit verrichteten, verhaftet und in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar 1934 „auf der Flucht erschossen“. In dem Kontext verfasste der Schriftsteller Erich Weinert Ihnen zu Ehren das Gedicht:
Es geht durch die Nacht. Die Nacht ist kalt.
Der Fahrer bremst. Sie halten im Wald.
Zehn Mann Geheime Staatspolizei.
Vier Kommunisten sitzen dabei,
John Schehr und Genossen.
Der Transportführer sagt: "Kein Mensch zu sehn."
John Schehr fragt: "Warum bleiben wir stehn?"
Der Führer flüstert: "Die Sache geht glatt!"
Nun wissen sie, was es geschlagen hat,
John Schehr und Genossen.
Sie sehn, wie die ihre Pistolen ziehn.
John Schehr fragt: "Nicht wahr, jetzt müssen wir fliehn?"
Die Kerle lachen. "Na, wird es bald?
Runter vom Wagen und rein in den Wald,
John Schehr und Genossen!"
John Schehr sagt: "So habt ihr es immer gemacht!
So habt ihr Karl Liebknecht umgebracht!"
Der Führer brüllt: "Schmeißt die Bande raus!"
Und schweigend steigen die viere aus,
John Schehr und Genossen.
Sie schleppen sie in den dunklen Wald.
Und zwölfmal knallt es und widerhallt.
Da liegen sie mit erloschenem Blick,
jeder drei Nahschüsse im Genick,
John Schehr und Genossen.
Der Wagen saust nach Berlin zurück.
Das Schauhaus quittiert: "Geliefert vier Stück."
Der Transportführer schreibt ins Lieferbuch:
"Vier Kommunistenführer, beim Fluchtversuch,
John Schehr und Genossen."
Dann begibt er sich in den Marmorsaal,
zum General, der den Mord befahl.
Er stellt ihn, mitten im brausenden ball.
"Zu Befehl, Exzellenz! Erledigt der Fall
John Schehr und Genossen."
Erledigt der Fall? Bis zu einem Tag!
Da kracht seine Türe vom Kolbenschlag.
Er springt aus dem Bett. "Was wollt ihr von mir?"
"Kommt mit, Exzellenz, die Abrechnung für
John Schehr und Genossen.
Erich Weinert
Revolution an der Tanzbar: Motörhead - Stäge Fright 2005
Heute mal wieder harte Kante.
nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick
LATEINAMERIKA
Billige Bananen sind ein Problem, erklärt Oxfam-Referentin Franziska Humbert im Interview. Es geht auch anders.
BRASILIEN
"Eliten" machen Druck: Erneut landesweit Demonstrationen in Brasilien gegen die Regierung von Dilma Rousseff
Lula wird Kabinettschef in Brasiliens Regierung. Brasiliens Ex-Präsident soll die angeschlagene Regierung seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff stabilisieren. Zugleich entgeht er dadurch Ermittlungen wegen Korruption.
HONDURAS
Die Aktivistin Berta Cáceres kämpfte in Honduras gegen einen Staudamm und wurde ermordet. Dass die Täter gefasst werden, ist unwahrscheinlich.
KOLUMBIEN
In Kolumbien hat die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos die Bevölkerung zum Energiesparen aufgerufen. Aufgrund des anhaltenden Klimaphänomens El Niño und der bestehenden Energiekrise müssten in den nächsten Wochen mindestens fünf Prozent Energie eingespart werden, heißt es von Regierungsseite, ansonsten drohten landesweite Ausfälle.
Paramilitärs morden wieder in ganz Kolumbien. Gewalt durch rechte Banden steigt in strategischen Zonen rasch an. Räumung der Bergbaugebiete soll Ziel sein. Staatliche Kräfte bleiben untätig
KUBA
Die US-Regierung hat vier Tage vor dem Besuch von Präsident Barack Obama im sozialistischen Kuba einige der seit über 50 Jahren gegen die Insel verhängten Sanktionen gelockert. Die vom Finanz- und Handelsministerium am Dienstag in Washington bekanntgegebenen Änderungen sind bereits am gestrigen Mittwoch in Kraft getreten. Danach darf das US-Bankensystem ab sofort Transaktionen von kubanischen Institutionen und Bürgern abwickeln.
