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»Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.« Einstein

Laufzeitverlängerung: AKW-Weiterbetrieb nicht genehmigungsfähig - BUND legt aktuelle Studie zum Sicherheitszustand der laufenden Atomkraftwerke vor

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine stellt Deutschland vor große Herausforderungen bei der Energieversorgung. Aus der Debatte um Gasengpässe und kalte Wohnungen ist ein Szenario um einen drohenden Stromengpass geworden, in dessen Folge der Weiterbetrieb der verbliebenen Atomkraftwerke (AKW) debattiert wird. Die sicherheitspolitischen Fakten sind für die Befürworter eine vernachlässigte Randnotiz. Eine aktuelle Sicherheitsstudie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt, dass ein Weiterbetrieb aufgrund ungeklärter Sicherheitsfragen nicht genehmigungsfähig ist. Der Umweltverband lehnt den Weiterbetrieb und damit eine Laufzeitverlängerung der AKW Emsland, Neckarwestheim 2 sowie von Isar 2 über den 31. Dezember 2022 hinaus ab.

“Die Forderungen nach einem Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke sind populistisch. Energie aus Atomkraft ist unsicher, unrentabel und unnötig”, erklärt Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender. “Wer angesichts der drohenden Gasengpässe behauptet, nur mit Atomkraft einen warmen Winter ermöglichen zu können, führt eine Scheindebatte und rechnet die Leistungsfähigkeit der AKW schön. Sowohl die Opposition als auch die Regierungsparteien stellen leichtfertig den vor elf Jahren von einem breiten Konsens getragenen gesamtgesellschaftlichen Vertrag zum Atomausstieg zur Disposition. Damit riskieren sie auch die Verlässlichkeit und Tragfähigkeit langfristiger politischer Entscheidungen in diesem Land. Einige Grüne Politker*innen stellen mit ihrer Öffnung für verlängerte Atomlaufzeiten den Gründungskonsens der Grünen in Frage.”

Am eigentlichen Sachverhalt hat sich seit dem Atomausstiegsbeschluss 2011 nichts geändert. Bandt weiter: “Atomkraft ist eine unberechenbare Hochrisikotechnik. Für die Energieversorgung spielt sie mit einem Anteil von etwa einem Prozent am Endenergieverbrauch weder kurz- noch mittelfristig eine wesentliche Rolle. Die bestehenden Sicherheitsrisiken bei einem Weiterbetrieb der drei AKW, die selbst die Betreiber nicht mehr tragen wollen, werden in der politischen Debatte auf sträfliche Weise missachtet.” Aus Sicht des BUND stehen Sicherheitsrisiken und die Kosten für den Erhalt der geringen AKW-Kapazitäten in keinem Verhältnis. Daran ändert auch ein erneuter Stresstest nichts.

Deutschland hat den Ausstieg aus der Atomenergie 2011 aufgrund der unberechenbaren Sicherheitsrisiken beschlossen. Die AKW sind heute elf Jahre älter und haben allesamt eine Betriebsdauer von 30 Jahren weit überschritten. Oda Becker, Diplom-Physikerin und Expertin für Risiken von Atomanlagen, führt mit Verweis auf eine für den BUND erstellten aktuellen Sicherheitsstudie aus: “Die AKWs Emsland, Neckarwestheim 2 und Isar 2 sind seit 13 Jahren nicht mehr umfänglich sicherheitstechnisch überprüft worden. Die letzte periodische Sicherheitsprüfung, die mindestens alle 10 Jahre erfolgen, fand 2009 und nach einem Sicherheitsanforderungen aus den 1980er Jahren. Dass die Atomaufsicht auf dieser Basis Laufzeitverlängerungen ohne umfassende Sicherheitsüberprüfungen genehmigt, ist aus fachlicher Sicht nicht vorstellbar. Denn ein sicherer Betrieb der Reaktoren nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik ist nicht gewährleistet.” Mit Blick auf die AKW Emsland und Neckarwestheim 2 fügt Becker an: “Die Anlagen wurden seit mehr als 10 Jahren in Hinblick auf die vereinbarten Restlaufzeiten betrieben, das zeigt sich zum Beispiel an dem Umgang an den gefährlichen Rissen in den Dampferzeugern im AKW Neckarwestheim 2.”

