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nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

ARGENTINIEN
Die bekannt gewordenen Beteiligungen des argentinischen Präsidenten Mauricio Macri an Offshore-Unternehmen passen nicht zur Korruptions­bekämpfung, die seine Regierung proklamiert. Diese bleibt trotz vieler unpopulärer Maßnahmen relativ stabil.

BOLIVIEN
Nach seiner jüngsten Begegnung mit Papst Franziskus am Freitag im Vatikan hat Boliviens linksgerichteter Präsident Evo Morales den regierungskritischen Teil der katholischen Kirche die Gründung einer eigenen Partei nahegelegt. Sie könne dort ihre „proimperialistischen und prokapitalistischen“ Positionen vertreten, so Morales laut örtlichen Medienberichten

BRASILIEN
Im Zuge eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsidentin Dilma Rousseff haben sich am Sonntag mehr als zwei Drittel der Abgeordneten wenig überraschend für die Ermittlungen ausgesprochen. Zuvor waren zwei ehemals mit Rousseff verbündete Parteien nacheinander aus der Koalition ausgetreten.

Brasiliens Vizepräsident Michel Temer, der nach Darstellung der regierenden Arbeiterpartei (PT) an der Spitze eines parlamentarischen Putschversuchs gegen Präsidentin Dilma Rousseff steht, hat laut einer führenden brasilianischen Tageszeitung bereits einen Emissär nach Washington entsandt.

ECUADOR
Nach dem schweren Erdbeben in Ecuador haben viele lateinamerikanische Länder Hilfsteams in die Krisenregion entsandt. Der ecuadorianische Außenminister Guillaume Long bedankte sich am Montag auf Twitter für die Solidarität von über 500 Helfern aus neun Ländern.

HIATI
In Haiti will Interimspräsident Jocelerme Privert im Mai einen neuen Fahrplan für die noch ausstehenden Präsidentschaftswahlen ankündigen.

KOLUMBIEN
In Kolumbien hat in den vergangenen Monaten die Zahl der Morde und Mordversuche gegen Gewerkschafter und linke Aktivisten dramatisch zugenommen. Die Menschenrechtsorganisation »Somos defensores« zählte Anfang April bereits 15 Morde und 50 Übergriffe gegen Vertreter sozialer Vereinigungen seit Jahresanfang. Andere Angaben sprechen sogar von mindestens 30 Tötungsdelikten aus politischen Gründen. Die kolumbianische Regierung hatte Anfang April den Tod von zwölf Aktivisten eingeräumt.

KUBA
Mit einer zweieinhalbstündigen Ansprache von Präsident Raúl Castro ist am Sonnabend (Ortszeit) in Havanna der VII. Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) eröffnet worden.
Es ging um die Zwischenbilanz zu den 2011 eingeleiteten Veränderungen und um die Entwicklung von Konzepten für den Kurs des Landes in den nächsten 15 Jahren. Obwohl die konkreten Folgen der viertägigen Beratungen erst in Monaten erkennbar sein werden, gehen von dem Parteitag klare Botschaften aus, die auch die Debatten der Linken in aller Welt beeinflussen dürften.

PERU
Der frühere peruanische Präsident Alberto Fujimori möchte offenbar eine Neuauflage des Gerichtsverfahrens gegen ihn beantragen. Er begründet sein Vorgehen beim Verfassungsgericht mit der Befangenheit des zuständigen Richters sowie Verfahrensfehlern.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 22. April 2016

Heidelberger Lehrer gegen Verfassungsschutz: Klage gegen den Inlandsgeheimdienst scheitert vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe

Die Klage des Heidelberger Realschullehrers Michael Csaszkóczy gegen den 'Verfassungsschutz' wurde vom Verwaltungsgericht in allen Punkten zurückgewiesen. Der Kläger trägt die Kosten des Verfahrens.

