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»Vielleicht interessierst du dich nicht für den Krieg, aber der Krieg interessiert sich für dich.« Lew Dawidowitsch Bronstein aka Leo Trotzki

Heute: Eröffnungsfest im Linken Zentrum Lilo Herrmann

Die Tageszeitung junge Welt führte anlässlich der offizellen Eröffnung des Linken Zentrum Lilo Herrmann in Stuttgart am heutigen Samstag ein Gespräch mit Paul von Pokrzywnicki, Sprecher Zentrums.

Am Samstag wird in Stuttgart das »Linke Zentrum Lilo Herrmann« eröffnet. Was muß man darunter verstehen?
Wir haben das Haus vor zwei Jahren gekauft und seitdem saniert – jetzt sind wir so weit, daß wir es in vollem Umfang nutzen können. Wir haben insgesamt 180 Quadratmeter Fläche, dieses Projekt ist für Stuttgart einmalig. Es gibt bei uns ein Café, einen Veranstaltungssaal und zehn Büros, die von diversen linken Initiativen genutzt werden. Außerdem haben wir noch Räume an zwei Wohngemeinschaften vermietet. Hinzu kommen Möglichkeiten zum Feiern: Wir haben nämlich zwei Gewölbekeller.

Weiter bei der jungen Welt.



nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

LATEINAMERIKA
"Noticias - Meldungen aus Lateinamerika", die Lateinamerikasendung des freien Radios Corax.

ARGENTINIEN
Die Mitglieder der deutschen Punkband Die Toten Hosen sind als "Ehrengäste" der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ausgezeichnet worden.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández hat ihren Auftritt vor der UN-Vollversammlung in New York am Dienstag abend (Ortszeit) für scharfe Kritik am Internationalen Währungsfonds (IWF) genutzt.

BOLIVIEN
Bolivens Präsident Evo Morales fordert UNO zur Veränderung auf

BRASILIEN
Die Feuer in Favelas in São Paulo häufen sich. Erst kürzlich brannte eine Favela, auf deren Grund die Stadt einen S-Bahnhof plant.

ECUADOR
Der Vorsitzende der Ecuadorianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Antonio Arregui Yarza, wirft Europa und den USA Doppelbödigkeit im Kampf gegen Drogen vor. Während an den Flughäfen strenge Kontrollen durchgeführt würden, gebe es "nicht die gleiche Intensität im Kampf gegen den Drogenkonsum in diesen Ländern selbst".

HAITI
Die für ihre Brutalität berüchtigte haitianische Armee wurde 1995 aufgelöst. Doch ihre ehemaligen Kampfgefährten, bewaffnete und uniformierte Paramilitärs, setzen bis heute das Erbe fort.

MEXIKO
Mexikos Präsident Felipe Calderon hat die Weltgemeinschaft um Hilfe im Kampf gegen die Drogenkriminalität in seinem Land gebeten. Zugleich gab er den USA und anderen Absatzländern für die Drogenproduktion in Lateinamerika und die Tausenden Toten des mexikanischen Drogenkriegs eine Mitschuld.

VENEZUELA
Pläne zur "Verteidigung des Wahlsieges" von Capriles Radonski aufgetaucht. Präsident Chávez warnt Opposition vor Destabilisierungsversuchen.

Kueka-Stein: Ein Felsbrocken belastet die Beziehungen zwischen Venezuela und Deutschland. Der Stein wurde 1998 aus dem südamerikanischen Land nach Berlin transportiert und ist hier nun Teil eines Kunstprojekts im Tiergarten.

Das US-amerikanische "Center of Economic and Policy Research" veröffentlicht einen ausgewogenen Bericht über die venezolanische Wirtschaft.

vorschLAg
Die junge Welt berichtet in einem Online-Spezial von den Wahlen aus Venezuela.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 28.09.2012

Buschkowsky - der ausgerutschte Realist beim Eintritt ins Rechtskartell.