Der Weiterbetrieb der AKW wäre nicht nur aufgrund langfristiger und aktuell nicht verfügbarer Brennelemente, sondern auch durch die massiven Sicherheitsrisiken nicht zielführend. “Selbst die Betreiber stellen fest, dass auch ein kurzer Weiterbetrieb nur möglich wäre, wenn der Anspruch an Sicherheitsprüfungen massiv verringert oder umfangreiche Nachrüstungen nicht vorgenommen werden. Die aktuelle Situation in Frankreich belegt zudem, dass die angestrebte Versorgungssicherheit mit Atomkraftwerken nicht gewährleistet ist”, führt die Sicherheitsexpertin weiter aus.

In der aktuellen Auseinandersetzung rächt sich jetzt, dass jahrzehntelang auf fossile Brennstoffe gesetzt wurde und der Ausbau der Erneuerbaren Energien vernachlässigt oder verhindert wurde. Angela Wolff, BUND-Expertin für Atom- und Energiepolitik, erklärt: “Diese Debatte ist der letzte verzweifelte Versuch von CDU und CSU, die Atomenergie in Deutschland am Leben zu halten. Die Unionsparteien haben die Energiewende jahrelang massiv blockiert und Deutschland mit ihrer reaktionären Energiepolitik weiter in die fossile Abhängigkeit gedrängt. Und auch jetzt in der Krise fällt den beiden Parteien nichts Besseres ein als der energiepolitische Rückwärtsgang. Dabei können die AKW weder die Gaskrise lösen, noch spielen sie mit einem Anteil von insgesamt lediglich fünf Prozent im Strommix eine wesentliche Bedeutung für die Stromversorgung.”

Aktuell produzieren die deutschen AKW ihren Strom rechnerisch allein für den Export nach Frankreich, wo seit etwa einem halben Jahr die Reaktorflotte stillsteht. Dort zeigt sich das ganze energiepolitische Dilemma der Atomkraft-Nutzung. “Atomkraft bietet weder Versorgungssicherheit noch schafft sie Energieunabhängigkeit von Russland”, so die BUND-Expertin weiter. “Vielmehr hat die verstaatlichte russische Atomindustrie Europa und die USA als Lieferant von Uran und Nukleartechnik so fest im Griff, dass diese es sich bislang nicht leisten konnten, im Atomsektor Sanktionen gegen den Aggressor zu verhängen.”

Der BUND fordert einen konsequenten und naturverträglichen Ausbau der Erneuerbaren und schnelle sowie sinnvolle Energiesparmaßnahmen. Bandt: “Es wäre fatal, wenn sich die Bundesregierung in dieser schweren Krise weiter von einer populistisch geführten Debatte antreiben lässt und damit nicht nur wichtige Maßnahmen verpasst, sondern auch die energiepolitische Zukunft Deutschlands aufs Spiel setzt. Sicherheit, Frieden und eine zuverlässige Energieversorgung sind nur mit einem Schritt nach vorn erreichbar. Dazu müssen wir Atomkraft und fossile Brennstoffe so schnell wie möglich hinter uns lassen. Das Atommüll-Problem ist nach wie vor ungelöst. Das laufende Suchverfahren für eine dauerhafte Lagerstätte für die Jahrtausende lang gefährlichen hochradioaktiven Abfälle wird mit dieser sinnlosen Debatte um Laufzeitverlängerungen aufs Spiel gesetzt. Der BUND wird eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten nicht tatenlos hinnehmen und rechtliche Schritte prüfen.”

Mehr Informationen:

Quelle: Pressemitteilung BUND, 28. Jul 2022, via Fairändern

Neustart: 41. Umsonst und Draussen

Plakat zum 41. Umsonst & Draussen 5. - 7. August 2022Zweimal musste das U&D in Stuttgart ausfallen. 2022 wird es wieder stattfinden!

Wir planen, organisieren, bereiten vor. Und wir stellen fest: hier und da sind wir in den vergangenen 3 Jahren etwas eingerostet. Aber so nach und nach fällt uns alles wieder ein. Und nicht mehr lange, dann wird die Brache wieder zur U&D-Wiese.

Ganz verlernt haben wir U&D aber nicht, das beweist schon dieses großartige Programm, das wir auf die Beine gestellt haben. Wir können es selber kaum noch erwarten und sind uns sicher, ihr freut euch ebenso.

