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»Sie haben es getan und sie werden es jederzeit wieder tun, wenn es ihnen gestattet wird.« Hans Frick

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

LATEINAMERIKA
Noticias - Meldungen aus Lateinamerika. Die aktuelle Sendung von Radio Corax aus Halle.

BRASILIEN
Der Bau des drittgrößten Staudammes der Welt, Belo Monte, am Xingu-Fluss im amazonischen Bundesstaat Pará darf nach einer Gerichtsentscheidung von Montag nach mehrwöchigem Baustopp wieder aufgenommen werden.

CHILE
Bei der Vorstandswahl des chilenischen Gewerkschaftsdachverbandes (CUT) hat die von den Kommunisten Bárbara Figueroa und Cristián Cuevas geführte Liste einen knappen Sieg errungen.

KOLUMBIEN
Nach wochenlangen Geheimgesprächen in der kubanischen Hauptstadt Havanna haben sich die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla auf die Aufnahme offizieller Friedensverhandlungen geeinigt.

In Kolumbien hat ein Gericht einen ehemaligen General zu 25 Jahren Haft wegen Mordes an einem Bauernführer verurteilt.

Der kolumbianische General a.D. Mauricio Santoyo hat vor einem US-Gericht zugegeben, zwischen 2001 und 2008 Geheimdienstinformationen an den paramilitärischen Dachverband Autodefensas Unidas de Columbia (AUC) weitergegeben zu haben.

VENEZUELA
Das Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen (UNO-Habitat) hat in Rio de Janeiro seinen neuesten Bericht zur Lage in Lateinamerika vorgestellt. Venezuela ist demnach mit 0,41 das Land mit der größten sozialen Gleichheit in Lateinamerika.

Am Samstag gab es eine Gasexplosion in der Erdölraffinerie von Amuay, die einen Brand auslöste. Erst am Dienstag konnte das Feuer gelöscht werden. Bei der Explosion starben über 40 Menschen und über 80 wurden verletzt. Die Opposition beschuldigt die Chávez-Regierung durch unzureichende Wartung oder mangelnde Sicherheitsvorkehrungen das Unglück verursacht zu haben. Regierungsanhänger vermuten hinter der Explosion eine Sabotage. Die venezolanische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Mehrere hundert international tätige Künstler, Aktivisten und Kulturschaffende haben sich eineinhalb Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Venezuela mit der amtierenden Regierung von Präsident Hugo Chávez solidarisch erklärt.

Die Staatsanwaltschaft von Venezuela will ein angeblich von Goldsuchern an Indios verübtes Massaker untersuchen. Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge hatten Goldsucher Anfang Juli dieses Jahres 80 Mitglieder des Volkes der Yanomami in der Siedlung Yanomami Irotatheri im Staat Amazonas überfallen und getötet.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog. Ausgabe vom 31.08.2012

Chauvi - SPIEGELS Spanienblick: Lauter Billigmacher und Irre!

Der SPIEGEL startet eine neue Serie. Umfassender Blick über die Südländer. Als erstes ist Spanien dran. Erst mal leiten drei Artikel ein, mit mehr oder weniger unverbindlichen theoretischen Floskeln. Dann aber der Clou! Es wird ein echter Spanier ins lange verlassene Heimatland geschickt, um ganz authentisch zu berichten, wie alles dort läuft. Gottseidank weiß er schon im dritten Absatz, was bei seiner Forschung herauszukommen hat: "Dass man nun mal keine ernstzunehmende Wirtschaft hat, wenn sie auf Sonne und Orangen und das Zubetonieren der Mittelmeerküste gründet.Dass spanische Fußballvereine keine 750 Millionen dem Finanzamt schulden sollten? Dass sich Spaniens Schüler laut jüngster Pisa-Studie nicht verbesserten, trotz der Rekord-Steuereinnahmen vor der Krise." (SPIEGEL-Print Nr. 31/S.56: Artikel :"Mein fremdes Land").

