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"Apropos, ich lege hier für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, daß ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwenglichen Dummheit verachte, und mich schäme, ihr anzugehören." Arthur Schopenhauer

Luke Holland vor einem Jahr in Berlin-Neukölln von einem Nazi ermordet!

Die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektas ruft zur Kundgebung für den vor einem Jahr von einem Nazi ermordeten Luke Holland auf:

Kundgebung zum Gedenken:
Dienstag 20. September 2016 um 18 Uhr
Karl-Marx-Straße/Ringbahnstraße (S/U Neukölln)


Vor einem Jahr in Berlin-Neukölln von einem Nazi ermordet!



Wir rufen zu einer Gedenkkundgebung für Luke Holland auf. Er wurde vor einem Jahr, am 20.09.2015, in der Neuköllner Ringbahnstraße aus nächster Nähe heimtückisch mit einer Schrotflinte erschossen. Luke Holland war Brite, 31 Jahre alt und wohnte erst seit kurzer Zeit in Berlin. Er kam gerade aus der Kiezkneipe „Del Rex“ – einer Bar, in der sich vor allem ein internationales, junges Publikum tummelte.

Das gefiel dem Nachbarn Rolf Z. nicht, der der vorigen rechtslastigen Rockerkneipe nachtrauerte. Er beschwerte sich über die vielen Ausländer in der Bar und dass dort kaum noch Deutsch gesprochen werde. Rolf Z. ist im Juli wegen des Mordes an Luke Holland zu knapp 12 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte die Tatwaffe kurz nach dem Mord bei einer Verwandten versteckt. Seine Wohnung war voller Nazi-Devotionalien, einer Fahne der verbotenen Neonaziband Landser, diversen Waffen und einem Kilo Schwarzpulver. Er äußerte sich häufiger verächtlich über die Ausländer im Kiez, laut Zeugenaussagen stand er der NPD nahe. Ein rassistisches Motiv wollten Richter und Staatsanwälte trotzdem nicht erkennen. Sie haben den Mordprozess komplett entpolitisiert, aus Rolf Z. einen Alkoholiker mit Sammelleidenschaft gemacht und im Prozess einen „Mord ohne Motiv“ entstehen lassen. Auch einem möglichen Zusammenhang zum Mord an Burak Bektas wurde nicht weiter nachgegangen.

Die Kneipe „Del Rex“ hat mittlerweile geschlossen. Der Besitzer kommt mit den Folgen des Mordes nicht gut zurecht. Es ist unschwer zu erkennen, dass rechte Gewalttaten nicht nur auf die direkt Betroffenen wirken, sondern weit darüber hinaus Angst und Schrecken verbreiten. Um dem etwas entgegenzusetzen, dürfen solche Taten nicht unwidersprochen bleiben. Unter uns ist ein brutaler Mord geschehen, mitten im sogenannten Szene-Kiez Neukölln, vor einer der vielen angesagten Kiezkneipen – verübt von einem Nazi. Das ist nicht nur ein rechter Mord an einem unschuldigen Menschen, sondern ein Anschlag auf unsere Lebensvorstellungen, auf eine offene und antirassistische Gesellschaft. Das darf weder ignoriert noch vergessen werden!

Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen – gegen Rassismus und rechte Gewalt hier in Neukölln und überall sonst! Zeigen wir unsere Solidarität mit den Betroffenen der Tat und den Angehörigen von Luke Holland! Zeigen wir Ihnen, dass sie nicht alleine stehen!

Gegen die Ignoranz und das Schweigen!
Kein Vergeben, kein Vergessen! Keine weiteren Morde!

Bringt Blumen mit!

Umfangreiches Material und politische Einschätzungen finden sich auf dem Blog der Initiavie, ebenso ein Interview zum Thema. Der Aufruf zur Kundgebung ist ebenfalls als Veranstaltung auf Facebook teilbar.