Buschkowsky ist verdächtigt worden, den neuen Sarrazin machen zu wollen. Zu Unrecht. Er macht es viel geschickter. Und spielt den ungeheuren Vorteil aus, den Gegenstand genau zu kennen, von dem ein Sarrazin bloß Statistikzahlen träumt. Insofern gelingen ihm ohne weiteres eindrucksvolle Szenerien von Säufern, Schulschwänzern und U-Bahnkrakeelern, die jedem ähnliche Zusammenstöße in Erinnerung rufen. Und jede und jeden ärgerlich zusammenfahren lassen. Selbst zur Satire findet sich Waschkowsky geneigt. Wenn er etwa den Uraltspruch variiert: "Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gründ ich einen Arbeitskreis". Bei jedem auftauchenden und natürlich ungelösten Problem drängeln sich Fachleute in Berlin um neue Posten.

Soweit alles in Ordnung. Bei größtem Wohlwollen ließe sich so ein Schilderer mit Balzac vergleichen. Der war politisch bekanntlich eher Königsanhänger, schilderte aber so genau und eingehend seine Aufsteiger und Absinker in der frühen bürgerlichen Epoche, dass Marx und Engels ihn als einen der genauesten Widerspiegler der Zeitumstände nach Napoleons Abgang in Frankreich anerkannten.

Allerdings rutscht unser Berliner regelmäßig aus.Bei Buschkowsky prescht leider grundsätzlich die propagandistische Absicht vor - und aller Realismus wird ins Ideologische verdreht. So gelangt er zum Beispiel zu Folgerungen aus seinen Erfahrungen, die als Maxime ohne jeden Beweis einmarschieren. Etwa sinngemäß in der Behauptung: "Nicht jeder Schulschwänzer wird einmal Verbrecher. Aber alle Verbrecher waren einmal Schulschwänzer." (Ohne Seitenangabe zitiert, da nur eine Kindle-Ausgabe als Quelle vorliegt). Hat Buschkowski da die Himmlers und Goebbels ganz vergessen,die richtig schulgeil waren - oder auch nur die Hochstapler in intellektuellen Kreisen, die ohne ziemliches Vorwissen wohl kaum durchgekommen wären?

Hauptmangel des Buches, auch wenn alle aufgeführten Details stimmen sollten: der Denkstil. Von Anfang an schmiedet Buschkowsky die gesamte Leserschaft zu einem Block zusammen. Den Block der unter sich einverstandenen Ureinwohner, die mit vollem Recht verlangen können, dass jeder Hinzukommende sich nach ihnen richtet. Und zwar nicht nur im rechtlichen Sinn. Sondern in jeder Einzelheit ihres alltäglichen Verhaltens. Immer wieder im Anklageton: Wenn welche schon zu uns kommen wollen, dann ist es wohl das Mindeste, dass sie unsere Bräuche kennenlernen und sich danach richten.Nur, wenn ich mich auf mich selbst zurückwende, finde ich in der Eile in mir solche Maßstäbe gar nicht. Was hätte ich gern, dass solche Neubürger beachten sollten? Weniger Lärm vielleicht, wenn sie gruppenweise in Kneipen zusammensitzen. Nur den Wunsch würde ich ohne Klassenrücksichten auch an viele andere Ur-Einwohner richten, wenn ich zufällig in ihre Mitte gerate. Und in einem solchen Fall ist
Buschkowkis Rat wahrscheinlich zu akzeptieren. Wenn es Dir im Lokal "zum Löwen" nicht gefällt, zieh einfach aus und um zum "Restaurant Fasan".

Recht hatte der bekannte Autor gestern bei Maischberger, als er betonte, dass seine Verbesserungsvorschläge sich nicht an eine bestimmte Art Einwanderer richteten, sondern an alle, die "unseren" Ansprüchen nicht entsprechen. Damit verfällt allerdings das ganze Prekariat seinem Urteil. Und seine Denkweise enthüllt sich nicht so sehr als rassistisch, denn als Heilmittel gegen jede Art von Denken in Kategorien des Klassenkampfs.