Der erste Arme, auf den der Heimkehrer in Spanien trifft, ist Panglador. Einer, den die Bank Bankia aus seiner Wohnung geworfen hat, weil er die Finanzierungsraten nach Arbeitslosigkeit nicht mehr aufbrachte. Er will jetzt mit ein paar anderen die Bankfiliale in Barcelona stürmen. Peinlich - er läutet. Nichts regt sich an der Eingangstür. Er zieht sich zurück. Kommentar des heimgekehrten Spaniers, ganz deutsch gedacht: "Es gibt keine Privatinsolvenz in Spanien. Panlador wird die 242000 Euro Schulden behalten, solange er lebt" (ebd). Eine Seite weiter bei einem Hausbesetzer die gleiche Nebenbemerkung. "Es gibt kein Hartz IV in Spanien"> (ebd). Also auch keinen Kündigungsschutz und keinen Wohnkostenzuschuss für Arbeitslose.

Auf diese Mängel führt der Autor des SPIEGEL aber nichts zurück. Für ihn ist Spanien das Land, in welchem vor ein paar Jahren der Irrsinn ausgebrochen ist. Es wird nicht gespart mit als Feststellung gemeinten Unterstellungen. "Wahnsinn" "Irre". Es muss eine Art kollektiver Geisteskrankheit gegeben haben, die eine Bank dazu brachte, einem eine Viertelmillion zu leihen, der nur 950€ im Monat verdiente. Also ist niemand schuld. Oder alle.
Der Mangel an Gesetzen zum Schutz der kleinen Mieter, der Lohnabhängigen und der einfach Armen spielt für diesen Autor keine Rolle. Dabei ist nach den Erfahrungen anderer Länder, denen die Troika zusetzt, ja klar, dass eben solche Sozialgarantien als erste dran glauben, wenn ein Land vorzeigen muss, dass es wirklich opfert. Die ärmsten am gründlichsten gerupft.

Die Klage über die schlechten Leistungen in der Schule ist Gemeingut. Keinesfalls auf Spanien beschränkt. Jedenfalls können die Schulen nicht daran schuld sein, wenn Abiturienten und Universitätsabgänger ihre Qualifikation verbergen müssen, um nicht als überqualifiziert abgelehnt zu werden. Dann heißt das doch nur, dass neben dem Geld und dem etwa erarbeiteten Vermögen auch die Bildungsgarantien in Form von Zeugnissen genau so ihren Wert verlieren. Wieviel oder wie wenig Wissen auch dahintersteckt.

Schlaumeiers Schlussbilanz: "Vielleicht erkennt das Land /Spanien/, dass es keine Abkürzungen gibt nach Europa, keine smarten Tricks. Einfach eine harte Währung einführen, Dutzende Flughäfen, Zugtrassen und Golfplätze, und alle kaufen sich einen A6, das funktioniert nicht. Der Weg ist mühsam und bekannt. Am Anfang stehen Bildung, Forschung, die Förderung von Gründern. Die Spanier können das alles, sie sind ein großartiges Volk, mein Volk, aber die Krise hat ihnen gezeigt, wo sie stehen. Am Rand Europas, nicht im Zentrum. Der Immobilienboom, das billige Geld, die Euphorie haben sie verführt. Nicht, weil sie schlecht oder faul wären, sondern weil sie Menschen sind." (ebd. Seite 60)

Variante Schleckermaul von "Die haben über ihre Verhältnisse gelebt". Tischtrommeln an jedem denkbaren Stammtisch.

Genau, so war es. Als die Banken der arrivierteren Länder Europas den Euro erfunden hatten, da verbreiteten sie zugleich ein trübes Licht über alle, die keine Kredite wollten. Damals galten solche als verstockte Hockenbleiber, die einfach nicht aus der Höhle wollten. Kraftvolle Mitmacher hießen damals die, die heute sich laut SPIEGEL einzugestehen haben, dass sie sich nur einschleichen wollten bei den reicheren Nachbarn.

Eine wirkliche Diskussionshilfe !