VENEZUELA
Venezuelas Opposition will Präsident Nicolás Maduro noch in diesem Jahr stürzen. Unklar ist nur, wie sie das erreichen will
Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 18. März 2016
18. März: Internationaler Kampftag für die Freilassung aller politischen Gefangenen
Der 18. März wird in Deutschland seit Mitte der 1990er Jahre wieder als „Kampftag für die Freilassung aller politischen Gefangenen“ begangen. Angeknüpft wird damit an eine Tradition der ArbeiterInnenbewegung. Der 18. März 1848 steht für die Kämpfe des neu entstandenen Proletariats gegen die alten Herrscher und auch die neu entstandene Bourgeoisie. Am 18. März 1871 übernahm die Nationalgarde in Paris die Macht und läutet somit den Beginn der Pariser Commune ein. Beide Versuche, sich von den Fesseln der Herrschaft zu befreien, werden brutal niedergeschlagen. So kostete die Rache der französischen Bourgeoisie 25000 Menschen das Leben, 3000 starben in den Knästen, 13700 wurden verurteilt, die meisten zu lebenslänglichen Strafen.
Dieser Tag wurde zuerst Tag der Pariser Kommune genannt. 1922 wurde auf dem IV. Weltkongress der kommunistischen Internationale die Internationale Rote Hilfe (IRH) gegründet und u. a. die Durchführung eines internationalen Tages der politischen Gefangenen beschlossen, der am 18. März 1923 erstmals ausgerufen werden konnte. Mit diesem Tag sollte vor allem das Bewusstsein und die Solidarität für die Lage der politischen Gefangenen weltweit erzeugt und verankert werden und auf diese Weise auch praktisch zum Ausdruck kommen.
Mehr Informationen zur Arbeit der Roten Hilfe.
Siehe dazu auch die Sonderausgabe der Roten Hilfe.
SCHWERPUNKT 1: ISOLATIONSHAFT
- Isohaft bei 129b-Verfahren
- Isohaft gegen Aktivist*innen der Stadtguerilla in der BRD
- Interview mit einem von Isohaft Betroffenen
- "Exportschlager" Isohaft
- Isohaft im Baskenland
- F-Typ-Gefängnisse in der Türkei
- Typ-C-Gefängnisse in Griechenland abgeschafft
- Isohaft in Kolumbien
SCHWERPUNKT 2: ARBEITSKAMPF IM KNAST
- Gefängnisindustrieller Komplex
- Interview mit einem Aktivisten der Gefangenengewerkschaft GG/BO
- Selbstverständnis der GG/BO
- Streik in der JVA Butzbach
- GG/BO-Arbeit in der JVA Untermaßfeld
- 129b-Verfahren wegen DHKP-C
- 129b-Verfahren wegen PKK
- Verfahren gegen ATIK -Aktivist*innen
- Bericht von Thomas Meyer-Falk
- Knastsystem in Österreich
- Tomas Elgorriaga Kunze
- Marina Bernadó
- Operation Pandora
- Operation "Fenix" in Tschechien
- Politische Gefangene in Griechenland
- Repression in der Türkei
- Mumia Abu-Jamal
- Leonard Peltier
- Politische Gefangene in Chile
- Buchvorstellung: Texte von politischen Gefangenen in Kolumbien
Blogkino: The Assassination of Trotsky (1972)
