Vom 7.-20. Februar 2011 finden in vielen europäischen und laÂteinamerikanischen Ländern zum fünften Mal in Folge interÂnatioÂnale Aktionstage der Solidarität mit dem Baskenland statt."Baskenland in Bewegung -“ für Bürgerrechte, poliÂtische Rechte und Selbstbestimmung" ist das diesjähÂrige Motto. Denn das Baskenland ist im Aufbruch. Im Februar 2010 erÂklärte die baskische linke UnabhängigÂkeitsbewegung (aberÂtzale Linke) einseitig und ohne Vorbedingung den Einsatz ausschließlich poliÂtischer und demokratischer Mittel zur ErÂreichung ihrer Ziele. SeitÂdem wächst die Zustimmung zu dieÂsem Projekt mit fast wöchentÂlich neuen ErkläÂrungen, BündnisÂsen und Aktionen.
Viele Baskinnen und Basken sehen die Chance auf SelbstbeÂstimmung, auf ein Ende des spanisch-baskischen Konflikts und fordern von allen Konfliktparteien EngageÂment in Richtung eines Friedensszenarios und politiÂscher VerhandÂlungen. Die aktive Beteiligung der BevölÂkerung ist enorm: sie fordern ihre politischen Rechte und tragen den Protest auf die Straße.
Die Existenz von mehr als 750 baskischen politiÂschen Gefangenen in spanischen und französischen GeÂfängnisÂsen ist eines der brennenden Probleme, die gelöst werden müssen. 10.500 Menschen beteiligten sich am Silvesterabend 2010 in 67 Städten und Dörfern des Baskenlandes an den wöÂchentlichen Freitags-MahnÂwachen für die baskischen politischen Gefangenen, die Flüchtlinge und die DeporÂtierten. 64.000 Menschen gingen am 8. Januar 2011 für ein Ende der repressiven spanischen Politik gegen die baskischen politischen Gefangenen auf die Straße und folgten damit dem Aufruf der Organisation der Familien der Gefangenen, EtÂxerat.
Auch die Verbote mehrerer politischen Parteien der baskischen linken UnabhängigÂkeitsbewegung und damit ihre AusÂgrenÂzung aus den InstitutioÂnen blockieren demokratische Verhältnisse im Baskenland. In über 100 Städten und DörÂfern des Baskenlandes trugen am 18. Dezember 2010 Menschenketten die Forderung nach ihrer LegalisieÂrung auf die Straße.
Mit der Brüsseler Erklärung vom März 2010 kam hochkarätige Unterstützung durch weltweit angesehene FrieÂdensnobelpreisträger. Der südafrikanische Bischof Desmond Tutu, der nordirische Sozialdemokrat John Hume, die Nelson Mandela Stiftung, die ehemalige Präsidentin der Republik Irland und spätere HochkomÂmissarin der UNO für Menschenrechte, Mary Robinson, und andere international bekannte Persönlichkeiten nehmen zur Entwicklung im Baskenland Stellung und „begrüßen die vorgeschlagenen Schritte ... der baskischen Pro-Unabhängigkeitsbewegung“.
Im September 2010 unterzeichnen dreißig Parteien, Gewerkschaften und soziale Organisationen des soÂzialÂdemokratischen und linken Spektrums im Baskenland das Abkommen von Gernika (spanisch: Guernica), das als ersten Schritt von der spanischen Regierung und von ETA „einen Zustand ohne Gewalt“ forÂdert.
Die bewaffnete baskische Organisation ETA (Euskadi ta Askatasuna -“ Baskenland und Freiheit) unterstützt seit Ende 2009 die Friedensbemühungen durch einen Waffenstillstand und erklärte am 10. JaÂnuar 2011 einen permanenten, umfassenden und durch internationale Kontrolle verifizierbaren WaffenstillÂstand ohne VorbedinÂgungen.
Die bisherige Antwort der spanischen Regierung auf die Friedensinitiative war verstärkte Repression. Mit MasÂsenverhaftungen gegen Jugendliche, Verhaftung von Anwälten und Repression gegen Personen, die interÂnatioÂnal für Solidarität werben. Aktivisten und bekannte Repräsentanten der baskischen linken UnabhängigÂkeitsbewegung sind nach wie vor entweder „provisoÂrisch“ hinter Gittern oder in einem Zustand rechtloser FreiÂheit, belegt mit draÂkonischen Politik- und VerÂsammÂlungsverÂboten und hohen Geldsummen als Kaution.
In der Woche der Solidarität mit dem Baskenland, die weltweit in vielen Ländern stattfindet, bietet sich die Möglichkeit, sich durch die Veranstaltungen und Aktionen über die baskische Friedensinitiative zu informieÂren.
Quelle: Euskal Herriaren Lagunak -“ Freundinnen und Freunde des Baskenlands
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