Jetzt geht´s richtig los! ERÖFFNUNGSFEST IM LINKEN ZENTRUM

Im Mai 2010 haben wir in Stuttgart-Heslach ein großes Haus mit Veranstaltungssaal, Café, einem großen Keller, sowie Büro- und Wohnräumen gekauft. Seitdem gab es dort bereits zahlreiche Veranstaltungen, Treffen und Partys, auch zwei WGs und Gruppen die dort Büros nutzen sind bereits eingezogen. Im Vordergrund stand in diesen zwei Jahren jedoch die Renovierung: das ganze Haus wurde komplett saniert und fast alles bis auf die Grundmauern erneuert. Nun feiern wir endlich die offizielle Eröffnung!

Das Linke Zentrum Lilo Herrmann stellt AktivistInnen Räume für Treffen, Veranstaltungen und zum Organisieren ihrer politischen Arbeit zur Verfügung. Büros und Arbeitsräume können langfristig angemietet oder an einzelnen Terminen genutzt werden. Im Saal ist Platz für größere Veranstaltungen, im Infoladen gibt es aktuelle Flugblätter und weitere Veröffentlichungen, im Café könnt Ihr in lockerer Atmosphäre und bei günstigen Getränken den Abend verbringen.

Das Haus ist ein Ort des gemeinsamen politischen Engagements, der unkommerziellen Kultur und des solidarischen Austauschs.
Beim Fest wird es im und vor dem Zentrum Stellwände, Infotische, sowie Essen, Getränke und ein Kulturprogramm mit dem Freien Chor und am Abend mit Rogue Steady Orchestra und Skaddicted geben. Bei mehreren Hausführungen könnt ihr mehr über das Zentrum erfahren und die verschiedenen Bereiche kennen lernen.

Eröffnungsfest
Samstag, 29. September 2012
Beginn: 15 Uhr
Konzert: Ab 19 Uhr
Böblingerstr. 105, Stuttgart-Heslach

Höhler: Heiße Tränen einer Gläubigen werfen keine Blasen auf Merkels Haut...

Angela Merkel
Bildquelle:
Armin Linnartz
Dieses Foto ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland) lizenziert.
Abendnachrichten freitags: Zu sehen ein zerknirschter Herr aus Griechenland. Und eine Kanzlerin - mit zwei Aussagesätzen. Mehr Geld gibt es nicht. Mehr Zeit auch nicht. Dann aber: Merkel wünscht von ganzem Herzen, dass Griechenland in der EU bleibt.

Das Unvereinbare beider Sätze liegt auf der Hand. Wird weder von Merkel noch von den Kommentatoren erwähnt. Als wäre das Unvereinbarste zugleich das Angemessene.

Zu diesem Schauspiel liefert Gertrud Höhler in ihrem neuen Buch "Die PATIN" die einleuchtendste Deutung. Das Undurchschaubare ist beabsichtigt. Es ist geradezu der Kern von Merkels Erfolgen.Unberechenbarkeit erlaubt ihr, immer neu und überraschend aus dem Dunkel vorzupreschen.

Gertrud Höhler zeichnet den Weg dieser Politikerin scharf und bitter nach.

Wichtig vor allem ihr Nachweis, dass die Ausschaltung des Parlaments volle Absicht ist. Wo Parlament schwindet, soll Staat die Regie übernehmen. Wo ursprünglich Parteien ihre Rolle als Opposition wahrzunehmen hatten, stehen sie jetzt fassungslos vor dem Themenklau Merkels. Was können GRÜNE noch anmelden, wenn die Energiewende jetzt von der Regierung selbst übernommen wird? Was die SPD, wenn der Mindestlohn selbst in den schwärzesten Regionen der Regierungspartei Gefallen findet? Was die FDP, wenn doch unsere Kanzlerin die größte Vorkämpferin für freie Wirtschaft sein will? (Es aber keineswegs ist, wie Höhler später ausführt)

Auch an der Schlussfolgerung Höhlers ist nichts auszusetzen: Wenn alles so weiter läuft, wie Merkel sich das vorstellt, dann steht nichts mehr fest. Alles wird möglich sein. Nur allerdings- nach dem Willen des Regierungschefs. Nicht nach den Richtlinien, die wir uns bisher als Demokratie vorgestellt haben.