Csaszkóczy war in den Jahren 2003-2007 wegen seines antifaschistischen Engagements zu Unrecht mit Berufsverbot belegt worden. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim hatte in seinem letztinstanzlichen Urteil sehr deutlich klargestellt, dass die vom Verfassungsschutz gesammelten 'Erkenntnisse' über Csaszkóczy in einem Rechtsstaat eigentlich keine Erwähnung finden dürften. Auch das Kultusministerium Baden Württemberg stellte Csaszkóczy 2007 ein, weil auch nach gründlicher Überprüfung keine Zweifel an seiner Verfassungstreue bestünden.

Das Urteil ist insofern erstaunlich, weil in der mündlichen Verhandlung selbst die Vertreter des Geheimdienstes einräumen mussten, dass Csaszkóczy – entgegen ihrer früheren Behauptungen – keinesfalls Gewaltbereitschaft zu unterstellen sei. Auch mussten sie klarstellen, dass die Mitglieder der Gruppen, in denen Csaszkóczy aktiv ist, keineswegs alle Verfassungsfeinde sind. Es sei für die Beobachtung auch unerheblich, ob Csaszkóczy selbst als Verfassungsfeind bezeichnet werden könne.

Offensichtlich reicht dem Gericht die bloße Versicherung des Geheimdienstes aus, dass Csaszkóczy sich in 'linksextremen' Kreisen bewege, um seine weitere geheimdienstliche Überwachung zu rechtfertigen.
Unter diese 'gerechtfertigte' Überwachung fallen für das Verwaltungsgericht explizit auch die Bespitzelung von Ostermärschen und gewerkschaftlichen Veranstaltungen.

Ausdrücklich nicht diskutieren wollte das Gericht die unterschiedlichen Maßstäbe, die der 'Verfassungsschutz' bei der Beobachtung rechter und ausländerfeindlicher Bewegungen anlegt. So stellt der Geheimdienst Gruppen wie Hogesa, Pegida und AfD trotz nachgewiesener Kontakte ins Nazimilieu immer noch regelmäßig Persilscheine aus. Ebenfalls nicht thematisiert werden sollten die Auswirkungen, die die mittlerweile jahrzehntelange nachrichtendienstliche Überwachung für das Leben des Betroffenen hat.

Der Vorsitzende Richter Morlock kündigte schon in der mündlichen Verhandlung an, die Berufung zuzulassen. Zur Begründung führte er an, es handele sich um grundsätzliche Fragen, die besser von einer höheren Instanz grundsätzlich geklärt werden sollten. Offensichtlich war es für Morlock ein zu heißes Eisen, die Praxis des 'Verfassungsschutzes' auch nur ansatzweise in Frage zu stellen.

Wir betrachten dieses Urteil als reines Gefälligkeitsurteil für den mittlerweile schwer diskreditierten Geheimdienst.

Dokumentiert: Schlusswort vor Gericht

Vor einem guten Jahr war anlässlich des 25 Jahre zurückliegenden Untergangs der DDR viel von der Staatssicherheit die Rede. Zurecht wurde darauf hingewiesen, wie eine permanente geheimdienstliche Überwachung missliebiger Personen nicht nur das politische Klima vergiften und eine offene Diskussion verhindern kann, sondern auch das Leben von Menschen zerstört.

Was macht es mit einem Menschen, wenn er jahrzehntelang überwacht wird, wenn – wie aus den Bruchstücken meiner Akten ersichtlich – Spitzel auf ihn angesetzt werden und seine e-mails abgefangen werden. Ich möchte diesen persönlichen Aspekt hier nicht vertiefen – in diesem ganzen Verfahren scheint er auch überhaupt keine Rolle zu spielen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es hier um sehr viel mehr geht, als um die Frage eines unrechtmäßigen Verwaltungsaktes.