Das Thema beim Forum dieses Jahr: Klimaschutz selber machen. Hier sind wir gerade noch dabei, Kontakte zu knüpfen und Initiativen einzuladen, ihr Projekt beim U&D vorzustellen.

Eine Woche vor dem U&D findet in Stuttgart die Politparade des CSD statt. Auch hier sind wir wieder dabei, mit fahrender Bühne und Gurutari live on Truck.

Wenn Ihr über die aktuellen Entwicklungen beim U&D auf dem Laufenden sein wollt, abonniert unseren Newsletter, schaut gelegentlich mal hier auf der Seite rein, folgt uns bei Twitter oder bei Facebook. Und Ihr könnt Vereinsmitglied werden.

Unterstützt Eure Künstler*innen, Bands, Clubs, Veranstalter wenn Ihr wollt, dass sie weiter für Euch da sind. Z.Bsp www.kuenstlersoforthilfe-stuttgart.de.

Und vor allem: Falls Ihr es noch nicht getan habt:

Lasst Euch impfen!

Passt auf Euch und die Menschen in Eurer Umgebung auf, seid zuversichtlich und solidarisch.

Aufs gute Wetter beim 41. U&D!

Blogkino: America, America - Part 2 - The Anatolian Smile (1963)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus das Epos "America America" (Das anatolische Lächeln), geschrieben, adaptiert, inszeniert und produziert von Elia Kazan (1963). In der Rezension von Stuart Christie heißt es zum Plot: "Trotz seiner schicksalhaften Entscheidung, 1952 (dem Jahr, in dem er "Viva Zapata!" drehte) vor dem Ausschuss für unamerikanische Umtriebe (HUAC) auszusagen, ist Elia Kazan, Gründer des Actor's Studio und ehemaliges Mitglied der amerikanischen KP (und Anti-Stalinist), für mich einer der großen amerikanischen Filmregisseure. Sein vielleicht stärkster, aber übersehener Film - ein Film mit politischer Relevanz in dieser Zeit der Massenmigration von Kriegsflüchtlingen und der brutalen Unterdrückung politischer Dissidenten und religiöser und ethnischer Minderheiten - war sein autobiografisches Epos "America, America" (im Vereinigten Königreich "The Anatolian Smile") von 1963.

Das Voice-over wird von Kazan selbst gesprochen: "Ich bin Grieche von Blut, Türke von Geburt und Amerikaner, weil mein Onkel eine Reise gemacht hat". Der Film beginnt mit der Zerstörung eines verarmten kappadokischen griechischen und armenischen Dorfes in der korrupten osmanischen Türkei Mitte der 1890er Jahre (die Zeit, in der Donald Trumps Großvater Zuflucht - und einen Vorteil! - in den USA), der Heimat des anatolisch-griechischen Protagonisten Stavros, und das erbarmungslose Abschlachten seiner terrorisierten und wehrlosen Bewohner, die versuchen, ihren osmanischen Peinigern zu entkommen.

Wie Herodes hatte Sultan Abdu'l-Hamid II. (ein Vorbild für Recep Tayyip ErdoÄŸan?) die Tötung der Armenier im ganzen Reich angeordnet (möglicherweise wurden bis zu 30 000 von ihnen bereits auf Hamids Befehl hin massakriert). Dieser besondere Holocaust war seine Antwort auf die 14-stündige Besetzung der in französisch-britischem Besitz befindlichen Osmanischen Reichsbank in Konstantinopel im Jahr 1896 durch 28 bewaffnete Männer und Frauen der Armenischen Revolutionären Föderation.

Es war ein vergeblicher, aber verzweifelter Protest, mit dem die westeuropäischen Mächte gezwungen werden sollten, Hamids Straffreiheit in Frage zu stellen und gegen seine anhaltenden Pogrome und Massaker an christlichen Griechen und Armeniern zu intervenieren. Die von Panik ergriffenen armenischen Dorfbewohner suchen Zuflucht in ihrer von Kerzenlicht und Weihrauch umwölkten Kirche, wo ein Priester sie zum Gebet anleitet. Draußen ist das Gebäude von türkischer Polizei und Derbendji-Hilfstruppen umstellt, die brennende Fackeln schwingen. Ein Priester, der sich widersetzt, wird gedemütigt und eine Fackel wird in das Gebäude geworfen. Flammen und Rauch verschlingen die Kirche und wir hören die Schreie der sterbenden Männer, Frauen und Kinder, die bei lebendigem Leib verbrennen.

