trueten.de

»Die Flut sagte zum Fischer: Für das Toben meiner Wellen gibt es viele Gründe. Der wichtigste davon ist, dass ich für die Freiheit der Fische und gegen das Netz bin.« Sherko Bekas

Weitere Informationen zu Tibet

Gonorrea verweist in einem Beitrag auf ein paar interessante Artikel, die sich kritisch mit der Situation in Tibet auseinandersetzen:



Zur Rolle des Buddhismus hier nochmal der Verweis auf das Buch "Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur" von Claudia Barth.

Was ist los in Tibet?

In den letzten Tagen begegnen mir immer wieder Leute, denen es in der Vergangenheit sonstwo vorbeiging, wo gerade auf der Welt Menschen in imperialistischen Kriegen abgeschlachtet werden, die sich aber jetzt seltsamerweise für die Lage der Menschen in Tibet interessieren. Die sich beispielsweise auch trauen, mit Nationalflaggen auf Ostermärschen aufzutauchen und dort nach dem Motto: "Die sind so friedlich" China mal ganz allgemein "Völkermord" unterstellen.

Naja. Man könnte ja sagen, das Weltbild: Iraker = Die sind aggressiv, da kannst Du eh nichts machen, Tibeter = "Ja, der Dalai Lama ist ja so was von friedlich..." ist halt was für einfache Gemüter, die nicht hinterfragen, ob die "Befreiungsbewegung" in Tibet eventuell etwas mit dem auch aus anderen Ländern her bekannten Spaltungspolitik der USA zu tun hat oder ob sich hier nicht auch die Gefährlichkeit esoterischen Gedankengutes, die sich im Falle des Buddhismus nicht nur auf Tibet beschränkt, zeigt.

Zu den Hintergründen heute mal nur ein paar Leseempfehlungen, aktuell gibt es zwei lesenswerte Beiträge bei der "jungen Welt":

Ahnungslose Schwärmerei - Die Begeisterung für den Dalai Lama und den tibetischen Buddhismus

Die Gunst der Stunde - Krawalle im Vorfeld der Olympischen Spiele

Da die esoterikkritische Literatur nicht unbedingt dicht gesät ist ergeht hier auch noch eine Literaturempfehlung: Das 2003 erschienene Buch "Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur" von Claudia Barth setzt sich allgemeinverständlich mit verschiedenen Spielarten irrationaler Welterklärungen auseinander.
"Die Esoterik bietet die individuelle Möglichkeit, sich von der Masse der Menschen abzusetzen, sich selbst als Wissenden zu erhöhen, sich aber gleichzeitig der persönlichen Verantwortung zu entledigen. Ihre Anhänger werden dazu angehalten, alle Ereignisse der Welt, insbesondere soziale Ungerechtigkeiten und Rassismus, als richtig zu akzeptieren. In dieser Weise wirkt der esoterische Irrationalismus systemstützend."


Claudia Barth, Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur - eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen, Alibri-Verlag, 2003, 206 Seiten, 13 Euro, ISBN 3-932710-36-3

Die Hinweise auf die Beiträge der "junge Welt" kamen natürlich vom roten Blog

Neuer Aufschwung für die soziale Bewegung in Oaxaca?

Im Mai 2006 traten 70.000 Lehrerinnen und Lehrer im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca in einen unbefristeten Streik. Nach massiven Angriffen der Polizei auf die Streikenden solidarisierte sich fast die gesamte Bevölkerung Oaxacas mit den kämpferischen Lehrerinnen und Lehrern.

Während die Streikenden anfangs bessere Löhne für sich und Schulspeisungen für ihre Schüler forderten, löste der Angriff der brutal vorgehenden Polizei einen breiten Aufstand aus. Die Bevölkerung besetzte Regierungsgebäude, Radiostationen und die Universität; sie vertrieben den verhassten Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz und seine Regierungsbeamten. Monatelang nahmen die Menschen von Oaxaca ihr Leben in die eigenen Hände, was internationale Solidarität hervorrief.

Das Besondere an den Ereignissen in Oaxaca war die Selbstorgansiation der Menschen im Volks- und Arbeiterrat APPO -“ der Volksversammlung der Völker von Oaxaca -“ in dem mehr als 350 Organisationen mit ihren Delegierten vertreten waren. Dieser Rat wurde nach basisdemokratischen Prinzipien, einer jederzeitigen Abwählbarkeit der Delegierten und deren Kontrolle durch die Basis aufgebaut. Die Delegierten wurden den Beschlüssen ihrer Basis verpflichtet, und nicht ihrem "Gewissen".

Vorerst wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen. Die Herrschenden schreckten nicht vor Mord, Folter, Vergewaltigungen und Verhaftungen zurück. Jedoch formiert sich die Bewegung um Forderungen wie der nach der Freiheit für die politischen Gefangenen neu und bereitet ein "Forum zur Verteidigung der Rechte der oaxakenischen Völker" vor, das am 9. und 10. April 2008 im Gewerkschaftshaus von Oaxaca-City stattfindet.

In Dresden finden im April drei Veranstaltungen statt, die sich mit den sozialen Konflikten in den Bundesstaaten Atenco, Chiapas und Oaxaca beschäftigen:

Im Programmkino Casablanca zeigt der Film "Oaxaca - zwischen Rebellion und Utopie", wie sich Hundertausende im Sommer 2006 zu einem friedlichen Aufstand erhoben, nachdem gewerkschaftliche Proteste gewaltsam unterdrückt werden (10.04., 20 Uhr, OmU, 3.-/2,50€).