Von daher gesehen ein schnittiges und schneidendes Buch - dazu geschaffen, uns alle Tricks der Obermanipulatorin ins Gedächtnis zu rufen und richtig einzuordnen.

Es ist mir gelungen, das Buch über Kindle rasch reinzuziehen, so dass mich zumindest die Vorwürfe der Autorin nicht treffen können, das Buch sei ungelesen beurteilt worden.

Verblüffend bleibt nach der Lektüre, dass verschiedene Wesen fast zu Heiligen erhoben werden mussten, um den Kontrast zur Verderberin Merkel plastisch herauszuarbeiten. Gauck etwa. Er, von allen mit Recht als Generalverwalter der gesammelten Ressentiments in Ost und West eingeschätzt, soll als Apostel der Freiheit endlich das Widerwort gefunden haben gegen die Vertreterin der Beliebigkeit. Auch tut Höhler so, als glaube sie Kohl in vollem Ernst seine Ausrede mit dem gegebenen Ehrenwort. Damit hätte er nach ihr an einem höheren Wert festgehalten, den seine damalige Anklägerin Merkel gar nicht zu schätzen gewusst hätte.

Ebenso bekommen die Liberalen insgesamt so manches warme Huldwort ab. Trotz ihrer Plattwalzung unter Merkel hätten sie doch den Wert der Freiheit begriffen und kämpften immer noch dafür. Kaum erwähnt die Steuersenkungsspässe für Hotels und andere niedere Bewegungen, die nur der Klientel dienen sollten, sonst gar niemand.

So bewundernswert die Bewegungen Merkels beim Geschäft des Machterhalts beschrieben werden, es fällt doch eines auf, je länger man liest: Sämtliche Vorgänger kommen im Vergleich zu ihr fast engelhaft weg. Wenn Höhler etwa genau die Tendenz Merkels beschreibt, sich eher als Präsidentin des ganzen Volkes denn als Führerin einer bestimmten Partei hinzustellen, und deshalb das reale Präsidentenamt systematisch degradiere - um die Position mitzuübernehmen, hat sie dabei ganz die Vorgängerversuche vergessen, sich präsidial zu kostümieren.Mit Adenauer angefangen, der auf seine alten Tage geil nach dem Amte greifen wollte - bis er merkte, dass ein Präsident leider in der Bundesrepublik zu wenig zu sagen hat für die Bedürfnisse eines Exkanzlers.

Gar nicht werden die Diktaturgelüste des Basta-Kanzlers Schröder erwähnt. Ihm gegenüber lässt sich Merkels Technik als Verbesserung verstehen - sie grinst breiter bei den ausgeteilten Fußtritten- aber nicht als absolute Neuerung.

Höhlers Zorn lässt sich nur ganz nachempfinden, wenn man kurzfristig ihre Fiktion teilt, bis zu Merkel hätte es eine Partei voller Grundwerte gegeben, an die sich alle Mitglieder gehalten hätten.Die bisherige CDU! Als enttäuschte Magdalena tritt Gertrud Höhler auf, die im Garten von Gethsemane auf ein Grab trifft, in dem als Leiche der ehemals für Gott gehaltene Jesus liegt. Und alle Verheißungen sind dahin. Und er kommt niemals wieder. Was bleibt dann anderes als der Aufschrei und die unendliche Klage?

Auch gibt Höhler keine Antwort auf die Frage, warum SPD, GRÜNE und FDP sich ohne äußeren Zwang alles gefallen lassen, womit Merkel sie vor aller Augen betrügt. Also kann die mehr oder weniger überzeugende Herleitung der heutigen Merkel aus der ehemaligen Täuscherin und Schweigerin in der DDR einfach nicht die einzige Erklärung für die gegenwärtigen Übel sein. Schließlich waren unsere Steinmeiers und Roths keinen Tag in der DDR - und liegen doch platt wie Pfannekuchen vor den Füßen der Herrin... Also müssen die gegenwärtigen Verbrechen Ursachen haben, die nicht in einer Einzelseele sich verstecken.

