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Blogkino: Genuine. Die Tragödie eines seltsamen Hauses (1920)

Wir setzen in unserer Kategorie Blogkino heute die Reihe mit Filmen des expressionistischen Kinos fort mit dem1920 unter der Regie von Robert Wiene entstandenen "Genuine. Die Tragödie eines seltsamen Hauses" (aka: "Genuine the Tale of a Vampire").

"Eingebettet in eine knappe Rahmenhandlung erzählt der Film die – von einem Maler geträumte – Geschichte der jungen Genuine, die von einer orientalischen Sekte zur Priesterin gemacht und in blutrünstige Rituale hineingezogen wird. Sie wandelt sich unter dieser Erfahrung selbst zu einer grausamen Persönlichkeit und bleibt dies auch, als sie von Sklavenhändlern geraubt und auf einem Markt feilgeboten wird. Ihr Käufer ist der voyeuristische alte Lord Melo, ein Sonderling, der die junge Frau in ein käfigartiges, von einem hohen Wall umgebenes Haus einschließt und aus Eifersucht keinem Fremden Zutritt gewährt. Nur den ebenfalls eigenbrötlerischen alten Barbier Guyard lässt er täglich kommen, um sich rasieren zu lassen. Als Guyard eines Tages verhindert ist und als Ersatz seinen Neffen und Lehrling Florian schickt, nimmt die Tragödie ihren Lauf. Genuine betört den jungen Barbier, der dem alten Tyrannen mit dem Rasiermesser die Kehle durchschneidet. Ihre wiedererlangte Freiheit nutzt Genuine, um ihre Blutgier zu stillen und als Femme fatale alle verfügbaren Männer zugrunde zu richten: als Liebesbeweis fordert sie von ihnen den Selbstmord. Ihr blutiges eigenes Ende findet sie, als der auf der Suche nach dem wahnsinnig gewordenen Barbier befindliche Mob in das Haus eindringt und Genuine ersticht."
(Wikipedia)

Der stark zensierte Film existiert leider nur noch in einer knapp 44 minütigen Fassung.

Erich Mühsam zur Empfehlung von Bernie Sanders, Hillary Clinton zu wählen.

Erich Mühsam (Fotografie aus dem Jahr 1928, kurz vor seinem 50. Geburtstag)

Tja. War wohl wieder nix mit der Hoffnung mancher "Linker", die lieber auf Bernie Sanders anstatt auf selbstorganisierte, klassenkämpferische Bewegungen wie #BlackLivesMatter setzen. Sanders ruft nun auch offiziell zur Wahl von Clinton auf. Den Teufel konnte man eben noch nie mit dem Belzebub austreiben. Wer hat uns nochmal verraten? Auch dazu hätte der anarchistische Schriftsteller, Publizist und politische Aktivist Erich Mühsam etwas zu sagen gewußt. Daher mal wieder der Klassiker:

Der Revoluzzer
(Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet)

War einmal ein Revoluzzer,
im Zivilstand Lampenputzer:
Ging im Revoluzzerschritt
Mit den Revoluzzern mit.

Und er schrie: „Ich revolüzze!“
Und die Revoluzzermütze
Schob er auf das linke Ohr,
kam sich höchst gefährlich vor.

Doch die Revoluzzer schritten
Mitten der Straßen Mitten,
wo er sonst unverdrutzt
alle Gaslaternen putzt.

Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
aus dem Straßenpflaster aus,
zwecks des Barrikadenbaus.

Aber unserer Revoluzzer
Schrie: „Ich bin der Lampenputzer
Dieses guten Leutelichts
Bitte, bitte, tut ihm nichts!

Doch die Revoluzzer lachten,
und die Gaslaternen krachten,
und der Lampenputzer schlich
fort und weinte bitterlich.

Dann ist er zuhaus geblieben
Und hat dort ein Buch geschrieben:
Nämlich, wie man revoluzzt
Und dabei doch Lampen putzt.

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