So genau dieser Sozialdemokrat das Auseinanderfallen aller denkbaren Lebenswelten in seinem Bezirk schildert, in regem Aufgebot des Abwertungsattributs parallel, so fern steht ihm der Gedanke, dass alle Angehörigen der "Unterschicht" zusammen sich auflehnen müssten gegen materielle und psychische Unterdrückung. Gerade wo Buschkowsky holländische Verhältnisse schildert mit den Rechten der dortigen Polizei auf Begutachtung und selbständige Eingriffe, merkt man dem Staatsmann seine Leidenschaften an. Im günstigsten Fall von Kindergartenpflicht - Schulpflicht - Ernstmachen mit allen staatlichen Bedrohungen könnte nichts herauskommen als Dressur. Dressur der Unteren nach dem von Buschkowsky eingebildeten Maßstab von "uns". Es wäre Drill in Reinkultur.

Das Buch hat schon regen Beifall gefunden und wird ihn weiter finden, wenn erst die Buchläden die vorderen Regale freigeräumt haben. Buschkowsky kann und wird sich - cleverer als Sarrazin - als der anständige und gemäßigte Vertreter der gesunden bürgerlichen Belange ins Schaugeschäft einarbeiten und vor allem von seinen SPD-Genossen begeistert herangezogen werden, wenn sie gerade mal wieder Lust auf etwas Polizeiliches in einem Stadtkern verspüren. Also vorwärts mit Buschkowsky!

Freiheitlicher wird es allerdings dadurch auch nicht.

Quelle: Neukölln ist überall. Von Heinz Buschkowsky, 400 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (21. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3550080115
ISBN-13: 978-3550080111

    nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

    ARGENTINIEN
    Mate ist das Getränk Nummer eins in Argentinien und seinen Nachbarstaaten im Südzipfel von Lateinamerika. Doch der hohe Konsum hat seinen Preis: Die Arbeiter auf den Farmen, die das Kraut pflücken, haben in der Regel keine gesicherten Arbeitsverhältnisse, erhalten keine Sozialleistungen, arbeiten zu Niedriglöhnen und können von dem Geld kaum leben.

    Das Gericht von Bahia Blanca hat vergangene Woche 14 ehemalige Militärs und Polizisten zu lebenslanger Haft verurteilt, die während der letzten Militärdiktatur von 1976 bis 1983 aktiv gewesen sind.

    ECUADOR
    Mit einer breit angelegten Kampagne wollen Ecuadors Behörden Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit amtlichen Ausweispapieren ausstatten. Am 17. September war Saúl Leonardo Haro Valencia das erste Kind, das im Rahmen der Kampagne "Gib Ecuador einen Namen" amtlich registriert wurde.

    HONDURAS
    Mehrere Einzelpersonen und Vertreter sozialer Organisationen haben vergangene Woche eine Klage wegen Landesverrats und Machtmissbrauchs gegen den honduranischen Präsidenten Porfirio Lobo und einen Großteil der Abgeordneten des Nationalkongresses eingereicht.

    KUBA
    Durch Investitionen und eine Reihe von Modernisierungsmaßnahmen soll die kubanische Zuckerindustrie in den nächsten Jahren leistungsfähiger und international wieder wettbewerbsfähig werden.

    VENEZUELA
    Auch die neusten Umfragen in Venezuela zeigen, dass Hugo Chávez als Favorit in die Präsidentschaftswahlen am 7. Oktober geht.

    Neben Chávez und Capriles treten vier weitere Kandidaten zur Wahl an. Eine Vorstellung der KandidatInnen. Update: Yoel Acosta Chirinos zog mittlerweile seine Kandidatur zurück.

    Der ehemalige Botschafter der USA in Venezuela, Patrick Duddy, hat Szenarien für eine Einmischung seines Landes in Venezuela im Zuge der Präsidentschaftswahlen am 7. Oktober entworfen.

    vorschLAg
    Die junge Welt berichtet in einem Online-Spezial von den Wahlen aus Venezuela.

    Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 21.09.2012

    nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

    BOLIVIEN
    Die Regierung Boliviens will ab 2013 den Beitritt als Vollmitglied zum Gemeinsamen Markt des Südens (Mercosur) verhandeln.

    BRASILIEN
    Bundesregierung akzeptiert bei Kreditbürgschaft für AKW Angra 3 veraltete Standards.