Dieses Begrenzte der Analyse wird Gertrud Höhler nur abstreifen können, wenn sie die Verwandlungen der Gesamtgesellschaft ins Auge fasst. Wenn sie die Grenze hin zu den Theoretikern überschreitet, die schon zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nachwiesen, dass sämtliche Staaten, wie demokratisch sie sich auch geben, ein Zusammenwirken und Zusammenwachsen der großen Kapitalien- vor allem des Bankenmanagements - mit den staatlichen Instanzen nötig haben, um sich überhaupt in einer Zeit brutalster Krisen noch halten zu können. In diesem Rahmen würden Höhlers Beobachtungen erst ihren Wahrheitswert entfalten können.

Schaden wird Höhlers Kritik der "Patin" bei den Wahlberechtigten kaum. Einfach, weil sie gerade die Charakterlosigkeit der Vorbellerin Merkel schätzen. Ihre Wendigkeit. Sie hängen viel lockerer an den frommen Sprüchen der CDU als am momentanen Erfolg. Und werden ihr so lange nachlaufen, so lange die Tricks Merkels Vorteile versprechen. Fritz Güde

Bibliographischer Nachweis: Die Patin: Wie Angela Merkel Deutschland umbaut

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

LATEINAMERIKA
Stinksauer soll US-Präsident Barack Obama nach dem USA-Lateinamerika-Gipfel im April in Cartagena laut Informationen aus seiner Demokratischen Partei gewesen sein. Sein Berater Dan Restrepo habe ihn nicht darauf vorbereitet, was ihn in Kolumbien, das traditionell einer der treuesten Verbündeten der USA auf dem Kontinent ist, erwartete.

ARGENTINIEN
Ein Strafgericht in Córdoba hat vergangenen Dienstag einen Sojabauern und einen Piloten wegen des Versprühens von Agrochemikalien zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

BOLIVIEN
Die Anzahl der in extremer Armut lebenden Bevölkerung Boliviens ist um ein Drittel zurückgegangen. Nach Angaben von Entwicklungsministerin Viviana Caro hat sich die extreme Armut in den vergangenen zehn Jahren von 38 Prozent auf 24 Prozent reduziert.

GUATEMALA
Der Chef eines Spezialkommandos der Polizei wurde verurteilt, weil er im Bürgerkrieg einen Studenten erst foltern und dann verschwinden ließ: 70 Jahre Haft für Folter und Mord.

KUBA
Ein Gericht in Kuba hat zwölf ranghohe Staatsfunktionäre wegen Korruption zu Haftstrafen zwischen vier und zwölf Jahren verurteilt. Präsident Raúl Castro hatte der Korruption zu Beginn des Jahres den Kampf angesagt.

Fidel Castro und Hugo Chavez arbeiten laut einem kubanischen Blogger an einem gemeinsamen Buch berichtet Reuters.

PARAGUAY
Paraguays Landwirtschaftsbehörden legalisieren den Einsatz der Gentechnik in großem Maßstab. Die durch einen kalten Putsch an die Macht gekommene Regierung Federico Franco räumt die Hürden aus dem Weg.

Paraguays ehemaliger Präsident Fernando Lugo tritt nicht erneut als Kandidat zu den Präsidentschaftswahlen im April 2013 an.

PERU
Die peruanische Regierung versucht alles, um die Aufklärung der von Polizei und Militär begangenen Verbrechen gegen die Bevölkerung der Krisenprovinzen Espinar (Cusco) und Celendín bzw. Bambamarca (Cajamarca) zu behindern.

VENEZUELA
Die Vertretung der Bolivarischen Republik in Berlin hat als erste einen Betriebsrat. Ein Gespräch mit der verdi-Gewerkschaftssekretärin Katja Boll.

Nach einer Schießerei zwischen rivalisierenden Banden im Gefängnis Yare I kündigte die venezolanische Ministerin für Strafvollzug, Iris Varela, eine detaillierte Untersuchung an.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez liegt bei Wahlkampfbeginn klar in Führung, doch kritische Stimmen warnen vor zu viel Siegesgewissheit

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog. Ausgabe vom 24.08.2012

nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

LATEINAMERIKA
Die Olympischen Sommerspiele sind mal wieder vorbei. Fast ganz Lateinamerika feiert.