Ich habe in Heidelberg schon eine ganze Reihe von Spitzelanwerbungen durch den Verfassungsschutz mitbekommen. Besonders häufig waren dabei die Versuche, Jugendliche unter Druck zu setzen, damit sie sich für den Geheimdienst als Schnüffler betätigen. Was macht es mit Menschen und was macht es mit unserer Demokratie, wenn wir das Treiben eines solchen Geheimdienstes dulden?

Der Vergleich mit der Stasi – so wird immer eingewendet – sei nicht statthaft. Unser Verfassungsschutz sei schließlich ein Geheimdienst, der nur die Feinde der Demokratie verfolgt. Sind wir uns da tatsächlich so sicher?

25 Jahre lang hat dieser Geheimdienst alles Negative gesammelt, was er über mich in Erfahrung bringen konnte. Er ist dabei auch nicht vor Falschinformationen und Diffamierungen zurückgeschreckt. Dabei war nicht eine sogenannte Erkenntnis, die vor Gericht oder beim Ministerium auch nur Zweifel an meiner Verfassungstreue begründen konnte.

Über die vielfältigen Verstrickungen dieses Geheimdienstes mit der terroristischen Naziszene ist in den vergangenen Jahren permanent berichtet worden. Täglich flimmern zur besten Sendezeit neue Skandale im Zusammenhang mit dem NSU über die Bildschirme.

Wir alle wissen, dass es dabei nicht nur um eine fragwürdige Bespitzelungspraxis geht, sondern um Mord und Terror. Dennoch – und das ist eigentlich unfassbar - genießt dieser Geheimdienst weiter den Ruf einer moralischen Instanz und einer ernstzunehmenden Quelle.

Bis heute stellt der sogenannte 'Verfassungsschutz' den ausländerfeindlichen Bewegungen von AfD bis Pegida Unbedenklichkeitszeugnisse aus. Besonders absurd war diese staatliche Protektion, als es um die Zusammenrottung rechter Schläger ging, die sich schon den Namen 'Hooligans gegen Salafisten' gab. Bei der Gründung beteiligt war der V-Mann des Verfassungsschutzes Roland Sokol, ein Mitglied des gewalttätigen Nazi-Netzwerks der Hammerskins.

Der baden-württembergische Verfassungsschutz betont zur selben Zeit, dass Hogesa völlig unbedenklich sei. Die Existenz der Hammerskins in Baden-Württemberg leugnet der Geheimdienst gleich komplett. Mir aber wirft der Geheimdienst vor, dass die AIHD die Strukturen der Hammerskins im Südwesten öffentlich gemacht habe. Das ist rational kaum mehr zu erklären, sehr wohl aber mit einer unappetitlichen Kumpanei von Geheimdienst und Naziszene.

Die hauptsächliche Begründung, warum ich den größten Teil der Akten nicht sehen darf, ist der Schutz der Identität der eingesetzten Spitzel.

Wörtlich lautet diese Begründung: „Allein das öffentliche Anprangern der Quelleneigenschaft würde für die betroffenen Quellen bedeuten, dass sie in ihrem persönlichen Umfeld und ihrer Existenz derart starken Belastungen ausgesetzt wären, dass sie in ihrer bisherigen Lebensführung massiv beeinträchtigt wären.“ Für jemanden, der seit über 20 Jahren von Spitzeln ausspioniert wurde, mutet die rührende Sorge um die Spitzel selbst gelinde gesagt befremdlich an. Wie im NSU-Komplex auch geht beim Verfassungsschutz Quellenschutz vor Opferschutz.

Gibt es überhaupt Maßstäbe, an die sich der Geheimdienst halten muss? Wenn weder das höchstinstanzliche Urteil des VGH noch die dezidierte Haltung des Ministeriums, das nach eingehender jahrelanger Prüfung erklärt hat, dass keine Zweifel an meiner Verfassungstreue bestehen, für den Verfassungsschutz relevant sind, in wessen Auftrag agiert er dann eigentlich? Oder kann er in diesem Staat völlig unkontrolliert seine eigene Agenda
verfolgen.

