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"Keine Regierung kämpft gegen den Faschismus, um ihn zu zerstören. Wenn die Bourgeoisie sieht, dass ihr die Macht aus den Händen gleitet, erhebt sie den Faschismus, um an ihren Privilegien festzuhalten." Buenaventura Durruti Dumange

Stuttgart 21: Eine kurze Chronologie

1988: Präsentation erster Ideen für einen Durchgangsbahnhof anstelle des Kopfbahnhofes

1994: Das Projekt Stuttgart 21 wird vom damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel, Bahn-Chef Heinz Dürr, Verkehrsminister Matthias Wissmann und Oberbürgermeister Manfred Rommel vorgestellt.

1995: Land, Stadt und Region einigen sich mit Bahn und Bund über die zeitgleiche Realisierung von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke nach Ulm. Veranschlagt werden 5 Milliarden Mark.

1997: Das Büro Ingenhoven gewinnt den Architektenwettbewerb für den neuen unterirdischen Hauptbahnhof. CDU Oberbürgermeister Schuster verspricht Bürgerbeteiligung bei der Entscheidungsfindung.

1999: Der damalige Bahn-Chef Johannes Ludewig verhängt wegen der hohen Kosten einen Planungsstopp. Die damalige rot-grüne Bundesregierung geht auf Distanz zum Projekt.

2000: Ludewigs Nachfolger Hartmut Mehdorn hebt den Baustopp wieder auf.

2001: Deutsche Bahn, Bund, das Land Baden-Württemberg, die Stadt und die Region Stuttgart verständigen sich auf die Vorfinanzierung. Die Stadt kauft die frei gewordenen Gleisanlagen für 459 Millionen Euro. Das Planfeststellungsverfahren beginnt.

2002: Der Finanzierungsvertrag zum Bau des neuen Flughafenbahnhofs wird geschlossen.

2004: Das Bundesverkehrsministerium stellt fest, dass Stuttgart 21 teurer wird. Mehrere hundert Millionen Euro sind nicht finanziert.

2005: Die Baugenehmigung für den Tiefbahnhof wird durch das Eisenbahnbundesamt erteilt. Klagen der Gegner scheitern vor Gericht.

2006: Der Verwaltungsgerichtshof weist verschiedene Klagen gegen das Projekt zurück und segnet das Projekt ab. Trotz Grundsatzbeschluss des baden - württembergischen Landtags steht die Finanzierung in Frage.

2007: Ministerpräsident Oettinger bietet die Vorfinanzierung der Neubaustrecke mit 950 Millionen Euro an. Krisengipfel in Berlin. Der Bund bekennt sich zu Stuttgart 21, die Finanzierung bleibt unklar. Die ProjektgegnerInnen sammeln 67.000 Unterschriften für einen Bürgerentscheid, den der Gemeinderat ablehnt.

2008: Der Bundestag bewilligt Gelder für Stuttgart 21 und die Trasse nach Ulm. Sachverständige errechnen Gesamtkosten zwischen 6,9 und 8,7 Milliarden Euro. Die Landesregierung gibt Gesamtkosten von 5,08 Milliarden Euro an. Der Bundesrechnungshof ermittelt Mehrkosten von 2,4 Milliarden Euro.

2009: Bei den Gemeinderatswahlen in Stuttgart werden die "Grünen" mit über 25% die stärkste Kraft. Die Finanzierungsverträge werden unterschrieben. Bahnchef Grube erklärt, die Kosten würden nicht über 4,5 Milliarden Euro hinausgehen. Im Oktober Beginn der ersten Montagsdemo gegen das Projekt. Mit 4 Teilnehmern.

2010: Im Februar wird der Baubeginn verkündet, ein Gutachten des Umweltbundesamtes deckt neben schweren verkehrstechnischen Problemen des Projektes eine "Kostenexplosion" von bis zu 11 Milliarden Euro auf. Trotz des von zu dem Zeitpunkt von 20.000 Menschen unterzeichneten "Stuttgarter Appells" beginnt der Abbruch des Nordflügels am 25. August. Am 30. September werden in Zusammenhang mit Polizeiübergriffen 400 Demonstranten zum Teil schwer verletzt, woraufhin die Teilnehmerzahlen bei den darauffolgenden Großdemonstrationen auf mehr als 100.000 ansteigen. Nach neuen Berechnungen steigen die Gesamtkosten auf bis zu 14 Milliarden Euro. Am 4. Oktober ernennt Ministerpräsident Mappus Heiner Geissler zum Schlichter.

Eine weitere, ausführliche Chronik

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Comments

  1. Da wurde noch kein Stein bewegt, aber Stuttgart hat schon die Grundstücke gekauft. Unglaublich!
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