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"An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern." Erich Kästner

Blogkino: The Angry Brigade (1973)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "The Angry Brigade: The Spectacular Rise and Fall of Britain's First Urban Guerilla Group". Wie der Titel schon sagt, handelt die Doku über die zwischen 1970 und 1972 in Großbritannien aktive militante Stadtguerilla "Angry Brigade", welche bei einer Reihe symbolischer Angriffe auf Eigentum Waffen und Bomben einsetzte. Eine Reihe von Communiqués begleitete die Aktionen und erläuterte die Wahl der Ziele und die Philosophie der Angry Brigade: Autonome Organisation und Angriffe auf Eigentum neben anderen Formen der militanten Aktion der Arbeiterklasse. Zu den Zielen gehörten die Botschaften von Unterdrückungsregimen, Polizeistationen und Kasernen, Boutiquen und Fabriken, Regierungsabteilungen und die Häuser von Kabinettsministern, der Generalstaatsanwalt und der Kommissar der Stadtpolizei. Diese Angriffe auf die Häuser hochrangiger politischer Persönlichkeiten erhöhten den Druck auf die Polizei, Fahndungsergebnisse vorzuweisen und brachten so eine Lawine von Polizeirazzien mit sich. Von Anfang an stand die Polizei vor der Schwierigkeit, einen Teil der Gesellschaft in den Griff zu bekommen, den sie als völlig fremd empfand. Und standen sie einer Organisation gegenüber - oder einer Idee?

Das der Dokumentation zugrundeliegende Buch von Gordon Carr befasst sich mit den Wurzeln der Angry Brigade in der revolutionären Stimmung der 1960er Jahre und geht auf ihre Kampagne und polizeiliche Ermittlungen im Rahmen des Verschwörungsverfahrens „Stoke Newington 8“ im Old Bailey ein - dem längsten Strafverfahren in der britischen Rechtsgeschichte. Auf der Gundlage von umfangreichen Nachforschungen - sowohl bei der libertären Opposition als auch bei der Polizei - verfasst, bleibt es die wesentliche Studie der ersten Guerilla-Gruppe in Großbritannien.