Die gesetzlich festgeschriebene Definition der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist jedenfalls ganz sicher nicht der Maßstab, nach dem der Verfassungschutz seine Bespitzelungspraxis ausrichtet.

Meine Beobachtung beginnt 1992, als der Verfassungsschutz besorgt registrierte, dass ich mich schützend vor das von Pogromen bedrohte Flüchtlingsheim in Mannheim-Schönau gestellt habe. Seitdem habe ich in meinem Leben bestimmt viele Fehler gemacht. Aber wirklich überhaupt nichts, was der Verfassungsschutz in den Jahrzehnten meiner Bespitzelung zusammengetragen hat, würde mir Grund geben, es zu bereuen.

Der Verfassungsschutz hat, als er in diesem Verfahren aufgefordert wurde, meine kompletten Akten vorzulegen, schlicht erklärt, das Heraussuchen dieser Akten sei eine unzumutbare Arbeitsbelastung. Der Geheimdienst offenbart damit nicht nur seine Missachtung des Grundrechts auf Informationsfreiheit, sondern mehr noch seine Missachtung des Gerichts. Wenn Sie heute ein Urteil fällen sollten, das den Verfassungsschutz verpflichtet, meine Daten zu vernichten – wird es dann auch eine unzumutbare Arbeitsbelastung sein, sie zu finden? An dieser Stelle sollte man sich vielleicht daran erinnern, dass die Verfassungsschutzbehörden innerhalb weniger Wochen LKWLadungen voller Akten gezielt vernichtet haben, die den NSU-Komplex betrafen.

Wenn Sie heute bestätigen, dass diese Art der Bespitzelung rechtens ist, dann ist eines klar: Es gibt in diesem Staat keinerlei Rechtssicherheit gegenüber dem Inlandsgeheimdienst.

Wenn der Verfassungsschutz seine eigene Agenda verfolgt – die nicht die der Verfassung ist – gilt kein Grundrecht auf Informationsfreiheit mehr, keine Menschenwürde und keine Meinungsfreiheit. Umgekehrt haben Sie heute die Gelegenheit, ein klares Signal zu senden, dass der 'Verfassungsschutz' – solange dieser Fremdkörper innerhalb der Demokratie überhaupt noch existiert – nicht abseits jeder Rechtsstaatlichkeit agieren kann.



Quelle: Pressemitteilung 21. April 2016

Gegen den Landesparteitag der AfD in Waiblingen! Wir widersetzen uns!

Die AfD will am 23. April ihren Landesparteitag in Waiblingen abhalten. Zeigen wir ihnen, dass sie nicht willkommen sind!

Morgens: Proteste & Aktionen am BüZe
Mittags: Demonstration durch die Innenstadt


Hier der gemeinsame Aufruf:

Das politische Klima der BRD entwickelt sich nach rechts. Neben rechten Mobilmachungen, wie der „Demo für Alle“ oder PEGIDA stieg im Zuge dessen die sogenannte „Alternative für Deutschland“ (AfD) zum parlamentarischen Arm dieses rechten Sammelbeckens auf. Hierbei bildet die AfD eine der zentralen Säulen dieser Bewegungen und scheut auch nicht vor dem Kontakt mit neofaschistischen Personen und Gruppen zurück.

Die politische Nähe belegte auch die Empfehlung der NPD mit der Erststimme die AfD zu wählen.

Neben dieser Nähe zum „rechten Rand“ vertritt die AfD auch eine zutiefst antisoziale Politik, welche sie versucht mit vermeintlicher Bürgernähe zu kaschieren.

Im Programm(-entwurf) der AfD findet sich neben der Forderung nach Zwangsarbeit für Hartz IV-Bezieher, der Wunsch die Arbeitslosenversicherung zu privatisieren und Gedanken darüber den Mindestlohn abzuschaffen.