Kazan schneidet auf die rauchenden, verkohlten Überreste der Kirche; die Opfer des staatlich geförderten Massakers liegen auf den Straßen, und wir sehen Stavros, der neben der Leiche seines armenischen Freundes Vartan kauert. Nach dem Massaker erkennt Stavros' Familie, dass es in der Hamidian-Türkei keine Hoffnung auf Gerechtigkeit oder Toleranz für armenische, aserbaidschanische, arabische, assyrische, griechische, persische und kurdische Minderheiten gibt. Sie schicken ihn mit den Schätzen der Familie auf eine gefährliche und brutale Odyssee auf einem Esel und zu Fuß quer durchs Land, um der Familie in Konstantinopel ein sichereres Zuhause zu bereiten.

Stavros hingegen träumt von einem Neuanfang in einem neuen, verheißungsvollen Land, Amerika. Es sind jedoch die Missgeschicke und die moralische Entwicklung des unverwüstlichen Protagonisten, der auf seiner Reise in das Land der Freiheit lernt, mit Verrat, Verrat, Demütigung, Gewalt und Korruption umzugehen, die sich zu dem großen filmischen Bildungsroman "Amerika, Amerika" entwickeln."

Wir zeigen den zweiten von vier Teilen heute, die restlichen an den kommenden Dienstagen.

 

Schoettle-Areal - was geht?

Vier gezeichnete Personen stehen unter einem Transparent mit der Losung: ekommen, um zu bleiben! Bezahlbare Mieten! Sie tragen  Sandwiches mit den Forderungen: Lebenswertes Viertel!Vor mehr als einem Jahr war die Initiative Schoettle-Areal, die dort gemeinsam einen Platz im Stuttgarter Süden für Wohnen, Leben, Arbeiten, für Kunst und Kultur schaffen möchte, zu Gast bei der Montagegruppe.

Zeit, um jetzt vor Ort im Pförtnerhäuschen des Schoettle-Areals nachzuhaken, was danach geschehen ist und welche Perspektiven das Projekt im August 2022 hat. Wunsch & Wirklichkeit: Ziele, Arbeitsberichte, Befragungsergebnisse, Ehrenamt und viele Ideen.

Gäste werden eine Vertreter*in der Initiative, ein(e) Studierende(r)* des Master Entwurfprojekts Schoettle-Areal der Uni Stuttgart und Bezirksvorsteher Raiko Grieb sein.

MONTAGE: 01.08.2022, ab 20:00 Uhr
COME ON OVER: Pförtnerhäuschen Schoettle-Areal, Böblingerstraße 68, Stuttgart-Süd
TUNE IN: Radiosendung vor Publikum und im Netz
Eintritt frei, um pünktliches Erscheinen wird gebeten
Mehr Informationen

Eröffnungsfest im Linken Zentrum Schwenningen

SharePic zur Eröffnungsfeier des Linken Zentrums Schwenningen
 

Seit 1.Mai 2021 bauen wir am neuen Linken Zentrum Schwenningen und tatsächlich können wir jetzt sagen, dass wir damit bald fertig sind (zumindest im Großen und Ganzen). Wir feiern Eröffnungsfest und laden euch herzlich ein – save the date – Samstag, 23. Juli. / 16:00 Uhr / Bürkstraße 46 Schwenningen Beim Fest gibt es klar Kuchen und leckeren Kaffee aus unserer Espressomaschine, später vegan/ vegetarisch Essen und gute Cocktails. Wir stellen das neue Linke Zentrum vor, mit Führung durch die Räume, unseren Ideen und dem Konzept dazu. Den ganzen Nachmittag gibt es Programm: Kultur, Musik und mehr. Am Abend wird gefeiert mit Open End draußen am Lagerfeuer oder drinnen mit Cocktails und Elektro/Techno/Dutzdutz

 