Dass die Bevölkerung in der südmexikanischen Stadt -- allen voran die Frauen -- dabei Radiostationen übernahmen und ein TV "von unten" sendeten, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen, dokumentiert der preisgekrönte Film "A little bit of so much truth", ebenfalls im Casablanca (16.04., 20 Uhr, OmeU, 3.-/2,50€).

Außerdem berichten zwei deutschsprachige Frauen (Prof. Raina Zimmering und Regine Brosius) von ihrer Delegationsreise als internationale Menschenrechtsbeobachterinnen nach Chiapas, Oaxaca und Atenco im vergangenen Februar. Wie "Menschenrechte a la mexicana" gegenwärtig schmecken, stellen sie im Kulturrathaus Dresden vor (29.04., 19:30 Uhr, Eintritt frei). Die Themenreihe "Contra el Olvido -- Gegen das Vergessen" wird von der Amnesty International Hochschulgruppe Dresden, dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen und promovio e.V. veranstaltet.

Weitere Informationen unter anderem auch auf den Solidaritätsseiten von:

RedGlobe
IndyMedia
LabourNet
http://mexico.indymedia.org
www.chiapas.ch
Gruppe B.A.S.T.A.

Unsere bisherigen Berichte

Vortragsreise April 2008: Schluss mit der Repression in Chiapas!

Angesichts des heftigen Angriffs, den der mexikanische Staat auf die zapatistischen Gemeinden durchführt, hat CAPISE (Zentrum für Politische Analyse und Soziale und Ökonomische Forschung), San Cristóbal de las Casas, Chiapas, Mexiko eine weltweite Reise begonnen, um "die tatsächliche Situation in Chiapas zu erläutern und die Strategie des Schweigens seitens der Medien zu durchbrechen."

Termine in Deutschland:
7.4.2008 Frankfurt / Main Café Exzess (Leipziger Straße 91) 20 Uhr
8.4.2008 Freiburg Café der KTS (Baslerstrasse 103) 19 Uhr
9.4.2008 Berlin Veranstaltungsraum im Mehringhof 19 Uhr
10.4.2008 Münster / Westfalen Die Brücke (Wilmergasse 2) 20 Uhr
11.4.2008 Hamburg Werkstatt 3 (Nernstweg 32 - 34) 19 Uhr
12.4.2008 Düsseldorf InWent (Wallstraße 30) 18 Uhr

Siehe auch: Interview mit Ernesto Ledesma vom Januar 2008

Stuttgart: Weg mit Hilfsdiensten der deutschen Justiz für die Türkei über §129 a/b

Am 17. März 2008 begann die erste Verhandlung des § 129b-Prozesses in Stuttgart-Stammheim gegen fünf angebliche Mitglieder der türkisch - kurdischen Organisation DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front), unter ihnen der Anwalt Ahmet Düzgün Yüksel. Sie werden der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland“ nach § 129b, beschuldigt.

StattWeb hat ein anlässlich des Prozessbeginns verteiltes Flugblatt dokumentiert.

Weitere Informationen:
WikiPedia zur DHKP-C
Pressemitteilung des Generalbundesanwalts: "Festnahme eines mutmaßlichen Mitglieds der türkisch-linksextremistischen Vereinigung DHKP-C"
Aufsatz von RA Heinz-Jürgen Schneider (HH) zur Entstehung, Inhalt und praktischen Bedeutung des Paragrafen 129b für politisch Aktive

Frauentag 2008

Wir wünschen allen Freundinnen, Kolleginnen, Müttern, Töchtern, Schwestern, Großmüttern, Liebhaberinnen, Nachbarinnen, Gegnerinnen, Revolutionärinnen, Mädchen, ... alles Gute zum Internationalen Frauentag!

Brot und Rosen
Wenn wir zusammen gehen, geht mit uns ein schöner Tag,
durch all die dunklen Küchen und wo grau ein Werkshof lag,
beginnt plötzlich die Sonne uns-˜re arme Welt zu kosen,
und jeder hört uns singen:
Brot und Rosen
Wenn wir zusammen geh-˜n kämpfen wir auch für den Mann
weil unbemuttert kein Mensch auf die Erde kommen kann.
Und wenn ein Leben mehr ist, als nur Arbeit Schweiss und Bauch,
woll-™n wir mehr, gebt uns das Leben,
doch gebt die Rosen auch!
Wenn wir zusammen geh-˜n, geh-˜n uns-˜re Toten mit,
ihr ungehörter Schrei nach Brot schreit auch durch unser Lied,
sie hatten für die Schönheit, Liebe, Kunst erschöpft nie Ruh,
drum kämpfen wir ums Brot, und um die Rosen dazu.
Wenn wir zusammen geh-˜n, kommt mit uns ein bessrer Tag.
Die Menschen die sich wehren, wehren aller Menschen Plag.
Zu Ende sei, dass kleine Leute schuften für die Grossen!
Her mit dem ganzen Leben: Brot und Rosen!

Lied aus dem Jahr 1912, entstanden bei einem Streik von 14.000 TextilarbeiterInnen gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit in Lawrence, USA.
“Brot und Rosen!- - Diese Worte wurden zum Motto der amerikanischen Frauenbewegung.
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