    CHILE
    Kurz vor dem Jahrestag des Putsches von General Augusto Pinochet sind am Sonntag tausende Chilenen in der Hauptstadt Santiago de Chile auf die Straße gegangen, um der Opfer der Machtergreifung zu gedenken. Der Staat setzte auf Repression.

    KUBA
    Am Dienstag wurde ein neues Gesetzgebung für die UBPCs (Unidades Básicas de Producción Cooperativa, deutsch: Basiseinheiten der genossenschaftlichen Produktion) verabschiedet.

    Ein sechsstündiger Stromausfall hat am vergangenen Sonntag in der Westhälfte Kubas und in der Hauptstadt Havanna die Versorgung mit elektrischer Energie unterbrochen.

    MEXIKO
    Der frühere Präsidentschaftskandidat der mexikanischen Linken, Andres Manuel Lopez Obrador, will eine neue Partei gründen. Nach 23 Jahren verließ er die PRD.

    NICARAGUA
    Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat angekündigt, künftig keine Soldaten mehr zur Ausbildung an die einst als "School of the Americas" (SOA) bekannte US-Militärakademie im US-Stützpunkt Fort Benning zu entsenden.

    URUGUAY
    Der uruguayische Präsident José Mujica hängt nach eigener Aussage nicht am Geld. Er spendet knapp 90 Prozent seines Präsidentengehalts von monatlich umgerechnet 11 200 Franken für soziale Projekte.

    VENEZUELA
    Augenzeugenberichte eines Massakers an Yanomami-Indianern in Venezuela sind offenbar falsch. Auch Hilfsorganisationen bestätigen das nun.

    Venezuelas Opposition zerlegt sich wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl weiter. Vier kleiner Parteien, die bislang beim Nationalen Wahlrat (CNE) als Unterstützer von Henrique Capriles Radonski registriert waren, haben heute offenbar gegenüber der Behörde ihre Nominierung des wichtigsten Oppositionskandidaten zurückgezogen.

    Parlamentsabgeordnete der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) haben gestern den Medien des Landes ein Video präsentiert, das Vertreter der Opposition zeigt, wie sie offenbar Bestechungsgelder annehmen

    Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog. Ausgabe vom 14. September 2012

    Linkes Zentrum Lilo Herrmann: Jetzt geht´s richtig los!

    Im Mai 2010 haben wir in Stuttgart-Heslach ein großes Haus mit Veranstaltungssaal, Café, einem großen Keller, sowie Büro- und Wohnräumen gekauft. Seitdem gab es dort bereits zahlreiche Veranstaltungen, Treffen und Partys, auch zwei WGs und Gruppen die dort Büros nutzen sind bereits eingezogen. Im Vordergrund stand in diesen zwei Jahren jedoch die Renovierung: das ganze Haus wurde komplett saniert und fast alles bis auf die Grundmauern erneuert. Nun feiern wir endlich die offizielle Eröffnung!

    Das Linke Zentrum Lilo Herrmann stellt AktivistInnen Räume für Treffen, Veranstaltungen und zum Organisieren ihrer politischen Arbeit zur Verfügung. Büros und Arbeitsräume können langfristig angemietet oder an einzelnen Terminen genutzt werden. Im Saal ist Platz für größere Veranstaltungen, im Infoladen gibt es aktuelle Flugblätter und weitere Veröffentlichungen, im Café könnt Ihr in lockerer Atmosphäre und bei günstigen Getränken den Abend verbringen.

    Das Haus ist ein Ort des gemeinsamen politischen Engagements, der unkommerziellen Kultur und des solidarischen Austauschs.
    Beim Fest wird es im und vor dem Zentrum Stellwände, Infotische, sowie Essen, Getränke und ein Kulturprogramm mit dem Freien Chor und am Abend mit Rogue Steady Orchestra und Skaddicted geben. Bei mehreren Hausführungen könnt ihr mehr über das Zentrum erfahren und die verschiedenen Bereiche kennen lernen.

    Eröffnungsfest
    Samstag, 29. September 2012
    Beginn: 15 Uhr
    Konzert: Ab 19 Uhr
    Böblingerstr. 105, Stuttgart-Heslach

    Mehr Infos unter: http://www.linkeszentrumstuttgart.org/

    Ein unvollständiger Wochenrückblick

    BRASILIEN
    Im größten Korruptionsprozeß in der Geschichte Brasiliens ist der erste Schuldspruch gefällt worden.