Blogkino: America, America - Part 1 - The Anatolian Smile (1963)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus das Epos "America America" (Das anatolische Lächeln), geschrieben, adaptiert, inszeniert und produziert von Elia Kazan (1963). In der Rezension von Stuart Christie heißt es zum Plot: "Trotz seiner schicksalhaften Entscheidung, 1952 (dem Jahr, in dem er "Viva Zapata!" drehte) vor dem Ausschuss für unamerikanische Umtriebe (HUAC) auszusagen, ist Elia Kazan, Gründer des Actor's Studio und ehemaliges Mitglied der amerikanischen KP (und Anti-Stalinist), für mich einer der großen amerikanischen Filmregisseure. Sein vielleicht stärkster, aber übersehener Film - ein Film mit politischer Relevanz in dieser Zeit der Massenmigration von Kriegsflüchtlingen und der brutalen Unterdrückung politischer Dissidenten und religiöser und ethnischer Minderheiten - war sein autobiografisches Epos "America, America" (im Vereinigten Königreich "The Anatolian Smile") von 1963.

Das Voice-over wird von Kazan selbst gesprochen: "Ich bin Grieche von Blut, Türke von Geburt und Amerikaner, weil mein Onkel eine Reise gemacht hat". Der Film beginnt mit der Zerstörung eines verarmten kappadokischen griechischen und armenischen Dorfes in der korrupten osmanischen Türkei Mitte der 1890er Jahre (die Zeit, in der Donald Trumps Großvater Zuflucht - und einen Vorteil! - in den USA), der Heimat des anatolisch-griechischen Protagonisten Stavros, und das erbarmungslose Abschlachten seiner terrorisierten und wehrlosen Bewohner, die versuchen, ihren osmanischen Peinigern zu entkommen.

Wie Herodes hatte Sultan Abdu'l-Hamid II. (ein Vorbild für Recep Tayyip ErdoÄŸan?) die Tötung der Armenier im ganzen Reich angeordnet (möglicherweise wurden bis zu 30 000 von ihnen bereits auf Hamids Befehl hin massakriert). Dieser besondere Holocaust war seine Antwort auf die 14-stündige Besetzung der in französisch-britischem Besitz befindlichen Osmanischen Reichsbank in Konstantinopel im Jahr 1896 durch 28 bewaffnete Männer und Frauen der Armenischen Revolutionären Föderation.

Es war ein vergeblicher, aber verzweifelter Protest, mit dem die westeuropäischen Mächte gezwungen werden sollten, Hamids Straffreiheit in Frage zu stellen und gegen seine anhaltenden Pogrome und Massaker an christlichen Griechen und Armeniern zu intervenieren. Die von Panik ergriffenen armenischen Dorfbewohner suchen Zuflucht in ihrer von Kerzenlicht und Weihrauch umwölkten Kirche, wo ein Priester sie zum Gebet anleitet. Draußen ist das Gebäude von türkischer Polizei und Derbendji-Hilfstruppen umstellt, die brennende Fackeln schwingen. Ein Priester, der sich widersetzt, wird gedemütigt und eine Fackel wird in das Gebäude geworfen. Flammen und Rauch verschlingen die Kirche und wir hören die Schreie der sterbenden Männer, Frauen und Kinder, die bei lebendigem Leib verbrennen.

Kazan schneidet auf die rauchenden, verkohlten Überreste der Kirche; die Opfer des staatlich geförderten Massakers liegen auf den Straßen, und wir sehen Stavros, der neben der Leiche seines armenischen Freundes Vartan kauert. Nach dem Massaker erkennt Stavros' Familie, dass es in der Hamidian-Türkei keine Hoffnung auf Gerechtigkeit oder Toleranz für armenische, aserbaidschanische, arabische, assyrische, griechische, persische und kurdische Minderheiten gibt. Sie schicken ihn mit den Schätzen der Familie auf eine gefährliche und brutale Odyssee auf einem Esel und zu Fuß quer durchs Land, um der Familie in Konstantinopel ein sichereres Zuhause zu bereiten.

Stavros hingegen träumt von einem Neuanfang in einem neuen, verheißungsvollen Land, Amerika. Es sind jedoch die Missgeschicke und die moralische Entwicklung des unverwüstlichen Protagonisten, der auf seiner Reise in das Land der Freiheit lernt, mit Verrat, Verrat, Demütigung, Gewalt und Korruption umzugehen, die sich zu dem großen filmischen Bildungsroman "Amerika, Amerika" entwickeln."

Wir zeigen den ersten von vier Teilen heute, die restlichen drei an den kommenden Dienstagen.