ARGENTINIEN
Seit Dienstag muss sich der ehemalige argentinische Präsident De la Rua (1999-2001) mit anderen vor Gericht verantworten. Die Regierung De la Ruas soll laut Anklage mittels Zahlung von fünf Millionen Dollar an die Oppositionsparlamentarier deren Stimmen für eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts gewonnen haben.

BRASILIEN
Ein brasilianisches Bundesgericht (TRF) hat diese Woche erneut einen Baustopp für das umstrittene Mega-Kraftwerk am Fluss Xingú im Amazonasgebiet verhängt.

CHILE
Der Studierendenverband Chiles (CONFECH) hat beschlossen, die Proteste zur Durchsetzung einer Reform des Bildungssystems zu intensivieren.

ECUADOR
Die Regierung Ecuadors widersetzt sich dem Druck der britischen Regierung und gewährt Wikileaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl.

Die britische Regierung hat Ecuador mit einer Verletzung der diplomatischen Immunität seiner Botschaft im Vereinigten Königreich gedroht. Ein Gastkommentar von S.E. Jorge Jurado, Botschafter Ecuadors in Deutschland.

HONDURAS
Der sogenannte Drogenkrieg zieht in Honduras auch indigene Völker in Mitleidenschaft. Anfang August haben sich Vertreter sechs verschiedener indigener Völker in der Mosquitia versammelt, um ihre Menschenrechtssituation zu analysieren.

KUBA
Am Montag beging Fidel Castro seinen 86. Geburtstag. Enrique Ubieta Gómez, Essayist und Chefredakteur der Zeitschriften La Calle del Medio und Cuba Socialista, verfasste einen exklusiven Beitrag für die jW.

PARAGUAY
Bei einem Sozialforum organisiert von der Bewegung „Paraguay Resiste“, das in der paraguayischen Hauptstadt Asunción stattfindet, diskutieren seit gestern Bürger, Intellektuelle und Vertreter sozialer Organisationen die aktuelle Lage des Landes nach der umstrittenen Amtsenthebung des gewählten Präsidenten Fernando Lugo.

URUGUAY
Als erster Staat der Welt will Uruguay den Handel mit Marihuana verstaatlichen. 40 Joints im Monat will Montevideo den Bürgern gönnen.

VENEZUELA
Die venezolanischen Behörden haben einen US-amerikanischen Staatsbürger bei der illegalen Einreise nach Venezuela festgenommen.

Ignacio Ramonet über den venezolanischen Präsidenten, die Bolivarische Revolution und den aktuellen Wahlkampf.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog. Ausgabe vom 19.08.2012

Bob Marley Interview von Mumia Abu-Jamal, November 1979

"Ich habe ein Juwel für euch in dieser Woche. Im November 1979 tourte Bob Marley und die Wailers in Nordamerika zur Unterstützung des Albums "Survival", einem Album mit einem militanten Thema, das Themen wie schwarzen Nationalismus, Repatriierung, und panafrikanischer Solidarität behandelt. Mehreren Quellen zufolge war als Name für das Album ursprünglich "Black Survival" anstatt "Survival" geplant, um die Dringlichkeit der afrikanischen Einheit zu unterstreichen, aber der Name wurde gekürzt, um Fehlinterpretationen des Themas zu vermeiden. Bob Marley stellte sich das Album als den ersten Teil einer Trilogie vor, folgen sollten "Uprising" im Jahre 1980 und "Confrontation" im Jahr 1983.

Die Tour begann in Boston in der zweiten Hälfte des Oktober 1979 und endete in Libreville, Gabun am 6. Januar 1980. 1979 war das internationale Jahr des Kindes, weshalb die Band Auftritte bei einigen Benefiz-Konzerten für Kinder auftrat, wie am 10. August 1979 in Jamaika vor der Survival-Tour sowie am 15. Dezember 1979 in Nassau, Bahamas. Die Tour hatte ihren Schwerpunkt vor allem in den Vereinigten Staaten, es gab aber auch Auftritte in der Karibik und in Afrika.

