Wozu noch wählen?

Der allgemeine Abscheu scheint einen anzugreifen. Den neugewählten Chef der griechischen Regierung - und seinen Finanzminister. Erst haben sie sich gegen ihre Wohltäter gewandt - und das wie frech - und dann haben sie sich eigensinnig auch noch der Einheitsfront entzogen. Die EU- weit sich für weitere Sanktionen gegen Russland ausgesprochen hätte. So etwas Selbstverständliches nicht einfach mittragen.

Die Serie der Ankläger Griechenlands vergisst bei ihren Angriffen nur eines. Sie geht von der Einheit des Kapitals aus. Verträge sind heilig. Ganz egal, wer sie einmal abgeschlossen hat. Einmal gefangen - immer verlässlich. Wie könnte sonst das Prinzip des Kapitalismus funktionieren. Ewige Verlässlichkeit. Allerdings nur für die Ausleiher.

Eines bleibt dabei freilich übersehen. Demokratie.

Deren Prinzip heißt schließlich: Die Meinungen können sich ändern. Wenn eine Menschenmenge erkennt, dass sie sich in Fesseln gelegt hat, wie auch immer begründet, dann muss sie sich die Freiheit erlauben, sich zu ändern. Sich zu erheben gegen die bisherigen Klammern. Dasselbe - und noch deutlicher - gilt von der Fortsetzung einer bisherigen Politik. War es bisher schon schwachsinnig, sich an den Stößen gegen Russland zu beteiligen, wieso sollte eine neue Regierung sich dann nicht erlauben dürfen, den Blödsinn zu beenden.

Bleibt es also bei einer Alternative: Bleibt es bei künftigen Abstimmungen beim Grundprinzip des Kapitals, dann wird es in Zukunft immer weniger Gründe geben, überhaupt zum Wählen zu gehen. Es muss dann doch auf jeden Fall beim immer schon Vereinbarten bleiben.

Oder wir bleiben beim bisherigen Begriff von Demokatie stehen. Dann muss man auch mit der Veränderlichkeit der Meinungen der Menschen leben können. Und diese beherzigen.

Wonach sieht es im Augenblick in Deutschland aus?

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Ulf on :

Wozu wählen?
Vielleicht, weil es zB Die PARTEI gibt. Ich meine das durchaus ernst- das ist die Chance, zu entlarven und anzuklagen, ohne moralinsauer zu wirken...
Comment (1)
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Jue.So Jürgen Sojka on :

Wozu noch wählen - zum mit~reden (_dürfen_!)

DEMOKRATIE leben, um sie zu er~_leben_!

Wir haben bei uns in Baden-Württemberg (B-W), in unserer Landesverfassung (LV B-W)
stehen: (vom 11. November 1953) Zweiter Hauptteil Vom Staat und seinen Ordnungen
I. Die Grundlagen des Staates
Artikel 26 … (3) Die Ausübung des Wahl- und Stimmrechts ist Bürger-
pflicht.
[Auszug aus GRUNDGESETZ LANDESVERFASSUNG lpb B-W Seite 119 - © 2014]

BÜRGER-PFLICHT, na so was!?! Die Pflicht eines Jeden / einer Jeden? Was soll das denn?

Der “SdZ“ (Schreiber dieser Zeilen) hat am “offenen Mikrofon“, Mittlerer Schlossgarten,
beim HBF Stuttgart, am Pavillon, als die Bäume und der Südflügel noch standen, gesagt:
„Bisher haben die Bürger ihre Stimme bei Wahlen _abgegeben_.
Sie kommen langsam dazu in unserem Grundgesetz (GG) weiter zu lesen,
da steht in Wahlen und Abstimmungen! Der Satz geht aber noch weiter…“
– das GG
aufschlagend (40. Auflage 1969) und den Text zitierend!
--- Völliges Unverständnis beim Moderator, und also darüber hinweggehend! ---
Niemand der zahlreichen Anwesenden wollte das, als Thema, aufnehmen; darüber
sprechen?!?