Rettet das Unrast-Herbstprogramm 2022

Wir brauchen Euren SupportDer Unrast Verlag macht seit über 30 Jahren Bücher für eine befreite und solidarische Gesellschaft. Bei uns entscheiden alle mit, denn wir sind ein Kollektivbetrieb ohne Chef*in. Bisher hat das immer geklappt und sich als funktionierendes Konzept erwiesen. Jetzt wird es aufgrund besonderer Umstände eng. Die Preise für fast alles steigen massiv, aber unsere Umsätze tun das nicht. Wir bitten daher um eure Unterstützung, um die tollen Bücher des kommenden Herbstprogramms finanzieren zu können.

Zum Crowdfunding

 

Alles Terroristen

"Am 22. Oktober 2021 hat Israel sechs palästinensische Zivilgesellschaftsorganisationen als terroristische Organisationen eingestuft. Terrorismusvorwürfe oder Vorwürfe, Verbindungen zu terroristischen Gruppen zu unterhalten, müssen ausnahmslos mit der größtmöglichen Ernsthaftigkeit behandelt werden. Daher war es geboten, diese Einstufungen sorgfältig und umfassend zu überprüfen. Aus Israel gingen keine wesentlichen Informationen ein, die es rechtfertigen würden, unsere Politik in Bezug auf die sechs palästinensischen zivilgesellschaftlichen Organisationen auf der Grundlage der Entscheidung Israels, diese Organisationen als „terroristische Organisationen“ einzustufen, zu widerrufen. (...)"

Quelle: Auswärtiges Amt, Presseerklärung 12. Juli 2022: Gemeinsame Erklärung der Außenministerien Belgiens, Dänemarks, Deutschlands, Frankreichs, Irlands, Italiens, der Niederlande, Schwedens und Spaniens zur Listung palästinensischer Zivilgesellschafts­organisationen als terroristische Organisationen

Blogkino: El Sopar - The Supper (1974)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "The Supper" / "El sopar" von Pere Portabella. Fünf ehemalige politische Gefangene treffen sich an einem Nachmittag im Jahr 1974, dem Tag der Hinrichtung des Anarchisten Salvador Puig Antich heimlich in einem Landhaus, um über ihre Erfahrungen im Gefängnis zu sprechen. . Dieser war der letzte Verurteilte, der in Spanien mit der Garotte hingerichtet wurde.

Macht Euch vom Acker! Gegen den Parteitag der AfD

Logo der Initiative Antifaschistische Filder: Ein schwarzer Spitzkohl im Hintergrund, ein roter im VordergrundEin Krisentreffen in Form eines Landesparteitages?

Nachdem sie durch antifaschistischen Widerstand aus Cannstatt vertrieben wurde, zieht sich die AfD auf die Messe zurück, ausgerechnet zu uns auf die Filder!

Trotz Uneinigkeit und Zersplitterung bei den Meinungen zum Krieg in der Ukraine und eine klare Annäherung an Faschisten wie Zentrum Automobil. Die AfD versucht krampfhaft, die demokratische Fassade und ihren angeblichen "Konservatismus" zu wahren. Dass es den Rechten aktuell nicht gelingt, aus der gesellschaftlichen Situation besonderes Kapital zu schlagen, heißt nicht, dass wir uns getrost zurück lehnen dürfen. Denn wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen sind ein mächtiger Nährboden für ihre menschenfeindlichen Ideologien!

Auch historisch gesehen nutzten Rechte Krisen, um dann mit von ihnen ausgedachten Widersprüchen, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen. Insbesondere ohnehin schon marginalisierte Menschen werden als Feinde gebrandmarkt.

Die Klimakatastrophe, die Pandemie und der Krieg in der Ukraine. Dadurch werden die im Kapitalismus innewohnenden gesellschaftlichen Verteilungskämpfe härter. Anstatt sich in einer fortschrittlichen Weise, einem ausbeuterischen System als Ganzes entgegen zustellen und damit das Leben für alle lebenswerter zu machen, forciert die AfD die Aufspaltung in „wertvolle“ und „nutzlose“ Menschen. Gerade der faschistische Flügel, auch hier in Baden-Württemberg, denkt langfristig und versucht, in erster Linie faschistische Parteistrukturen auszubauen, was offensichtlich gelingt.

Darum – gerade jetzt – alle zusammen gegen den Faschismus.

Initiative Antifaschistische Filder

Samstag 16.07. | 10 Uhr | Zeppelinplatz Echterdingen

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