Zusätzlich versucht sich die AfD an einem unternehmerfreundlichen Steuermodell, welches eine massive Bevorteilung der besitzenden Schichten vorsieht. Die Rechnung für die fehlenden Steuereinnahmen würden letztlich jene tragen, die auf staatliche Zuwendungen angewiesen sind (wie z.B. Alleinerziehende, Arbeitslose, GeringverdienerInnen, RentnerInnen).

Diese Abwälzung der Krisenlasten und Umverteilung auf die unteren Einkommensschichten ist das Programm der AfD! Mit rassistischen & nationalistischen Thesen wird versucht gesellschaftliche Probleme auf dem Rücken von sozial Schwächeren auszutragen!

Dass die AfD dabei auch nicht vor individuellen Vorlieben der Menschen halt macht zeigt sich an den konstanten Versuchen der AfD heterosexuelle Beziehungen als die einzige, wirkliche Beziehungsform darzustellen.

Neben dieser Homophobie konstituiert sich in der AfD auch ein sexistischer Kern, welcher Frauenrechte beschneiden und ihnen eine bestimmte Rolle zuteilen will. Beispielsweise forderte Beatrix von Storch ein Verbot von Abtreibungen 1 und Frauke Petry drei Kinder von jeder Frau 2.

Dabei fördert die Partei ein erzreaktionäres Frauenbild, welches sie versucht mit dem Verweis auf gesetzliche Gleichstellung und der Abgabe von Führungspositionen an Frauen zu kaschieren.

Doch es gibt auch andere Ansätze:
Neben zahlreichen Flüchtlingsinitiativen formieren sich auch zahlreiche Bündnisse gegen Rechts und propagieren ein solidarisches, pluralistisches Gesellschaftsbild. Von Kundgebungen, über Blockaden bis hin zu Flashmobs wird dem Rechtsruck bundesweit contra gegeben.

Die Dynamik solcher Aktionen zeigte sich auch am 25. Februar, als über 600 Menschen in Backnang gegen die AfD auf die Straße gingen. Gemeinsam und solidarisch wollen wir am 23. April mit verschiedenen Aktionsformen an diesen Erfolg anknüpfen.

Wir lassen uns nicht spalten, wenn es darum geht dem gesellschaftlichen Rechtsruck entgegen zu treten! Lasst uns der AfD gemeinsam einen spürbaren Protest entgegen bringen!

Gemeinsam, vielfältig, bunt – für eine solidarische Gesellschaft!

UnterstützerInnen:
Aktion Jugendzentrum Backnang e.V.
Aktionsbündnis gegen den AfD-Bundesparteitag
Alternative Liste Waiblingen
Antifaschistische Aktion [Aufbau] Stuttgart
Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart und Region
Antifaschistische Jugend Rems-Murr
Antikapitalistische Linke [Aufbau] Rems-Murr
Amnesty International Gruppe Waiblingen
DGB Fellbach
DGB Kreisvorstand Waiblingen
DGB Schorndorf
Die Linke Rems-Murr
Deutsche Kommunistische Partei Rems-Murr
Fremde unter uns e.V. - AK Asyl Waiblingen
IG Metall Jugend Waiblingen
IG Metall Waiblingen
Initiative Rems-Murr Nazifrei!
Parteifreies Bündnis Kernen (ptb)
Piratenpartei Rems-Murr
VVN-BdA Baden-Württemberg
VVN-BdA Kreisvereinigung Rems-Murr
Zusammen Kämpfen [Stuttgart]

Fußnoten:

Blogkino: Sie leben (1988)

Heute in der Reihe Blogkino: Die Mutter aller Verschwörungstheorien - John Carpenters "Sie leben". Ganz Los Angeles ist von Außerirdischen unterwandert, die - als reiche Geschäftsleute getarnt - die Bevölkerung per Fernhypnose in Konsumzombies verwandeln. Ganz Los Angeles? Nein, einige Revolutionäre setzen sich zur Wehr...