    ECUADOR
    Die ecuadorianische "Plurinationale Koordinierung der Linken" hat den Ökonomen Alberto Acosta zum Spitzenkandidaten für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr bestimmt.

    GUATEMALA
    Der ehemalige guatemaltekische Polizeichef (2004-2007) Erwin Sperisen ist am vergangenen Freitag in Genf verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn als Drahtzieher außergerichtlicher Hinrichtungen während seiner Amtszeit als Chef der Policia Nacional Civil.

    KOLUMBIEN
    Die kolumbianische Regierung und die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) haben gestern kurz hintereinander offiziell die Aufnahme der Friedensverhandlungen miteinander offiziell bestätigt.

    FARC bestätigen Friedensverhandlungen per Musikvideo:



    KUBA
    Nach Angaben der kubanischen Regierung ist eine regional begrenzte Cholera-Epidemie unter Kontrolle.

    MEXIKO
    Nun kehrt mit dem designierten Enrique Peña Nieto nach zwölf Jahren die Partei der Institutionellen Revolution (PRI) an die Spitze des Staates zurück. Bei der Entgegennahme der Urkunde zum Präsidenten bis zum Jahr 2018 durch den TEPJF sagte Peña Nieto, Mexiko werde einen modernen, verantwortungsbewussten Präsidenten haben, der offen für Kritik und bereit sei, zuzuhören und alle zu berücksichtigen

    PERU
    Der am 3. Juli verhängte Ausnahmezustand über die drei Provinzen Cajamarca, Hualgayoc und Celendín im Norden von Peru, wurde am Montag von der Zentralregierung aufgehoben.

    VENEZUELA
    Die venezolanische Regierung hat angekündigt, Ende September den zweiten Satelliten des südamerikanischen Landes in die Erdumlaufbahn zu bringen.

    Der unabhängige venezolanische Oppositionelle David De Lima hat am Montag noch einmal bekräftigt, dass ein von ihm vor rund zwei Wochen im privaten Fernsehsender Venevisión vorgelegtes Geheimpapier des Oppositionsbündnisses MUD, welches Privatisierungen und Kürzungen vorsieht, authentisch ist.

    Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 7. September 2012.