In der ersten Hälfte des nordamerikanischen Teils der Tour, besuchte Bob Marley und die Wailers Philadelphia, Pennsylvania, wo sie am 7. November 1979 in "The Spectrum" auftraten. Während seines Aufenthalts in in Philadelphia wurde Bob von einem preisgekrönten lokalen Journalist namens Mumia Abu-Jamal im Warwick Hotel interviewt. Das Interview wird hier in seiner Gesamtheit präsentiert.



Abu-Jamal wurde später des Mordes an Philadelphia 1981 Polizisten Daniel Faulkner für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Er wurde als "vielleicht der weltweit bekannteste zum Tode verurteilte Häftling" bekannt, seine Strafe ist eine der am meisten und kontroversesten diskutierten. Am 7. Dezember 2011 kündigte der Bezirksstaatsanwalt von Philadelphia, Seth R. Williams an, dass nicht mehr versucht werde, die Todesstrafe für Abu-Jamal durchzusetzen. Williams sagte, dass Abu-Jamal den Rest seines Lebens im Gefängnis, ohne die Möglichkeit der Bewährung verbringen wird.

Eine schriftliche Niederschrift des Interviews kann hier eingesehen werden.

Dank an Roger Steffens für die Überprüfung aller historischen und sachlichen Daten."

Eigene Übersetzung / Quelle: Bob Marley Interview with Mumia Abu-Jamal, November 1979

Gabriels Trauerkrepp vor Antritt der allerletzten Fahrt

Sigmar Gabriel
Fotograf: Arne Müseler / www.arne-mueseler.de
Lizenz: Creative Commons 3.0 Deutschland
Gabriel - SPD - hat in München den Philosophen Habermas heimgesucht und von diesem - unter Beihilfe von Bofinger - einen Entwurf zum Parteiprogramm erhalten, den er stolz nach Hause trug. Der Entwurf enthält viel Hochtönendes zur Begründung eines wirklich demokratischen Europa, mit dem Versprechen gegenseitiger Hilfe und vielleicht sogar einer Urabstimmung in Deutschland, um das Grundgesetz zu ändern.

Über die Gediegenheit des Papiers soll hier gar nicht lang diskutiert werden. Meinem persönlichen Eindruck nach dient es wie dasjenige Merkels nur dem Aufschub der Katastrophe, nicht ihrer Beseitigung. Darauf soll es hier aber gar nicht ankommen. Sondern nur darauf, dass der gleiche Gabriel, immerhin führendes Mitglied seiner Partei,sich nichts dabei denkt, ein Programm zu empfehlen, das allem widerspricht, was er kurze Zeit vorher Frau Merkel zugestanden hat. Schließlich hat erst die SPD der Regierungschefin die nötige Mehrheit verschafft für eine Drosselung Resteuropas, die sich in unverkennbaren Widerspruch zu jedem Argument eines Habermas gestellt hat und weiterhin stellt.

Was verspricht sich dann Theoretiker Gabriel von etwas, das seiner Praxis schlagend widerspricht?

Keineswegs erhofft er sich, dass das Hochgesinnte bis zu den Wahlen vergessen sein wird. Mit einem kühlenden Zwischenwind in Sommerzeiten gibt sich ein Gabriel nicht zufrieden. Er wird vielmehr das Wortgebinde schwenken bis zu den nächsten Wahlen. Stolz, edel und frei...

Als kluger Kopf und gläubiger Leser von Umfragen und Statistiken weiß er, was ihm und seiner Partei im günstigsten Fall blühen wird: wieder mal die Beischlepp-Lage in einer Großen Koalition. Das wird nach den bisherigen Erfahrungen sich äußerst beschämend auswirken. Wie aber, wenn über allen Schleimigkeiten, jeder denkbaren Erniedrigung weiterhin die schwarze Fahne aufgezogen werden kann? Der Trauerflor dessen, der - im Untergang - bezeugen kann: Wir hätten es doch so anders gewollt! So etwas ersetzt für Empfängliche ohne weiteres den Abschiedschoral der Ertrinkenden der TITANIC: Näher mein Gott zu Dir!

cronjob