Pasta mit selbst gemachtem Pesto aus geräucherten und getrockneten Paprika

Schon lange nichts mehr zum Essen gebloggt. Kann man ändern: Heute gekocht: Pasta mit selbst gemachtem Pesto aus geräucherten und getrockneten Paprika. Kurz: Pasta LaChinata. Nomnomnom!

Rezept:

50 g getrocknete, geräucherte Paprika, z.B. LaChinata
2 EL gehacktes frisches Basilikum
2 EL gehackte frische Petersilie
6 Knoblauchzehen, fein gehackt
25 g Pinienkerne
1 rote Zwiebel, gehackt
4 EL weißer Balsamicoessig
6 EL Tomatenmark
4 EL Rotwein
100 ml Olivenöl
Salz nach Geschmack

Zubereitung

Die getrockneten Paprika in grobe Stücke schneiden und von den Kernen und Stielen befreien, anschließend in eine Schüssel geben und mit warmem Wasser bedecken. 5 Minuten stehen lassen, bis sie weich sind.

Anschließend über einem Sieb abtropfen und zusammen mit dem Basilikum, der Petersilie, dem Knoblauch, den Pinienkernen und der Zwiebel im Standmixer oder mit dem Pürierstab fein pürieren.

Essig, Tomatenmark und Rotwein hinzufügen und gut pürieren. Olivenöl einrühren und mit Salz abschmecken.

Hält in kleinen Gläsern tiefgefroren einige Monate, im Kühlschrank mit Öl bedeckt einige Tage.

AfD-Bundesprogrammparteitag: Behörden legen Gegenprotesten Steine in den Weg

Am 30.04. und 01.05.2016 plant die rechtspopulistische AfD ihren Bundesprogrammparteitag auf dem Messegelände am Stuttgarter Flughafen abzuhalten. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Termins, formierte sich in Stuttgart das spektrenübergreifende „Aktionsbündnis gegen den AfD-Bundesparteitag“. Darin sind neben vielen anderen sowohl Jusos und Grüne Jugend als auch antifaschistische Initiativen und Attac aktiv. Auch der ver.di Bezirk Stuttgart und der Landesverband der DIDF Jugend unterstützen die geplanten Proteste. Gemeinsames Ziel aller am Bündnis beteiligten Akteure ist es, am 30. April spürbaren Protest an die Messe tragen, um zu verhindern, dass sich die AfD dort als legitime Partei inszenieren kann.

Dreh- und Angelpunkt der geplanten Proteste ist eine große Kundgebung auf dem Messepiazza sowie mehrere Mahnwachen rund um das Messegelände. Ergänzend ist am Nachmittag eine antirassistische Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt geplant. Obwohl die Versammlungen bereits vor Wochen angemeldet wurden, sind die Bestätigungen durch die Versammlungsbehörden bisher ausgeblieben.

„Während Stadt und Land offenbar kein Problem damit haben, der Rechtsaußen-Partei die Messehallen ohne Widerstand sofort zur Verfügung zu stellen, werden gleichzeitig den Gegenprotesten Steine in den Weg gelegt.“, kritisiert Dominik Schmeiser vom Aktionsbündnis. „Die Behörden mögen uns hinhalten, aufhalten werden sie uns nicht. Wir bestehen auf unserem demokratischen Recht und werden den Protest direkt an die Halle tragen, notfalls mit juristischer Unterstützung.“

Mario Kleinschmidt vom Aktionsbündnis ergänzt: „Die AfD ist maßgeblich mitverantwortlich für eine Stimmung, in der brennende Flüchtlingsunterkünfte wieder bejubelt werden. Wir werden nicht länger zusehen, wenn Menschen als Sündenböcke präsentiert, ausgegrenzt oder verfolgt werden.“


Quelle: Pressemitteilung

Revolution an der Tanzbar: Charles Mingus - Blues & Roots (1960)