    kritisch-lesen.de Nr. 21 - Polizei im Rassismus

    Photograph by Tomasz Sienicki
    Lizenz: Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported
    Quelle
    Rassistisches polizeiliches Handeln wird sowohl von Mainstream-Medien als auch von Politiker_innen nur selten aufgegriffen. Erfahren dennoch – aufgrund erfolgreicher Kampagnenarbeit durch Aktivist_innen (etwa Initiative Oury Jalloh oder Initiative Christy Schwundeck) – einzelne Schicksale von Betroffenen rassistischer Polizeigewalt mediale Öffentlichkeit, wird nicht nur von offizieller Seite häufig von „bedauerlichen Einzelfällen“ gesprochen. Demnach seien rassistische Kontrollen, Misshandlungen oder gar Morde lediglich auf individuelles Fehlverhalten zurückzuführen. Polizei als Institution, in die fest das gesellschaftlich verankerte rassistische Verhältnis eingeschrieben ist, wird dennoch fast nie thematisiert. Hinzu kommt, dass die Polizei über das Gewaltmonopol des Staates verfügt und ihr damit die Legitimation zukommt, für „Recht und Ordnung“ zu sorgen. Polizei kann daher nicht nur als Spiegel der Gesellschaft begriffen werden, sondern auch als Institution, die etwa durch gezielte Kontrollpraxen Kriminalität politisch und medial mit hervorbringen kann. (Vgl. dazu ausführlicher den Beitrag „Alltägliche Ausnahmefälle“, der in der aktuellen Ausgabe der antirassistischen Zeitschrift ZAG erschienen ist). Rassistische Polizeihandlungen sind als Form des institutionellen Rassismus zu betrachten, wie Hannah Eitel anhand der Broschüre „Institutioneller Rassismus“ des Migrationsrates Berlin Brandenburg aufzeigt. Eitel sieht in der Broschüre ein detailliertes Bild rassistischen Alltags dargestellt, bei dem polizeiliche Praxis nicht ausgespart bleibt. Dass das Thema „Polizei im Rassismus“ im deutschsprachigen Raum unterrepräsentiert ist, zeigt sich auch anhand der bisher erschienenen Publikationen. Es finden sich nur sehr wenige Veröffentlichungen zum Thema, weshalb wir uns in dieser Ausgabe auch englischsprachiger Literatur zugewendet haben. Biplab Basu hat sich die Studie „But Is It Racial Profiling?“ genauer angeschaut. Die Studie zeigt, dass bei einer beträchtlichen Anzahl von polizeilichen Kontrollen, Rassismus für die Polizist_innen handlungsleitend ist. Racial Profiling beschreibt diese gängige Polizeipraxis, nach der Menschen aufgrund rassialisierter Attribute polizeilich kontrolliert werden. Die Praxis, Menschen zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe zu kontrollieren, wurde jüngst von dem Verwaltungsgericht Koblenz als legitim erklärt (dagegen gab es einige Proteste, etwa eine Petition, die über 15.000 Menschen unterzeichnet haben). Johanna Mohrfeldt ermöglicht in ihren beiden Rezensionen „Rassistische Polizeipraxis im demokratischen Rahmen“ und „Pionierarbeit trotz eingegrenzter Perspektive“ sowohl Einführung als auch Vertiefung zum Thema Racial Profiling anhand von Studien aus verschiedenen Ländern. Eine der wenigen in deutscher Sprache erschienen Veröffentlichungen, die das Thema Polizei im Rassismus aufgreift, ist der Bericht „Täter unbekannt“ von Amnesty International. Die Rezensentin Laura Janßen sucht allerdings darin vergeblich nach einer kritischen Analyse. Abschließend lobt peps perdu in der Rezension zu „Banlieues. Die Zeit der Forderungen ist vorbei“ den Perspektivenreichtum dieser Textsammlung. Das Buch zeigt auf, wie Rassismus und räumliche Ausgrenzung zusammen spielen.

    Um sich weiter mit dem Thema rassistische Polizeigewalt zu befassen, empfehlen wir darüber hinaus den Besuch der Konferenz „Racial Profiling Reloaded“ der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt, die am 12. und 13. Oktober in Berlin sattfinden wird (weitere Informationen auf der KOP-Homepage).

    Bei den weiteren Rezensionen richtet zunächst Martin Brandt den Blick auf das neue Buch von Heinz-Jürgen Voß. In „Intersexualität – Intersex“ plädiert Voß für Brandt in überzeugender Weise für ein konsequentes Ende der medizinischen Eingriffe an Neugeborenen und Kleinkindern aufgrund der Diagnose „Intersex“. Wenig überzeugend findet hingegen Sebastian Friedrich den Versuch des Medientheoretikers Byung Chul-Han, seinen populären Essays in „Topologie der Gewalt“ ein theoretisches Fundament zu verpassen. Friedrich stellt in seiner Rezension „Große Hülle, kleiner Kern“ fest, dass Han letztlich wenig Substanzielles anbiete. Weitaus Substanzieller erscheint für Adi Quarti die Analyse der „Sicherheitsarchitektur 9/11“ von Stuart Price, der die veränderten Formen der Repression im Neoliberalismus untersucht. Patrick Schreiner widmet sich anschließend dem Buch „Bankrotteure bitten zur Kasse“ von Jürgen Leibiger, in dem richtige Fragen und Ansätze präsentiert werden, wenngleich Schreiner nicht alle Antworten überzeugen. Schließlich lobt Ismail Küpeli die Dissertation „Der ethnische Dominanzanspruch des türkischen Nationalismus“ von SavaÅŸ TaÅŸ als eine Analyse, der es gelingt, die ideologischen Komponenten des türkischen Nationalismus zu dekonstruieren.

    Weiterlesen in der am 4. September erschienenen Ausgabe von kritisch-lesen.de

    cronjob