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“I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser Gate. All those moments will be lost in time like tears in rain. [Pause] Time to die.” Roy Batty, Blade Runner

Ein Euro Jobs: Neue Protestform in Hamburg!

Thomas Meese hat 10 Monate lang als Ein-Euro-Jobber an der Uni Hamburg gearbeitet - gezwungenermaßen. Er fordert jetzt von der Uni Hamburg eine Nachzahlung in Höhe von über 10000 Euro - die Differenz zwischen regulärer Bezahlung und dem, was er (inclusive ALG II) tatsächlich bekommen hat.

Zwei Dinge sind daran besonders interessant und wichtig für uns und für diejenigen, die hoffentlich dem guten Beispiel und Vorbild von Thomas Meese folgen:

• Die von Thomas Meese gewählte Protestform: Er schafft Öffentlichkeit, er stellt sich mit Flugblättern und einen Informationsschild vor die Uni!

• Die Begründung der Forderungen mit Bezug auf internationale Vereinbarungen und Verträge.


Zur Protestform:
Diese kreative, engagierte Protestform ist einfach, vergleichsweise sehr kostengünstig und und effektiv!

(Aber man muß erstmal drauf kommen und es auch tun, und dafür hier ein großes Lob und viel Anerkennung an Thomas Meese!)

Diese Form des Protestes ist nämlich keine "Versammlung" im Sinne des Versammlungsrechts, sondern eine persönliche Meinungskundgabe. Das heißt, es ist (in diesem Falle in Hamburg) keine Anmeldung nötig!

(Wie das in anderen Bundesländern aussieht, wäre noch zu klären, aber es ist jedenfalls keine Versammlung...).

Es gibt umheimlich viele Leute, die stinksauer sind auf Hartz IV und die Ausbeutung durch Ein-Euro-Jobs, aber nicht wissen, wie sie ihren Protest ausdrücken können. Hier ist ein möglicher Weg!

Zur Begründung der Forderung:

Es gibt internationale Abkommen gegen Zwangsarbeit, und Thomas Meese beruft sich bei seiner Forderung auf diese Abkommen. Näheres dazu findet sich in den nachfolgenden Links:
Beim Tacheles Forum
Beim Labournet wurde bereits zwei Mal berichtet: hier und hier
Die Junge Welt ist eine der wenigen Zeitungen, die berichteten.

Da die bürgerliche Presse praktisch die Berichterstattung verweigert, ist die Verbreitung dieses Beispiels in lokalen Zeitungen und Medien mit HJinweisen auf die Aktion von Thomas Meese wichtig. Leserbriefe sind auch ein gutes Mittel, solche Themen in die Zeitungen zu kriegen.

Und das Beste ist natürlich, wenn möglichst viele dies gute Beispiel aufgreifen und "vor Ort" in ihrer Stadt, in ihrer Region in diesem Sinne aktiv werden!


Nach einer Info des Anti-Hartz Bündnis NRW

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Comments

  1. In dem Zusammenhang ist es zu einer wie ich finde richtigen Kritik gekommen im Verteiler des AntiHartz Bündnisses:
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    Liebe Freunde,


    die Initiative von Thomas Meese ist gut und ich wünsche ihm Erfolg. Wir sollten die Protestform verbreiten und aufgreifen. Seine Forderung, angemessen bezahlt zu werden, ist richtig, ebenso seine Bezeichung der Ein‑Euro‑Jobs als Zwangsarbeit.

    Allerdings stört mich ein Punkt, nämlich daß er von der Universität Hamburg nur die Differenz zwischen dem ALG II und dem normalen Gehalt eines wissenschaftlichen Mitarbeiters fordert. Richtiger wäre die Forderung nach dem vollen Gehalt, und davon müßte Thomas müßte den im letzten Jahr erhaltenen Betrag des ALG II an die ARGE zurückzahlen.

    Die derzeitige Forderung von Thomas läuft auf den sog. „Kombilohn“ hinaus, d.h. das jeweilige Unternehmen wird subventioniert, indem ein Teil des Lohnes aus öffentlichen Mitteln bezahlt wird.

    Im Ergebnis führt der „Kombilohn“ aber nur zu einer Erweiterung des Niedriglohnsektors. Zudem werden die Tarifverträge unterlaufen, und nützen tut das nur den jeweiligen Betrieben nicht aber den Beschäftigten. Es ist absehbar, dass genauso wie bei den Ein-Euro-Jobs regulär bezahlte Stellen gestrichen werden und stattdessen dann die billigeren „Kombilöhner“ eingestellt werden. Ein-Euro-Jobs und Kombilohn laufen beide auf Vernichtung regulärer Stellen und Erweiterung des Niedriglohnsektors hinaus.

    Kombilohn bei gewerblichen Unternehmen bedeutet zudem nichts anderes, als dass die Gewinne privat von den Eigentümern der jeweiligen Betriebe vereinnahmt werden, die Kosten aber aus öffentlichen Mitteln getragen werden. Das bedeutet noch mehr Profit für die Reichen, auf Kosten der Allgemeinheit bzw. der Steuerzahler - und das sind heute schon überwiegend die abhängig Beschäftigten..

    Es wäre schön, wenn viele Leute die Aktionsform von Thomas Meese aufgreifen, aber mit der Forderung nach voller, regulärer Bezahlung! Vielleicht kann Thomas ja seine Forderung auch noch erweitern und ergänzen.


    Schöne Grüsse,

    Roswitha vom Anti-Hartz-Bündnis NRW
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    Comment (1)
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