Gestern versehentlich in das sog. ‪"Schlagerfest‬" der ‪ARD‬ gezappt. Wie paralysiert 5 Minuten Andrea ‪Berg‬ zugehört. Ton ausgemacht. War gleich noch viel gruseliger. Um etwaige Spätfolgen zu verhindern gleich mal ein paar Klassiker rausgesucht. Z.B.: Charles Mingus - Blues & Roots aus dem Jahr 1960. Eines der schönsten ‪Hardbop‬ Alben überhaupt und Beweis genug dafür, dass es schon immer gute Musik gab, aber keinen Grund, sich ‪Music4Zombies‬ reinzuziehen.

Anspieltipp: Moanin', und das nicht nur wegen Pepper Adams am Bariton Saxophon. Von dem es übrigens eine 2 Stunden (!) lange Fassung einiger Bandmitglieder - mit Ronnie Cuber am Bari - aus dem Jahr 1993 gibt.

Das Spielzeuglied

Ein Antikriegslied von Erich Kästner und Edmund Nick, eine Metapher auf den heraufziehenden Krieg.

Erich Kästner 1961
Foto: von Basch
Lizenz: [CC BY-SA 3.0 nl]

Wer seinem Kind ein Spielzeug schenkt,
weiß vorher, was passiert:
Das Spielzeug ist, bevor man's denkt,
zerlegt und ruiniert.
Der Knabe haut und boxt und schlägt
begeistert darauf ein.
Und wenn's auch sehr viel Mühe macht:
Am Ende, am Ende,
am Ende kriegt er's klein.

Wenn das erledigt wurde, dann
beginnt der zweite Teil:
Der Knabe starrt das Spielzeug an
und wünscht sich's wieder heil!
Jedoch, - was man zerbrochen hat,
bleibt läng're Zeit entzwei.

Da hilft kein Wunsch und kein Gebet.
Es hilft auch kein Geschrei.
Die Kleinen brüllen wie am Spieß
und strampeln wie noch nie.
Das Beste wär: Wir legten sie
mal gründlich, mal gründlich,
mal gründlich übers Knie.

Es ist nur so: wir lieben sie.
Ihr Schmerz ist unser Schmerz.
Wir legen sie nicht übers Knie.
Wir drücken sie ans Herz.

Wir summen "Hoppe Reiter",
auf daß ihr Leid verweht.
Ach, wär'n wir doch gescheiter!
Das geht nicht, das geht nicht,
das geht nicht mehr so weiter,
wenn das so weitergeht!

Es steckt ein Kind in jedem Mann.
Ein Spielzeug ist sein Ziel.
Nur, was dabei zustande kommt,
das ist kein Kinderspiel.
Das Glück der Welt ist zart wie Glas
und gar nicht sehr gesund.
Doch wenn die Welt aus Eisen wär,
die Männer, die Männer,
sie richten sie zugrund!

Wenn das erledigt wurde, dann
beginnt der zweite Teil:
Die Mannswelt starrt das Spielzeug an
und wünscht sich's wieder heil!
Jedoch, - was man zerbrochen hat,
bleibt läng're Zeit entzwei.

Da hilft kein Wunsch und kein Gebet.
Es hilft auch kein Geschrei.
Und keiner will's gewesen sein,
nicht du, nicht der, nicht die!
Das Beste wär: Wir legten sie
mal gründlich, mal gründlich,
mal gründlich übers Knie.

Es ist nur so: wir lieben sie.
Ihr Schmerz ist unser Schmerz.
Wir legen sie nicht übers Knie.
Wir drücken sie ans Herz.

Sie werden nicht gescheiter,
solang ein Rest noch steht...
Diesmal war's ein Gefreiter...
Das geht nicht, das geht nicht,
das geht nicht mehr so weiter,
wenn das so weitergeht!