DEMOKRATIE = eigenverantwortliches Denken und Handeln

Solange die STIMME a b g e g e b e n wird, gibt es keine gelebte DEMOKRATIE!!

Die STIMME wird bei Wahlen und Abstimmungen g e l e i s t e t und _e r w a r t e t_
eine GEGENLEISTUNG – der/die Abstimmende hat die GEGENLEISTUNG einzufordern!!
Beständig _einzufordern_, ohne die geringste Abweichung, von den Gewählten, den
_Abgeordneten/Volksvertretern_, ihr Anforderungsprofil, ihren AMTSEID zu _erfüllen_!!

Die Abgeordneten/Volksvertreter verstehen sich selbst jedoch als Politiker/Politikerinnen:
tust Du mir nichts,
tu ich Dir auch nichts!
Politiker/Politikerinnen _jeglicher_ Couleur

Der “SdZ“ also an nachfolgenden Samstagen, am offenen Mikrofon (siehe oben), beständig
hinweisend und zitierend aus unserem GG und LV B-W (in kleinen Dosierungen):
– Unverständnis “erntend“
– Ablehnung erhaltend
– was redet der da
– und Weiteres …?!

Es gibt erfreuliches zu vermelden! Am Tag der Deutschen Einheit, in Stuttgart, gingen
10.000 der oben genannten “Büchlein“ GG und LV B-W -© 2013-, im BW-Zelt an die
BÜRGER; sich selbst nehmend vom aufgebauten Stapel, vor dem Stand der
Landeszentrale für politische Bildung lpb B-W – es dauert halt ein bisserl, bis erkannt
wird, dass es sehr leicht zu verstehen ist!
+
Grundrechtefibel für Kinder ab 8 Jahren (4,4MB) und Lehrerhandreichung (4,9MB) Link:
www.grundrechtefibel.de/
+
4. Großer Ratschlag, Rathaus Stuttgart der ”Eigenverantwortliche Bürger” Link:
http://www.parkschuetzer.de/statements/143574
+
Eigenverantwortliche Handlungsweise “…Parkschuetzer_Rechte_und_Pflichten.pdf“ Link:
http://www.parkschuetzer.de/statements/146898

Mag dies erstmal genügen …
AUFRECHT GEHEN - HINSEHEN - AUSSPRECHERN - EINFORDERERN
Jue.So Jürgen Sojka geboren in Stuttgart 1954
Comments (3)
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Jue.So Jürgen Sojka on :

zum Kommentar 10.02.2015 19:07 eine Ergänzung:

auf DRKultur wurde am 24.07. 2012 folgender Beitrag gesendet
"Mappus und die kollabierte Demokratie",
also zu _Wahlen_, Parteien, Politikern und Demokratie!

Nachfolgend der Link auf Parkschützer, da der Audiobeitrag auf DRKultur nicht mehr angehört werden kann.
In der PDF-Datei der Beitragstext vom Autor gesprochen - was, durch die Betonungen, gehaltvoller wird.
www.parkschuetzer.de/statements/178643

Eine schöne Woche ALLEN KLARDENKERN FRAGESTELLERN ANTWORTERN
Jue.So Jürgen Sojka Bewerber zum 1. Bürgermeister in Stuttgart (2011)
Comments (3)
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Jue.So Jürgen Sojka on :

2te Ergänzung:
Die taz schreibt über den zu erstrebenden ökologischen Umbau der Städte:
... "Gerade die Auseinandersetzungen um das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ haben ein Umdenken in vielen, vor allem größeren Kommunen ausgelöst."
Im Statement auf Parkschützer, mit meinem Kommentar von heute 14:01, enthalten 2 Links zu den Begriffen
BÜRGER / Bewohner und DEMOKRATIE - zu Verwaltungsakten bei uns in Stuttgart _BÜRGER-BETEILIGUNG_
www.parkschuetzer.de/statements/180586
Comments (3)
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