Heute setzen wir die Serie mit Filmen, die sich dem Thema Anarchismus widmen, im Rahmen unserer Reihe Blogkino mit "The Assassination of Trotsky" aus dem Jahre 1972 fort. Wikipdia führt zu diesem einst als einer der schlechten Filme aller Zeiten bezeichneten Streifen das folgende aus: "Mexiko-Stadt im Jahre 1940. In der Vorstadt Coyoacán lebt seit seiner Flucht aus Stalins Sowjetunion der bolschewistische Revolutionär und einstige Weggefährte Lenins, Leo Trotzki, im Exil. Nur wenige Menschen lässt der stets auf der Hut vor etwaigen, von Stalin gedungenen Attentätern befindliche alte Mann an sich heran. Sein Haus wird schwer bewacht, völlig freien Zugang hat lediglich Trotzkis Lebensgefährtin Natalja. Am 23. Mai 1940 unternimmt eine im Auftrag von Stalins NKWD tätige Gruppe linientreuer Kommunisten unter der Führung des mexikanischen Malers Ruiz einen Anschlag auf das Gebäude. Das Attentat misslingt, lediglich Sheldon Harte, der amerikanische Leibwächter Trotzkis, gerät in die Hände der Verbrecher und wird wenig später tot aufgefunden. In einem Gespräch mit dem Polizeipräsidenten der mexikanischen Hauptstadt, Salazar, gesteht Trotzki zwar ein, dass man ihn vor einem anstehenden Anschlag gewarnt habe, bestreitet aber ganz entschieden, die Attacke eigenhändig inszeniert zu haben, um die Sympathien in der Öffentlichkeit zu seinen Gunsten zu beeinflussen. (...)"
Die Schicht Pachulke
Foto: Fotografie Atelier Elvira, München
(...)
Sie [die Pachulkes] gereichen ihrem Lande genauso zur Unehre wie der Menschheit, obwohl sie mit dieser nichts gemein haben wollen und jenes sich selber gleich setzen. Sie haben wirklich die Stirn, Deutschland mit sich gleichzusetzen: Pachulke gleich dem Staat, Pachulke total, und kein Deutschland außer Pachulke.
(...)
Sie kommen immer, gesetzt, daß jemand mit Zähigkeit auf sie wartet. Es ist nicht schwer, die Macht zu ergreifen, nur langwierig kann es sein. Es erfordert nicht durchaus Begabung, unerläßlich war im Fall Pachulke ein dickes Fell. Alle die eingesteckten Ohrfeigen seit hundert Jahren! Das Gelächter und Naserümpfen über den treudeutschen Rüpel (...)! Ein Hund hätte sich vor Scham verkrochen.
(...)
Pachulke macht sich zum Schrecknis vermittels des „Nationalen“. Er hat das „Deutschtum“ allen anderen abgenommen, Sozialisten wie „Reaktionären“ -“ warum? Damit er selbst das große Schrecknis ist.
(...)
aus: Heinrich Mann: Die Schicht Pachulke (Auszüge), in: Es kommt der Tag. Essays. Erstausgabe 1936.
Revolution an der Tanzbar: Emerson, Lake & Palmer - Pictures at an exhibition
Keith Emerson, Magier an den Tasten des Progrock Trios Emerson, Lake & Palmer ist tot. In den 70ern gehörten deren revolutionäre Interpretation von Modest Petrowitsch Mussorgski 1874 komponierten Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung" zur Pflicht eines jeden Progrock Fans, bis dahin, es im Musikuntericht zu behandeln. Auch in den späteren Jahren machte die Band bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1998 aufsehen erregende Mucke und traten vereinzelt noch gemeinsam auf, zum Beispiel am 25. Juli 2010. Das Konzert zeigen wir unten, im Anschluss an das Konzert vom 9. Dezember 1970 im Londoner Lyceum Theatre.
Für heutige Hörgewohnheiten vielleicht ungewohnt, trotzdem nicht nur bemerkenswert, weil ursprünglich Jimi Hendrix als Mitglied für die Band eingeplant war. Vielleicht rocken er und Keith Emerson nun irgendwo zusammen...