Text: Erich Kästner
Musik: Edmund Nick, 1929

Erich Kästner und Edmund Nick trafen sich 1929 und begannen sofort einer intensive künstlerische Zusammenarbeit, die bis 1933 dauern sollte, als der Druck der NS-Behörden auf beide zunahm. Nick wurde 1933 wurde er im Zuge der Gleichschaltung beim Sender Schlesische Funkstunde entlassen, deren musikalischer Leiter er war. Er übersiedelte nach Berlin, wo er bis 1935 als musikalischer Leiter des NS-kritischen Kabaretts Die Katakombe arbeitete und von 1936 bis 1940 musikalischer Leiter am Theater des Volkes war.

Nach dem Ende des Krieges trafen sich Kästner und Nick wieder in München und gründeten eine der bekanntesten Kabaretts der Nachkriegszeit,  Die Schaubude. Dort setzten sie ihre alte Zusammenarbeit fort und schrieben viele neue kabarettische Werke bis zur Schließung der Schaubude 1948.

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

ARGENTINIEN
Gegen die ehemalige Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner soll wegen mutmaßlicher Geldwäsche ermittelt werden. Dies hat die Bundesstaatsanwaltschaft am Samstag beantragt.

Der Ausstieg der Regierung von Argentinien aus dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur stößt weiter auf Kritik. Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel bezeichnete den Schritt als „Zensur“.

BRASILIEN
Brasiliens schwer unter Druck stehende Präsidentin Dilma Rousseff schliesst einen Rücktritt kategorisch aus. «Wir werden den Kampf gegen den Putsch gewinnen», betonte die Politikerin der linken Arbeiterpartei bei einer Veranstaltung in der Hafenstadt Paranaguá nach Angaben der Nachrichtenagentur Agência Brasil.

CHILE
Veröffentlichte Dokumente zeigen Unterstützung des Vatikans für Militär beim US-gelenkten Staatsstreich in Chile 1973.

ECUADOR
Ecuador sind Gegner und Anhänger der Regierung wegen einer geplanten Steuerreform auf die Straße gegangen. Zuvor hatte der linksgerichtete Präsident Rafael Correa dem Parlament ein „Gesetz für die Ausgewogenheit der Staatsfinanzen“ zur dringlichen Beratung vorgelegt.

PERU
Bei der Präsidentschaftswahl in Peru ist die Überraschung ausgeblieben. Wie alle Umfragen vorhergesagt haben, konnte Diktatorentochter Keiko Fujimori mit ihrer Partei »Fuerza Popular« (Volkskraft) knapp 40 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Als zweiter Kandidat, der den Einzug in die Stichwahl geschafft hat, ist der Rechte Pedro Pablo Kuczynski.

VENEZUELA
Das Oberste Gericht Venezuelas (TSJ) hat ein von der rechten Oppositionsmehrheit im Parlament verabschiedete „Gesetz über Amnestie und Nationale Versöhnung“ für verfassungswidrig erklärt.

Der Präsident von Venezuela, Nicolás Maduro, hat die Generalstaatsanwaltschaft des Landes aufgefordert, die Namen venezolanischer Staatsbürger zu ermitteln, die in Verbindung mit den Enthüllungen um die sogenannten Panama Papers stehen.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 15. April 2016

Horkheimer zum Thema Erbschaften

Horkheimer (links) mit Theodor W. Adorno (vorne rechts) und Jürgen Habermas (hinten rechts) in Heidelberg, 1964
Foto: Jeremy J. Shapiro / CC-BY-SA-3.0

"Glück ohne Verdienst. - Einer erbt viel Geld. Wie schön, daß er ohne »Verdienst« so im Leben gehalten wird, ohne Arbeit, ohne Schmerz! Da kreischen sie: »Wie ungerecht!« Ahnt ihr denn, daß dies das bißchen Gerechtigkeit ist, das auf dieser Welt übrigbleibt? Glück — ohne Verdienst?"

Max Horkheimer, Notizen 1950 bis 1969


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